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09.06.2021 | 05:03

Das ist die Kupfer-Sensation! NIO, JinkoSolar, Siemens Energy, Nevada Copper

  • Kupfer
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Bildquelle: pixabay.com

Es geht weiter mit der Kupfer-Knappheit, denn die Nachfrage steigt kontinuierlich. Dabei sollte der aktuell leicht nachgebende Kupferpreis nicht über den allgemeinen Marktzustand hinwegtäuschen. Die Ressourcen sind knapp, die Beschaffungsmärkte leergeräumt und die Nachfrage bleibt auf hohem Niveau. Durch aktuelle Trends in der Wirtschaft verschärft sich diese Situation weiter. So werden in den modernen Elektrofahrzeugen etwa drei- bis viermal so viel Kupfer verbaut wie bei einem herkömmlichen Verbrenner-Fahrzeug. Nicht zu vergessen ist, dass auch der Aufbau der Ladeinfrastruktur erhebliche Mengen an Kupfer benötigt. Neue Minen sind derzeit nicht in Sicht, aber es gibt Neuigkeiten aus Nevada.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: André Will-Laudien
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Nevada Copper – Minenausbau in Nevada voll im Plan

Nevada Copper hat nun Anfang 2021 die Beine in die Hand genommen, um seinen Minenausbau zu beschleunigen. Die Nachfrage könnte besser nicht sein, das ermöglicht auch gute Verhandlungen mit möglichen Finanzierungs-Partnern. Der wirkliche Grund der aktuellen Marktschieflage geht auf die umfangreichen Minenschließungen in der Zeit zwischen 2010-2015 zurück, als der Kupferpreis jäh von 10.000 USD auf damals unter 5.000 USD abstürzte. Das 10.000 USD-Niveau ist jetzt wieder erreicht.

Nevada Copper betreibt derzeit eine Untergrund-Mine, die Produktion ist erst angelaufen und wird weiter nach vorne entwickelt. In einer Projektion ist die Mine Pumpkin Hollow für 77 Mio. Pfund Kupferkonzentrat jährlich eingeplant. Im ersten Quartal schloss das Unternehmen bedeutende elektrische Upgrades ab, um ausreichend Strom für zusätzliche Produktionsanlagen und die Belüftung zur Unterstützung des Hochlaufs der Untertagemine bereitzustellen. Es wurden ungefähr 3.173 Tonnen Konzentrat mit einem durchschnittlichen Kupfergehalt von 24% produziert, im März erreichte der Gehalt bereits 26%. Analog verbesserten sich die Ausbeutungsgrade von 82% im 4. Quartal 2020 auf über 90% im Jahr 2021. Große Hoffnung bereitet die Erschließung der Open-Pit-Mine in unmittelbarer Nachbarschaft, die mit bis zu 200 Mio. Pfund veranschlagt wird.

In den letzten 10 Jahren gab es in Nordamerika keine neue Produktionsstätte, die internationale Beachtung des Nevada Copper Projekts Pumkin-Hollow ist deswegen sehr groß. Kupfer im Boden durch Exploration und wirtschaftlich abbaufähige Mengen nachzuweisen, schaffen nur die wenigsten Explorer. Auch die anschließende Aufgabe, daraus auch eine operative Liegenschaft zu entwickeln, ist nicht nur komplex, sondern zeigt sich mitunter äußerst herausfordernd. Nevada besitzt ein sehr gutes Team für diese Prozesse und kann ab Herbst wirkliche Ergebnisse liefern.

Die NCU-Aktie ist sehr liquide, täglich wechseln in Kanada über 1 Mio. Stück ihren Besitzer, auch in Deutschland wird auf Tradegate eng gestellt. Für eine wachsende Produktion ist die aktuelle Minen-Bewertung von ca. 450 Mio. CAD durchaus angemessen.

NIO – Überraschender Rückgang der Produktionszahlen im Mai

Das Elektroauto-Startup NIO hat erst vor wenigen Tagen bekanntgegeben, dass man die Zusammenarbeit mit Produktionspartner Jianghuai Automobile (JAC) um mindestens 3 Jahre verlängert. Zudem wurde eine Verdopplung der Produktionskapazität auf 240.000 Einheiten pro Jahr vereinbart. Noch vor gut einem Jahr hatte der Tesla-Konkurrent starke finanzielle Probleme, welche durch neue, finanzkräftige Investoren jedoch beseitig werden konnten.

