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10.01.2024 | 11:55

Cardiol Therapeutics, Morphosys, BioNTech Aktie - wer wechselt 2024 auf die Überholspur?

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Bildquelle: pexels.com

Die Life-Science und Biotech Branche hat 2024 einige Asse im Ärmel. Cardiol Therapeutics vermeldet, dass das Unternehmen einen signifikanten Meilenstein in der klinischen Forschung, mit über 50 % eingeschriebenen Teilnehmern für die ARCHER-Studie zur akuten Myokarditisbehandlung erreicht hat. MorphoSys, ein Krebsmedikament-Unternehmen, entwickelt eine orale Therapie speziell für Proteine gegen Myelofibrose mit dem vielversprechenden Wirkstoff "Pelabresib". Analysten sind jedoch uneins über die Aktienbewertung. Platzhirsch BioNTech plant 2024 einen Umsatz von 3 Mrd. EUR, ebenfalls Fokus Onkologie. CEO Ugur Sahin betont die strategische Skalierung des Krebstherapie-Geschäfts bis 2025 und erste Markteinführungen ab 2026. Wer nutzt 2024 für den Wechsel auf die Überholspur?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Juliane Zielonka
ISIN: CARDIOL THERAPEUTICS | CA14161Y2006 , MORPHOSYS AG O.N. | DE0006632003 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026

Inhaltsverzeichnis:


    Meilenstein in der klinischen Forschung: Cardiol Therapeutics übertrifft 50-Prozent-Marke bei Patienteneinschreibung für ARCHER-Studie gegen akute Myokarditis

    Das kanadische Life Science Unternehmen Cardiol Therapeutics (ISIN CA14161Y2006) verkündet einen neuen Meilenstein in ihrer klinischen Forschung. Mehr als die Hälfte der geplanten Teilnehmer an ihrer Phase-II-Multi-Center-Studie ARCHER zur Behandlung von akuter Myokarditis sind bereits eingeschrieben. Die Studie erfolgt nach höchsten wissenschaftlichen Kriterien, die in der medizinischen Forschung relevant sind: international, an verschiedenen Studienzentren, doppelverblindet, randomisiert und placebokontrolliert. Untersucht wird die Sicherheit, Verträglichkeit und Auswirkungen von ihrem Wirkstoff CardiolRx™ auf die Genesung bei Patienten mit akuter Myokarditis.

    Akute Myokarditis ist eine Entzündung des Herzmuskels, die Brustschmerzen, Atemnot, Müdigkeit und Herzrhythmusstörungen verursachen kann. Die Symptome ähneln oft einer Grippe mit Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Halsschmerzen. Virale Infektionen sind die Hauptursache, aber auch bakterielle Infektionen, bestimmte Medikamente und Impfstoffe können dazu führen. Speziell die Corona-Impfstoffe sorgten in diesem Zusammenhang für Aufregung, da besonders junge und sportliche Menschen nach den Impfungen Symptome einer Myokarditis aufwiesen.

    Besonders ist auch die Positionierung von CardiolRx™, denn in den USA gibt es für akute Myokarditis keine von der FDA zugelassenen Therapien. Bei Diagnose landen Patienten für ca. eine Woche im Krankenhaus und müssen für ihre Genesung finanziell hohe Summen ausgeben als eine Konsequenz des dortigen Pay-as-you-go-Gesundheitssystems. Cardiol Therapeutics' CardiolRx™ füllt genau diese Nische und hat das Potenzial zur Orphan Disease Drug, was ebenfalls eine Zulassung in Europa mit sich führen kann. Investoren sollten diese Aktie genauer analysieren.

