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10.06.2022 | 06:00

BioNTech, NervGen Pharma, Valneva – welche Aktie schafft den Durchbruch bei unheilbaren Krankheiten?

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Bildquelle: pixabay.com

Die Zahl der Krebspatienten steigt jährlich und nur, wenn die Krankheit frühzeitig erkannt wird, ist vielleicht noch eine Heilung möglich. Bei anderen Krankheiten wie Multiple Sklerose oder Alzheimer gibt es gar keine Chance auf Heilung. Der Verfall schreitet langsam und unaufhaltbar voran. Covid-19 hat uns auch gezeigt, wie verletzlich die Menschheit durch ein Virus ist. Doch viele Biotech-Unternehmen haben den Kampf gegen diese Krankheiten aufgenommen. Jedes Medikament, was das Fortschreiten dieser Krankheiten aufhalten kann, würde den Betroffenen helfen. Nachdem zuletzt viele Biotech-Aktien deutlich korrigiert haben, lohnt sich ein Blick auf drei Unternehmen und ihr vorhandenes Potential gegen unheilbare Krankheiten.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , NERVGEN PHARMA CORP | CA64082X2032 , VALNEVA SE EO -_15 | FR0004056851

Inhaltsverzeichnis:


    BioNTech – positive Ergebnisse aus Onkologie-Studie

    BioNTech ist durch seinen Covid-19 Impfstoff berühmt geworden, weil die Mainzer das erste Unternehmen waren, denen es gelang, einen Impfstoff zu entwickeln. Noch heute ist der Impfstoff in Deutschland am beliebtesten. Das Unternehmen beschäftigt sich aber nicht nur mit dem Corona Virus, sondern entwickelt Immuntherapien für die individuelle Behandlung von Krebs und anderen Infektionskrankheiten. Durch den Blockbuster Comirnaty ist das Unternehmen finanziell gut aufgestellt und kann problemlos große Summen in die Forschung und Entwicklung stecken. Zusätzlich hat Corona dafür gesorgt, dass die mRNA-Technologie nun anerkannt ist.

    Die Onkologie-Pipeline ist mit 16 Produktkandidaten in 20 laufenden klinischen Studien prall gefüllt. Dazu passt, dass es positive Phase-1 Daten von der mRNA-basierten individualisierten Neoantigen-spezifischen Immuntherapie bei Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs gibt, wie das Unternehmen am 5. Juni bekannt gab. Prof. Dr. Özlem Türeci zeigte sich erfreut: „Die frühen Ergebnisse dieser Phase-1-Studie sind ermutigend und wir freuen uns darauf, sie in einer größeren randomisierten Studie weiter zu untersuchen.“ Kurzfristig verspricht aber der Corona Impfstoff weiterhin das größte Potential. In den USA hat man gemeinsam mit Pfizer einen Zulassungsantrag für die Altersgruppe zwischen 6 Monaten und 5 Jahren eingereicht.

    Demnächst soll ein Impfstoff auf den Markt kommen, der sich speziell gegen die Omikron Variante richtet. Das könnte kurzfristig noch einmal für Schub bei der Aktie sorgen. Das Management hatte bei den letzten Quartalszahlen die Prognose von 13-17 Mrd. EUR Umsatz bestätigt. Jetzt wo es immer mehr neue Omikron Varianten gibt, könnte der neue Impfstoff stark nachgefragt werden. Trotz aller positiven Nachrichten kommt die Aktie nicht mehr so richtig in Schwung. Seit März sie seitwärts in einer Range von 111,30 EUR und 170,00 EUR. Man ist also weit von den Höchstständen 2021 bei 395 EUR entfernt.

    NervGen Pharma – Heilung von Nervenschäden

    NervGen Pharma hat seinen Fokus auf die Erforschung, Entwicklung und Vermarktung von pharmazeutischen Produkten zur Behandlung von Nervenschäden, einschließlich Rückenmarksverletzungen, Multipler Sklerose und der Alzheimer-Krankheit gelegt. Diese Diagnosen haben alle eins gemeinsam: die Nerven sind geschädigt und der Körper reagiert mit Vernarbung, um den Schaden einzudämmen. Was im ersten Moment sinnvoll ist hemmt aber die Regeneration der Nerven, da das Narbengewebe Chondroitinsulfat-Proteoglykan (CSPG) enthält. Das Unternehmen hat sich die Lizenz für die von Dr. Jerry Silver entwickelte Technologie NVG-291 von der Case Western Reserve University gesichert. Dr. Silver forscht seit den 90er Jahren an der Reparatur des eigenen Nervensystems.

