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30.05.2024 | 06:55

Bereits Plus 180 % in 2024 - wer bietet mehr? BioNTech, Bayer, Cardiol Therapeutics oder Evotec?

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Bildquelle: pixabay.com

Für Investoren im BioTech-Sektor verläuft das Jahr 2024 wieder sehr holprig. Man wartet auf den Big Bang, der sich aber bis jetzt noch nicht gezeigt hat. In einem Sektor wo es keine Pandemie mehr gibt und die Krebsforschung immer noch feststeckt, ist die Selektion sehr wichtig geworden. Erschwerend ist nun der anlegerunfreundliche Kapitalmarktzins, hier hofft man von Quartal zu Quartal auf die Unterstützung der Notenbanken. Umso mehr ist es wichtig, die innovativsten Geschäftsmodelle zu identifizieren und ihnen zu folgen. BioNTech hat derzeit keinen Blockbuster, aber immerhin gut 17 Mrd. EUR in der Kasse. Pharmagigant Bayer hat sich seit 2019 im Kurs gefünftelt und auch Evotec gleicht einem Desaster. Eine schöne Entwicklung zeigt bislang Cardiol Therapeutics, wie geht es hier weiter?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , CARDIOL THERAPEUTICS | CA14161Y2006 , EVOTEC SE INH O.N. | DE0005664809

Inhaltsverzeichnis:


    Evotec – Operativ zurück in der Spur, aber dennoch mit Problemen

    Trotz guter operativer News von der Kooperationsseite steht die Aktie von Evotec erneut unter Druck. Denn neben den Unsicherheiten rund um den Vorstandswechsel belasten auch Probleme bei der Nasdaq-Notierung infolge des Hackerangriffs im vergangenen Jahr. Hier liegt man mit Pflichtveröffentlichungen hinter dem Zeitplan, der neue Vorstand möchte die Missstände aber bis Mitte Juli beseitigt haben. Zu den Untersuchungen bezüglich der Machenschaften des Ex-CEOs Werner Lanthaler hat sich der Börsenvorstand in den USA noch nicht geäußert. Positiv kann man vermerken, dass Evotec eine Verlängerung seiner 20-jährigen Zusammenarbeit mit der CHDI Foundation einfädeln konnte. CHDI ist eine gemeinnützige biomedizinische Forschungsorganisation, welche ausschließlich durch private Investoren unterstützt wird. Ihr Fokus liegt auf der gemeinsamen Entwicklung von Therapien, die das Leben der von der Huntington-Krankheit Betroffenen maßgeblich verbessern sollen.

    Trotz einiger negativer Aspekte gibt es für die Aktionäre von Evotec auch Hoffnungsschimmer. Das Geschäftsmodell ist zwar nicht ohne Risiko, kann aber in der Zukunft wieder zum Gewinnbringer avancieren. So profitiert Evotec schon heute von der zunehmenden Auslagerung der Forschungsaktivitäten der großen Pharma- und Biotechkonzerne. Besonders erkennbar ist dies in der starken Umsatzsteigerung. Seit 2017 konnten die Erlöse dank vieler Kooperationen unter anderem mit Bayer von 250 auf über 780 Mio. EUR gesteigert werden. Für 2024 schätzen Analysten eine Größenordnung von 876 Mio. EUR. Mit einer Marktkapitalisierung von 1,6 Mrd. EUR und Preisen unter 9,00 EUR ist das Unternehmen derzeit sehr günstig zu haben. Am 10. Juni ruft die Gesellschaft zur Hauptversammlung, dann gibt es wieder News.

    Cardiol Therapeutics – Der BioTech-Shooting Star in 2024

    Cardiol Therapeutics Inc. konnte die Marktteilnehmer in den letzten 12 Monaten von seiner Leistungsfähigkeit überzeugen. Auch wegen der Notiz an der Nasdaq, verdreifachte sich der Kurs der Aktie von 0,90 auf 3,30 CAD. Erfolgreich auf die Spur gebracht hat man den aussichtsreichen Wirkstoffkandidaten CardiolRx™. Mit der pharmazeutisch hergestellten, oralen Lösungsformulierung ist Cardiol auf bestem Weg, Menschen mit Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen helfen zu können. Seit Jahren werden Therapiemöglichkeiten gesucht, die das Leid der Betroffenen lindern.

    Im Februar hat das kanadische Unternehmen bereits von der zuständigen US-Behörde FDA eine Zulassung als Orphan-Drug erhalten. Nun gab die Gesellschaft bekannt, dass seine randomisierte, doppelblinde und plazebokontrollierte Phase-II-Studie zur Beurteilung der Auswirkungen von CardiolRx™ auf die Regeneration des Herzmuskels bei Patienten mit akuter Myokarditis ("ARCHER") Gegenstand eines Vortrags beim World Congress on Acute Heart Failure in Lissabon war. Zeitgleich mit dem Vortrag hat die Fachzeitschrift ESC Heart Failure, die sich der weltweiten Förderung des Wissens über Herzinsuffizienz verschrieben hat, das Manuskript, das die Begründung und das Design der ARCHER-Studie beschreibt, zur Veröffentlichung angenommen.