    Entwicklungspotenzial bei Myelofibrose: MorphoSys mit Entwicklungspotenzial und Herausforderungen - Analysten uneinig

    Das biopharmazeutische Unternehmen MorphoSys (ISIN DE0006632003 ) mit Sitz in Deutschland und den USA hat eine Mission: Menschen mit der Diagnose Krebs mehr unbeschwerte Lebenszeit schenken. Ihr Ansatz ist die Entwicklung von eigenen Medikamenten, z. B. gegen Lymphoma, sowie Partnerschaften mit bekannten Playern wie Novartis. Eins ihrer innovativen Therapeutika ist der Wirkstoff "Pelabresib" im Kampf gegen die bösartige Knochenmarkserkrankung Myelofibrose. Myelofibrose zeichnet sich durch eine übermäßige Bildung von Bindegewebe im Knochenmark aus, was zu abnorm geformten roten Blutkörperchen, Anämie und einer vergrößerten Milz führt. Betroffene fühlen sich, müde, kraftlos aufgrund der begleitenden Blutarmut, die diese Erkrankung mit sich führt. Jährlich sind je 18.000 Menschen in den USA und Europa betroffen, rund 3.200 Betroffene werden diagnostiziert. Die Krankheit ist noch wenig erforscht und bietet damit Entwicklungs-Spielraum für das Unternehmen.

    "Pelabresib" soll zur Wiederherstellung des Gleichgewichts der Zellen im Knochenmark beitragen, durch die Hemmung von körpereigenen Proteinen, die zu den krankheitsbedingten Entzündungsprozessen im Körper beitragen. Der Wirkstoff reduziert temporär die inflammatorischen Signale und wird oral verabreicht. Die aktuell laufenden klinischen Studien umfassen 430 Myelofibrose-Patienten. Als klinischer Endpunkt ist primär die Schrumpfung der krankheitsbedingten vergrößerten Milz um 35 % ausschlaggebend. Die Milzvergrößerung ist eines der Hauptsymptome dieser Krankheit.

    Jüngst haben mehrere Analysten MorphoSys erneut untersucht und kommen zu dem Ergebnis, dass die am NASDAQ gehandelten ADRs teilweise überbewertet sind. J.P. Morgan Chase & Co. hat das Kursziel für MorphoSys am 5.12.23 von 10,00 auf 8,50 USD gesenkt und als "Übergewichten" eingestuft. Goldman Sachs Group vergibt in einer Research Note vom 22.11.23 eine "neutrale" Bewertung für die ADRs und senkt das Kursziel von 9,25 auf 4,75 USD. Wells Fargo & Company erhöhen das Kursziel für MorphoSys in einer Research Note von letzter Woche von 10,00 auf 17,00 USD und bewerten die ADRs ebenfalls als "Übergewichten".

    Laut Jefferson Research zeigen die Finanzkennzahlen der MorphoSys AG eine solide Ergebnisqualität. Doch operative Effizienz, Bilanzqualität und Cashflow-Qualität weisen Schwächen auf. Insbesondere die operative Effizienz und die Qualität des Cashflows erscheinen als herausfordernde Aspekte. Investoren sollten dies bei ihren Entscheidungen berücksichtigen und mögliche Risiken in Betracht ziehen.

    BioNTech plant 3 Mrd. EUR Gesamtumsatz für 2024 mit strategischer Ausrichtung auf Krebs-Medikamente

    Das Unternehmen BioNTech (ISIN US09075V1026) hat am Dienstag eine Umsatzprognose von etwa 3 Mrd. EUR für das Jahr 2024 bekannt gegeben. Weniger als im Vorjahr. Die Prognose erfolgt im Zuge der Unternehmensstrategie, sein Onkologie-Geschäft mit Produktneueinführungen in den kommenden Jahren auszubauen.

    BioNTech hat nach eigenen Angaben das Jahr 2023 mit etwa 17,5 Mrd. EUR in Bargeld, liquiden Mitteln und Wertpapieranlagen abgeschlossen. Die Zahlen sind noch ungeprüft. BioNTech strebt eine starke finanzielle Position und eine signifikante Zinsertragsgenerierung im laufenden Jahr an. "Derzeit laufen Spätphasenstudien in mehreren onkologischen Indikationen, und wir planen, bis Ende 2024 zehn oder mehr potenziell zulassungsfähige Studien in unserer Pipeline zu haben", sagt Ugur Sahin, Mitgründer und CEO von BioNTech.

