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11.07.2022 | 05:35

BYD, First Hydrogen, Amazon – Elektrofahrzeuge vor dem Aus?

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Bildquelle: pixabay.com

Neben dem Branchenprimus Tesla haben sich vor allem die chinesischen Autobauer früh mit E-Autos auseinandergesetzt. Seit das Aus des Verbrenners beschlossene Sache ist, gibt es den Kampf um den einen emissionslosen Antrieb. Lange Zeit schien die Elektromobilität das Rennen zu machen, doch nach wie vor sind die Ladezeiten zu lang und die Reichweiten begrenzt. Vor allem im Logistikbereich sind das wichtige Faktoren. Jetzt startet die erste Serienproduktion von Wasserstoffautos in China. Changan Automobile, die 1862 gegründet wurden, gibt für seine Wasserstoff PKWs 700km Reichweite bei einer Tankzeit von wenigen Sekunden an. Ist das der Anfang vom Ende der Elektrofahrzeuge?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , AMAZON.COM INC. DL-_01 | US0231351067

Inhaltsverzeichnis:


    BYD – Tesla überholt

    Eine wirkliche Konkurrenz ist Changan Automobile noch nicht für BYD, auch wenn neben dem Wasserstoffantrieb auch ein Hybrid und eine Elektroversion des Models SL03 auf den Markt kommen soll. Erstmals konnte BYD die Martkführerschaft von Tesla brechen. Die Chinesen verkauften in der ersten Jahreshälfte 641.350 Elektrofahrzeuge, während Teslas Absatz bei lediglich 564.743 E-Autos lag. Laut Tesla ist das auf gestörte Lieferketten und damit einhergehende Produktionsausfälle zurückzuführen. Tesla Chef Elon Musk gab aber auch zu, dass er mit starker Konkurrenz aus Fernost rechnet.

    Wie stark BYD mittlerweile ist zeigte sich vor einem Monat, als der Chef der Forschung bei BYD in einem Interview durchblicken ließ, dass der Konzern in Zukunft auch Tesla mit seinen Blade Batterien beliefern wird. Neben dem Batterie- und Automarkt ist BYD auch Produzent im Halbleiterbereich. Die BYD Semiconductor soll an die Börse gebracht werden, doch der Börsengang musste mehrfach verschoben werden. Im Mai schaltete sich die Wertpapieraufsichtsbehörde ein und forderte weitere Informationen. Im Juli teilte das Unternehmen mit, dass man im Dialog mit den Aufsichtsbehörden ist.

    Ein Börsengang würde frisches Kapital in die Kassen der Chinesen spülen. Der Konzern hat sich mittlerweile einen technischen Vorsprung vor der Konkurrenz erarbeitet. Ferdinand Dudenhöfer sagte: „BYD hat etwa gegenüber BMW und Mercedes mindestens 3 bis 5 Jahre Vorsprung bei Batterietechnik, wobei Mercedes nach meiner Einschätzung eher bei 5 Jahren Rückstand liegt.“ Die Aktie ist von den laufend guten Nachrichten beflügelt und notiert bei 40,60 EUR. Damit hat sich die Aktie seit Mitte März mehr als verdoppelt. Im Bereich Elektromobilität spielt der Konzern in der ersten Liga und wird sich so schnell nicht von Wasserstoff verdrängen lassen.

    First Hydrogen – Antrag auf Förderung eingereicht

    First Hydrogen hat von Beginn an seinen Fokus auf den Wasserstoffantrieb gelegt. Das Ziel des Unternehmens ist es, emissionsfreie leichte Nutzfahrzeuge zu produzieren. Dabei ist Ballard als Technologiepartner an Bord, deren Wasserstoff Flotte mehr als 50 Mio. km zurückgelegt hat. AVL Powertrain ist als Designpartner an Bord. Die Reichweite der Vans soll über 500km betragen. Seit Juni laufen die Testfahrten und bis September soll die Straßen Zulassung erreicht werden, so dass man potentiellen Kunden den Van vorführen kann. Um die Wertschöpfungskette weiter abzudecken entwickelt man zusammen mit der deutschen FEV ein Wasserstoff-Betankungssystem und will außerdem in die Produktion von grünem Wasserstoff einsteigen.

