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03.04.2024 | 04:45

Bitcoin und Stromer brauchen die Energiewende! Tesla, BYD, Edison Lithium, Nikola – Jetzt unten einsteigen?

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Bildquelle: pixabay.com

Obwohl die Elektromobilität zuletzt Rückgänge zu verzeichnen hat, geht die Entwicklung der Antriebsbatterien neue Wege. Natrium ist im Gespräch, das giftige Lithium zu ersetzen. Mit den neuen Technologien benötigt es auch kein Kobalt und Nickel mehr. Ehemalige Lithium-Unternehmen verändern ihre Geschäftsmodelle, dennoch wird der Rohstoff mindestens noch ein Jahrzehnt dringend gebraucht. Wir blicken auf einen Markt mit einer bevorstehenden Weichenstellung. Wo lauern die Chancen für bewegliche Anleger?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: Edison Lithium Corp | CA28103Q2080 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , NIKOLA CORP. | US6541101050 , TESLA INC. DL -_001 | US88160R1014

Inhaltsverzeichnis:


    Lithium nun auskonsolidiert?

    Nach einer zweijährigen spektakulären Preisrally bis Ende 2022 mit Anstiegen von über 600 %, konsolidiert der Lithiumpreis angesichts niedriger als erwartet verlaufender E-Auto-Absätze nun schon 15 Monate lang. Just in dem Moment, als die Bundesregierung die Umweltprämie Ende 2023 kassierte, brachen bei den Händlern die Stromer-Bestellungen ein. Käufer von E-Fahrzeugen hatten ihre steuerliche Motivation immer offen zugestanden, dennoch war Berlin der Meinung, die E-Mobilität könnte ein Selbstläufer werden. Weit gefehlt. Nun mehren sich aber Zeichen, dass der Bedarf doch allmählich das Angebot übersteigt und die Produzentenmarge wieder zurückkehren wird. Laut aktueller Studien dürfte das Defizit von aktuell 25.000 t Lithiumcarbonat auf über 50.000 t im Jahr 2028 steigen, denn viele Minenprojekte der letzten Jahre sind wegen mangelnder Finanzierung schlichtweg vom Markt verschwunden.

    Edison Lithium – So günstig geht es in die Neuausrichtung

    Lithium bleibt neben Kupfer einer der wichtigsten Rohstoffe der Mobilitätswende. Aktuell aber drängen speziell bei Lithium weniger neue Anbieter an den Markt, weil der Preis optisch zu niedrig ist, um größere Investitionen zu locken. Der Lithium- und Kobalt Explorer Edison Lithium Corp. (EDDY) besaß in Argentinien Claims mit einer Fläche von etwa 100.000 ha. Nach Jahren der Unsicherheiten bezüglich des Lithium-Abbaus aus Salzseen, scheinen die Befürworter nun die Überhand zu gewinnen. Unter dem neuen Präsidenten Javier Milei ändert sich die Situation nun spürbar, denn zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise kündigte er bereits weitreichende Deregulierungsmaßnahmen an, um Investoren wie auch Bergbauunternehmen ins Land zu locken.

    Eine gute Möglichkeit, um die Claims weiterzuverkaufen und neue Wege zu gehen. Eine alternative Technologie für Batterien führt aktuell zu einem steigenden Interesse an Natriumsole-Konzessionen. Edison hat sich im kanadischen Bundesstaat Saskatchewan den Zugang gesichert, denn im neuen Kerngeschäft fokussieren sich die Kanadier auf die nötigen Rohstoffe für die nächste Generation der Antriebsbatterien. Die neue Natrium-Ionen-Technologie gilt als eine umweltverträglichere Alternative zur Lithium-Ionen-Batterie. Erste Fahrzeughersteller forschen schon intensiv und haben erste Testreihen gestartet. Wegen der öffentlichen Abneigung gegen Lithium-Technologien könnte sich das Thema schneller durchsetzen, als viele heute glauben.

    Edison Lithium konnte für Lithium bereits Lösungen finden, als Add-on besitzt man auch noch 100 % an der Edison Cobalt Corp., einer werthaltigen Tochtergesellschaft, die demnächst an die Börse geführt werden soll. Trotzdem wird für die knapp 20 Mio. ausstehenden EDDY-Aktien derzeit nur ein Preis von 0,11 CAD aufgerufen. Damit ist die Gesellschaft mit niedrigen 2,2 Mio. CAD bewertet, ein Klacks für die üppigen Möglichkeiten der Neuorientierung.

