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02.07.2024 | 05:10

Nordex, Almonty Industries, Rheinmetall – Dramatische Entwicklung

  • Rüstung
  • Rohstoffe
  • Zeitenwende
Bildquelle: pixabay.com

Die Zeitenwende, die mit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine begann, veränderte nicht nur in der Geopolitik vieles. Neben der Aufrüstung, wodurch die Rüstungsindustrie immer mehr an Bedeutung erlangte, dürften Produzenten von kritischen Rohstoffen aus westlichen Ländern aufgrund des weiter eskalierenden Handelskrieges profitieren. So veröffentlichte das US-Verteidigungsministerium einen Bericht, wonach die heimische industrielle Basis für kritische Mineralien, Magnete und Metalle weiter ausgebaut werden soll.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , RHEINMETALL AG | DE0007030009

Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries – Mehr denn je gefragt

    Der Handelskrieg zwischen dem Westen und Ländern wie China, Russland oder dem Iran eskaliert und der Kampf um die Sicherung der Lieferketten von kritischen Rohstoffen geht in die nächste Runde. So veröffentlichte das US-Verteidigungsministerium DoD Ende Mai eine endgültige Regelung, die den Erwerb bestimmter Metalle und Magnete aus den „abgedeckten Ländern" Iran, Nordkorea, Russland und China durch das DoD einschränken, um sogar frühere Eingaben in die Lieferkette in diesen Ländern zu verbieten.

    Trotz Kommentaren, die sich auf den noch jungen Inlandsmarkt für viele „erfasste Materialien" beziehen - definiert als Samarium-Kobalt-Magnete, Tantal-Metalle und -Legierungen, Wolfram-Metallpulver und Wolfram-Schwerlegierungen oder fertige oder halbfertige Komponenten, die Wolfram-Schwerlegierungen enthalten, erweitert die endgültige Regelung die Beschränkungen für die Beschaffung von Materialien aus erfassten Ländern. Aktuell verlangt die Vorschrift, dass die erfassten Materialien nicht in den bestimmten Ländern geschmolzen oder hergestellt werden.

    Ab dem 1. Januar 2027 verbietet die aktualisierte Vorschrift jedoch, dass die erfassten Materialien in einem der Länder nicht einmal mehr abgebaut, raffiniert, getrennt, geschmolzen oder hergestellt werden. Die Ausweitung des Verbots auf den Ort, an dem diese Materialien abgebaut wurden, steht im Einklang mit den Bemühungen der US-Regierung, die heimische industrielle Basis für kritische Mineralien, Magnete und Metalle zu entwickeln und deren Verlagerung zu fördern.

    Nach dieser für die westliche Rohstoffindustrie elementaren Nachricht dürften beim Wolframproduzenten Almonty Industries die Telefone nicht mehr still gestanden haben. Grund hierfür ist die Tatsache, dass die Kanadier ab Ende 2024 die Produktion in der Sangdong-Mine in Südkorea aufnehmen. Diese wird sich zukünftig für rund 30 % der globalen Wolframförderung außerhalb Chinas verantwortlich zeigen. Zu Beginn sollen dort 2,3 t Wolframoxid jährlich gefördert werden, mit dem Ziel, diese Quote sukzessiv auf 4,8 t zu steigern.

    Der aktuelle Kurs der Almonty-Aktie liegt bei 0,60 CAD. Analysten von Sphene Capital vergaben in ihrer aktuellen Studie Anfang Juni ein Kursziel in Höhe von 2,13 CAD. Dies entspricht einem Potenzial in Höhe von 255 % zur aktuellen Notierung.

    Rheinmetall – Weitere Order für die Autosparte

    Dass der integrierte Technologiekonzern nicht nur Rüstung kann, sondern auch als Treiber zukunftsweisender technologischer und industrieller Innovationen auf den zivilen Märkten fungiert, ist hinlänglich bekannt. So sind die Düsseldorfer ein namhafter Entwicklungspartner und Direktzulieferer der globalen Automobilindustrie.

    So erhielt der DAX-Konzern von einem bekannten internationalen Automobilhersteller einen Großauftrag über ein Auftragsvolumen im niedrigen dreistelligen Mio. EUR-Bereich. Die Pumpe wird in den hybridbetriebenen Fahrzeugen des Herstellers eingesetzt, wobei die Produktion bereits begonnen hat und voraussichtlich bis 2030 andauern wird. Ein begleitender Servicevertrag ist darüber hinaus bis 2045 gültig.

    Rheinmetall trägt durch die Bereitstellung von Hybrid-Komponenten für E-Mobilität langfristig zu seiner eigenen Transformationsverpflichtung bei. Dieser Auftrag sichert dem Konzern bis 2030 erhebliches Geschäft im Bereich der E-Mobilität. Zudem besteht für Rheinmetall die Möglichkeit, weitere Aufträge zu gewinnen, da der Kunde plant, den Anteil hybrider bzw. elektrischer Antriebe in seinem gesamten Modellportfolio zu erhöhen.

    Aus charttechnischer Sicht befindet sich die Aktie weiterhin im Korrekturmodus. Im Bereich von 475 EUR konnte bereits zweimal ein wichtiger Unterstützungsbereich erfolgreich verteidigt werden. Sollte dieser nach unten durchbrochen werden, läge das nächste Ziel bei 440 EUR.

    Nordex – Neuer Großauftrag

    Nach einem fulminanten Comeback, die Nordex-Aktie stieg von Ende Februar bis Mitte Mai 2024 um über 70 % auf ein neues Jahreshoch bei 15,77 EUR, ging das Momentum wieder verstärkt aus dem Unternehmen der erneuerbaren Energien. Seither korrigierte der Windanlagenhersteller stark und testet aktuell die horizontale Widerstandsmarke bei 11,40 EUR. Ein Unterschreiten dieser Marke hätte einen wahrscheinlichen Rücksetzer in den Bereich um 10,50 EUR zur Folge.

