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12.07.2021 | 05:20

Aspermont, ProSiebenSat.1 Media, Cliq Digital – Wie kann man von der Digitalisierung der Medienunternehmen profitieren?

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Bildquelle: pixabay.com

In Deutschland werden laut einer McKinsey-Studie grade einmal 10% des digitalen Potentials genutzt. Wer nun denkt, dass es sich nur in Deutschland schleppend entwickelt, liegt falsch. Auch wenn die USA mit den Big-Tech Firmen mit 18% laut der Studie führend sind, ist das Potential noch längst nicht ausgeschöpft. Insbesondere für Medienunternehmen ist die Digitalisierung enorm wichtig geworden, da die junge Generation bis zu 90% ihres Contents über das Smartphone konsumiert. 90% dieser Inhalte kommen aus Social Media. Als traditionelles Medienunternehmen mit Print- oder Fernsehinhalten wird es dadurch immer schwieriger die begehrte Zielgruppe zu erreichen. Die einzige Möglichkeit ist die Verzahnung von traditionellem Content mit digitalen Medien. Wir legen heute den Fokus auf drei Medienunternehmen und ihrem Umgang mit dieser Herausforderung.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Armin Schulz
ISIN: ASPERMONT LTD | AU000000ASP3 , PROSIEBENSAT.1 NA O.N. | DE000PSM7770 , CLIQ DIGITAL AG O.N. | DE000A0HHJR3


Aspermont – nutzt die digitalen Möglichkeiten immer besser

Aspermont ist ein sehr traditionsreiches Medienunternehmen, dessen Marken teilweise auf eine 185-jährige Geschichte zurückblicken können. Der Schwerpunkt liegt auf dem Rohstoffmarkt. Das Unternehmen befindet sich bereits seit dem Jahr 2000 in der Transformation zu einem digitalen Mediendienstleister, als man erstmalig mit online Bezahlschranken experimentierte. Wo früher die Goldschürfer das Mining Journal kauften, liegt der Fokus heute mehr auf dem B2B-Geschäft, trotzdem wächst die Zahl der online Nutzer seit Jahren um durchschnittlich 23%.

Neben den Abonnements baut das Unternehmen weitere Geschäftsbereiche auf, wie beispielsweise die Virtual Event & Exhibition Lösung, um virtuelle Messen abzuhalten. Am 8. Juni ging das neue Multimedia-Produkt, 'Digging for Climate Change' an den Start. Mit diesem Programm versucht das Unternehmen die Führung in der globalen Diskussion zum Thema Nachhaltigkeit beim Rohstoffabbau zu übernehmen. Durch diese Everything-as-a-Service Strategie bindet man Kunden und kann so möglicherweise weitere Services verkaufen. Neben den neuen Angeboten besteht aktuell die Aufgabe darin, die Expansion in Länder wie China und Südamerika voran zu treiben.

Das Management hat bereits weitere mögliche Geschäftsbereiche wie eine Handels-, Finanzierungs- und E-Learning-Plattform im Hinterkopf. Es besteht hier noch deutlich mehr Potential. Schaut man auf die Halbjahreszahlen, so ist der Umsatz leicht gesunken im Vergleich zum Vorjahr, aber der operative Cashflow hat sich fast verdreifacht, und das trotz Corona und ausfallenden Messen. Die Aktie hat sich seit ihrem Hoch am 17. Februar halbiert und bietet auf diesem Niveau eine gute Einstiegschance. Seit Anfang Mai läuft die Aktie seitwärts. Gelingt der Ausbruch, sollte mindestens das Hoch aus Februar noch einmal getestet werden.

ProSiebenSat.1 Media - Beteiligungen sind Wachstumstreiber

ProSiebenSat.1 Media (PSS) betreibt Fernsehsender und generiert Geld durch den Verkauf von Werbung. Das ist vermutlich die gängige Meinung im deutschsprachigen Raum. Das Unternehmen hat allerdings schon vor langer Zeit damit begonnen, ihre Ausrichtung in die digitale Welt zu verlagern und sich so verschiedene Standbeine zu schaffen. Aktuell ist der Hauptumsatztreiber Dating! Parship gehört mit zur PSS Familie und hat 2020 das amerikanische Dating Unternehmen Meet Group übernommen. Das schlägt sich auch in den Quartalszahlen nieder. Während die Gewinne aus dem Fernsehgeschäft um 32% zurückgingen, konnte die Online-Dating-Sparte um über 100% zulegen.

