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12.07.2021 | 05:08

Curevac, Xphyto Therapeutics, Paion – wo sind die Wendepunkte?

  • Biotech
Bildquelle: pixabay.com

„Chance und Risiko sind zwei Seiten derselben Medaille“, will heißen, mit großen Renditepotenzialen geht auch das Risiko einher, empfindliche Kursverluste einzufahren. Insbesondere der Bereich Biotechnologie bietet Anlegern ein breites Universum, um lukrative Investments zu finden. Wir stellen Ihnen nachfolgend drei spannende Ideen vor. Wer macht das Rennen?

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Carsten Mainitz
ISIN: XPHYTO THERAPEUTICS | CA98421R1055 , CUREVAC N.V. O.N. | NL0015436031 , PAION O.N | DE000A0B65S3


CUREVAC NV – die Hoffnung stirbt zuletzt

Es ist noch nicht lange her, da berichtete das deutsche Biotech-Unternehmen Curevac über die Wirksamkeit seines Corona-Impfstoffkandidaten. Eine vorläufige Auswertung des Präparats hatte eine Wirksamkeit von rund 48% indiziert. Dieser Wert wurde nun final bestätigt. Das ist eine kleine Katastrophe. Nicht nur, dass die Wirksamkeit deutlich hinter jener der Wettbewerbspräparate liegt, auch absolut gesehen ist der Wert schlecht, selbst wenn der ein oder andere Experte versucht dies zu relativieren.

Curevac liegt derzeit abgeschlagen hinter Astra Zeneca, Biontech/Pfizer, Moderna und Johnson & Johnson zurück. Ein Erfolg wird auch durch die immer größere Anzahl von Mutationen schwieriger. Der Bund hat mittlerweile bekanntgegeben keinen Curevac-Impfstoff mehr in die Impfkampgagen einzuplanen. Curevac setzt wie Biontech und Moderna auf die mRNA-Technologie, verfolgt jedoch einen etwas anderen Ansatz. Ob dieser Ansatz nun schlussendlich gescheitert ist bzw. der mRNA Technologie von Biontech oder Moderna dauerhaft unterlegen ist, kann an dieser Stelle nicht abschließend beurteilt werden.

Der Bund, der über die Aufbaubank KfW mit 300 Mio. EUR bei Curevac eingestiegen ist und einen Anteil von 16% hält, dürfte nicht ganz so erfreut über die Enwicklungen sein. Die Gesellschaft ist bei Kursen um 49 EUR mit knapp 9 Mrd. bewertet. Von Analystenseite hat man noch nicht viel gehört. Die Experten sind wahrscheinlich noch fleißig am Rechnen, was das Unternehmen nach dem empfindlichen Rückschlag nun wert ist. Uns würde es nicht wundern, wenn die Meinungen der Experten weit auseinanderliegen. Es bleibt spannend.

XPHYTO THERAPEUTICS CORP – innovativ und schnell

Das kanadische Unternehmen konzentriert sich auf die Beschleunigung neuer und innovativer medizinischer Lösungen. Ganz grob umfassen die Felder Arzneimittelformulierungen, Diagnostik, Medikamentenverabreichung und neurologische Medikamente. U.a. hat sich die Gesellschaft auf die klinische Validierung und die Wachstumsmärkte für Cannabis in Europa spezialisiert. Neben Testkits bietet XPhyto auch Lösungen, damit der menschliche Körper medizinische Wirkstoffe besser aufnehmen kann, etwa Pflaster, und entwickelt Medikamente. Neben einem neurologischen Medikament arbeiten die Kanadier auch mit psychedelischen Wirkstoffen.

Die Gesellschaft gibt aber auch innovative Antworten in Corona-Zeiten. XPhyto hat ein Verfahren entwickelt, mit dessen Hilfe PCR-Tests innerhalb von 20 bis 25 Minuten aussagenkräftige Ergebnisse liefern können. Damit punktet die Gesellschaft mit Schnelligkeit. Angesichts der bevorstehenden Reisewelle könnte die Lösung von XPhyto die Kasse klingeln lassen.

Ende Q2 haben die Kanadier mit zehn Testzentren eine Vereinbarung geschlossen. Danach unterzeichnete XPhyto einen Vertrag mit zehn COVID-19 Testzentren und die ersten 1.000 Covid-ID Labs (Tests) befinden sich bereits in Auslieferung an Testzentren in Berlin. Der Test ist prädestiniert für Flughäfen, Kliniken, Urlaubsorte, usw. Mit der Lösung von XPhyto ist ein praktikabler Ansatz mit zeitnahen Ergebnissen gegeben - somit auch ein hohes Umsatzpotenzial für das Unternehmen zu erwarten. Noch blieb die Gesellschaft relativ unkonkret, in Bezug auf einen Ausblick, will dies aber nach dem Anlaufen des PCR-Geschäfts nachholen.

PAION AG – gute News aus China

Auch Paion ist in einem spannenden Feld tätig. Die Aachener wollen sich zu einem führenden Specialty-Pharma-Unternehmen in den Bereichen Anästhesie und Intensivmedizin entwickeln, indem die Gesellschaft neuartige Produkte auf den Markt bringen will. Die Aktivitäten kreisen um innovative Wirkstoffe zur Anwendung bei ambulanter und im Krankenhaus durchgeführter Sedierung, Anästhesie sowie in der Intensivmedizin. Die Leitsubstanz heißt Remimazolam, ein intravenös verabreichtes, ultrakurz wirkendes und gut steuerbares Benzodiazepin-Sedativum und -Anästhetikum.

Remimazolam ist in mehreren Märkten außerhalb Europas verpartnert. Das Präparat ist in den USA und der EU für die Kurzsedierung und in Japan, Südkorea und vielleicht bald in China für die Allgemeinanästhesie zugelassen. Kürzlich gab die Gesellschaft bekannt, dass sein chinesischer Remimazolam-Lizenznehmer Yichang Humanwell Paion darüber informiert habe, dass die chinesische Arzneimittelzulassungsbehörde (National Medical Products Administration, NMPA) den Zulassungsantrag für Remimazolam-Besilat in der Allgemeinanästhesie zur Prüfung angenommen habe. Sollte es hier zu weiteren Fortschritten kommen, dürfte sich dies sicherlich positiv auf den Aktienkurs auswirken. Momentan notieren die Anteilscheine bei 1,90 EUR, was die Gesellschaft mit 135 Mio. EUR bewertet.


Letztlich ist es eine gute Idee, sich als Anleger ein diversifiziertes Depot auszubauen. Dann können durch Risikostreuung die Potenziale von spannenden Werten wie Xphyto oder Paion eingefahren werden und die schlaflosen Nächte werden minimiert.


Der Autor

Carsten Mainitz

Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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