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22.02.2022 | 05:08

Bayer, Memiontec, Dr. Hönle – Schwerwiegende Bedrohung!

  • Wasser
  • Wasseraufbereitung
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  • Klimawende
  • Investments
Bildquelle: pixabay.com

Wasser ist Grundlage allen Lebens. Wir nutzen Wasser für unsere Ernährung, die tägliche Hygiene und für Freizeitaktivitäten. Wasser ist zudem als Energiequelle, Transportmedium und Rohstoff ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. Aber der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist keine Selbstverständlichkeit, schon heute bliebt dieser einer Milliarde Menschen verwehrt. Diese Lage wird sich angesichts verschiedener Experten schon bald dramatisch verschlechtern. 2025 könnten drei Milliarden Menschen in Ländern mit ernster Wasserknappheit leben. Somit ist Wasserknappheit ein dringendes Zukunftsthema der Menschheit.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: Memiontec Holdings Limited | SGXE56008290 , DR. HOENLE AG O.N. | DE0005157101 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017

Inhaltsverzeichnis:


    Bayer – Pharma top, Argar flop?

    Der deutsche Life Science Konzern ist grob gesagt in den Bereichen Gesundheit und Nahrungsmittel tätig, dies findet organisatorisch Niederschlag in drei Segmenten. In seiner umsatzstärksten Division Pharmaceuticals fokussiert sich Bayer auf die Erforschung, Entwicklung und Vermarktung von innovativen Spezial-Medikamenten mit signifikantem klinischen Nutzen, insbesondere in den Therapiegebieten Herz-Kreislauf, Onkologie, Gynäkologie, Hämatologie und Augenheilkunde. Consumer Health vermarktet 170 Markenprodukte u.a. in den Bereichen Haut, Nahrungsergänzung und Schmerzbehandlung.

    Dritter Bereich ist Crop Science. Hier stellt der Konzern seinen Kunden, das sind Landwirte, maßgeschneiderte Lösungen für Saatgut, Pflanzeneigenschaften, Pflanzenschutz und digitale Tools zur Verfügung. Als eines der global führenden Agrarunternehmen arbeiten die Deutschen auch an nachhaltigen, wasserschonenden Lösungen. Langfristig ist der Geschäftsbereich Crop Science sicherlich positiv zu betrachten.

    Jedoch belasteten noch die Aufräumarbeiten, die aus der vor Jahren getätigten Akquisition des US-Unternehmens Monsanto resultieren. Hier laufen mehrere Klagen in den USA wegen vermeintlich krebserregender Produkte. Dies haben die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres deutlich belastet. Analysten prognostizieren einen Gewinn in Höhe von knapp 700 Mio. EUR. Im laufenden Geschäftsjahr soll es wieder deutlich aufwärts gehen. Die Experten rechnen mit einem Gewinn von 4,6 Mrd. EUR. Damit sinkt das 2022er KGV auf moderate 11. Die Dividendenrendite liegt bei 4%. Analysten trauen der Aktie durchschnittlich ein Aufwärtspotenzial von 20% zu.

    Memiontec – Vorprogrammiertes Wachstum

    Mit über 20 Jahren Marktpräsenz ist Memiontec ein etablierter Experte in Asien in den Bereichen Fresh- und Wastewatermanagement. Zudem verfügt die Gesellschaft über eine hohe Kompetenz in Bezug auf patentierte Aufbereitungsverfahren der Membran-Ionenaustauschtechnologie. Jüngst vermeldete das Unternehmen mit Sitz in Singapur, dass nun nach der Fertigstellung der ersten Ausbaustufe des Build-Own-Operate-Transfer-Projektes (BOOT) in der indonesischen Millionenstadt Pekanbaru der Verkauf von Frischwasser begonnen habe.

    Die Anlage hat aktuell eine Kapazität von 200 LPS (Liter pro Sekunde) und soll im weiteren Verlauf unter Einbeziehung der Sanierung und Modernisierung der bestehenden Wasseraufbereitungsanlage zunächst auf 500 LPS erhöht werden. Der Vertrag mit der nationalen Wasserbehörde PDAM ist auf eine Laufzeit von 25 Jahren ausgelegt und sichert dem Unternehmen somit kontinuierliche Cash Flows.

