Menü schließen




03.11.2022 | 05:05

BioNTech, Moderna und Defence Therapeutics im Milliardenmarkt mRNA! Und Bayer?

  • Biotech
  • Biotechnologie
  • Forschung
  • Covid-19
  • Pandemie
Bildquelle: pixabay.com

Die auf mRNA basierenden Impfstoffe von BioNTech und Moderna haben erfolgreich zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie beigetragen. Dies hat der relativ neuen Technologie zur Entwicklung von Impfstoffen und anderen Medikamenten zum Durchbruch verholfen. Laut der Marktforscher von Precedence Research wird der Markt für mRNA-Therapeutika bis zum Jahr 2030 voraussichtlich auf über 128 Mrd. USD steigen. Das durchschnittliche jährliche Wachstum würde bei rund 13% liegen. Der deutsche Platzhirsch BioNTech setzt unter anderem stark auf Impfstoffe zur Krebsbekämpfung. Jetzt steigt auch Defence Therapeutics in den Milliardenmarkt ein und setzt damit den positiven Newsflow der vergangenen Wochen fort. Die Kanadier öffnen ihre Plattform für die mRNA-Forschung und sind alles andere als teuer bewertet. Auch Bayer ist derzeit zu günstig. Zumindest sehen Analysten gut 50% Kurspotenzial.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , DEFENCE THERAPEUTICS INC | CA24463V1013 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026

Inhaltsverzeichnis:


    BioNTech: Volle Kasse und volle Pipeline

    Die mRNA-Technologie gilt als Schlüssel zur Bekämpfung von Krebs. Allein in Deutschland erkranken fast eine halbe Million Menschen an Krebs – jedes Jahr. Und die Krankheit endet häufig tödlich. In 2020 verstarben in Deutschland rund 200.000 Menschen an den Folgen. Die Zahlen verdeutlichen, wie wichtig ein Impfstoff gegen die Krankheit wäre. Der Wettlauf um die erste Zulassung läuft und BioNTech ist mittendrin. Aufgrund der Milliardengewinne aus dem COVID-19-Impfstoff können die Mainzer bei der Entwicklung Vollgas geben. Und es geht voran: So hat sich BioNTech-CEO Ugur Sahin in einem Interview mit der britischen BBC sehr zuversichtlich geäußert. Vor 2030 will er die ersten Krebsimpfstoffe anbieten. Während der Pandemie hat das Unternehmen nicht nur viel verdient, sondern auch viel über die Entwicklung von Impfstoffen gelernt. Und auch die Regulierungsbehörden haben mehr über mRNA erfahren, entsprechend reibungsloser sollten die Zulassungsverfahren laufen. Insgesamt ist die Entwicklungspipeline bei den Mainzern prall gefüllt. Ein Impfstoff gegen die saisonale Grippe ist in der Phase 3, 5 in Phase 2, 16 befinden sich in Phase 1 und weitere 11 in der präklinischen Phase. Sollte BioNTech den Wettlauf – wie bei COVID-19 – um den Krebs-Impfstoff erneut gewinnen, wären wohl ganz andere Kursregionen möglich. Dafür braucht es jedoch mehr Newsflow und der ist kurzfristig nicht zu erwarten. Anders als beim folgenden Unternehmen.

    Defence Therapeutics: Positiver Newsflow – wann reagiert die Aktie?

    Defence Therapeutics hat das Ziel, mit einem unkonventionellen Ansatz die moderne Medizin zu revolutionieren. Dafür hat das Biotech-Unternehmen eine auf der patentierten Accum-Technologie basierende Plattform aufgebaut. Die Accum-Methode soll effizientere und wirksamere Impfstoffe ermöglichen, da Impfantigene und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate in intakter Form zu den jeweiligen Zielzellen transportiert werden. Der Fokus der Kanadier liegt auf Krebs und Infektionskrankheiten. Der Newsflow in den vergangenen Wochen war positiv. Zunächst wurde der Beginn eines neuen präklinischen Programms für die Behandlung von Lungenkrebs, einschließlich verschiedener Typen bösartiger Tumore der oberen und unteren Atemwege, gemeldet. Allein der globale Markt für Lungenkrebs-Therapeutika soll bis zum Jahr 2029 jährlich um über 10% zulegen und ein Volumen von über 54 Mrd. USD erreichen. Interessant: Das Produkt von Defence Therapeutics soll einfach über die Nase eingenommen werden können.

    Die jüngste Ankündigung von Defence Therapeutics ist ebenfalls interessant. So hat das Unternehmen ein neues Forschungs- und Entwicklungsprogramm eingeleitet, um die Accum-Technologie bei der Entwicklung von Krebs-Vakzinen auf Basis von mRNA zu nutzen. "Durch die Verknüpfung von Accum mit einem mRNA-Molekül können wir sicherstellen, dass das Vakzin nicht nur in den richtigen Zellabschnitt transportiert wird, sondern sich auch in großen Mengen anreichert, um eine Immunreaktion auszulösen", so Sébastien Plouffe, CEO von Defence Therapeutics. Zunächst wurde ein Programm für einen Accum-mRNA-Impfstoff gegen Krebs eingeleitet, das auf solide Lymphome abzielt. Im Anschluss sollen auch andere forschende Unternehmen – zum Beispiel BioNTech oder Moderna – die Accum-Plattform nutzen können. Die Aktie hat in den vergangenen Wochen kaum positiv reagiert. Sie notiert mit 1,28 EUR nur knapp unter dem Jahrestief von 1,03 EUR. Zur Einordnung: Vor gut einem Jahr notierte das Wertpapier noch über 4 EUR. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 60 Mio. CAD.

