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05.03.2021 | 04:54

Die beste Wasserstoffaktie! PlugPower, Ballard Power, NEL ASA, dynaCERT

  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Im Wasserstoff-Sektor wird es nun wirklich spannend. Seit 3 Wochen ist ja die Frage nicht mehr, wo es nach oben hingeht – sondern primär interessiert uns Börsianer wie robust ein Geschäftsmodell wirklich ist, um auch eine größere Börsenkorrektur zu überstehen. Quer durch die Branche kam es bisher zu Abschlägen von gut 30-40% - klar angesichts von Kurssteigerungen von bis zu 2.000% ein Klacks, wenn man das von unten rechnet. Allerdings gibt es auch Anleger, die zu Höchstkursen eingestiegen sind, so gemein ist leider das Börsenleben – den Letzten beißen eben die Hunde. Wir schauen heute auf die Geschäftsmodelle bekannter Wasserstoff-Protagonisten und gehen auf die Suche nach dem verlorengegangenen Treibstoff für höhere Notierungen.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: André Will-Laudien
ISIN: CA26780A1084 , NO0010081235 , US72919P2020 , CA0585861085


PlugPower - Das Hoch ist erst mal definiert

WKN: A1JA81 ISIN: US72919P2020 Symbol: PLUN
Plug Power Inc. ist ein Technologieanbieter für alternative Energien mit Schwerpunkten auf die Entwicklung und Vermarktung von Brennstoffzellen-Antriebssystemen auf Wasserstoffbasis primär für die Industrie. Ausgestattet werden vornehmlich geländegängige Nutzfahrzeuge bzw. stationäre Antriebssysteme. Die PEM-Brennstoffzellen-Produktlinien bieten umfangreiche Kundenlösungen zur Umrüstung von Materialtransportfahrzeugen auf den neuen Brennstoffzellen-Antrieb.

Dass das Gesetz der Schwerkraft selten ausgehebelt werden kann, hat die PlugPower-Aktie eindrucksvoll zu spüren bekommen. Am 7.Januar ging es mit einem riesigen GAP nach oben, Ende Januar flog der Kurs dann bis auf 73,50 USD, dann war erst mal Schluss. Im Februar begann dann der Absturz bis auf den gestrigen Level von 38,20 USD – ein Minus von 49%.

Geht man auf die fundamentale Suche, wird man genauso nicht fündig, wie man im Aufwärtstrend nach den Gründen für die Euphorie gesucht hatte. Das Stichwort „Hype“ ist angebracht, er kommt und geht ohne Ansage oder Vorwarnung, wer mitfliegt braucht in der Regel einen Fallschirm oder eine wohldefinierte Ausstiegsstrategie. Das viele Anleger dies nicht hatten, sieht man am Umsatz-Verlauf. Mit riesigen Umsätzen nach oben – mit nur 30% der Umsätze nach unten, d.h. die Verluste schlummern in den Depots von Unwissenden, die Wissenden haben längst verkauft.

Sollte nicht ein weiterer Hype ausbrechen, lautet das Kursziel charttechnisch abgeleitet ca. 20,00 USD – auch da hat PlugPower noch immer ein KUV von 20. Trennen Sie sich bitte auch von dem Gedanken, hier könnte in absehbarer Zeit wieder die Zone um 70,00 USD erreicht werden. Die Wahrheit wird zwischen 55,00 USD und 20,00 USD liegen, finden sie bitte für sich eine tragbare Strategie.

Ballard Power – Futuristische Busse mit ADL

WKN: A0RENB ISIN: CA0585861085 Symbol: PO0
Ballard Power hat die am 10. Februar angekündigte Kapitalerhöhung erfolgreich abgeschlossen und 14,87 Mio. Stammaktien zu einem Preis von 37,00 USD platziert. Dadurch fließt dem kanadischen Brennstoffzellen-Hersteller ein Bruttoerlös von 550 Mio. USD zu. Gut wer in diesen Tagen an den Kapitalmarkt herantreten kann – solche Bewertungen rufen nach frischer Kapitalaufnahme.

Ballard Power beabsichtigt, den Nettoerlös aus dem Angebot zur weiteren Stärkung des Unternehmens und Flexibilisierung der Wachstumsstrategie zu verwenden. Dazu gehören u. a. auch Produktinnovationen, Investitionen in den Ausbau von Produktionskapazitäten, künftige Übernahmen sowie strategische Partnerschaften und Investitionen in neue Geschäftsfelder.

Aus dem Bereich Großaggregate vermeldet Ballard derweil gute Fortschritte. Mit Brennstoffzellensystemen von Ballard und dem elektrischen Antriebssystem von Voith will der britische Busbauer ADL noch in diesem Jahr einen neuen Wasserstoff-Doppeldecker auf den Markt bringen. Die Reichweite des emissionsfreien Busses mit dem vielsagenden Projektnamen H2.0 soll laut Hersteller bei umgerechnet rund 480 Kilometern liegen. Good News für die strauchelnde Ballard-Aktie, die wie ihre Branchenkollegen bereits über 30% vom Top verloren hat.

