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19.02.2024 | 06:00

Defense Metals, BYD, Rheinmetall – keine Hightech-Technologie ohne diesen Rohstoff

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Bildquelle: pixabay.com

In unserer heutigen, technologiegetriebenen Welt sind Seltene Erden zu unabdingbaren Bausteinen moderner Hightech-Anwendungen avanciert. Von leistungsfähigen Elektroautos, die eine umweltbewusste Mobilität versprechen, bis hin zur hochentwickelten Ausrüstung in der Rüstungsindustrie, deren Bedeutung in Zeiten geopolitischer Spannungen zunimmt – Seltene Erden sind überall. Diese Elemente, oft unsichtbar und doch entscheidend, ermöglichen erst die Funktionsweise und Effizienz der Geräte und Systeme, die in unserem Alltag beispielsweise in Smartphones zum Einsatz kommen. Seltene Erden sind zu einem stillen Rückgrat der technologischen Innovation und der Sicherheitspolitik geworden, deren Verfügbarkeit und Kontrolle über wirtschaftlichen Erfolg und strategische Überlegenheit mitentscheiden können.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: DEFENSE METALS CORP. | CA2446331035 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , RHEINMETALL AG | DE0007030009

Inhaltsverzeichnis:


    Defense Metals – vorläufige Machbarkeitsstudie vor Abschluss

    Neben der Automobil- und Rüstungsindustrie kommen Seltene Erden noch in vielen anderen Bereichen zum Einsatz, wie der Landwirtschaft, der Luft- und Raumfahrt, der Chemie dem Gesundheitswesen und noch einigen mehr. Da derzeit eine hohe Abhängigkeit von China besteht, versuchen die USA und Europa sich Alternativen zu erschließen. Eine davon ist Defense Metals, die das Wicheeda Seltene Erden Projekt in British Columbia vorantreiben. Die Liegenschaft umfasst 8.301 ha und verfügt über eine Mineralressourcenschätzung nach NI 43-101, die 6,4 Mio. t gemessene Ressourcen mit durchschnittlich 2,86 % Seltene Erden Oxide (TREO), 27,8 Mio. t angezeigte Ressourcen mit durchschnittlich 1,84 % TREO und 11,1 Mio. t abgeleitete Ressourcen mit durchschnittlich 1,02 % TREO umfasst.

    Die erforderlichen metallurgischen Untersuchungen für die vorläufige Machbarkeitsstudie (PFS) sind abgeschlossen, wobei in der Pilotanlage ein Mineralkonzentrat mit 50 % TREO und einer Extraktionsrate von 80 % für die ersten 8 Jahre der Mine produziert wurde. Weiterführende Tests in einer hydrometallurgischen Pilotanlage zeigten, dass ein Säureaufbereitungsprozess etwa 90 % TREO zu einem gemischten Seltenerd-Karbonat Produkt extrahieren kann. Die PFS-Fließschemata und die Ausrüstungsliste sind erstellt und es werden bereits Angebote eingeholt. Auch die geotechnischen, geochemischen und umwelttechnischen Untersuchungen sind abgeschlossen. Die Tagebauplanungen sind ebenfalls weit fortgeschritten. Sämtliche Aufgaben im Zusammenhang mit der PFS laufen auf Hochtouren und daher geht man von einer Fertigstellung des Berichts im 2. Quartal aus.

    Mittlerweile wurden bereits 11 Proben von Seltenerdmetallpräzipitate an potenzielle Partner und Kunden versendet. Mitte Januar verkündete das Unternehmen eine strategische Equity-Partnerschaft und ein Co-Design-Abkommen mit der McLeod Lake Indian Band (MLIB). MLIB hält rund 2,6 Mio. Aktien des Unternehmens. Durch das Abkommen können beide Parteien einen gemeinsamen Planungsansatz verfolgen und das Projekt gemeinsam vorantreiben. Durch die Investition von MLIB flossen rund 740.000 CAD in die Kassen von Defense Metals. Wer mehr über das Unternehmen wissen möchte, sollte sich den 21. Februar merken. Dort präsentiert Dr. Luisa Moreno das Unternehmen auf dem International Investment Forum und stellt sich den Fragen der Aktionäre. Die Aktie liegt seit Jahresanfang rund 17 % im Plus und notiert derzeit bei 0,235 CAD.

    10. International Investment Forum: Defense Metals

    BYD – Batteriekooperation mit CATL und anderen

    Die Elektromobilität ist ohne Seltene Erden undenkbar. Diese Elemente, fundamental für ihre außergewöhnlichen magnetischen Eigenschaften, sind entscheidend für die Leistung von Elektromotoren und tragen maßgeblich zur Effizienzsteigerung und Energiedichte moderner Elektrofahrzeuge bei. Von der Verbesserung der Batterielebensdauer bis hin zur Erhöhung der Reichweite – Seltene Erden sind Schlüsselkomponenten, die die Funktionalität und Attraktivität der Elektromobilität maßgeblich beeinflussen. Da BYD aus China stammt, ist die Versorgung mit dem kritischen Rohstoff gesichert.