    „Wir gehen davon aus, dass die Ergebnisse der ARCHER-Studie zu einem besseren Verständnis des therapeutischen Potenzials von CardiolRx™ beitragen und unsere bereits im fortgeschrittenen Stadium befindliche Phase-II-Pilotstudie MAvERIC bei Patienten mit wiederkehrender Perikarditis ergänzen werden. Hier rechnen wir Anfang Juni 2024 mit den Topline-Ergebnissen," kommentierte CEO und Präsident David Elsley.

    Die CRDL-Aktie quittiert derzeit jede neue Veröffentlichung mit weiteren Kursanstiegen. Offenbar ist der Markt überzeugt, dass Cardiol eine wirksame Behandlung der Myokarditis entwickelt hat. Bei einer aktuellen Notiz von rund 3,20 CAD ist das Unternehmen nun knapp 150 Mio. EUR wert. Wenn im Juni entsprechende Topline-Ergebnisse vorliegen, dürfte es für den Kurs kein Halten mehr geben.

    Bayer und BioNTech – Immer wieder "Zurück auf Los"

    Analysten weltweit hadern derzeit mit der Einstufung von Bayer und BioNTech. Beide Aktien sind seit einigen Jahren massiv unter Druck und erreichen fast monatlich neue Tiefststände. Die Bayer-Aktie hat sich seit dem Jahr 2019 nun real gefünftelt. Die Klagen gegen die übernommene Monsanto wollen speziell aus den USA kein Ende nehmen. Als geneigter Beobachter bekommt man das Gefühl, dass die ganze Klagewelle erst gestartet wurde, nachdem Bayer für Monsanto über 70 Mrd. USD auf den Tisch legte. Bayer-Chef Bill Anderson sieht in der Klagewelle rund um das weit verbreitete Unkrautvernichtungsmittel Roundup eine „existenzielle Bedrohung“ für das Unternehmen. Zur Beilegung der Roundup-Klagen hat Bayer Rückstellungen über 16 Mrd. USD gebildet. Etwa 10 Mrd. USD davon sind bereits ausgegeben worden. Nur noch 5 von 24 Analysten auf der Plattform Refinitiv Eikon halten dem Unternehmen die Stange, das erwartete Kursziel liegt im Schnitt bei 31,20 EUR, also rund 10 % über der aktuellen Notiz.

    Bei der BioNTech-Aktie kam es in der letzten Woche zu einigen technischen Rückkäufen, die den Kurs wieder auf über 94 EUR anstiegen ließen. Positiv aufgenommen wurde das außerordentliche Engagement der Mainzer bei der Weiterentwicklung der mRNA-Impfstoffe im afrikanischen Ruanda. Zusammen mit der Organisation Coalition for Epidemic Prepardness Innovations (CEPI) soll die lokale Forschung und Entwicklung sowie die klinische und kommerzielle Herstellung neuer Impfstoffe in Afrika vorangetrieben werden. CEPI stellt für die Erweiterung der Produktionsstätte in Kigali bis zu 145 Mio. USD zur Verfügung, um globale Standards für die Herstellung pharmazeutischer Produkte zu erreichen. BioNTech und CEPI wollen gemeinsam einen Beitrag zu einem gleichberechtigten Zugang zu ausgewählten Impfstoffen leisten, damit sie auch in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen zu erschwinglichen Preisen zugänglich sind. Leider war der kurze Aufschwung im Kurs wieder schnell verflogen und BioNTech bewegte sich zurück auf seine etablierte Unterstützungszone von 84 bis 86 EUR. Nur noch 8 von 19 Experten auf der Plattform Refinitiv Eikon vergeben eine Kaufempfehlung mit einer mittleren Kurserwartung von 109 EUR. Für uns ist BioNTech aktuell nur ein Watchlist-Titel mit Ausbruchstrigger 94 bis 98 EUR!

    Mit über 180 % Plus ist die Cardiol-Aktie der klare Gewinner im YTD-Monatsvergleich unserer Peergroup. BioNTech konsolidiert aktuell weiter, Bayer und Evotec müssen wohl erst wieder Vertrauen zurückgewinnen. Quelle: Refinitiv Eikon vom 29.05.2024

    Die Börse schwingt sich von Hoch zu Hoch. Nach einer ausgedehnten Rally im Mai stottert der Geldzufluss allerdings jetzt, für Anleger ist Selektion nun oberstes Gebot. Mit der Erwartung einer Zinssenkung im Sommer sollten auch die BioTech-Werte wieder zum Leben erwachen. Cardiol Therapeutics läuft ungebremst weiter, während Bayer, BioNTech und Evotec für einen Rebound wohl noch mehr Anlauf benötigen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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