NEL ASA – Kapitalerhöhung erst mal geschafft

WKN: A0B733 ISIN: NO0010081235 Symbol: D7G
Jeder möchte nun der Erste sein. Auch NEL ASA hat vergangene Woche eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Die Berenberg Bank nahm die erfolgreiche Privatplatzierung zum Anlass, eine neue Studie zu veröffentlichen – welche Aktionäre sicherlich gerne hören werden. Die Analysten erhöhen ihr Kursziel auf 33 NOK als rund 3,23 EUR und behalten ihr Buy-Rating bei. Interessant nur, dass der NEL-Kurs bereits im Januar die 3,40 EUR-Marke erklommen hatte und jetzt auf 2,40 EUR korrigiert hat.

Am 24. Februar bestätigte Nel eine erfolgte Kapitalerhöhung in Höhe von rund 120 Mio. EUR. Der Erlös soll für größere Projekte, ein höheres Projektvolumen und auch für strategische Gelegenheiten verwendet werden. Branchenexperten sind der Meinung, dass Nel nach wie vor gut positioniert sei, um eine führende Rolle in der wachsenden Wasserstoffbranche einzunehmen. Aus diesem Grund sind die massiven Investitionen vertretbar, werden aber 2021 noch für ein negatives EBITDA sorgen.

Kein Zweifel, Nel verfügt über eine solide Bilanz, die durch die jüngste Kapitalerhöhung nochmal gestärkt wurde. Auf dem begleitenden Kapitalmarkttag wies Nel auf eine starke Pipeline und die damit verbundenen hohen Investitionen hin, weshalb eine volle Kasse durchaus benötigt wird. Anleger, die in der Aktie ausgestoppt wurden, sollten in den nächsten Wochen die auslaufende Korrektur nutzen und einen Wiedereinstieg bei 1,9-2,2 EUR finden.

dynaCERT – Eine nervenschonende Alternative mit Potenzial

WKN: A1KBAV ISIN: CA26780A1084 Symbol: DMJ
Im Windschatten des großen Milliardentrubels um die Wasserstoffblockbuster entwickelt sich die kanadische dynaCERT recht solide voran. Die gesteckten Milestones hat man bestens im Griff. Das solide durchfinanzierte Unternehmen entwickelt ein Zusatzgerät für die Verbrennungsoptimierung mit Wasserstoff, speziell für schwerlastige Diesel-Fahrzeuge. Damit ist man bei Logistikunternehmen außerordentlich erfolgreich.

Zahlreiche F&E-Experten von dynaCERT sind bestrebt, ihre Führungsrolle in der neuen Wasserstoffwirtschaft in Kanada auszubauen und gleichzeitig mit anderen hochrangigen Branchenführern wie z.B. Martin Technologies zusammenzuarbeiten, um das aktuelle Know-how in dieser Technologie weiter in die Anwendungsebene zu bringen. Weltweit besteht ein großer Bedarf an sauberen Technologien, jede Einzellösung muss als Klima-Baustein angesehen werden und ergänzt lokale wie internationale Nachhaltigkeitsprogramme. dynaCERT ist einer dieser Technologietreiber mit einer Anwendung, welche definitiv messbare Einsparungen liefert. Im Falle von Martin geht es um ein Kooperationsabkommen, welches die technischen Aspekte der bestehenden HydraGEN-Technologie von dynaCERT für den Einsatz auf dem Erstausrüstermarkt weiter in die industrielle Schiene bringt, dies ist der nächste Wachstumsschritt in diesem Jahr.

Die dynaCERT-Aktie hat den Sturm im Wasserstoffbereich gut überstanden und notiert wieder auf dem Niveau von Anfang Januar 2021. Zu bedenken ist, dass sich der Wert seit März 2020 fast verdreifachen konnte. Aktuell steht die Aktie bei rund 0,60 CAD – nutzen sie also die Konsolidierung um hier wieder dabei zu sein, denn die Story entwickelt sich stetig nach vorne.


Der Autor

André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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  • Wasserstoff
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  • Nel ASA
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Wenn die kommende Bundesregierung die Energiewende schaffen will und alle fossilen Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas verbannen möchte, liegt ein Teil der Lösung beim Wasserstoff. Noch geht an besonders sonnigen oder windigen Tagen ein Teil des erzeugten grünen Stroms einfach verloren. Um die Leitungen nicht zu überlasten wird der Strom teilweise ins Ausland verschenkt. Würde man diese Energie nutzen, um grünen Wasserstoff zu gewinnen, wäre man in der Lage, die Energie die erzeugt wird sowohl speicherbar als auch portabel zu machen. Gelingt es, den Preis pro kg Wasserstoff signifikant zu senken, ergeben sich automatisch größte Potentiale für diese Technologie.

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