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04.07.2022 | 04:44

Achtung Turnaround! Lufthansa, TUI, Desert Gold, Deutsche Bank: Diese Aktien heben wieder ab!

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Bildquelle: pixabay.com

Die laufende Krise ist aus mehreren Blickwinkeln eine Mammutaufgabe für Asset-Manager und Privatinvestoren. Zum einen weiß nach dem langen Aufwärtstrend und der absoluten Boom-Bewertung der Wachstumswerte von 2015 bis 2022 niemand, wann ein ausreichend hoher Abschlag erreicht wurden ist, um wieder neu einzusteigen. Manche Werte wie z.B. Plug Power sind sehr stark in die Zukunft gerichtet und von Regierungsaufträgen abhängig. Hier gab es schon Umsatzbewertungen von Faktor 200. Ist also ein KUV von aktuell 12 nach knapp 80% Kursverlust schon günstig oder immer noch hoffnungslos überteuert? Wir wissen es nicht, denn der immer noch anhaltende Krieg setzt täglich neue Parameter für die Märkte. Die großen Indizes werden deshalb weiterhin sehr volatil nach einer Bewertungsbasis suchen. Wir picken ein paar ausgewählte Chancen heraus.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 , TUI AG NA O.N. | DE000TUAG000 , LUFTHANSA AG VNA O.N. | DE0008232125 , DEUTSCHE BANK AG NA O.N. | DE0005140008

Inhaltsverzeichnis:


    Gold unter 1.800 USD – Desert Gold Ventures ist auf dem Sprung

    Das war ein kleiner Schock am Freitag. Gold fiel kurzzeitig unter 1.800 USD und markierte mit 1.784 USD ein neues Halbjahrestief, ebenso stürzte das Silber zum ersten Mal seit Sommer 2020 wieder unter die Marke von 20 USD. Anders als viele Investoren seit Kriegsbeginn erwartet hatten, korrigieren die Edelmetalle teilweise erratisch in einem immer noch stark abwärts gerichteten Gesamtmarkt.

    Nun ist aber die Zeit, um auf Goldwerte zu blicken, die ihre Goldreserven noch im Boden versteckt halten. Denn wenn die geförderte Unze schon im Preis sinkt, werden auch Projekte für die Zukunft niedriger bewertet, das offeriert bei guten Liegenschaften auch perfekte Einstiegsszenarien. Der kanadische Explorer Desert Gold Ventures (DAU) hat noch eine kleine Wegstrecke in der Entwicklung seiner afrikanischen Assets zu absolvieren, die erreichten Meilensteine sind aber vielversprechend.

    Ende Juni gab es wieder neue Bohrergebnisse aus 91 Bohrungen in der Topliegenschaft SMSZ in Mali, Westafrika. Alle Reverse-Circulation-Bohrlöcher (RC) durchschnitten beträchtliche Mengen an Goldmineralisierung (0,41 bis 1,91 g/t AU), der Topwert von 1,91 Gramm pro Tonne Gold erstreckte sich auf immerhin 32 Meter. Eine detaillierte Überprüfung der Metallurgie und der Abbaubarkeit der Goldoxidressourcen, die mit der höhergradigen Lagerstätte Barani East beginnt, ist im Gange. Sobald die Untersuchungsergebnisse für die Zonen Mogoyafara South und Linnguekoto West vorliegen und ausgewertet wurden, wird ein Folgeprogramm konzipiert.

    Der CEO Jared Scharf kommentierte wie folgt: "Unsere jüngsten Bohrungen ergaben weiterhin zahlreiche breite Abschnitte mit Goldmineralisierungen entlang einer 1,6 Kilometer langen Zone, wobei innerhalb eines 130 Meter breiten Korridors bis zu fünf Linsen mit Goldmineralisierungen angetroffen wurden. Dieses vor kurzem definierte Goldsystem, das nicht Teil unserer aktuellen Ressource ist, zeigt das enorme Goldvorkommen der Region und das Potenzial für eine Ressourcenerweiterung und zusätzliche Entdeckungen auf dem Projekt SMSZ."

    In 2022 sollen insgesamt 20.000 Meter an Bohrungen durchgeführt werden. Aufgrund der aktuellen Ergebnisse wird die nächste Ressourcenschätzung wohl angehoben werden. Den Juni beendete die Aktie mit etwa 0,10 CAD und einer Gesamtbewertung von 16 Mio. Kanadischen Dollar umgerechnet knapp 12 Mio. EUR. Die Aktie wird derzeit wieder liquide gehandelt, der positive Newsflow sollte dem Kurs auch weiterhin Unterstützung verleihen, auch wenn die Edelmetalle im Preis derzeit nicht hochkommen wollen. Positionieren sie sich jetzt!