    Neben der Produktion der ersten Vans nach dem Best-of-Ansatz sollen in Zukunft auch maßgeschneiderte Fahrzeuge entwickelt werden. Dazu passt, dass das Unternehmen Ende Juni Manuel Tolosa von BMW abwerben konnte. Dort war er als Manager für Brennstoffzellensysteme tätig. Er wird Leiter der Abteilung Antriebstechnik. Anfang Juli beantragte das Unternehmen für zwei grüne Wasserstoffproduktionsprojekte eine Finanzierung aus dem Programm Net Zero Hydrogen Fund der britischen Regierung. Dem Antrag wurden Unterstützungsschreiben des Thames Estuary Growth Board sowie INOVYN, einer Tochtergesellschaft von dem Wasserstoffproduzenten INEOS, beigefügt.

    Die Projekte liegen im Gebiet der Themsemündung und Carrington und sollen zu Beginn jeweils eine Kapazität von 40 Megawatt aufweisen. Erhält das Unternehmen Zuschüsse können die Konzeptionsarbeiten begonnen werden und die Chancen auf weitere Förderprogramme wachsen. Die Aktie kam mit der letzten Privatplatzierung unter Druck, konnte aber bei rund 2,00 Kanadischen Dollar (CAD) einen doppelten Boden ausbilden und kletterte von dort wieder bis auf 2,41 CAD. Damit kann man aktuell günstiger Einsteigen als die Investoren der Privatplatzierung, die 2,70 CAD zahlten. Erhält das Unternehmen eine positive Rückmeldung zu ihrem Förderantrag sollte die Aktie weiter zulegen können.

    Amazon – Umweltschutz steht auf dem Plan

    Amazon ist Kunde bei Plug Power und betreibt brennstoffzellengetriebene Hub-Fahrzeuge in einigen Logistikcentern. Damit will der Konzern langfristig seine CO2-Bilanz aufbessern. Der Vorteil liegt vor allem in der kurzen Tankzeit von etwa drei Minuten. Elektrobetriebene Alternativen können da nicht mithalten. Die Auslieferungen werden mit Vans durchgeführt, die aktuell noch meistens mit Verbrennermotoren betrieben werden. Bis 2030 will der Konzern 100.000 elektrische Lieferfahrzeuge im Betrieb haben. 10 Jahre später will man sogar die Klimaneutralität erreicht haben.

    Seit 2021 testet das Unternehmen auch LKWs mit Wasserstoffantrieb. Es könnte also durchaus sein, dass sowohl Wasserstoff- als auch Elektrofahrzeuge zum Einsatz kommen. Dabei kommt es vor allem auf den Einsatzbereich an und dabei wird von Fall zu Fall entschieden. Aber auch sonst versucht der E-Commerce Riese grüner zu werden. In Deutschland verzichtet man möglichst auf Luftpolsterkissen aus Plastik und nutzt Papierumschläge zum Versand. Damit soll pro Jahr mehr als eine Million Tonnen Verpackungsmaterial eingespart werden.

    Zuletzt gab das Unternehmen bekannt bei dem in den USA ansässigen Lieferdienst Grubhub eingestiegen zu sein. US Kunden, die Amazon Prime Kunde sind, können den Dienst von Grubhub für ein Jahr kostenlos testen. Das sollte man genau beobachten. In Deutschland ist Amazon mit seinem Lieferdienst Prime Now gescheitert. Der Aktie hat der Aktiensplit am 6. Juni keinen Auftrieb geben können. Da stand die Aktie noch bei rund 125 USD. Aktuell zahlt man für einen Anteilsschein 115,54 USD. Die Angst vor Rezession und die gestiegene Inflation könnten die Kauflaune eintrüben befürchten viele Branchenkenner.


    Auch wenn der erste Automobilhersteller Autos mit Wasserstoffantrieb in Serie herstellt, so ist der Elektroantrieb noch lange nicht Geschichte. Es sieht eher so aus, als wenn beide Systeme ihre Daseinsberechtigung hätten. BYD ist im Elektrofahrzeugmarkt aktuell die Nummer 1. First Hydrogen hat die Probleme der Elektrolösung im Transportbereich erkannt und bietet einen wasserstoffbetriebenen Van als Lösung an. Sobald die Straßen Zulassung erteilt ist dürfte die Aktie anspringen. Amazon hat sich noch nicht endgültig auf eine Technologie festgelegt. Während in Logistikzentren Wasserstoff bereits im Einsatz ist, liegt bei den Lieferwagen der Elektroantrieb vorne. Die Entscheidung ist vertagt.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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