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30.03.2022 | 05:55

Alibaba, mm2 Asia, Tencent – Gewinne mit Entertainment-Aktien aus Asien

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Bildquelle: pixabay.com

Seitdem das Internet Einzug in unseren Alltag gehalten hat fahren Firmen, die Content produzieren und den Kunden zur Verfügung stellen, Gewinne ein. Dabei ist es egal, ob es sich um Webinhalte, Filme, Musik oder Computerspiele handelt. In den vergangenen Monaten litten Unternehmen aus China unter den Regulierungen der chinesischen Regierung. Doch damit könnte nun Schluss sein. Mitte März erklärte die chinesische Regierung, dass sie die Listings an ausländischen Börsen unterstützt. Daher schauen wir uns heute drei Unternehmen an, die ihren Kunden mit ihren Inhalten Entertainment bieten und analysieren ihr Potential.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: ALIBABA GR.HLDG SP.ADR 8 | US01609W1027 , mm2 Asia LTD | SG1DC0000006 , TENCENT HLDGS HD-_00002 | KYG875721634

Inhaltsverzeichnis:


    Alibaba – Streaming als Teleshopping 2.0

    Alibaba ist einer der Verlierer 2021, was aber hauptsächlich auf die Politik der chinesischen Regierung zurückzuführen ist. Aufgrund dieser Unsicherheit wandten sich internationale Investoren vom Unternehmen ab. JP Morgan stufte die Aktie auf underweight zurück mit einem Kursziel von 65 USD. Dies wurde veröffentlicht, als die Aktie wie ein Stein fiel, obwohl sich fundamental nichts geändert hatte. Nachdem die chinesische Regierung zusagte, Listings an ausländischen Börsen zu unterstützen, war das wie ein Weckruf für die lange verschmähte Aktie. Von 73,28 USD ging es in der Spitze über 68% nach oben bis auf 124,11 USD.

    Neben dem Kerngeschäft E-Commerce hat der Konzern aber auch Entertainment Angebote wie Video- und Musik-Streaming. Über das Cloud Geschäft kann man Sport und Live-Events streamen. Auch auf den neuesten Trend Teleshopping 2.0 ist der Konzern bereits aufgesprungen. Während in Europa Live Stream Shopping noch recht unbekannt ist, hat sich dieses Format in China bereits etabliert. Dabei stellen Prominente oder Influencer die Produkte live vor und der Kunde kann per Klick in der App bestellen. Erste Ausläufer sind bereits in Deutschland zu beobachten. Die Branche boomt und konnte von 2019 auf 2020 um 210% zulegen und etwa 157,5 Mrd. USD umsetzen.

    Das Unternehmen selbst stockte sein Aktienrückkaufprogramm auf 25 Mrd. USD auf, da das Management die aktuelle Bewertung für deutlich zu niedrig hält. Die Analysten von JPMorgan stehen mit ihrem Kursziel von 65 USD erst einmal schlecht da. Ob sich nun tatsächlich eine Trendwende abzeichnet muss man abwarten. Der Lockdown von Shanghai wird die Leute wieder zum Konsum im Internet bewegen. Davon wird Alibaba sicherlich profitieren können. Fundamental ist der Konzern nach wie vor gut aufgestellt. Hält sich die chinesische Regierung zurück, sollte der nächste Widerstand bei 138,70 USD getestet werden.

    mm2 Asia – Turnaround winkt

    mm2 Asia mit Sitz in Singapur verfügt über verschiedene Geschäftszweige, die teilweise in den vergangenen zwei Jahren unter der Corona Pandemie gelitten haben. Das Kerngeschäft ist die Produktion und Sponsoring von Film-, TV- und Online-Inhalten, welche dann entsprechend vertrieben werden. Darüber hinaus werden Dienstleistungen im Postproduktionsbereich und die Produktion von Inhalten angeboten. Die Tochter Vividthree Productions wurde mehrfach für seine herausragende Arbeit ausgezeichnet. Als drittes Standbein betreibt das Unternehmen 26 Kinos mit fast 200 Kinosälen in Singapur und Malaysia. Zu guter Letzt betreibt die Tochter UnUsUaL Eventproduktion und Konzertpromotion.