    Bayer: Mehr als 50% Kurspotenzial?

    Im Aufwärtstrend befindet sich derzeit die Aktie von Bayer. Der seit Mai andauernde Abwärtstrend scheint zumindest gebrochen zu sein. Derzeit notiert die Aktie bei knapp über 53 EUR. Vor den Quartalszahlen haben sich Analysten positiv geäußert. So seien die Fundamentaldaten in allen drei Geschäftsbereichen des DAX-Konzerns positiv. Daher haben die Analysten das Kursziel von 90 EUR und die Einstufung "Overweight" erneuert. Auch die Kollegen von JPMorgan sind bullish für die Bayer-Aktie. Auch sie sagen "Overweight" und trauen der Bayer-Aktie 80 EUR zu. Etwas zurückhaltender ist die Credit Suisse. Ihre Analysten bewerten Bayer mit "Neutral". Das Kursziel von 66 EUR liegt jedoch auch immerhin knapp 25% über dem aktuellen Niveau. Laut der Credit Suisse gehört Bayer zu den Unternehmen, die von einem schwachen Euro profitieren. Und dies dürfte sich in den kommenden Jahren fortsetzen.


    BioNTech gehört zu den vielsprechenden mRNA-Playern. Wer es spekulativer mag, sollte sich Defence Therapeutics anschauen. Der Newsflow macht jedenfalls Hoffnung auf höhere Kurse. Bei Bayer scheint das Glyphosat-Thema endlich in den Hintergrund zu rücken.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von André Will-Laudien vom 20.02.2024 | 04:45

    Übernahmefieber im BioTech-Sektor! Folgen auf MorphoSys nun Defence Therapeutics, Evotec und Bayer?

    • Biotechnologie
    • Pharma
    • Krebsforschung
    • Onkologie

    Nun ist passiert: Novartis bietet für MorphoSys. Wieder einmal zeigt sich, dass eine langanhaltende und nicht verstummende Gerüchteküche sich auch irgendwann bestätigt. Wer bei MorphoSys trotz stärkerer Abverkäufe im letzten Herbst bei der Stange geblieben ist, konnte jetzt über 300 % Gewinn einfahren. Richten wir die analytische Lupe auf den Sektor, stellen wir fest, dass seit dem schlimmen Jahr 2023 wieder Bewegung in das spekulative Börsensegment BioTech gekommen ist. Die Hoffnung auf baldigst sinkende Zinsen liefert neben einigen weiteren M&A-Hoffnungen beständige Zuflüsse in die börsennotierten Bio-ETFs mit der Folge, dass Fondsmanager ihre Gewichtungen zuletzt nach oben angepasst haben. Wir analysieren für Sie, wo die Musik derzeit am lautesten spielt.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Mario Hose vom 19.02.2024 | 14:05

    NurExone Biologic, Cardiol Therapeutics, Defence Therapeutics: Kursgewinne für Investoren

    • Biotech
    • Kursgewinne
    • ODD

    Die Biotech-Branche ist für ihre Skalierbarkeit bekannt. Sobald ein Wirkstoff oder eine Therapie das Leid von Menschen belegbar heilt oder lindert, kann der Vertrieb starten. Die Forschungs- und Entwicklungskosten sind in der Regel besonders hoch, aber im Erfolgsfall fließen umso höhere Einnahmen an die Unternehmen zurück. Nicht selten endet eine erfolgreiche medizinische Entwicklung mit einer Übernahme, wie zuletzt bei Morphosys gesehen. Cardiol Therapeutics konnte in der Vorwoche die Investoren mit einem Kursanstieg von über 40 % überraschen, denn die FDA hat dem Unternehmen eine Orphan-Drug Zulassung (ODD) erteilt. Mehr als 100 % geht es seit Freitag bei der Aktie von NurExcone Biologic aufwärts, denn das Unternehmen hat ein Verfahren zur Zulassung ihres Produktes bei der europäischen EMA eingeleitet. Im Oktober 2023 erteilte die FDA bereits die ODD-Zulassung. Wie interessierte Investoren weitere Informationen aus erster Hand erhalten, das erfahren Sie im Artikel.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Stefan Feulner vom 07.02.2024 | 05:10

    Novo Nordisk, Cardiol Therapeutics, Morphosys – Biotechs im Höhenrausch

    • Biotechnologie
    • Akquisitionen

    Nach einem eher enttäuschenden Börsenjahr 2023 herrscht Goldgräberstimmung im Biotechnologie- und Pharmasektor. Größen wie Eli Lilly, Vertex, Amgen oder Novartis laufen von Hoch zu Hoch und besitzen enormes Momentum. Zudem nehmen die Akquisitionen in den letzten Monaten drastisch zu. Dabei liegen die Übernahmepreise meist deutlich über den aktuellen Aktienkursen der notierten Unternehmen. Durch den Druck, den die Pharmariesen aufgrund auslaufender Lizenzen verspüren, dürfte diese Welle weiter zunehmen.

    Zum Kommentar