    Zwar befinden sich die Indikatoren MACD sowie RSI im überverkauften Bereich, die Tatsache, dass gute Meldungen weiterhin zum Abverkauf dienen, dürfte jedoch weiterhin ein Indiz für nachlassende Kurse sein. So fiel die Aktie am gestrigen Handelstag nach Verkündigung eines neuen Großauftrages um fast 2 %.

    So erteilte Aquila Clean Energy den Hamburgern einen Vertrag zur Lieferung und Installation von Windturbinen in Spanien. Der Auftrag betrifft 21 Windturbinen des Modells N163/5.X, die ab Sommer 2025 für den Baza-Cluster in der Provinz Granada im Süden Spaniens vorgesehen sind. Zusätzlich umfasst der Auftrag einen 20-jährigen Premium-Service-Vertrag. Eine Option, die Aquila Clean Energy bis zum 31. August 2024 besitzt, ermöglicht es dem Unternehmen, die Anzahl der Turbinen für das Projekt, um bis zu 24 zusätzliche Einheiten zu erhöhen.

    Der Windpark-Cluster Baza, der sich über acht Standorte zwischen den Städten Granada und Almeria in Andalusien erstreckt, wird von der Nordex Group mit Turbinen aus der Delta4000-Serie auf 108 Meter hohen Stahlrohrtürmen ausgestattet. Die geplante Inbetriebnahme des Clusters soll im Jahr 2026 erfolgen.


    Trotz der Veröffentlichung eines Großauftrages legt die Nordex-Aktie weiterhin den Rückwärtsgang ein. Rheinmetall konnte sich durch eine größere Order den Zugang zum lukrativen Bereich der Elektromobilität sichern. Analysten sehen bei der Aktie der Almonty Industries ein Kursziel in Höhe von 255 %.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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    Kommentar von André Will-Laudien vom 04.06.2026 | 04:00

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    • Kritische Metalle
    • Rohstoffe
    • Defense-Sektor
    • Rüstungsindustrie

    Ein weiterer Feiertag für CEO Lewis Black von Almonty Industries. Während die Tech-Hausse den NASDAQ 100-Index über 30.000 hievt, wird der Wolfram-Hersteller aufgrund umsatz- und bewertungsrelevanter Größen nach dem Juni-Verfall in den Russell 1000 Index aufgenommen. Verbunden damit ist auch die Mitgliedschaft im etwas breiteren Russell 3000-Index, wie aus der Liste von FTSE Russell hervorgeht. Das hat weitreichende Komplikationen! Indexbasierte ETFs müssen innerhalb einer gewissen Zeit die Gewichtungen ihrer Assets nach den abzubildenden Indices adjustieren. Meint für die bislang nicht vertretene Almonty-Aktie eine zusätzliche Nachfrage von institutioneller Seite. Als wäre der Sturm um den einzig relevanten, börsennotierten Wolfram-Titel nicht schon groß genug. Die Party dürfte also munter weitergehen!

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    Kommentar von Tarik Dede vom 03.06.2026 | 04:31

    Almonty Industries: Jetzt kommen die Cashflows

    • Wolfram
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    • Rohstoffe
    • Geopolitik
    • Sangdong

    Noch 2024 gab es die Aktie von Almonty Industries für unter 1 USD das Stück. Inzwischen wird der Titel für rund 19 USD gehandelt, wobei die runde Marke von 20 USD zeitweise bereits genommen wurde. Nun befindet sich das Unternehmen nach dieser fulminanten Wachstumsphase vor dem nächsten Schritt. Zum einen wurde Mitte März in Südkorea die Sangdong-Mine offiziell eröffnet, die nun künftig die westliche Welt mit dem wichtigen Rohstoff Wolfram versorgen kann. Zum anderen aber steht in wenigen Tagen der Börsengang von SpaceX mit einer Bewertung von 1,75 Bio. USD an – eine Zahl, wie von einem anderen Stern. Dann könnte so manchem Anleger aufgehen, dass Wolfram, dessen Weltmarkt klar von China dominiert wird, auch für die Raumfahrt unentbehrlich ist. Und genau dieses Produkt gibt es in großen Mengen eigentlich nur von Almonty Industries.

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    Kommentar von André Will-Laudien vom 21.05.2026 | 04:45

    150 % Chance und Risiko zugleich! Kobo Resources goldgerändert, TUI, Easyjet und Lufthansa attraktiv bewertet

    • Gold
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    Mit extremen Volatilitäten in 2026 bleibt eine Sache klar: Gold dient als Depot-Stabilisator. Denn in einem Umfeld steigender Inflation, anziehender Zinsen und galoppierender Rohstoffpreise haben sich Edelmetalle bislang hervorragend geschlagen. Mit dem Iran-Konflikt mussten vor allem Reise- und Touristiktitel abgeben, denn sie litten unter sinkender Reiselust, kleinerer Haushaltsbudgets und letztlich unter den hohen Treibstoffpreisen. Wer aber über den Tellerrand hinausblickt, erkennt: Krisen sind eine temporäre Erscheinung, die angstgetriebenen Bewertungsabschläge somit mittelfristige Kaufanreize. Für risikobewusste Anleger ergeben sich in diesen Szenarien Investitionsmöglichkeiten, die man unter normalen Umständen nicht erwarten darf. So notiert die Deutsche Lufthansa rund 30 % unter ihrem Buchwert und TUI wird mit einem KGV von etwa 5 gehandelt. Alles irrational? In aktueller Sicht nicht, langfristig aber definitiv. Hier gilt wohl das Motto: Kaufen, wenn die Kanonen donnern!

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