    Das zweite BOOT-Projekt in der indonesischen Hauptstadt Jakarta („Hutan Kota“) hat mit 450 LPS bereits die zweite Ausbaustufe erreicht. Weitere Projekte verfolgt das Unternehmen – hauptsächlich in Form von Privat-Public-Partnership-Projekten (PPP) mit Kommunen und Industriebetrieben – in China, welches neben Singapur und Indonesien den dritten Standort der Tochtergesellschaft darstellt. Nach einer Kursvervielfachung ist die Gesellschaft aktuell mit 180 Mio. SGD, umgerechnet 118 Mio. EUR, bewertet. Angesichts des hohen Auftragsbestands und guter Perspektiven sollten die Papiere weiteres Potenzial haben.

    Dr. Hönle – Corona-Profiteur und dennoch Verluste?!

    Die Anteilsscheine des Spezialisten für UV-Technologie sind seit letztem Sommer auf Sinkflug. Die Abwärtsbewegung hat sich in den letzten Wochen nochmals deutlich beschleunigt. In den vergangenen 12 Monaten verlor die Aktie 43%, wohingegen SDAX bzw. TECDAX lediglich 13% bzw. 6% einbüßten. Die Bayern gehören zu den weltweit führenden Anbietern industrieller UV-Technologien. Im Zuge der Corona-Pandemie hatte die Gesellschaft mit ihren Entkeimungsanlagen und Entkeimungsgeräten Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die Geräte inaktivieren Keime, Viren, Bakterien und Schimmelpilzspore durch UVC-Bestrahlung. Die Anwendungsfelder der Lösungen sind vielfältig, u.a. gehören auch die Oberflächenentkeimung oder die Wasserdesinfektion dazu.

    Ende November des vergangenen Jahres schockte die Gesellschaft mit einem Abschreibungsbedarf bei einer Tochtergesellschaft. In Q4 musste der Goodwill um 3,4 Mio. EUR sowie weitere Positionen auf der Aktivseite der Bilanz um 4,1 Mio. EUR gemindert werden, da sich die Perspektiven für den Geschäftsbereich verschlechtert hätten. Für das Geschäftsjahr 2020/2021 wurde ein bereinigtes Betriebsergebnis (EBIT) von rund 8 Mio. EUR in Aussicht gestellt. Berücksichtigt man den außerordentlichen Abschreibungsbedarf, bleiben lediglich rund 0,5 EUR operativ hängen. Damit wird die Gesellschaft unter dem Strich rote Zahlen schreiben.

    Letzte Woche konkretisierte Dr. Hönle den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatz von 130 bis 140 Mio. EUR und einem EBIT von 14 bis 17 Mio. EUR. Wirklich enttäuschend waren die Aussagen zum Absatz von Luftentkeimungsgeräten. Dr. Hönle hat in den ersten drei Monaten des aktuellen Geschäftsjahres lediglich Umsätze in Höhe von 5,2 Mio. EUR realisiert. Damit hat die Gesellschaft trotz bestehender Förderprogramme für Luftreiniger in Schulen und Kitas weniger Systeme verkauft als ursprünglich angenommen. Auch im Gesamtjahr wird ein Erlös unter dem Vorjahreswert prognostiziert. Die Aktie hat den Boden noch nicht gefunden.


    Wasser ist ein zu wichtiges Thema, um es zu ignorieren. Der verschärfenden (Trink-) Wasserknappheit kann u.a. mit innovativen bzw. geeigneten Maßnahmen entgegengetreten werden. Memiontec hat sich erfolgreich in Märkten mit hohem Potenzial positioniert und profitiert zusätzlich durch langlaufende Verträge mit der öffentlichen Hand. Zudem ist die Aktie ein „Pure Play“ in Bezug auf Wasserwirtschaft. Bayer bildet als weltweites Agrarunternehmen ebenfalls das Investmentthema ab, jedoch überwiegen andere Geschäftsbereiche in der Gesamtleistung des Konzerns. Bei Dr. Hönle dominiert die Enttäuschung in Bezug auf Luftentkeimungsanlagen, was die Aktie des eigentlichen Corona-Gewinners weiter belasten dürfte.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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