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10.10.2022 | 05:10

BioNTech, Fonterelli GmbH & Co KGaA, Fonterelli SPAC 2 AG, Morphosys – Bullishe Prognosen

  • Biotechnologie
  • Corona
  • Impfstoff
Bildquelle: pixabay.com

Die kapitalintensive Biotech- und Pharmabranche steckt seit dem Strategiewechsel der Notenbanken zu Beginn des Börsenjahres in der Korrektur. Speziell die seit dem Ausbruch von COVID-19 explodierenden Kurse der Impfstoffhersteller verloren seit ihren Höchstständen im August des vergangenen Jahres überproportional an Wert. Doch die Pandemie dürfte uns auch die nächsten Jahre, wenn auch in abgeschwächter Form, begleiten. Durch die Entwicklung von neuen Medikamenten profitieren Unternehmen, die nun einen ähnlichen Weg wie die Vakzin-Produzenten vor sich haben könnten.

Lesezeit: ca. 6 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , FONTERELLI SPAC 2 AG | DE000A3MQR65 , Fonterelli GmbH & Co KGaA | DE000A1TNUU5 , MORPHOSYS AG O.N. | DE0006632003

Inhaltsverzeichnis:


    BioNTech – Zukunft Krebsforschung

    Der Herbst kommt mit großen Schritten und mit ihm steigende Corona-Fallzahlen und Inzidenzen. Keine Frage, die Pandemie wird uns, mit welcher Heftigkeit auch immer, im kommenden Winter weiter beschäftigen. Dominierend ist in Deutschland derzeit die Omikron-Untervariante BA.5, für die der Impfstoffhersteller BioNTech mit seinem US-Partner Pfizer angepasste Booster-Impfungen entwickelt hat. Kürzlich wurde eine Notfallzulassung in den USA zum Einsatz bei Kindern zwischen fünf und elf Jahren beantragt. Ein Antrag zur Erweiterung der Marktzulassung in der EU für diesen Impfstoff in dieser Altersgruppe soll folgen, eine positive Genehmigung durch die Behörden dürfte jedoch nur eine Frage der Zeit sein. Ohne Frage wird das Ein-Produkt-Unternehmen auch die nächsten Jahre deutlich von den Corona-Impfstoffen profitieren. Ob der erwartete Umsatz für das Gesamtjahr 2022 zwischen 13 bis 17 Mrd. EUR wiederholt werden kann, darf zumindest hinterfragt werden.

    Mit der Grundlage der mRNA-Technologie, auf die auch das BioNTech-Vakzin Comirnaty basiert, haben die Mainzer jedoch bereits aussichtsreiche Produktkandidaten für die Behandlung von Krebs in der Pipeline, die sich in klinischen Phasen befinden. Die Pipeline umfasst nach Unternehmensangaben aktuell insgesamt 18 Produktkandidaten in 23 laufenden klinischen Studien. Zwar dürfte bis zu den endgültigen Zulassungen noch eine Weile vergehen, der Vorteil von BioNTech liegt jedoch in der prall gefüllten Kasse in Höhe von rund 3 Mrd. EUR. Geforscht und produziert werden soll nun in Zukunft auch in Australien. BioNTech vereinbarte am Freitag mit dem Bundesstaat Victoria eine strategische Zusammenarbeit, um an der Erforschung und Entwicklung potenzieller mRNA-basierter Impfstoffe und Therapien zusammenzuarbeiten, wie das Unternehmen mitteilte. Das gemeinsam betriebene Forschungszentrum soll in Melbourne gebaut werden. Außerdem soll der Aufbau einer mRNA-Produktionsanlage im klinischen Maßstab für ein breites Spektrum klinischer Programme unterstützen. Die Container für die Produktion, sogenannte "BioNTainer", sollen ebenfalls am Standort Melbourne entstehen.

