Menü

30.11.2020 | 05:20

Delivery Hero, wallstreet:online, flatexDEGIRO

  • Brokerage
  • Service
  • Lieferdienst
  • Trading
Bildquelle: pixabay.com

„The trend is your friend.” Diese Börsenweisheit wird oft zitiert. Die Botschaft ist einfach: solange Trends anhalten, sollten Anleger die Gewinne laufen lassen. Im Folgenden stellen wir drei Aktien vor, die sich innerhalb der letzten 12 Monate verdoppelt haben. Gemeinsamer Nenner ist das Online-Geschäft, von dem die Gesellschaften unterschiedlich profitieren. Teilweise stehen diese Unternehmen vor einer Neubewertung, dank Skalierbarkeit des Geschäftsmodells und Expansionskurs. Kaufen und liegen lassen – fragt sich nur bei welcher Aktie?

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Carsten Mainitz
ISIN: DE000A2GS609 , DE000A2E4K43 , DE000FTG1111


DELIVERY HERO SE- Rekordwachstum in allen Geschäftsbereichen

WKN: A2E4K4 ISIN: DE000A2E4K43 Symbol: DHER
Delivery Hero ist die weltweit führende lokale Lieferplattform. Die Berliner bieten ihren Dienst mittlerweile in 49 Ländern an. 2011 startete die Gesellschaft als reiner Lieferdienst für Essen, aber betreibt heute seine eigene Logistik in über 700 Städten. 2017 machte das Wachstumsunternehmen den Schritt auf das Börsenparkett. In diesem Jahr gelang sogar der Aufstieg in den DAX. Alles in allem eine fulminante Entwicklung, die deutlich am Aktienkurs abzulesen ist.

Vor Kurzem veröffentlichte Delivery Hero die Zahlen zum dritten Quartal und hob dabei die Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf 2,7 bis 2,8 Mrd. Euro leicht an. Anzahl der Bestellungen und Umsatz konnten in Q3 gegenüber dem Vorjahr verdoppelt werden auf 362 Mio. bzw. 776 Mio. Euro. "Wir verzeichnen weiterhin ein Rekordwachstum in all unseren Geschäftsbereichen, einschließlich des revolutionären Quick-Commerce. Delivery Hero wird diesen Kurs beibehalten, indem wir in Schlüsselmärkten expandieren, unsere führende Position weltweit stärken und in Technologie und Innovation investieren, um die Erfahrungen unserer Kunden kontinuierlich zu verbessern.", so kommentierte CFO Emmanuel Thomassin die Fortschritte.

Quick-Commerce-Service (oder Q-Commerce) bezeichnet die nächste Generation des E-Commerce, mit dem Ziel, Lebensmittel und Haushaltswaren in weniger als 20 Minuten zum Kunden zu bringen. Delivery Hero wächst nicht nur organisch, sondern auch durch zahlreiche Akquisitionen. Das Expansionstempo der Berliner ist beeindruckend. Der Raum für weiteres globales Wachstum ist gegeben. Dabei bleiben!

WALLSTREET:ONLINE AG – Neubewertung der Aktie ist unausweichlich

WKN: A2GS60 ISIN: DE000A2GS609 Symbol: WSO1
Die wallstreet:online AG ist mit Abstand der größte verlagsunabhängige Finanzportalbetreiber im deutschsprachigen Raum und die führende Finanz-Community. Die Gruppe betreibt die Portale wallstreet-online.de, boersenNews.de, FinanzNachrichten.de und ARIVA.de. Das Kerngeschäft, Werbekunden eine hohe Reichweite in einer finanz- und börsenaffinen Zielgruppe bereitzustellen, brummt. Zuletzt konnte man dies im September an den Halbjahreszahlen ablesen. Die Ziele für das laufende Jahr wurden nun umsatzseitig auf 24,5 Mio. EUR bis 29,9 Mio. EUR angehoben. Das EBITDA (ohne Einmaleffekte) wird zwischen 4,1 und 5,0 Mio. EUR erwartet, unter Berücksichtigung der Einmaleffekte errechnet sich ein operatives Ergebnis von rund 7 Mio. Euro.

Ein wichtiger Ertragsbringer, der bei den genannten Zahlen und Prognosen außen vor bleibt, ist das Geschäft der 43%-Beteiligung wallstreet:online capital AG. wallstreet:online capital ist mit FondsDISCOUNT.de der größte bankenunabhängige Online-Discount-Anlagevermittler Deutschlands. Zudem ist die Beteiligung seit Ende 2019 mit Smartbroker (Discount-Broker) am Markt aktiv. Die Strategie, Medienreichweite in Kunden- und Orderwachstum umzumünzen, funktioniert. w:o will den Anteil auf 70% steigern, das Inhaberkontrollverfahrens durch die BaFin läuft. Bilanziell würde dies dann zu der Vollkonsolidierung der wallstreet:online capital führen. Für 2024 wird ein Kundenstamm von über 400.000 Anlegern und ein Konzerngewinn vor Steuern von 27 Mio. Euro in Aussicht gestellt – beeindruckend, ambitioniert, aber realistisch.

