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26.10.2022 | 05:10

Biogen, Cardiol Therapeutics, Evotec – Brillante Ergebnisse

  • Biotech
  • Blockbuster
  • Zahlen
Bildquelle: pixabay.com

Die Berichtssaison zum dritten Quartal ist in vollem Gange und sorgt für durchaus positive Stimmung. So konnte der Softwarekonzern SAP im dritten Quartal im Cloudgeschäft überraschend deutlich zulegen und das Betriebsergebnis besser als prognostiziert gestalten. Ebenfalls positive Signale kommen von der in den vergangenen Monaten arg gebeutelten Biotech-Branche. Gerade hier locken nach den horrenden Kursverlusten langfristig attraktive Einstiegsniveaus.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: EVOTEC SE INH O.N. | DE0005664809 , CARDIOL THERAPEUTICS | CA14161Y2006 , BIOGEN INC. DL -_0005 | US09062X1037

Inhaltsverzeichnis:


    Biogen – Umsatz und Ergebnis übertroffen

    Den Start für den Biotech-Sektor lieferte das Schwergewicht Biogen. Dabei konnte das Unternehmen aus Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts sowohl die Gewinn- als auch die Umsatzerwartungen der Analysten im dritten Quartal überbieten. Der Gewinn je Aktie belief sich auf 4,77 USD. Der Konsens der Analysten ging von einem Plus je Aktie von 4,14 USD aus. Auch bei den Erlösen lag der an der Börse 39,44 Mrd. USD schwere Biotechnologiekonzern mit 2,51 Mrd. USD über dem Konsens der Experten.

    Durch die besser als erwarteten Zahlen zum dritten Quartal wurde auch die Jahresprognose nach oben angepasst. Das US-Unternehmen rechnet nun mit einem Gewinn je Aktie in einer Spanne zwischen 16,50 USD bis 17,15 USD. Die bisherige Schätzung lag zwischen 15,25 USD und 16,75 USD je Aktie. Der Gesamtjahresumsatz wird in einer Spanne von 10,0 bis 10,15 Mrd. USD erwartet, die von der vorherigen Prognose von 9,9 bis 10,1 Mrd. USD nach oben geschraubt wurde. Die Erhöhung der Umsatz- und EPS-Prognose für das Gesamtjahr sei nach Angaben des Unternehmens in erster Linie auf eine über den Erwartungen liegende Umsatzentwicklung und ein kontinuierliches Kostenmanagement zurückzuführen.

    Aus charttechnischer Sicht drängt sich auf aktuellem Niveau ein Einstieg eher nicht auf. Durch die Veröffentlichung von positiven Daten aus einer Phase-III-Studie des Alzheimer-Medikamentenkandidaten Lecanemab Ende September bildete der Chart mit einem Anstieg von über 40% eine Kurslücke aus, die bei einem Rutsch unter die Marke von 251 USD die Wahrscheinlichkeit besitzt, bei rund 201 USD geschlossen zu werden. Dagegen würde sich bei einem Überspringen des Widerstandes bei 283,44 USD das Chartbild deutlich aufhellen.

    Cardiol Therapeutics – Bis 2026 finanziert, 700% Potenzial

    Die panikartigen Verkäufe der vergangenen Monate im Biotech-Sektor führten bei einzelnen Titeln zu deutlich übertriebenen Abschlägen. Beim an der NASDAQ notierten Biowissenschaftsunternehmen Cardiol Therapeutics, das einen Börsenwert von 49,50 Mio. CAD aufweist, ist die Unterbewertung augenscheinlich, denn die Kanadier notieren aktuell sogar unter ihrem Cash-Bestand von über 50 Mio. CAD. Durch die Einstellung der LANCER-Studie aufgrund eines Mangels an geeigneten Patienten, die zur Untersuchung der kardioprotektiven Eigenschaften des Blockbuster-Kandidaten CardiolRx bei Menschen mit COVID-19 im Krankenhaus benötigt werden, konnte die Finanzierung des Unternehmens sogar um ein weiteres Jahr bis 2026 gesichert werden.

    Mit dem führenden Produktkandidaten CardiolRX, einer pharmazeutisch hergestellten oralen Cannabidiol-Formulierung, wird nun eine stärkere Konzentration auf die Weiterentwicklung der ARCHER-Studie der Phase II gelegt, die zur Beurteilung von CardiolRx bei akuter Myokarditis, einer Entzündung des Herzmuskels, erforscht wurde. Die Studie, die mit renommierten internationalen Experten im Bereich Herzinsuffizienz und Myokarditis entwickelt wurde, hat die behördliche Genehmigung bereits in mehreren Ländern erhalten und dürfte 100 Patienten in großen Herzzentren in Nordamerika, Europa, Lateinamerika und Israel aufnehmen. Erste Studienergebnisse dürften noch in diesem Jahr erwartet werden.

    Daneben läuft eine Phase II-Pilotstudie bei rezidivierender Perikarditis, einer Entzündung des Herzbeutels. Diese wird voraussichtlich 25 Patienten in großen klinischen Zentren aufnehmen, die sich auf Perikarditis in den USA spezialisiert haben. Erste Ergebnisse dürften hier im Jahr 2023 veröffentlicht werden.

    Die Analysten von Cantor Fitzgerald sehen den Wegfall der LANCER-Studie eher positiv, da nun die Konzentration auf die Studien gegen Myokarditis sowie Rezidivierender Perikarditis erfolgt. Zudem begrüßten die Analysten die Ausweitung des Finanzierungsspielraumes bis ins Jahr 2026. Das Anlageurteil wurde in einem Research-Update mit „overweight“ bestätigt, das Kursziel lautet weiterhin 5 USD. Zum derzeitigen Kurs von 0,61 USD würde dies ein Aufwärtspotenzial in Höhe von über 700% bedeuten.

    Evotec – Gewinnbringende Partnerschaft

    Mit einem Kursplus von knapp 6% auf 18,87 EUR schiebt sich der Aktienkurs des Hamburger Biotechnologieunternehmens nahe an den markanten Widerstand bei 19,40 EUR. Bei einem nachhaltigen Bruch würde dies ein Anschlusspotenzial bis zum September-Hoch bei rund 23,01 EUR generieren.

    Der Grund für die starke Kursperformance war die Verkündung einer Kooperation mit der Medizinischen Hochschule Hannover zum Aufbau einer molekularen Patientendatenbank für Autoimmunerkrankungen. Laut dem Unternehmen ziele die Partnerschaft darauf ab, durch den Aufbau einer einzigartigen PanOmics-Längsschnittdatenbank aus der Analyse von Patientenmaterial ein besseres Krankheitsverständnis des Sjögren-Syndroms (SjS) und der systemischen Lupus erythematodes (SLE) zu erhalten.

    Für akademische Forschungszwecke erhält die MHH über Evotecs KI-gesteuerte Analysesoftware PanHunter Zugang zu den im Rahmen der Partnerschaft generierten Daten. Evotec hat exklusiv das Recht die Daten mit ihren einzigartigen Möglichkeiten auf dem Gebiet der datengesteuerten Präzisionsmedizin kommerziell zu nutzen.


    Nach den horrenden Kursverlusten der vergangenen Monate stehen viele Biotechwerte vor dem Abschluss ihrer Bodenbildung. Evotec könnte mit dem Überspringen eines markanten Widerstandes ein Kaufsignal generieren. Bei Biogen stehen die Zeichen nach der zuletzt starken Kursrallye auf Konsolidierung. Dagegen sehen Analysten bei Cardiol Therapeutics ein Kurspotenzial von 700%.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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