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20.08.2021 | 06:00

Barrick Gold, Desert Gold, K+S – Überall dunkle Wolken?

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Bildquelle: pixabay.com

Seit der Veröffentlichung des Juli-Protokolls der FED Sitzung geht es mit den Indizes nach unten. Den Investoren gefällt nicht, dass in dem Protokoll ein mögliches Ende des finanziellen Stimulus zum Jahresende in Aussicht gestellt wurde. Die Inflationsrate in den USA lag wie im Vormonat bei 5,4% und bleibt derzeit weiterhin hoch. Nach der Hafensperrung in China kann man davon ausgehen, dass die Lieferketten auch weiterhin gestört bleiben. Hinzu kommt, dass die Delta-Variante für steigende Inzidenzen sorgt. Von daher ist der Markt aktuell nervös und antizipiert eine mögliche Korrektur. Als Inflationsschutz wird Gold immer noch gerne genommen. Wir sehen uns heute drei Unternehmen an und schauen, ob auch dort dunkle Wolken aufziehen.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Armin Schulz
ISIN: BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084 , DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 , K+S AG NA O.N. | DE000KSAG888


Barrick Gold – aktuell im Abwärtstrend

Bei Barrick Gold wechseln sich Licht und Schatten ab. Die Quartalszahlen waren ordentlich, der Nettogewinn lag bei 513 Mio. USD im Vergleich zu 415 Mio. USD im Vorjahresvergleich. Sehr positiv, wenn man bedenkt, dass die Produktion um mehr als 100.000 Unzen aufgrund von einem Maschinenausfall zurückging. Der hohe Goldpreis konnte diesen Rückgang also mehr als ausgleichen. Weniger schön ist, dass die Kosten pro Unze im Vorjahresvergleich um 56 USD auf 1.087 USD stiegen.

Mittlerweile besitzt das Unternehmen auch große Kupfervorkommen, womit es sich für die Zukunft etwas diversifizierter aufstellt. Zusätzlich investiert Barrick viel Geld in die Erschließung neuer Goldvorkommen, um seine Reserven für die kommenden Jahrzehnte aufzustocken. Mit den Ergebnissen beim Brownfield Projekt werden die abgebauten Ressourcen aus diesem Jahr mehr als kompensiert. Auch geografisch hat sich das Unternehmen immer breiter aufgestellt.

Für die Aktionäre gibt es im laufenden Jahr eine Sonderdividende von 0,42 USD zusätzlich zur regulären Dividende von 0,36 USD. Das Management hat in den vergangenen Jahren die Dividende stark angehoben. Trotzdem wurde zuletzt bekannt, dass der Milliardär Druckenmiller über 3,6 Mio. Aktien verkauft hat. Vielleicht einer der Gründe, warum die Aktie trotz des jüngsten Goldanstiegs nicht in die Gänge kam. Aktuell sollte man abwarten, bis die Aktie den Abwärtstrendkanal verlässt.

Desert Gold - Warten auf Nachrichten

2020 war das Jahr von Desert Gold und seinen Aktionären. Die Aktie marschierte von 0,05 Kanadischen Dollar (CAD) bis auf 0,35 CAD. Es folgte eine Konsolidierung bis Ende Oktober 2020 auf bis 0,12 CAD. Seitdem hat sich eine Seitwärtsphase ausgebildet zwischen 0,12 und 0,23 CAD. Aktuell kann man die Aktie für etwa 0,14 CAD kaufen. Man wartet mit Spannung auf den Abschluss des Bohrprogramms, das für Ende Juli avisiert war.

Das Unternehmen hat mit dem SMSZ-Projekt in Mali bereits Goldvorkommen lokalisiert mit Werten bis zu 6,28 g/t Gold. Die Liegenschaft ist mit 410 qkm das einzige nicht produzierende Gebiet. Das Projekt wird von großen Minen und Goldproduzenten wie Barrick Gold und B2 Gold umringt. Mit Abschluss des Bohrprogramms können Nachrichten erwartet werden, und wenn diese im Ansatz so gut ausfallen wie im Vorjahr, wird das Potential der Aktie deutlich.

Die letzte Nachricht am 22. Juni, handelte von der Fertigstellung über mehr als 82% des geplanten Bohrprogramms mit über 230 Bohrlöchern. Seitdem warten Anleger auf neue Meldungen. In den kommenden Wochen ist mit dem Abschluss zu rechnen. Liegen alle Ergebnisse vor, soll eine NI 43-101 Ressourcenschätzung vorgenommen werden. Damit lässt sich das Potential des Unternehmens noch genauer beziffern.

K+S – gute Zahlen und Schuldentilgung

Seitdem der Kalipreis so hoch wie schon lange nicht mehr steht, entwickelt sich K+S sehr gut. Mit Bekanntgabe der Halbjahreszahlen wurde sogar die Jahresprognose nach oben angepasst. Kein Wunder, denn das EBITDA wurde um 50% gegenüber dem Vorjahreshalbjahr gesteigert und das bei gleichzeitig gesunkenen Kosten. Am Jahresende erwartet CEO Dr. Lohr ein EBITDA zwischen 700-800 Mio. EUR. Schaut man auf das EBITDA in Höhe von 267 Mio. EUR im Jahr 2020, sieht man deutlich, wie gut die Ergebnisse in diesem Jahr sein werden.

Zuletzt kam die Aktie nach der Ankündigung von BHP eine Kalimine in Kanada eröffnen zu wollen unter Druck. Der Produktionsbeginn ist allerdings erst für 2027 geplant und daher sollte man diese Nachricht nicht zu hoch hängen. Das sieht auch der CEO des Konkurrenten Nutrien so, der zu Protokoll gab: „Es wird ein weiteres Jahrzehnt dauern, bis Jansen eine signifikante Produktion hat.“ Die Branche geht bis zum Jahr 2030 von einem Wachstum von 2-3% pro Jahr aus.

Das Hauptproblem bei dem Konzern ist und bleibt der Schuldenberg. Der Verkauf des Salzgeschäfts in den USA hat 2,6 Mrd. EUR gebracht und so konnte das Verhältnis von Schulden zu Gewinn auf den Faktor 2 gedrückt werden. Damit ist ein großer Schritt hin zu mehr Entspannung getan. Schaut man auf die Aktie, so hat sie vom Jahreshoch 13,35 EUR über 2 EUR abgegeben. Aktuell scheint sich ein Doppelboden bei 10,92 EUR zu bilden, was man als bullishes Zeichen werten kann. Kepler Cheuvreux sieht den fairen Wert der Aktie bei 22 EUR.


Den Produzenten von Rohstoffen geht es grundsätzlich gut. Als Anleger sollte man die Charttechnik beachten, da nicht alle guten Zahlen auch gleichzeitig einen Kursgewinn nach sich ziehen. Barrick Gold sieht auf dem aktuellen Niveau unterbewertet aus. Bei Desert Gold muss man die Nachrichten im Blick haben, um bei guten Resultaten schnell einsteigen zu können. K+S ist noch im Aufwärtstrend und nach dem Sell-on-good-news und der Nachricht der Konkurrenz sollte bei einem Doppelboden der Rebound gelingen.


Der Autor

Armin Schulz

Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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