    Aus charttechnischer Perspektive kämpft die Aktie im Moment und das Verteidigen der markanten Unterstützung bei 131,00 EUR. Ein Durchbruch würde ein weiteres Short-Signal mit einem ersten Kursziel von rund 120,00 EUR auslösen.

    Fonterelli GmbH & Co KGaA – Hebel im SPAC-Geschäft

    Mit einem Börsenwert von gerade einmal 4,04 Mio. EUR ist die in München niedergelassene Fonterelli GmbH & Co KGaA nur wenigen Anlegern bekannt. Dabei steht das 2007 vom erfahrenen ehemaligen Bankvorstand Andreas Beyer gegründete Unternehmen auf drei Säulen. Während beim inflationssicheren Kunst- und Weinhandel auf Kunsteditionen von Künstlern mit Weltruf sowie Premiumweine gesetzt wird, investiert Fonterelli bei den Club-Deals insbesondere in Buy & Build-Konzepte und Pre-IPOs. Dabei lautet das Ziel, aus dem Bestand einen Exit pro Jahr zu erzielen. Dass dieses erreicht wurde, zeigen die Dividendenausschüttungen seit 2019, die kumuliert 0,52 EUR je Aktie betragen. Der Aktienkurs notiert aktuell bei 2,42 EUR.

    Erhebliche Phantasie verbirgt sich hinter dem dritten Türchen des Handelshauses für spezielle Assetklassen. Besonders im vergangenen Jahr boomte vor allem in den USA der Börsengang via SPACs. Jedoch fanden in Übersee Transaktionen statt, die eine Größenordnung von mehreren Mio. USD auf die Waage brachten. Die Idee von Fonterelli mit dem „Mini-SPAC“-Modell ist es, KMUs einen unkomplizierten Börsengang in Deutschland zu ermöglichen. Dabei werden Aktiengesellschaften mit einem Grundkapital in Höhe von 250.000 EUR gegründet und an der Börse gelistet. Die Münchner sind an diesem Modell mit jeweils 85% beteiligt, den Rest halten Family Offices oder Unternehmer aus dem langjährig aufgebauten Netzwerk.

    Mit dem Exit aus dem Fonterelli SPAC 1 AG und dem Verkauf der Unternehmensanteile an eine Investorengruppe wurde bereits im vergangenen Jahr ein Cash Flow im unteren sechsstelligen Bereich generiert. Neben dem direkten Verkauf der Anteile an Börsenkandidaten verspricht die Strategie beim Fonterelli SPAC 2 AG einen deutlich größeren Hebel. Denn hier bleibt der Minderheitsgesellschafter mit 212.500 Aktien im Boot und profitiert von der Wertentwicklung des per Sacheinlage eingebrachten Unternehmens. Mit der Viromed Medical GmbH, der Vertriebsgesellschaft der Viromed-Gruppe, die seit 2004 im Gesundheitsmarkt mit Fokus auf Schutz vor Viren und Keimen tätig ist und über Alleinvertriebsrechte für innovative Produkte der Viromed-Gruppe und Produkte anderer Firmen verfügt, konnte nun ein echtes Pfund präsentiert werden. Im Wege einer Sacheinlage gegen Ausgabe von 20 Mio. neuer Aktie schlüpft die Viromed Medical GmbH in den Fonterelli SPAC 2 AG. Das Unternehmen, das zukünftig unter Viromed Medical AG firmiert, erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 133,6 Mio. EUR und ein Nachsteuerergebnis von 24,9 Mio. EUR.

    Mit dem Anti-Corona-Nasenspray VirX Enovid, das erfolgreich zur Pandemiebekämpfung in Israel beigetragen hat, dürften die Zahlen im laufenden Jahr noch einmal deutlich nach oben geschraubt werden. Die Viromed Medical GmbH besitzt dabei exklusiv die Rechte für die DACH-Region, die Ausweitung auf ganz Europa dürfte kurz bevorstehen. Dabei zeigen klinische Studien auf (die Phase 3-Studie wurde im renommierten Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlicht), dass bei Corona-Infizierten das Virus mit den bisher bekannten Varianten nach Einsatz des neuen Sprays VirX Enovid innerhalb von 24h zu 94% und nach 48 Stunden zu 99% verschwunden ist. Zudem verkürzt das Medikament laut Unternehmensseite nachweislich die Dauer einer Infektion um 50%.

