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17.02.2021 | 05:10

Cardiol Therapeutics, Formycon, Teva Pharmaceuticals: Die Pharma Gewinner im Blick!

  • Pharma
Bildquelle: pixabay.com

Nach aktuellen Statistiken der WHO wird derzeit nirgends so stark geforscht wie im Bereich Virus-Erkrankungen. Gegen COVID-19 sind seit Januar 2020 mindestens 248 Impfstoffprojekte angelaufen, das sind aber nur die bereits gemeldeten Forschungsprojekte. Aber wir Menschen erkranken natürlich nicht nur an Grippe-Viren und ihren gefährlichen Mutanten, sondern allein die dauerhafte Veränderung in unserem Leben verstärkt Krankheiten, die sich durch Bewegungs- und Kontaktmangel einstellen oder bereits bestehende Leiden verstärken. Alles blickt momentan auf die hoffnungsvollen Impfstofflösungen, im Ganzen betrachtet gibt es aber noch eine Reihe von Biotech- und Pharmaunternehmen, die uns mit ihren Neuentwicklungen ausserhalb der Pandemie gesünder machen können.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: André Will-Laudien
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Inhaltsverzeichnis:


    Cardiol Therapeutics – Viele Ideen im Köcher

    WKN: A2PA9E ISIN: CA14161Y2006 Symbol: CT9
    Eine leidvolle Kombination besteht in der Kombination aus grippalen Infekten und entzündungsbedingten Herzbeschwerden z.B. Herzmuskelentzündungen. Cardiol Therapeutics ist ein kanadisches Pharmaunternehmen, das eine potenzielle Antwort auf die Behandlung sowohl von Herzkomplikationen aufgrund von COVID-19 als auch von entzündlichen Herzerkrankungen hat. Es handelt sich dabei um die verabreichungsfreundliche orale Verabreichung einer eigene CBD-Verbindung, dem CardiolRx™, um Entzündungen zu reduzieren. Dabei arbeitet Cardiol mit entsprechend hohen Dosen, die in verschiedenen Testreihen bereits vielversprechende Ergebnisse gezeigt haben, eine klinische Phase 1 ist bereits abgeschlossen.

    Ein sehr interessantes Forschungsgebiet besteht für Cardiol auch in der „akuten Myokarditis“. Die akute Myokarditis ist die häufigste Ursache für den plötzlichen Herztod bei Menschen unter 35 Jahren. Die neuesten Daten der "Global Burden of Disease Study" deuten darauf hin, dass die Prävalenz der akuten Myokarditis etwa 22 pro 100.000 Einwohner beträgt. Einige Kardiologen haben bereits genauer nachgefragt, die Berliner Charité ist auch auf der Liste.

    In den USA und der Europäischen Union haben Wirkstoffe für seltene Krankheiten Anspruch auf eine beschleunigte Marktzulassung und es gibt weitere Anreize wie z.B. längere Marktexklusivität, um das resultierende Medikament richtig einzuführen. Kleinere Unternehmen scheitern dabei oft an der Verfügbarkeit von entsprechenden Investitionsbudgets über die gesamte Strecke der Entwicklungszeit. So ist es nicht im Falle von Cardiol Therapeutics. Man konnte sich bislang gut refinanzieren, die Aktie erreichte Anfang 2021 auch mit 4,80 CAD wieder knapp das Hoch aus dem Jahr 2020. Die Attraktivität des Unternehmens liegt unseres Erachtens eindeutig in der Vielfalt und Flexibilität in den Forschungsthemen speziell für aktuelle Themenkomplexe.

    Formycon – Der Bio Similar-Experte zeigt Muskeln

    WKN: A1EWVY ISIN: DE000A1EWVY8 Symbol: FYB
    Vor 6 Wochen machte der Bio-Similar-Hersteller Formycon mit einer Anwendung gegen COVID-19 auf sich aufmerksam. Ein vom Unternehmen entwickelter SARS-CoV-2-Blocker mit dem Namen FYB207 könne die Infektion von Zellen vollständig verhindern. SARS-CoV-2 und andere Coronaviren nutzen den Rezeptor ACE2 auf der Oberfläche menschlicher Zellen als Haupteintrittspforte. Genau an dieser Stelle setzt Formycons ACE2-Antikörper-Fusionsprotein an, das sich effektiv an SARS-Coronaviren bindet. Mit dem Kurs ging es damals durch die Decke, von 36 auf 72 EUR, dann setzte eine Konsolidierung auf unter 55 EUR ein. Jetzt werden die Karten neu gemischt.

    An der aktuellen Kursentwicklung wird ersichtlich, dass der Markt bei Formycon derzeit eine Neubewertung durchführt. Dabei steht der Covid-19-Medikamentenkandidat FYB207 wiederum im Fokus. Sollte die Herstellung des Stoffs in großen Mengen schneller funktionieren als gedacht, sehen Analysten ein Blockbuster-Potenzial von Milliardengröße. Denn die Impfungen verzögern sich und es gibt noch nicht ausreichende Hinweise, ob die Mutanten auch entsprechend „weggimpft“ werden können. Das Medikament von Formycon verändert die Oberfläche der Zellen und verhindert damit das Andocken jeglicher Grippe-Viren. Das ist ein bislang einmaliger Ansatz.