Neben dem neuen Vertrag mit JAC ist auch ein weiteres Produktionswerk in Planung. Ob dieses von NIO selbst oder ebenfalls von JAC betrieben werden soll, ist noch unklar. Mittelfristiges Ziel ist eine Produktionskapazität von rund 1 Million Fahrzeuge. Parallel wird ein Ladenetzwerk für E-Autos hochgezogen, auch daran wird gedacht. Bisher verkaufte NIO seine Fahrzeuge ausschließlich in China, eine Expansion auf den europäischen Markt ist aber noch dieses Jahr geplant. Auch in Deutschland sollen ab 2022 Autos von NIO verkauft werden.

Der chinesische Produzent hat in seinen vorgelegten Zahlen bekanntgegeben, dass man im Mai 2021 insgesamt 6.711 Fahrzeuge ausgeliefert habe, was im Vergleich zum Vorjahr einem Wachstum von 95% entspricht. Im Vergleich zum April dieses Jahres, in dem 7.102 Autos ausgeliefert wurden, entspricht es allerdings einem Rückgang der Auslieferungszahlen von etwa 6%. Als Hauptgrund für den Rückgang im Mai gab das Unternehmen die weltweite Halbleiter-Knappheit an. Dies liegt auch an der Versorgung mit wichtigen Rohstoffen wie Kupfer.

Die NIO-Aktie stieg nach den Maizahlen zwar an, der Kurs steht nun aber kurz vor dem nächsten Widerstand bei rund 50 USD. Hier wird sich der Wert erstmal schwertun. Abwarten!

JinkoSolar – Hohe Nachfrage nach neuen Produkten

Ein weiterer Vertreter aus der Branche regenerativer Energieerzeugung ist JinkoSolar. Die zunehmenden Anforderungen des Marktes für dezentrale Energieerzeugung erfordern einzigartige Lösungen von allen Beteiligten, sowohl für gewerbliche als auch für private Kunden. Diese zu erfüllen ist eine Herausforderung, wenn viele PV-Module nicht mit den auf dem Markt befindlichen Wechselrichtern, Komponenten und Montagesystemen kompatibel sind.

Die Nachfrage auf dem globalen Markt für dezentrale Energieerzeugung (DG) wird mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 10% zwischen 2021 und 2025 rapide ansteigen. Das Solarmodul Tiger Pro 54 HC ist eine High-End-Lösung für private und gewerbliche PV-Dachanlagenbesitzer. Das neue Modul stellt eine deutliche Weiterentwicklung der 10BB- und TR-Technologie dar und bietet den Kunden ein äußerst wettbewerbsfähiges Produkt mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Das neue Solarmodul kann wegen seiner Eigenschaften eine mehr als 2%ige Kostenreduktion pro Jahr generieren. Das steigert die Effizienz der gesamten PV-Anlage.

Die Aktie von JinkoSolar konnte im Mai erfolgreich drehen und legte gute 20% zu. Aktuell steht der Wert bei 37,5 USD. Bis rund 50 USD könnte die aktuelle Rallye durchaus noch laufen.

Siemens Energy – Zusammenarbeit mit Mitsubishi bei Treibhausgasen

Siemens Energy und Mitsubishi Electric wollen gemeinsam Möglichkeiten ausloten, den Einsatz von klimaschädlichen Treibhausgasen in Hochspannungsschaltgeräten zu verringern. Die Konzerne trafen dazu gestern eine Grundsatzvereinbarung. Ziel ist es, saubere Lösungen anstelle von Treibhausgasen als Isoliermedium einzusetzen. Weltweit ist in den meisten Umspannwerken immer noch Schwefelhexafluorid als Isoliergas vorherrschend. Dies sei das stärkste bekannte Treibhausgas der Welt. Selbst bei einer sehr geringen Austrittsmenge des Gases sind die Auswirkungen auf die globale Erwärmung erheblich.

Die Siemens Energy-Aktie befindet sich im Abwärtstrend, könnte diesen aber verlassen, wenn kein Durchbruch durch die 25 EUR-Marke erfolgt. Die Aktie wurde im Herbst 2020 bei 21 EUR emittiert. Anscheinend braucht der Kurs noch einige Zeit, um die auslaufenden Lock-Up-Fristen zu verdauen.


Der Autor

André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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