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01.11.2021 | 05:10

Diese Aktie wird extrem interessant – BASF, dynaCERT, Nikola

  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Bis zum 12. November sind die Augen auf die UN-Klimakonferenz Cop26 in Glasgow gerichtet. Dabei geht es um nichts weniger als die Zukunft unseres Planeten und eine Trendumkehr zu einer klimaneutralen Wirtschaft. Ganz oben auf der Agenda steht dabei die Verpflichtung der Staaten zur Emissionsreduzierung. Ein Unternehmen, das in der jüngsten Vergangenheit wenig Aufmerksamkeit erlangt hat, steht mit seiner patentierten Technologie in den Startlöchern und könnte in Kürze durchstarten. Seien Sie vorbereitet.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Feulner
ISIN: DYNACERT INC. | CA26780A1084 , NIKOLA CORP. | US6541101050 , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111


dynaCERT – Durchbruch mit Verzögerung

Das Thema, in das dynaCERT seit 17 Jahren rund 50 Mio. EUR zur Erforschung investiert hat, passt genau in die heutige Zeit und könnte ein Schlüssel für die Erfüllung des Pariser Klimaabkommens vom 12. Dezember 2015 sein. Die Kanadier, die ihre 'Carbon Emission Reduction Technology', kurz CERT, weltweit mit fünf Patentfamilien sicherten, fokussieren sich auf die Reduzierung von Emissionen und die Verbesserung der Kraftstoffeffizienz. Eingesetzt wird das daraus entstandene Produkt Hydragen in Verbrennungsmotoren, vornehmlich noch in schweren Fahrzeugen. Die Elektrolyseeinheit produziert Wasser- und Sauerstoff und optimiert damit die Kraftstoffverbrennung, was sowohl eine Senkung des Verbrauchs als auch eine drastische Reduzierung der Emissionen von bis zu 19% zur Folge hat.

Ein weiterer, starker Vorteil der Hydragen-Technologie: Während sowohl Politik als auch Autolobby auf ein mittelfristiges Verschwinden von Fahrzeugen mit fossilen Brennstoffen hinarbeiten und die Produktion von Elektromobilen bzw. mit Wasserstoff betriebenen Einheiten beschleunigt, kann die Technologie von dynaCERT in bestehenden Fahrzeugen nachgerüstet werden, um die Emission sofort zu reduzieren. Die Kosten für den Endverbraucher liegen dabei unter 7.000 EUR, eine Summe die durch die Einsparung beim Kraftstoff für jeden Fuhrparkunternehmer innerhalb eines Jahres amortisiert werden kann.

Trotz der herausragenden Technologie und des Erreichens einiger Meilensteine, wie das erfolgreiche Durchlaufen des Zertifizierungsverfahrens der CO2-Ersparnis durch Verra, dem Verwalter des global größten Treibhausgas-Programmes, was dynaCERT den Zugang zum Multi-Milliardenmarkt der freiwilligen CO-Zertifikate ermöglichen wird, kannte die Aktie in den vergangenen Monaten nur den Weg Richtung Süden. Sie notiert aktuell nahe am Tief des Jahres 2019 bei 0,15 EUR. Ein maßgeblicher Grund für die Under-Performance ist sicherlich in der Corona-Pandemie zu finden, die eine Unterbrechung der Lieferkette als auch des weltweiten Vertriebs zur Folge hatte. Im Ergebnis kam ein enttäuschender Umsatz von knapp 300.000 EUR, zu wenig für das ambitionierte Management.

Dabei ist das Potenzial der Hydragen-Produktlinie mit 100 Mio. Fahrzeugen weltweit enorm. Für den Ansturm vorbereitet hat sich dynaCERT mit dem Aufbau von insgesamt 47 qualifizierten Vertretern und Händlern, die in über 38 Ländern weltweit tätig sind. Der Durchbruch dürfte eine Frage der Zeit sein. Ähnlich sieht dies Investoren-Legende Eric Sprott. Er investierte bereits im Frühjahr 2020 insgesamt 14.000.000 kanadische Dollar und hält seitdem rund 10% am Unternehmen.

Nikola – Schritt für Schritt

Weit hinter den gesteckten Zielen zurück blieb der Anbieter von Lkws mit alternativen Antrieben, Nikola. Nach den Negativschlagzeilen um Täuschungen und Betrugsvorwürfe gegen den Gründer und zurückgetretenen Ex-CEO Trevor Milton, versucht das neue Management durch operativ positive Schlagzeilen das Ruder wieder in die richtige Richtung zu reißen.

Nach der Eröffnung des gemeinsamen Produktionswerkes für batterieelektrische und brennstoffzellenbetriebene Lkws mit IVECO in Ulm, füllen sich, wenn auch langsam, die Auftragsbücher. So hat Tri-Eagle Sales, ein führender Getränkegroßhändler in Florida, eine Vereinbarung über das Leasing von zehn Nikola Tre BEV von Ring Power Corporation, einem Mitglied des Vertriebs- und Servicenetzes von Nikola, getroffen. Im Rahmen dieses Flotten-Leasingmodells wird Ring Power den Vertrieb, die Reparaturen, die Wartung und die Energieinfrastruktur bereitstellen, die für den Betrieb der Nikola Tre BEV-Fahrzeuge während der gesamten Leasingdauer erforderlich sind.

Aus charttechnischer Sicht arbeitet der Truckbauer weiterhin am erfolgreichen Abschluss seiner Bodenbildungsphase. Ein Ausbruch über das Niveau von 12,50 USD würde ein Kaufsignal und Kursziel bis rund 20,00 USD generieren.

BASF – Diverse Meinungen

Keinen einheitlichen Konsens fanden Analysten nach der Veröffentlichung der Zahlen zum dritten Quartal beim Chemiekonzern BASF. Die Erlöse übertrafen mit 19,7 Mrd. EUR den Wert des Vorjahresquartals um 5,9 Mrd. EUR. Ein Grund dafür waren gestiegene Preis vor allem in den Bereichen Chemicals, Surface Technologies und Materials. Das EBIT vor Sondereffekten wuchs um 221% auf 1,865 Mrd. EUR, was über den prognostizierten Erwartungen der Analysten lag. Dagegen befindet sich der Gewinn von 1,253 Mrd. EUR knapp unter den Konsensschätzungen.

Während Experten der Deutschen Bank die Aktie weiter als Kaufkandidat mit einem Kursziel von 92 EUR sehen, stuft Goldman Sachs die Ludwigshafener auf „neutral“ und senkte das Kursziel von 80 EUR auf 73 EUR. Auch die Hamburger Privatbank Berenberg senkte die Ziele von 72 EUR auf nun 70 EUR, die Einstufung lautet „hold“.


Die Augen der Welt sind in den nächsten zwei Wochen auf Glasgow gerichtet. Im Rahmen der Klimakonferenz geht es um weitere Schritte zur Emissionsreduzierung. DynaCERT steht mit seiner Technologie weit oben und sollte in den nächsten Monaten den Roll-out schaffen. Nikola ist wie BASF auf einem guten Weg.


Der Autor

Stefan Feulner

Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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