    In der zweiten Jahreshälfte 2021 kann es unseres Erachtens schon zu einer klinischen Phase kommen. Es könnte wiederum sein, dass nach einer erfolgreichen Marktzulassung, ein weiteres COVID-Mittel als Standardtherapie eingesetzt werden kann. Die Analysten der Nord LB setzten ihr Kursziel erstmal von 45 auf 80 EUR hoch, die Aktie notierte gestern bei 72 EUR. Weiterhin sehr interessant!

    Teva Pharmaceuticals – Lang vergessen, jetzt wieder interessant

    WKN: 883035 ISIN: US8816242098 Symbol: TEV
    Teva Pharmaceutical Industries Limited ist ein israelisches Pharmaunternehmen, das weltweit tätig ist und als Weltmarktführer für Generika gilt. Der Konzern ist in über 70 Ländern aktiv und erwirtschaftete 2020 global knapp 17 Mrd. USD Umsatz mit nahezu 57.000 Beschäftigten. Teva ist spezialisiert auf die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von Arzneimitteln wie Spezialtherapeutika, Generika und rezeptfreie Medikamente.

    Bei Teva machte man sich in den letzten Jahren Sorgen um die Kapitalstruktur, die Verschuldung wurde mit 13,2 Mrd. USD weithin als zu hoch erachtet. Nun meldete Teva Pharmaceutical Industries Limited für das vierte Quartal 2020 einen Gewinn von 0,68 USD pro Aktie und übertraf damit die Analystenschätzungen von 0,62 USD. Der Gewinn stieg im Jahresvergleich immerhin um 10%, was auf einen höheren operativen Ertrag und eine niedrigere Steuerquote zurückzuführen ist.

    Der Umsatz des Generikaherstellers belief sich im Quartal auf 4,45 Mrd. USD und übertraf damit ebenfalls die Konsensschätzung von 4,36 Mrd. USD. Die Pandemie führte teilweise zu geringerer Nachfrage nach einigen Produkten aufgrund verminderter Aktivitäten von Ärzten und Krankenhäusern vor allem in Nordamerika. Allerdings stieg die Nachfrage nach einigen Produkten im Zusammenhang mit der Behandlung von COVID-19-Symptomen weiter an.

    Der Kurs der Teva-Aktie machte im August 2019 ein Tief von unter 5 USD und erholte sich bis 2021 wieder auf stabile 11 USD. Charttechnisch wird es nun spannend, denn ein langjähriger Widerstand bei 13 USD steht bevor. Die aktuelle Marktdynamik spricht aber derzeit für ein Investment in Pharma-Unternehmen, das dürfte den positiven Trend auch bei Teva stützen. Vorsichtig einsammeln!


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Wer hätte das gedacht? Seit Jahresanfang jubilieren die Börsen trotz schwieriger Vorhersagen über den Konjunkturverlauf in 2023. Hohe Inflation und steigende Zinsen sind kein guter Nährboden für die beliebten Biotech-Werte, denn sie müssen sich für ihre Forschungsaufwendungen ständig refinanzieren. Da das Risikoentgelt bei steigenden Kosten neu angepasst wird, verlangen Investoren höhere Prämien für die Geldbereitstellung. Manche Biotech-Titel konnten trotz widriger Umstände seit Jahresanfang aber richtig durchstarten. Wo liegt deren Geheimnis?

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    In China tobt die nächste COVID-Welle. Die Lage ist heute nicht minder dramatisch wie in 2019, denn bislang dürfen in China an Einheimische nur im Land hergestellte Vakzine verimpft werden. Die Bundesregierung hatte vor Weihnachten allerdings die Erlaubnis erhalten, Deutsche in China mit dem Wirkstoff von BioNTech impfen zu lassen und ließ umgehend erste Dosen nach Peking ausfliegen. Gestern wurde in der EU über eine gemeinsame Reaktion auf die jüngsten Zustände in China beraten. Die deutschen Amtsärzte fordern eine europaweite Testpflicht für alle Einreisenden aus dem Land und warnen wegen der großen Infektionszahlen vor einer neuen, gefährlichen Virus-Mutation. Anleger nehmen daher die Impfstoff-Experten wieder in den Fokus.

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    Kommentar von Fabian Lorenz vom 14.12.2022 | 05:05

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    Mit der niedriger als erwarteten Inflation in den USA hat die Jahresendrallye Fahrt aufgenommen. Könnte die Rezession vielleicht doch ausfallen oder zumindest nur kurz andauern? Dies würde dem Aktienmarkt wohl auch im kommenden Jahr Auftrieb geben. Wir schauen uns heute drei Aktien mit Potenzial an die von globalen Trends profitieren und weniger von der Entwicklung in Deutschland. Bei Bayer hat sich Bernstein Research als Super-Bulle geoutet. So soll das weltweite Agrargeschäft weiter stark laufen. Auxico Resources positioniert sich als Händler von Seltenen Erden und kritischen Rohstoffe. Im kommenden Jahr sollen die Erlöse deutlich anspringen und die Aktie könnte sich Analysten zu Folge verdreifachen. BioNTech könnte aus dem seit Anfang 2022 andauerndem Seitwärtstrend endlich ausbrechen. Der neue Kombi-Impfstoff und die Krebs-Pipeline machen Hoffnung.

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