    Der Produktkandidat NVG-291 befindet sich in klinischen Studien für die Behandlung von Rückenmarksverletzungen, Multipler Sklerose und Alzheimer. Am 12. Mai konnte das Unternehmen vermelden, dass man die Genehmigung erhalten habe, die dritte und höchste Dosis in der klinischen Studie zu verabreichen. Bei der Kohorte mit zweiter Dosis gab es keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse. Dabei lag die Dosierung deutlich über der aus den präklinischen Tierversuchen, in denen das Mittel das Potential gezeigt hat, die Reparaturmechanismen des Nervensystems zu fördern. CEO Paul Brennan zeigte sich erfreut: „Dies eröffnet uns einen klaren Weg zur Festlegung unserer Dosierungen bei der Planung unserer bevorstehenden Phase-1b/2a-Wirksamkeitsstudien bei Patienten mit Alzheimer-Krankheit und Rückenmarksverletzungen im Laufe des Jahres 2022 und einer Phase-2-Studie bei Patienten mit Multipler Sklerose Anfang 2023.“

    Das erfahrene Management Team wurde im April mit Craig Thompson erweitert, der über 30 Jahre Branchenerfahrung hat, vor allem im Bereich der Medikamentenentwicklung, die er bei den kommenden Studien der Phase 1b/2 bei NVG-291 einbringen kann. Gelingt der Durchbruch in der kommenden Phase ist das Potential enorm. Allein in den USA gibt es etwa 6 Mio. Alzheimer Patienten. Noch 2022 will das Unternehmen an der NASDAQ gelistet sein, um seine Sichtbarkeit deutlich zu erhöhen. Die Aktie, die im vergangenen November noch bei 3,33 Kanadischen Dollar (CAD) gehandelt wurde, ist aktuell für 1,90 CAD zu haben. Die nächsten Supportzonen liegen bei 1,80 CAD und 1,61 CAD.

    Valneva – Impfstoff gegen Chikungunya-Fieber marktreif

    Auch bei Valneva denkt der Anleger vor allem an den Corona Impfstoff, der noch immer auf die Zulassung der EU wartet. Doch das Impfstoffunternehmen hat mehr zu bieten als den Corona Impfstoff VLA2001. Die Franzosen haben sich auf die Entwicklung und Vermarktung von prophylaktischen Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten mit hohem medizinischem Bedarf spezialisiert. Gemeinsam mit dem Partner Pfizer arbeitet man an einem Lyme Borreliose-Impfstoffkandidaten, der nach erfolgreicher Phase-2 nun in die entscheidende Phase-3 eintritt.

    Einen Schritt weiter ist das Medikament VLA1553, das die Phase-3 erfolgreich abgeschlossen hat und das Chikungunya-Fieber bekämpft. Dieser Virus wird durch Mücken übertragen und kommt vor allem in wärmeren Gefilden vor. Durch den Klimawandel kam es auch schon im Süden von Europa zu Ausbrüchen. Der Markt wird aktuell auf rund 500 Mio. USD geschätzt und Valneva besitzt momentan eine Monopolstellung und erhielt so in den USA und Europa eine beschleunigte Zulassung.

    Die Europäische Arzneimittelagentur hat mittlerweile den Antrag auf Zulassung des Corona Impfstoffs akzeptiert, allerdings hat das Unternehmen nicht mehr viel Zeit zum Nachbessern. Gelingt es doch noch die Zulassung des Vakzins zu erhalten, dürfte die Aktie aus ihrer Seitwärtsphase ausbrechen. Seit Mitte Mai hält dieser Zustand an und wird sich in den kommenden Tagen auflösen. Erhält Valneva keine Zulassung, werden die Tiefs von 9,15 EUR angegriffen. Bei erfolgreicher Zulassung ist ein Test der Oberseite der Range bei 12,69 EUR wahrscheinlich. Es wird spannend.


    Neue Technologien und Forschung bringen die Hoffnung, dass auch unheilbare Krankheiten in der Zukunft besiegt beziehungsweise zumindest abgemildert werden können. BioNTech ist stark im Krebsbereich aktiv und kann jetzt schon erste kleine Erfolge vorweisen. NervGen Pharma hat schon an Tieren gezeigt, dass ihr Mittel Nervenschäden heilen kann. Sind diese Ergebnisse auf den Menschen übertragbar, wäre das ein Meilenstein für viele derzeit noch unheilbare Krankheiten. Valneva hat den Impfstoff gegen das Chikungunya-Fieber zur Marktreife gebracht. Erhält das Unternehmen noch die Zulassung der EU für den Corona-Impfstoff, könnte die Aktie schnell anspringen.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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