    BYD – Die ersten Analysten werden skeptisch

    Die Warren Buffett-Aktie „Build your Dreams“ (BYD) kommt nicht aus den Schlagzeilen. Obwohl seit 2022 konstante Zuwächse im Verkauf erzielt wurden, ging es im ersten Quartal 2024 steil bergab. BYD verkaufte von Januar bis März nur gut 300.000 E-Autos. Das war gegenüber dem Rekordvolumen im Vorquartal ein Rückgang von 43 % und vermutlich auch die Trendumkehr. Von Tesla erwarten Analysten im Schnitt in den ersten drei Monaten des Jahres einen Absatz von gut 458.000 Fahrzeugen. Der Elektro-Autopionier aus den USA ist somit wieder an der chinesischen Konkurrenz vorbeigezogen. Doch der BYD-Vorstand bleibt vorerst bei seinem Ziel, für dieses Jahr ein Absatzwachstum von 20 % auf 3,6 Mio. Fahrzeuge zu erzielen.

    Ambitioniert, wie Goldman Sachs meint. Im gerade veröffentlichten Research bestätigt man zwar die Einstufung mit einem "Buy"-Rating, senkte aber das Kursziel für die Aktie erneut. Zu skeptisch äußerten sich die BYD-Manager auf der Quartalskonferenz, nachdem die letzten Monate immer großer Optimismus versprüht wurde. Das chinesische Unternehmen möchte den antizipierten Rückgang durch Fusionen und Übernahmen kompensieren. Das kostet aber in der Regel einen Aufschlag zur aktuellen Marktbewertung. Im Ausland will BYD im Jahr 2024 rund 500.000 Automobile und im Jahr 2025 1 Mio. Fahrzeuge verkaufen, erneut wurden die Preise gesenkt. Goldman Sachs korrigiert daher seine Gewinnprognose für BYD für die Jahre 2024 bis 2026 um 11 bis 15 %, um den Preiskampf auf dem chinesischen Markt und den Druck auf die Margen zu berücksichtigen. Auf der Plattform Refinitiv Eikon befinden sich weitere 34 Analysten, die ein Kauf-Votum formulieren. Leichte Änderungen dürften nun auf den Quartalsbericht folgen. Charttechnisch muss der Wert erst wieder die 26 EUR-Marke übersteigen, um Kaufsignale auszulösen.

    Nikola Motors – Volatilität wie im Lehrbuch

    Stärkere Schwankungen als bei Penny-Stocks sieht man selten. Die Aktie des schillernden E-Fahrzeug-Produzenten Nikola Motors schwankte in den letzten 15 Monaten zwischen 0,60 und 3,40 USD, gestern kostete sie 0,99 USD. Damit werden für das Startup immer noch 1,35 Mrd. USD Marktwert aufgerufen, obwohl das Unternehmen immer noch das erste Produkt schuldig bleibt. Hoffnung keimt nun wieder auf, da nach der geplatzten Zusammenarbeit mit General Motors im Bereich Badger-PickUps ein neuer Player den Rasen betritt. Es handelt sich um niemand Geringeren als Dave "Heavy D" Sparks, eine Hälfte des bekannten Reality-TV-Duos "Diesel Brothers" und Gründer des neuen Unternehmens Embr Motors.

    Embr Motors übernimmt laut Medienberichten nicht nur das geistige Eigentum des Badger-Pickup-Trucks, sondern auch die Vermögenswerte im Zusammenhang mit Nikolas eingestellten Geländewagen- und Wasserfahrzeug-Projekten. Darüber hinaus gehen die beiden einzigen Prototypen des Badgers in den Besitz von Embr über. Der Antrieb des Badger-Pickup-Trucks soll auf einer Kombination aus Batterie- und Wasserstofftechnologie basieren, wodurch er eine beeindruckende Reichweite und Leistung verspricht. Im Gegenzug erhält Nikola eine Beteiligung an der neuen Embr Motors in Höhe von 30 %. Der schillernde Gründer von Nikola, Trevor Milton, wird keine direkte oder indirekte Beteiligung an den Projekten von Embr haben. Klingt nach einem weiteren Strohhalm, immerhin reagierte der Zockertitel Nikola mit 75 % Kursaufschlag in nur 2 Wochen. Kasino vom Feinsten!

    BYD und Tesla gehen charttechnisch Hand in Hand. Gesichert ist ein erneuter Aufwärtstrend aber nicht. Edison Lithium stellt sich neu auf und ist günstig. Nikola Motors sollten nur Hartgesottene anfassen. Quelle: Refinitiv Eikon vom 02.04.2024

    Die E-Mobilität geht neue Wege. Das bringt den Lithium-Markt ins Straucheln und technologische Veränderungen langfristiger Art mit sich. Anleger sollten die Augen offenhalten, denn auch bei den Fahrzeugherstellern liegen Umstellungen bereits in der Schublade. Edison Lithium geht neue Wege und strukturiert sich neu. Ob Nikola zusammen mit Embr Motors durchstarten kann, bleibt fraglich.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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