Menü schließen




04.04.2022 | 04:44

Bayer, Cardiol Therapeutics, Formycon, NanoRepro: Top Biotech Aktien – hier wird geliefert!

  • Biotechnologie
  • Pharma
  • Covid-19
  • Biosimilar
Bildquelle: pixabay.com

Die Corona-Pandemie gerät durch diverse öffentliche Lockerungs-Maßnahmen immer mehr in den Hintergrund. Sie war für die Börse lange ein heißer Ritt vor allem für die Impfstoff-Produzenten, doch nun verlagert sich der Blick der Anleger auf andere Titel im Biotech-Segment. Immerhin gibt es noch viele Krankheiten, die die Menschheit vor ungeklärte Rätsel stellen, das Feld der humanmedizinischen Forschung scheint unendlich. Wir richten den Blick auf interessante Aktien aus der Branche, die im Zuge des Ukraine-Abschwungs stark korrigierten, aber nun wieder gen Norden tendieren. Noch sind die Trends am Anfang.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: CARDIOL THERAPEUTICS | CA14161Y2006 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , FORMYCON AG | DE000A1EWVY8 , NANOREPRO AG | DE0006577109

Inhaltsverzeichnis:


    Bayer – Die Vergangenheit hinter sich gelassen

    Bayer ist wieder da! Die Glyphosat-Krise scheint der Konzern aus Leverkusen nun langsam hinter sich zu lassen – jetzt wird wieder investiert. Hierbei wird offensichtlich nicht gekleckert, sondern geklotzt. Mit Investitionen von rund 2 Mrd. EUR will Bayer seine Pharmasparte in den kommenden drei Jahren wieder fit für die Zukunft machen. Das Geld soll laut Management in neue Technologien, Automatisierung und Digitalisierung fließen. Dabei wird der strategische Fokus neu gesetzt. Ein wesentlicher Teil des Geldes wird für die Erweiterung der Biotechnologie-Kapazitäten verwendet, vor allem im Bereich von Zell- und Gentherapien sowie für die Erweiterung des Produktionsstandortes im kalifornischen Berkeley.

    Trotzdem wird Deutschland ein wichtiger Produktionsstandort bleiben. An den Pharma-Standorten in Bergkamen, Berlin, Leverkusen, Weimar und Wuppertal sollen mehr als 1,4 Mrd. EUR in Technologien, neue Produktionsanlagen und Digitalisierungsprojekte fließen. Nach dem höchsten Verlust seiner Firmengeschichte im Jahr 2020 ist der Agrarchemie- und Pharmakonzern vergangenes Jahr vor allem mit Saatgut und Medikamenten wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Angesichts der sich abzeichnenden Nahrungsmittel-Krise dürfte Bayer weiterhin gut positioniert sein. Charttechnisch hat zwischen 55,5 und 58,5 EUR der Ausbruch nach oben begonnen. Einsteigen!

    Cardiol Therapeutics – Der Herz-Kreislauf-Experte schreitet voran

    Cardiol Therapeutics Inc. (CRDL) ist ein Biotechnologieunternehmen, das sich auf die Erforschung und klinische Entwicklung von innovativen antiinflammatorischen Therapiemethoden für die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen spezialisiert hat. Die Aktie ist seit März 2020 in Deutschland notiert und hat letztes Jahr eine aufregende Berg- und Talfahrt hinter sich gebracht.

    Der CEO David Elsley nutzt die gestiegene Aufmerksamkeit an seinem Unternehmen, die wesentliche Fortschritte Revue passieren zu lassen: "Im Jahr 2021 hat Cardiol Therapeutics mehrere wichtige Ziele erreicht. Wir haben die Entwicklung neuer Produkte, wichtige Grundlagenforschungsinitiativen und klinische Programme vorangetrieben, die sich darauf konzentrieren, die Entwicklung unserer pharmazeutisch hergestellten Cannabidiol-Formulierungen zur Verwendung als antifibrotische und entzündungshemmende Therapie bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen voranzutreiben.“ Insgesamt konnte das Unternehmen 98 Mio. CAD einwerben und auch eine Börsennotiz an der NASDAQ durchführen. Cardiol ist nun exzellent positioniert, neue Behandlungsoptionen zu entwickeln, um die Gesundheit und Lebensqualität von Patienten mit Herzerkrankungen zu verbessern. Dieses wichtige Therapiefeld ist aktuell immer noch zu wenig in der medizinischen Welt repräsentiert.