    Eine Flasche des Wundermittels soll 24,80 EUR kosten und in Drogeriemärkten und Apotheken vertrieben werden. Das Potenzial ist ohne Zweifel riesig. Geht man allein in Deutschland von nur 10 Mio. Kunden aus, würde sich ein Umsatz 248 Mio. EUR ergeben. Die Marge dürfte wie bei vergleichbaren Präparaten bei mehreren 100% liegen. Neben dem Corona-Spray besitzt die Viromed Medical GmbH ein weiteres teures Pferd im Stall. Bei der Forschung in der Therapie mit Kaltplasma - bei diabetischem Fuß, Krebs, offenen Wunden und Hautkrankheiten - sind die Münchner laut CEO Perbandt Weltmarktführer. Wunden würden in Verbindung mit Kaltplasma fünfmal so schnell wie mit herkömmlichen Methoden heilen, und chronische Wunden würden sich zu 85% schließen, betont der Viromed-Chef.

    Kein Wunder, dass Fonterelli-Boss Beyer davon ausgeht, dass mit der geplanten strategischen Neuausrichtung der Fonterelli SPAC 2 AG ein nicht unerheblicher Wertbeitrag für die Fonterelli GmbH & Co. KGaA realisiert werden kann.

    Morphosys – Auf dem richtigen Weg

    Die vergangenen Monate waren sicher keine Freude für die Aktionäre der Morphosys AG. Nachdem das Unternehmen mit Sitz in Planegg in der Nähe von München die Prognosen für das Blutkrebsmedikament Monjuvi senkte, ging der eh schon schwächelnde Aktienkurs weiter in die Knie. Seit Ende November des vergangenen Jahres beträgt der Verlust knapp 63%. Dies hindert CEO Kress jedoch nicht daran, die ambitionierten Ziele, die Profitabilität bis 2026, zu formulieren. "Wir wollen 2025 zwei Krebsmedikamente auf dem Markt haben", bestätigte Konzernchef Jean-Paul Kress am Mittwoch in Planegg vor Journalisten die bisherigen Planungen.

    Bei Monjuvi hoffen die Planegger in den kommenden Jahren auf weitere Zulassungen, welches aktuell für neue Anwendungsbereiche getestet wird. Zudem rechnet Morphosys damit, dass von der US-Firma Constellation Pharmaceuticals übernommene Medikament Pelabresib zur Marktreife bringen zu können. Mit einer Marktkapitalisierung in Höhe von 674,79 Mio. EUR notiert das Unternehmen deutlich unter seinem Cash-Bestand von zirka 1 Mrd. EUR.

    Aus charttechnischer Sicht trifft die Aktie nach dem starken Abverkauf zunehmend auf charttechnische Unterstützungszonen im Bereich von 19,50 EUR. Eine zumindest kurzfristig scharfe Gegenbewegung bis in den Bereich 26,60 EUR ist nicht unwahrscheinlich. Zumindest der Trendfolgeindikator MACD sowie der Relative-Stärke-Indikator drehten bereits auf Kaufen.


    Durch die striktere Geldpolitik der Notenbanken und Sorgen vor weiteren Zinserhöhungen verlor der kapitalintensive Biotech-Sektor in den vergangenen Monaten überproportional an Wert. Morphosys könnte zumindest kurzfristig einen Boden finden, bei BioNTech besteht weiteres Rückschlagpotenzial. Dagegen dürfte die Fonterelli GmbH &Co KGaA durch die Entwicklung bei der Viromed Medical GmbH und dem Fonterelli SPAC 2 AG langfristig enorm profitieren.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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