    TUI und Lufthansa – Dieser Sommer wird zur Nagelprobe

    Abseits von den Edelmetallen gerät die Situation im Touristikgeschäft außer Kontrolle. Total überlastete Flughäfen, Stunden an zusätzlicher Wartezeit, Überbuchungen und Stornierungen teilweise auch noch kurz vor Abflug treiben die Urlaubswilligen in den Wahnsinn. Die Reise- und Luftfahrtkonzerne können ohne dem zuletzt in der Pandemie freigesetzten Personal heute kaum mehr ihr Regelgeschäft bewältigen. Nun gibt es aber gerade in Deutschland viele Familien die seit 2 Jahren keinen Urlaub mehr machen konnten und so einen dringenden Nachholbedarf verspüren.

    Die Reiseangebote im Internet sind üppig und zahlreich vorhanden, doch in eine richtige Leistungserfüllung kommen die Anbieter derzeit nicht. Verkomplizierend ist auch die dramatische Unterbesetzung der Flughäfen, der Lotsendienste und der Verfügbarkeit ganzer Flugzeug-Crews. Es wirkt verstörend, wenn sich Trauben vor den CheckIn-Schaltern bilden und die Laufsprecherdurchsage ankündigt: „Wir können mit dem Boarding erst beginnen, wenn die Crew eintrifft!“ - manchmal kommt sie eben nicht mehr rechtzeitig und der Flughafen storniert den vorgesehenen Slot. Was für ein Chaos!

    Für die Dienstleister TUI und Lufthansa sind das keine guten Nachrichten, der Shitstorm im Internet spricht Bände. Investoren reagieren verschnupft und verkaufen die hochverschuldeten Gesellschaften erst mal weiter, die Kurse jagen so von Jahrestief zu Jahrestief. Ende Juni erreichte TUI mit 1,52 EUR erneut sein Corona-Tief von 2020, der LHA-Kurs ist mit 5,65 EUR nur noch knapp über seinem Tief von 5,27 EUR. TUI teilte am Freitag spätnachmittags noch mit, dass man 725 Mio. EUR an stiller Einlage an den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) zurückbezahlt hat. Lufthansa hatte bereits im ersten Quartal eine Milliardensumme getilgt. TUI senkte ebenso seine KfW-Verschuldung von 2,4 auf 2,1 Mrd. EUR. Kürzlich hatte auch das Management gewechselt, trotzdem schreibt die Börse Tiefstkurse an die Tafel. Das Sommergeschäft scheint dennoch gut zu laufen, auch wenn wohl einige Schadensersatzzahlungen fällig werden. Ein Einstieg ist aktuell sehr spekulativ und braucht in diesem Umfeld starke Nerven, aber vielleicht geschieht er zum richtigen Zeitpunkt.

    Deutsche Bank – Voll unter die Räder gekommen

    Die Aktie der Deutschen Bank (DBK) hat ein Horrorsemester an der Börse hinter sich gebracht. Der Wert fiel von 14,64 EUR im Februar auf 7,94 EUR zu Anfang Juli zurück. Eigentlich gibt es eine solche Halbierung eines DAX-Wertes nur bei operativ schlechten Zahlen oder andauernden Gewinnwarnungen, beides ist aber derzeit nicht der Fall.

    Der Chef der größten deutschen Privatbank selbst ist es, der schon mehrmals auf die drohende Rezession in Europa hingewiesen hat. Die Bank ist wohl gerade dabei, sich auf dieses Wirtschaftsszenario einzustellen. Drohende Pleiten und ein einbrechendes Neugeschäft wären die Folge einer ökonomischen Krise, die Christian Sewing anscheinend prognostiziert. Seiner Meinung nach ist die Inflation das größte Gift für die Wirtschaft und Gesellschaft und müsste entsprechend bekämpft werden. "Ich würde sagen, dass mich die Inflation am meisten beunruhigt, und deshalb glaube ich, dass das Signal, das wir von den Zentralbanken erhalten haben, sei es von der Fed oder jetzt auch von der EZB, das richtige Signal ist", sagte der Manager gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Der Manager sagte bereits im Dezember, dass er die Inflation nicht für ein temporäres Phänomen hält, sondern für eine mehrstufige Entwicklung. Die Notenbanken sind gefordert, damit diese Entwicklung nicht aus dem Ruder laufe.

    Die Deutsche Bank hat ihre Präsenz und ihr Engagement in Russland seit 2014 bereits deutlich verringert und in den vergangenen Wochen weiter reduziert. Das Brutto-Kreditengagement liegt bei nur noch 1,4 Mrd. EUR oder nur 1% des gesamten Kreditbuchs. Warum die Aktie gegenüber dem DAX eine stark negative Entwicklung hat, ist für uns derzeit nicht ableitbar. Vielleicht sind Kurse um 8 EUR daher auch für risikobewusste Anleger verlockende Einstiegskurse. Setzen sie dennoch enge Stops!


    Die Erschütterungen am Aktienmarkt halten an, sie liefern aber auch immer wieder Kaufgelegenheiten zu Tage. Waren die Märkte in 2021 durchwegs hoch gepreist, so offerieren manche Aktien derzeit ein wieder faires Chance-Risiko-Profil. Desert Gold liefert Milestone über Milestone und ist günstig bewertet, bei TUI, Lufthansa und Deutsche Bank erfolgen Käufe zumindest auf mehrjährigen Tiefs im Chart.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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