    Im Oktober 2021 erweiterte Cardiol die Lancer-Studie, die ursprünglich für die Aufnahme von Patienten in Krankenhauszentren in den Vereinigten Staaten im Rahmen einer von der FDA genehmigten IND zugelassen war, um mehrere Krankenhauszentren in Brasilien und Mexiko. Der nächste Milestone ist nun der Abschluss der Patientenrekrutierung für die Phase-II/III-Studie Lancer. Sie soll die Wirksamkeit und Sicherheit von CardiolRx als kardioprotektive Therapie zur Verringerung schwerer kardiovaskulärer und respiratorischer Ereignisse bei Patienten, die mit COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert werden und eine Vorgeschichte oder Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, untersuchen. Cardiol sieht sich auch in einer guten Position, Menschen mit akuter Myokarditis (Herzmuskelentzündung) zu helfen. Die chronische Herzinsuffizienz betrifft 26 Mio. Menschen in den Industrieländern und ist nach wie vor eine der Hauptursachen für Todesfälle und Krankenhausaufenthalte, wobei die damit verbundenen jährlichen Gesundheitskosten allein in den Vereinigten Staaten mehr als 30 Mrd. USD betragen.

    Mit der letzten Kapitalerhöhung in 2021 hat Cardiol nun die Möglichkeit sich diesem Milliardenmarkt der Herzerkrankungen mit höchster Expertise zu nähern. Zum Berichtszeitpunkt 31.12.2021 betrug der Bestand an liquiden Mitteln 83,9 Mio. CAD. Mit 61,9 Mio. Aktien ist das Unternehmen derzeit mit 112 Mio. CAD bewertet. Das Chance-Risiko-Verhältnis zeigt derzeit ganz klare Chancen auf der Kauf-Seite!

    Formycon und NanoRepro – Abliefern wie versprochen

    Wir richten noch einen kurzen Blick auf zwei Protagonisten aus Deutschland. Auch hier gibt es einige Unternehmen, die mit ihren pharmazeutischen Produkten gute Fortschritte machen und immer wieder die Aufmerksamkeit von Investoren auf sich lenken.

    Der Münchener Biosimilar-Spezialist Formycon sortiert sich im Strüngmann-Universum um. Deren Beteiligungsgesellschaft Athos KG ist derzeit mit rund 26,6% größter Einzelaktionär von Formycon. Nun geht es um die bisher in einer Kooperation entwickelten Biosimilarprojekte FYB201 und FYB202 aus den Jahren 2013 und 2017. Durch das Umparken von Unternehmensanteilen und der gänzlichen Integration des langjährigen Partners Bioeq GmbH verstärkt Formycon seine Kompetenzen in mehreren Bereichen, die für die Entwicklung, Zulassung und Kommerzialisierung von Biosimilars wichtig sind. Gleichzeitig steigt der zurechenbare Umsatzanteil für Formycon. Die Formycon-Aktie wurde im Rahmen der letzten Beteiligungs-Transaktionen mit einem gutachterlich bestätigten Fair Value von 83,41 EUR bewertet. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass auch das dritte, derzeit noch nicht bekanntgegebene Biosimilarprojekt (FYB206) in diese Wertermittlung einbezogen wurde. Die Aktie jubilierte auf diese News und legt in nur 3 Wochen ganz 50% zu.

    Bei NanoRepro gab es kürzlich Zahlen für 2021, sie waren massiv von den Einnahmen rund um die COVID-Pandemie geprägt. So kletterte der Umsatz des Unternehmens von 17 auf 163 Mio. EUR, der operative Gewinn stellte sich auf 38,8 nach 2,8 Mio. EUR. Aus dem rechnerischen Gewinn je Aktie von 2,30 EUR sollen nun 0,50 EUR an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Eine Prognose für 2022 wurde nach Beendigung der Viromed-Due Diligence nicht vorgelegt. Der Kurs dümpelt derzeit lustlos zwischen 4,40 und 5,20 EUR hin und her. NanoRepro hatte ein starkes Jahr, mal sehen wie die liquiden Mittel investiert werden und wie sich die Pipeline entwickelt.