Doch nicht nur beim Dating konnte der Gewinn verdoppelt werden, auch durch Beteiligungen an Firmen wie der Nucom Group oder Sevengrowth wurde der Gewinn verdoppelt zum Vorjahresvergleich. Es befinden sich klanghafte Namen unter den Beteiligungen wie wetter.com, Verivox, billiger-mietwagen, moebel.de, flaconi, mydays oder auch Jochen Schweizer. Schon anhand der Zahlen kann man erkennen, dass die Transformation weg vom Ursprungsgeschäft auf Hochtouren läuft. Eine Fusion mit Mediaset, einer italienischen Fernsehsendergruppe, wurde daher abgesagt.

Der Werbemarkt hat im April und Mai deutlich zugelegt und lag erstmals wieder auf dem Niveau aus der Zeit vor Corona. Das Management erwartet für 2021 einen Umsatz von 4,25 Mrd. EUR und einen Gewinn von 750 Mio. EUR. Der Ansatz, Werbung für eigene Online-Shops auszustrahlen, scheint sich auszuzahlen. Die Aktie hat sich von ihrem Tief im März 2020 mehr als verdreifacht, läuft aber seit Februar dieses Jahres seitwärts zwischen 16,20 EUR und 19 EUR. Sollte die 16,20 EUR Marke brechen, liegt der nächste Support bei 14,30 EUR. Bei einem Schlusskurs oberhalb von 17,50 EUR sollte die 19 EUR Marke getestet werden.

Cliq Digital – vor neuem Rekordjahr

Cliq Digital hat bereits eine Transformation hinter sich. Fairerweise muss man sagen, dass das Unternehmen nie ein traditionelles Medienunternehmen war. Man begann mit Klingeltönen und Abo Modellen rund ums Handy. Mittlerweile hat man sich neu ausgerichtet und alle Inhalte können auf sämtlichen Geräten wie Handys, Tablets, PCs und Fernsehern genutzt werden. Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern verfolgt Cliq Digital eine All-In-One Lösung, sprich man bekommt lizensierte Filme, Serien, Music, Hörbücher, Sport und Spiele zu einem Fixpreis angeboten. Die Kunden werden über Direktmarketing gewonnen.

Interessanterweise wurde das neue Konzept der Düsseldorfer Firma zuerst in Nordamerika getestet, bevor es in Europa ausgerollt wurde. Das Unternehmen konnte stark von der Corona Pandemie profitieren und steigerte seinen Umsatz um fast 70% und das EBITDA betrug 16 Mio. EUR – ein Plus von 177%. Das Wachstum geht weiter, wie die Quartalszahlen im Vorjahresvergleich belegen. Der Umsatz kletterte noch einmal um 49% und auch beim EBITDA gab es eine 142%ige Steigerung. Die Jahresprognose von 140 Mio. EUR Umsatz bei einem EBITDA von 22 Mio. EUR sollte also erreicht werden. Die Aktionäre wurden für das Wachstum in diesem Jahr mit einer Dividende von 0,46 EUR belohnt.

Am 14. Juni meldete das Unternehmen, dass die Vorstände Aktien im Wert von 100.000 EUR gekauft haben. Schaut man sich die Aktie kann, so sieht man welche Rallye hinter dem Wert steckt. Zu Beginn der Pandemie 2020 lag der Wert bei 2,50 EUR. Seitdem ging es bis zum 14. April dieses Jahres auf über 41 EUR hoch. Seitdem hat die Aktie bis auf 23 EUR konsolidiert und ist aktuell für etwa 26 EUR zu haben. Da die Organe Aktien kaufen und laut dem Management ein Rekordjahr bevorsteht, kann man hier eine erste Position aufbauen. Die Dividendenrendite beträgt aktuell etwa 1,7%.


Alle drei vorgestellten Unternehmen haben sich den neuen Bedingungen angepasst. Aspermont ist aufgrund der Spezialisierung und der Erweiterung der Geschäftsbereiche aussichtsreich. Auch ProSiebenSat.1 hat den Sprung hin zu einem digitalen Mediendienstleister geschafft und steht besser da als viele Konkurrenten. Cliq Digital war schon immer digital unterwegs, musste sich aber dennoch neu erfinden. Mit dem All-In-One Paket ist das gelungen und es steht laut Management ein Rekordjahr an. Auch hier kann man zugreifen.


Der Autor

Armin Schulz

Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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