    Der chinesische Elektroautohersteller ist die Nr. 1 auf dem größten Markt für Elektrofahrzeuge. Einer der Gründe dafür liegt in der Blade Batterie, die aktuell als führend in diesem Bereich gilt. Selbst Tesla soll diese Batterien schon verbaut haben. Der Akku der Autos ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Da die Zukunft des Akkus in der Feststoffbatterie liegen könnte, hat sich BYD mit CATL und anderen zusammengetan, um diesen Vorsprung auch bei den Feststoffbatterien zu behalten. Diese Art der Batterie verspricht eine höhere Energiedichte, mehr Sicherheit, schnelleres Aufladen, eine längere Lebensdauer und den Betrieb bei extremen Temperaturen. Wer dieses Wettrennen gewinnt hat alle Verkaufsargumente auf seiner Seite.

    2023 war für BYD ein gutes Jahr. Der Elektrofahrzeughersteller verzeichnete nach vorläufigen Zahlen einen Gewinnanstieg von 75 bis 87 % und erwartet ein Nettoergebnis von 3,8 bis 4 Mrd. EUR. Die Analysten hatten etwas mehr erwartet. Im laufenden Jahr soll die Internationalisierung weiter vorangetrieben werden. Die Chinesen planen den Bau einer Fabrik in Mexiko, um so den Fuß in der Tür zur USA zu haben. Nachdem die Aktie bis Anfang Februar bis auf fast 20 EUR gedrückt wurde, zeigte sie sich zuletzt erholt und ging vergangene Woche mit 22,65 EUR aus dem Handel.

    Rheinmetall – erweitert Kapazitäten

    In der heutigen Zeit, in der geopolitische Spannungen und die Notwendigkeit nationaler Sicherheit stets präsent sind, kommt den Seltenen Erden innerhalb der Rüstungsindustrie eine Schlüsselrolle zu. Diese Gruppe von Elementen, charakterisiert durch ihre einzigartigen magnetischen, chemischen und Leitfähigkeitseigenschaften, ist für die Herstellung einer breiten Palette von hochentwickelten militärischen Technologien unverzichtbar. Von präzisionsgelenkten Munitionssystemen über Stealth-Technologie bis hin zu Kommunikationssatelliten und Radar-Systemen – Seltene Erden ermöglichen erst die Funktionalität und Effizienz, die moderne Verteidigungsanforderungen erfüllen. Das dürfte auch für Rheinmetall gelten, die sich derzeit vor Aufträgen kaum retten können.

    Im Februar orderte die Bundeswehr Munition im Wert von 30 Mio. EUR. Die British Army orderte 500 HX-LKW für 330 Mio. EUR. Im Januar waren es gleich 7 Großaufträge, die die Düsseldorfer vermelden konnten. Um der Auftragsflut Herr zu werden, versucht der Konzern seine Kapazitäten zu erweitern. Ende Januar gab das Unternehmen die Erweiterung seines Munitionswerks in Várpalota, Ungarn, bekannt, um die Produktion von Mittel- und Großkalibermunition sowie Sprengstoff zu steigern. In Rumänien erwarb man Anfang Februar die Mehrheitsanteile an Automecanica Mediaș. Damit erweitert das Unternehmen sein Produktportfolio im militärischen Fahrzeugbau.

    Außerdem baut Rheinmetall eine neue Munitionsfabrik in Unterlüß, um die nationale Sicherheitsvorsorge zu stärken und die Unabhängigkeit bei der Munitionsversorgung zu gewährleisten. Zum Spatenstich kamen der Bundeskanzler Olaf Scholz und die Ministerpräsidentin Dänemarks. Nach dem Sicherheitsabkommen mit der Ukraine zeigt der Bundeskanzler damit sein Engagement, die Rüstungsindustrie in Deutschland besser aufzustellen. Dabei kommen von allen Seiten positive Nachrichten für die Verteidigungsbranche. Die Aktie der Düsseldorfer hat sich seit dem Ukrainekonflikt vervierfacht und notiert aktuell bei 388,20 EUR.


    Seltene Erden sind ein kritischer Rohstoff, ohne den es heute viele Hightech Anwendungen nicht geben würde. Defense Metals hat das Potenzial, zumindest einen Teil der Nachfrage aus Nordamerika zu bedienen, und die Abhängigkeit von China zu reduzieren. BYD hat in diesem Bereich kein Versorgungsproblem. Allerdings will man sich gemeinsam mit CATL, NIO und anderen Firmen der Entwicklung einer Feststoffbatterie widmen, um die nächste Generation der Elektrofahrzeuge zu entwickeln. Durch die hohe Nachfrage nach Rüstungsgütern ist die Nachfrage nach Seltenen Erden in diesem Bereich angestiegen. Rheinmetall kann sich vor Aufträgen kaum retten und wird seinen Umsatz bis 2026 wohl verdoppeln.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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