    Der Anlage-Sektor Biotech ist höchst volatil und stark vom Anleger-Sentiment abhängig. Im aktuellen Umfeld erscheinen die Aktien von Formycon als auch NanoRepro haltenswert. Größere Kursdynamiken dürften sich aber nur bei unerwartet positiven Meldungen entfachen. Eine Investition in Bayer oder Cardiol Therapeutics erscheint wegen der guten Aussichten als chancenreich.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) derzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen hält bzw. halten und auf deren Kursentwicklungen spekulieren. Sie beabsichtigen insofern Aktien oder andere Finanzinstrumente der Unternehmen zu veräußern bzw. zu erwerben (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
    Es besteht insofern ein konkreter Interessenkonflikt bei der Berichterstattung zu den Unternehmen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
    Es besteht auch aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Juliane Zielonka vom 10.05.2022 | 06:55

    Biotech Aktien: Defence Therapeutics, BioNTech, BASF - Vorsprung durch Plattformtechnologie

    • Biotech
    • Pharma
    • Chemie
    • Technologie
    • Innovationen
    • Krebs

    Große Konzerne wie BASF galten bisher als sichere Portfolio-Beimischung. Doch der Krieg in der Ukraine macht dieser These einen Strich durch die Rechnung. Höhere Gewalt wie ein Krieg lässt Geschäfte platzen ohne Verantwortung der beteiligten Unternehmen. Wie sollten Anleger nun reagieren? Welche Portfolio-Strategie kann mit der hohen Volatilität der Märkte mithalten? Newcomer wie BioNtech stehen vor einem Überangebot und müssen Engpässe in Kauf nehmen. Ein Fokus auf Schwellenländer scheint die Lösung für ihre Wachstumsstrategie. Doch auch im Geschäft mit den Impfstoffen gibt es feine Unterschiede, wie das Unternehmen Defence Therapeutics beweist.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Juliane Zielonka vom 05.05.2022 | 06:39

    Aktien: Bayer, NervGen, Adler Gruppe - Pharma und Real Estate, das Management im Fokus

    • Pharma
    • Immobilien
    • Forschung

    Konzernriese Bayer arbeitet mit der Charité Berlin zusammen, um in Zukunft genetisch bedingte Krankheiten zu heilen. Ein Paradox? Big Pharma lebt davon, dass Symptome gelindert, jedoch keine Krankheiten geheilt werden. Das sieht schon bald anders aus. Auch das Biotech Nervgen verschreibt sich der Heilung von Erkrankungen. Der Ansatz hier: degenerative Nervenleiden durch Selbstheilungskräfte umzukehren. Konkret bedeutet dies, an den Rollstuhl gebundene Querschnittsgelähmte zu unterstützen, die eigenen Nervenbahnen zum Re-Connecten zu bringen. Das Unternehmen befindet sich in der Phase der klinischen Studien und wurde ins Leben gerufen von einem Mitgründer, der einen dramatischen Unfall miterleben musste. Von Unfall lässt sich bei der Immobilienfirma Adler Gruppe wohl nicht sprechen. Vier Vorstände traten bisher zurück, nachdem Wirtschaftsprüfer KPMG sein OK für den Jahresabschluss verweigerte. Kann das Management das Vertrauen der Aktionäre zurückgewinnen?

    Zum Kommentar

    Kommentar von Stefan Feulner vom 29.04.2022 | 05:10

    BioNTech, NervGen, Sanofi - Der Rebound steht an

    • Biotechnologie

    Die Unsicherheiten sind weiter vorhanden. Zwar sinken in der Corona-Pandemie die Infektionszahlen und dürften in dieser Hinsicht einen ruhigen Sommer gewährleisten. Dafür rückte neben der auf hohem Niveau bleibenden Inflation der Ukraine-Konflikt auf die vorderen Nachrichtenseiten. Dieser sorgte in den vergangenen Wochen für Panik und starke Abverkäufe an den Aktienmärkten. Nachdem der DAX gestern noch einmal ein Zwischentief bei rund 13.500 Punkten markierte, drehte das Börsenbarometer und kämpft mit der psychologisch wichtigen Marke bei 14.000 Punkten. Nun begann die Quartalssaison, die positive Impulse liefern könnte. Commerzbank und Deutsche Bank machten den Anfang und konnten dabei durchaus überzeugen.

    Zum Kommentar