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11.05.2021 | 04:50

Aurubis, Osino Resources, ThyssenKrupp – Die Gewinner der Trends Digitalisierung, Energiewende und eMobility

  • Gold
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  • Rohstoffe
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Bildquelle: pixabay.com

Eines haben die drei genannten Trends gemeinsam: Sie benötigen Elektrizität. Und wo immer Elektronen Arbeit verrichten, sind Materialien für den Stromtransport und die Stromspeicherung gefragt. Dabei kommen je nach Anwendung unterschiedliche Stoffe zum Einsatz. So wird Gold hauptsächlich im Bereich der Konnektoren eingesetzt, ebenso wie Silber, das aber auch in zahlreichen Beschichtungen, z.B. für Sitzheizungen oder in Infotainment-Systemen, steckt. Kupfer wiederum ist das Material der Wahl für alle Kabelverbindungen, während für die Speicherung von Strom Stoffe wie Lithium oder Kobalt benötigt werden oder in Zukunft auch Wasserstoff. Folgende Unternehmen liegen mit ihren Produkten voll im Trend und sollten in keinem Depot fehlen.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Carsten Mainitz


Aurubis AG – Deutlich höherer Gewinn im ersten Halbjahr dank kräftig gestiegener Kupferpreise

Der Hamburger Kupferkonzern konnte in den letzten zwölf Monaten, in denen sich der Preis für die Tonne Kupfer auf ein aktuelles Allzeithoch von 10.350 USD fast verdoppeln konnte, sein operatives Ergebnis vor Steuern um 72% auf 103 Mio. EUR in die Höhe schrauben. Das Konzernergebnis stieg in gleicher Größenordnung auf 79 Mio. EUR. Allerdings war diese Entwicklung bereits antizipiert worden, sodass das Unternehmen seine Jahresprognose lediglich bestätigte. Zieht man allerdings in Betracht, dass die Analysten der Bank of America jüngst einen kurzfristigen Anstieg des Kupferpreises auf 13.000 USD je Tonne für wahrscheinlich erklärten, dürfte bei Aurubis noch Luft nach oben sein.

Insbesondere die Erholung der Weltkonjunktur in der Post-Corona Zeit und das damit verbundene 'Wieder-in-den-Fokus-Rücken' der globalen Klimaschutzziele, wird einen weiteren Nachfrageschub nach Rohstoffen für die Energiewende auslösen. So werden für batterieelektrisch betriebene Fahrzeuge bis zu 20% mehr Kupfer benötigt als bei konventionellen Antrieben. Aurubis jedenfalls, auch eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich des Recyclings von Nicht-Eisenmetallen, dürfte mit seinen Produkt- und Dienstleitungsspektrum bestens aufgestellt sein.

Osino Resources Corp.– Twin-Hills-Projekt in Namibia geht mit Riesen-Schritten voran

Neben seiner Bedeutung für die Energie- und Mobilitätstrends der Zukunft war Gold schon immer die gefragteste Asset-Klasse in wirtschaftlich instabilen Zeiten, meist getrieben von ausufernder Inflation angesichts steigender Staatsschulden. Bedenkt man, dass alles bisher jemals auf der Erde geförderte Gold in einen Würfel mit der Kantenlänge von 21 Metern passt, kann man sich plastisch gut vorstellen, wie rar das Edelmetall und wie aufwendig die Goldproduktion eigentlich ist. Gut, dass es ein Unternehmen wie die kanadische Osino Resources Corp. gibt, die sich mit der Identifizierung und Entwicklung weltweiter Goldvorkommen beschäftigt.

Das aktuelle Hauptprojekt des Unternehmens heißt Twin-Hills und liegt in Namibia, einem wirtschaftlich und politisch stabilen Land mit langer Bergbautradition. Genauer gesagt liegt das Projekt im Damara-Sedimentgürtel, der auch als namibischer Goldgürtel bezeichnet wird, und in dem bereits andere Minen, wie die bekannten Navachab und Otjikoto in Betrieb sind. Letztere wurde übrigens von einem Team rund um den aktuellen Presidenten und CEO von Osino Resources, Heye Daun, entwickelt und an das Unternehmen B2Gold verkauft, welches die Mine heute äußerst profitabel betreibt. Mit der bereits seit 2016 laufenden Exploration der Goldvorkommen in Twin-Hills, konnte nun nach der Niederbringung von 69.000 Bohrmetern und 125 Bohrlöchern eine erste Schätzung der Goldvorkommen von rund 1,9 Mio. Unzen erstellt werden, bei einem Gehalt von 1,1g/t. Für das laufende Jahr sind zusätzliche 75.000 Bohrmeter geplant. Außerdem soll bis spätestens Ende des Jahres eine Machbarkeitsstudie angefertigt sein.