    Gerade die letzten beiden Geschäftszweige haben sehr gelitten in den letzten zwei Jahren. Doch seit Herbst letzten Jahres hat Singapur seine No-Covid Strategie aufgegeben und die Auflagen gelockert. Ab dem 1. April können Touristen auch wieder nach Malaysia reisen, so dass sich die zuletzt defizitären Bereiche deutlich erholen sollten. Hinzu kommt, dass viele große Blockbuster aufgrund der Pandemie zurückgehalten wurden und nun den Weg in die Kinos finden. In beiden Ländern ist der Verzehr von Speisen und Getränken im Kinosaal erlaubt, was sich positiv auf die Einnahmen auswirken dürfte. Auch die Konzerte und Shows starten wieder, was den Bereich zumindest zu einer schwarzen Null bringen sollte, laut den Analysten von UOBKayHian.

    Auch sonst war das Management während der Pandemie nicht untätig. Es plant den Einstieg in das Metaverse durch einen NFT-Marktplatz namens Metaviva. Aufgrund der guten Verbindungen, die in den letzten Jahren zu Künstlern im Zuge von den Geschäftstätigkeiten aufgebaut werden konnten, könnte sich hier ein großes Potential zeigen. Der NFT Markt ist mit dem Krypto-Hype deutlich gewachsen. Die Aktie musste bis Ende Januar einige Rückschläge einstecken und wurde dabei bis auf 0,048 Singapur Dollar (SGD) gedrückt. Seitdem konnte die Aktie einen Aufwärtstrend ausbilden, der sie bis auf aktuell 0,067 SGD führte. Die Analysten von UOBKayHian sehen als Kursziel 0,115 SGD.

    Tencent – keine neuen Spiele-Genehmigungen

    Tencent ist ein weltweites Online-Werbedienstleistungsunternehmen, das diversifiziert aufgestellt ist. Es bietet Business Services, soziale Netzwerkdienste, FinTech- und Cloud-Dienste sowie Online-Werbedienste an. Der Konzern ist auch in der Produktion, Investitionen und Vertrieb von Filmen und Fernsehprogrammen für Dritte, sowie Urheberrechte Lizenzierung, Merchandise-Verkauf und anderen Aktivitäten beteiligt. Darüber hinaus entwickelt das Unternehmen Software und betreibt Online-Spiele und bietet Dienstleistungen in den Bereichen Informationstechnologie, Integration von Informationssystemen, Asset Management, Online-Literatur und Online-Musikunterhaltung an.

    Das starke Wachstum, das auch durch Corona bedingt vorhanden war, hat zuletzt deutlich nachgelassen, wie die letzten Zahlen zeigen. Die Werbeeinnahmen sind erstmals zurückgegangen und auch die Gaming-Sparte konnte kaum zulegen, was aber der Regulierung der chinesischen Regierung geschuldet ist. Für chinesische Kinder gelten klar begrenzte Spielzeiten und die Genehmigungen für neue Spiele wurden Tencent nicht erteilt. Somit muss sich der Konzern mehr auf das internationale Publikum einstellen, um beim Gaming wieder Fahrt aufzunehmen. Insgesamt konnte der Konzernumsatz um 8% auf etwa 22,5 Mrd. USD zulegen.

    Die Asiaten sind dafür bekannt, dass sie gerne spielen. Werden neue Spiele genehmigt, sollte das einen Aufschwung nach sich ziehen. Hier hängt aber viel an der chinesischen Regierung und die will die Kinder vor einer Spielsucht und zu wenig Bewegung schützen. Im Gegensatz zu anderen chinesischen Unternehmen hat sich das Management trotz des stark gefallenen Aktienkurses nicht entschieden ein Aktienrückkaufprogramm aufzulegen. Die Aktie von Tencent notiert aktuell bei 47,42 USD und konnte sich damit deutlich von dem Tief Mitte März bei 37,92 USD entfernen.


    Online Content wird immer konsumiert, insbesondere im Lockdown. Alibaba hat sich nach dem Dip Mitte März eindrucksvoll zurückgemeldet. Fundamental ist man ohnehin gut aufgestellt. mm2 Asia musste die Live-Veranstaltungen und Kino-Einnahmen in den letzten Jahren fast komplett abschreiben. Jetzt sieht es so aus, als wenn der Turnaround beginnen kann. Die Umsätze sollten dieses Jahr deutlich klettern. Tencent ist stark von der chinesischen Regierung reglementiert. Erst wenn neue Computerspiele genehmigt werden, hellen sich die Aussichten für das Unternehmen auf.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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