    Das Unternehmen plant, das Geschäft für die kommerzielle Einsatzbereitschaft in der Onkologie bis Ende 2025 in mehreren Ländern zu skalieren und erwartet die ersten Markteinführungen in der Onkologie ab 2026. Detaillierte Geschäftszahlen für das Jahr 2024 wird BioNTech gemeinsam mit den finanziellen Ergebnissen für 2023 am 20.03.24 bereitstellen.


    Cardiol Therapeutics meldet das Erreichen eines Meilensteins in der klinischen Forschung. In ihrer Phase-II-Multi-Center-Studie ARCHER zur Behandlung akuter Myokarditis haben bereits über 50 % der geplanten Teilnehmer ihre Einschreibung abgeschlossen. CardiolRx™ könnte eine bahnbrechende Therapie für diese Erkrankung darstellen, zumal es in den Vereinigten Staaten keine zugelassenen Therapien für Patienten gibt. Das auf Krebsmedikamente fokussierte biopharmazeutische Unternehmen MorphoSys kämpft gegen die bösartige Knochenmarkerkrankung Myelofibrose. Ihr Wirkstoff "Pelabresib" hat das Potenzial, das Gleichgewicht der Zellen im Knochenmark wiederherzustellen und Patienten enorme Lebensqualität zurückzugeben. Trotz vielversprechender Ansätze sind Analysten uneins über die Aktienbewertung von MorphoSys, mit abweichenden Kurszielen und Einschätzungen der finanziellen Kennzahlen. BioNTech plant einen Umsatz von rund 3 Mrd. EUR für 2024. Der Fokus liegt auf dem Ausbau des Onkologie-Geschäfts, mit Spätphasenstudien in verschiedenen Indikationen. Das Unternehmen beendete 2023 mit 17,5 Mrd. EUR in Bargeld, liquiden Mitteln und Wertpapieranlage und strebt eine starke finanzielle Position an. CEO Ugur Sahin betont die strategische Skalierung des Onkologie-Geschäfts bis 2025 und erste Markteinführungen ab 2026. Investoren können je nach Anlagesstrategie zwischen Cardiol Therapeutics, MorphoSys und BioNTech wählen und von dem Kandidaten profitieren, der seinen Worten auch Taten folgen lässt für den Wechsel auf die Überholspur.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Juliane Zielonka

    Die gebürtige Bielefelderin studierte Germanistik, Anglistik und Psychologie. Das aufkommende Internet in den frühen 90ern führte sie von der Uni zu Ausbildungen in Grafik-Design und Marketingkommunikation. Nach Jahren der Agenturarbeit im Corporate Branding wechselte sie ins Publishing und lernte ihr redaktionelles Handwerk bei der Hubert Burda Media.

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    Die Biotech-Branche ist für ihre Skalierbarkeit bekannt. Sobald ein Wirkstoff oder eine Therapie das Leid von Menschen belegbar heilt oder lindert, kann der Vertrieb starten. Die Forschungs- und Entwicklungskosten sind in der Regel besonders hoch, aber im Erfolgsfall fließen umso höhere Einnahmen an die Unternehmen zurück. Nicht selten endet eine erfolgreiche medizinische Entwicklung mit einer Übernahme, wie zuletzt bei Morphosys gesehen. Cardiol Therapeutics konnte in der Vorwoche die Investoren mit einem Kursanstieg von über 40 % überraschen, denn die FDA hat dem Unternehmen eine Orphan-Drug Zulassung (ODD) erteilt. Mehr als 100 % geht es seit Freitag bei der Aktie von NurExcone Biologic aufwärts, denn das Unternehmen hat ein Verfahren zur Zulassung ihres Produktes bei der europäischen EMA eingeleitet. Im Oktober 2023 erteilte die FDA bereits die ODD-Zulassung. Wie interessierte Investoren weitere Informationen aus erster Hand erhalten, das erfahren Sie im Artikel.

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