Die vorliegenden Ergebnisse, die Erfahrung des Management-Teams sowie die geplanten weiteren Projektschritte waren für die Analysten von Sprott Equity Research Anlass genug, ihr Kursziel für die Aktie von Osino Resources, die übrigens auch in Frankfurt gehandelt wird, auf 2,55 CAD zu erhöhen. Damit hat das Papier, das aktuell bei 1,24 CAD notiert, Verdopplungspotenzial. High-Risk-High-Return-affine Anleger, die vom Nachfrageboom bei Gold überproportional profitieren möchten, sollten sich die Aktie ins Depot legen. Schließlich versprechen Explorationsgesellschaften bei einem frühen Einstieg typischerweise eine wesentlich höhere Rendite als etablierte Gold-Produzenten.

ThyssenKrupp – Big Player in der emissionsarmen Stahlproduktion

Klimawandel und Energiewende machen auch vor deutschen Traditionsunternehmen nicht Halt. Zum einen muss die Stahlproduktion zukünftig mit weniger Emissionen betrieben werden, sollten internationale Klimaschutzziele erreicht werden wollen, zum anderen bieten sich für Konzerne durch neuartige Technologien aber auch einzigartige Chancen. Beides trifft auf den deutschen Traditionskonzern ThyssenKrupp zu. Einerseits engagiert sich das Unternehmen zunehmend in der Produktion von „grünem Stahl“, bei dem Emissionen beispielsweise durch die Nutzung ökologisch erzeugten Stroms oder den Einsatz neuartiger Technologien, wie dem Thyssenkrupp-eigenen EnviBAT-System zu Emissionsminderung im Verkokungsprozess, reduziert werden. Andererseits ist der Konzern über seine gemeinsam mit dem italienischen Partner De Nora gehaltene Chemieanlagentochter Uhde Chlorine Engineers, die aktuell Marktführerin bei der Produktion von Elektrolyseanlagen für die Chloralkali-Produktion ist, zukünftig auch beim Bau großformatiger Wasserstoffelektrolyseanlagen aktiv.

Dabei kommt das Engagement im Bereich Wasserstoff nicht von ungefähr: soll Stahl klimaneutral produziert werden, ist dies zukünftig nur durch den Ersatz von Kohle durch Wasserstoff möglich. Um eine optimale Versorgung mit dem wichtigen Element sicherzustellen, plant ThyssenKrupp daher zusammen mit den Partnern HKM und dem Hafen Rotterdam den Aufbau internationaler Lieferketten zum Import und zur effizienten Distribution. Und auch die Expertise im Bereich nachhaltiger Stahlproduktion ist international gefragt. So konnte jüngst ein Großauftrag aus China zum Bau und zur Lieferung von vier emissionsarmen Koksofenstampfbatterien mit einer Jahresgesamtkapazität von 3,9 Mio. Tonnen an Land gezogen werden. Wir sehen den deutschen Traditionskonzern mit dieser Strategie auf dem richtigen Weg. Diese Einschätzung wird auch bekräftigt durch die Bekanntgabe des Bundeswirtschaftsministers Peter Altmeier vor einigen Tagen, die Umstellung auf eine grüne Stahlproduktion mit zusätzlichen 5 Mrd. EUR in den nächsten drei Jahren fördern zu wollen. Analysten scheinen übrigens ebenso dieser Meinung zu sein. So liegt der Konsens der Analystenschätzungen aktuell bei einem Kursziel von 14,18 EUR, dies bedeutet beim aktuellen Kurs ein Potenzial von rund 25%.


Der Autor

Carsten Mainitz

Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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