Optisch günstig wurde die Aktie im Oktober mit einem Split von 1:8. Die Analysten kommen angesichts der dynamischen Aktienkursentwicklung gar nicht hinterher, die Kursziele erneut zu erhöhen. Sollten die Mittelfristpläne nur in etwa so aufgehen, wie vom Unternehmen formuliert, steht die Aktie – trotz der bisherigen exzellenten Kursperformance – vor einer Neubewertung.

FLATEXDEGIRO AG - durch Akquisition zum größten Retail-Online-Broker Europas

WKN: FTG111 ISIN: DE000FTG1111 Symbol: FTK
Mit der Übernahme von DEGIRO durch flatex ist diesen Sommer flatexDEGIRO, Europas größter Retail-Online-Broker, entstanden. Vor rund 2 Wochen meldete die Gesellschaft die Zahlen zum dritten Quartal. Die Zahl der Kunden konnte auf 1,16 Mio. gesteigert werden (+46% im Vergleich zu pro-forma September 2019). Die Zahl der Transaktionen hat sich innerhalb der ersten neun Monate mehr als verdoppelt auf knapp 54 Mio. Der 9M-Umsatz wuchs um 67% auf 164,8 Mio. Euro. Bei den Synergien liegt der Broker über dem selbst gesteckten Ziel, jährlich auf EBITDA-Ebene 30 Mio. Euro einzusparen.

Für das Gesamtjahr werden mehr als 1,2 Mio. Kunden und 70 Mio. Wertpapiertransaktionen erwartet. Bis spätestens 2025 sollen über 3 Mio. Kunden gewonnen und jährlich mindestens 100 Mio. Transaktionen abgewickelt werden.

Synergien und Wachstum sind eine gute Mischung für weiter steigende Kurse.


Der Autor

Carsten Mainitz

Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

Mehr zum Autor



Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten oder auf fallende Kurse setzen und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Die Apaton Finance GmbH hat ggf. eine entgeltliche Auftragsbeziehung mit dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


Weitere Kommentare zum Thema:

Kommentar von André Will-Laudien vom 20.10.2021 | 04:44

SAP, wallstreet:online, Baidu – Hier geht die Post ab!

  • Technologie
  • Brokerage
  • Internet

Wer sich heute im Online-Geschäft ein Stück Marktanteil sichern möchte, muss mit guten digitalen Konzepten und außerordentlichem Kundenservice aufwarten. Viele dieser Modelle sind aber aus der Old Economy schlichtweg in die digitale Welt transformiert worden und haben in der täglichen operativen Umsetzung erhebliche Bruchstellen in der durchgängigen Verarbeitung. In diesem Moment steht die Online-Welt still, weil an einem Lagerausgang der Warentransfer manuell bestätigt werden muss. Viele Unternehmen arbeiten an einem perfekten digitalen Flow, wir sehen uns einige davon an.

Zum Kommentar

Kommentar von Stefan Feulner vom 10.09.2021 | 05:10

GameStop, wallstreet:online, Nikola – Es läuft munter weiter

  • Märkte
  • Brokerage

Die EZB folgt der FED. Zwar mahnten einige Ratsmitglieder, das Risiko einer zu hohen Inflation nicht auszublenden, ein Ende der ultralockeren Geldpolitik ist jedoch nicht in Sicht. Lediglich der Erwerb von Staats- und Unternehmenspapieren im Rahmen des Corona-Notkaufprogramms soll im vierten Quartal „moderat“ geringer ausfallen. Die Entscheidung pro Wachstum ist Balsam für die Börsen. Neue Höchststände sollten nach den letzten Mini-Korrekturen folgen.

Zum Kommentar

Kommentar von André Will-Laudien vom 27.08.2021 | 04:06

wallstreet:online AG, AMC, GameStop, Robinhood – Die Jagdsaison hat begonnen!

  • Fintech
  • Brokerage

Zum 20. September wird der DAX wie sein französisches Pendant CAC auf 40 Werte ausgebaut. Damit rücken wieder 10 neue Aktien in den Fokus der großen Fondsmanager. Den ein oder anderen mag diese Entscheidung überrascht haben, denn schließlich haben die 30 wertvollsten Unternehmen Deutschlands jahrzehntelang die Entwicklung der deutschen Wirtschaft sehr gut abgebildet. Internationale Anleger und Fonds schätzen jedoch mehr Vielfalt, vor allem Branchendiversifikation. Man hofft auch, dass durch die neue Insolvenz-Klausel strafrechtliche Vorfälle, wie z.B. bei Wirecard, nicht lang auf Indexebene diskutiert werden müssen und abgeleitete Derivate noch Monate danach beeinflussen. Ändern sollen sich auch die Ein- und Austrittskriterien. Ab jetzt zählt die Mindestliquidität statt Handelsumsatz und der Corporate Governance Kodex wird ab September 2022 verbindlich. Eine Modernisierung war seit dem Fall Wirecard längst überfällig.

Zum Kommentar