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14.07.2022 | 04:44

Achtung: BASF, Viva Gold, Barrick, ThyssenKrupp - Aktien mit guten Turnaround-Chancen!

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Bildquelle: pixabay.com

Angesichts weiterhin hoher Inflationsdaten suchen Anleger weltweit nach Stabilität, die aber auch wegen zunehmender geopolitischer Anspannungen aktuell schwer zu finden ist. Stark schwankende Aktien- und Kryptopreise sind die täglichen Begleiter, selbst die Immobilienmärkte sind vor allem im Gewerbebereich vom starken Zinsanstieg der letzten Monate beeinflusst. Der Rentenmarkt hat seinen ersten Ausverkauf bereits hinter sich, die Bondpreise tendierten zuletzt sogar wieder nach oben. Entscheidend für den Fortgang der Konjunktur erscheint die Energiepolitik mit dem wichtigen Lieferanten Russland. Sollte es zur Abstellung des Gashahns kommen, hat Mitteleuropa ein ernsthaftes Problem. Wir beleuchten ein paar Auffälligkeiten aus dem Aktienbereich.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: VIVA GOLD CORP. | CA92852M1077 , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , THYSSENKRUPP AG O.N. | DE0007500001 , BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084

Inhaltsverzeichnis:


    Gold – Ein sicherer Hafen mit hohen Versicherungskosten

    Nach größeren Marktturbulenzen im Aktien- und Rentenbereich hat die wachsende Unsicherheit über die Weltwirtschaftslage nun auch den Edelmetall-Sektor erfasst. Große Produzenten von Gold und Silber müssen zusehen, wie die Verkaufspreise am Spotmarkt Zug um Zug nach unten durchgereicht wurden. So fiel das gelbe Metall von 2.080 auf 1.720 USD, noch schlimmer erging es dem Silber mit einem Abschlag von ganzen 28% von 26,20 auf aktuell 18,95 USD. Für die fördernden Minen ist die Rechnung eindimensional, sie müssen ihre geschürften Metalle bestens verkaufen, um die Bergbauanlagen samt Belegschaft überhaupt betreiben zu können. Bei den aktuellen Preisen operieren geschätzte 85% aller Betriebe noch im grünen Bereich, Explorationen sind wegen der hohen Energiepreise natürlich ein hoher Ausgabenfaktor.

    Eigentlich müsste man in taumelnden Märkten mit steigenden Edelmetallpreisen rechnen. Da die hohe Inflation und die Haltungskosten von physischem Metall aber negativ auf den Preis wirken, sind die Terminpreise für Gold und Silber unter Dauerdruck. Sollte die Teuerung irgendwann galoppieren, wäre wohl ein erheblicher Rebound der Edelmetalle zu erwarten, denn dann überwiegt der immanente Wertsicherungsgedanke, der sich im Ernstfall auch zu einer Kaufpanik entwickeln kann. Momentan ist dies aber nicht der Fall, denn die Protagonisten im Goldsektor haben wohl noch keine rechte Vorstellung, wohin uns die aktuelle Notenbankpolitik bringen wird.

    Viva Gold – Schlummernde Edelmetalle direkt an der Walker Lane in Nevada

    In unsicheren Zeiten gibt es auch für Goldreserven in der Erde eine spezielle Nachfrage. Der kanadische Explorer Viva Gold hat sich in 2017 mit einer Schürf-Lizenz eine 4.250 Hektar große Liegenschaft in Nevada gesichert. Sie liegt innerhalb der historisch bekannten Walker Lane, in der sich auch Kinross, Coeur Mining, Augusta und Centerra betätigen. In den letzten Jahren gab es z.B. mit der Bullfrog Mine auch spektakuläre Übernahmen in diesem Bezirk.
    Auf dem gedrückten Niveau für Edelmetalle liefern gerade gute Projekte eine langfristig interessante Einstiegschance. Nevada ist vom Fraser Institute als bergbaufreundlicher US-Bundesstaat an dritter Stelle in der Welt gerated worden. Das zieht große Konzerne wie Barrick und Newmont an, denn sie sind immer auf der Suche nach neuen Lagerstätten, um ihre Produktion konstant zu halten.

    Das firmeneigene Tonopah Gold Project liegt nur 30 Kilometer von der Round-Mountain-Mine von Kinross entfernt, hier werden in einem Jahr als 250.000 Unzen produziert. In der aktuellen Marktlage kann ein mittelgroßes Projekt mit geschätzten und vermuteten 600.000 Unzen sehr schnell zum begehrten Target werden, denn Nordamerika bietet neben der guten Jurisdiktion auch ausreichend Bergbauhistorie für die Anwerbung von Personal. Die Lage lässt darüber hinaus einen Open Pit-Abbau zu, das ist die günstigste Form der Gesteinsverarbeitung.

    Die Viva Gold-Aktie (VAU) wird in Kanada und Frankfurt gehandelt. Mit 91,6 Mio. ausstehenden Aktien ist die 5-jährige Arbeit an dem Projekt nur mit 7,5 Mio. kanadischen Dollar bewertet. 56% der Aktien sind in der Hand von institutionellen Anlegern und dem Management. Im Jahr 2021 stand die Aktie schon mal doppelt so hoch. Hier könnte es im nächsten Goldrausch auch schnell wieder hingehen.

    BASF und ThyssenKrupp – Energie wird zum Dreh- und Angelpunkt

    Wer sich nach dem großen Ausverkauf in Standwerten engagieren möchte, sollte auf Bilanzqualität und langfristige Geschäftsperspektiven achten. Bei der Ludwigshafener BASF findet man beide Attribute in einer Aktie vereint, denn das 157 Jahre alte Unternehmen hat schon einige Krisen überlebt und richtet sich gerade jetzt neu aus. Zum eine beschäftigt den Vorstand die enorme Energie-Abhängigkeit des Unternehmens, zum anderen möchte man gemäß Pariser Abkommen bis 2050 ein Zero-Emissions-Konzern werden. Beides lässt sich laut CEO Dr. Martin Brudermüller aber gut kombinieren: „Ohne ausreichende Mengen an Strom aus erneuerbaren Quellen zu wettbewerbsfähigen Preisen kann die vor uns liegende Transformation nicht gelingen! Diese Aufgabe ist nur durch eine neuartige und intensive Zusammenarbeit zwischen Politik und Industrie zu meistern. Und sie braucht die Zusammenarbeit über Wertschöpfungsketten hinweg.“

    Bei ThyssenKrupp als ehemals sehr energieintensives Unternehmen hat man gleich mehrere Ideen für die Energiewende: Speichern, Umwandeln und den Verbrauch anpassen! Zu ThyssenKrupps Zielen gehört es, die Nutzung der Erneuerbaren Energien zuverlässig zu machen. Dass die Renewables je nach Wetterlage noch unterschiedlich viel Strom produzieren, soll durch innovative Speichertechnologien beherrscht werden. Weitere Schwerpunkte sind Projekte wie Carbon2Chem sowie das Lastmanagement, also die Anpassung des Verbrauchs an das Energieangebot. Auch wenn die Börsenlage ein IPO der Wasserstoff-Tochter Nucera unmöglich machte, werden die Duisburger in den nächsten Jahren einen starken Fußabdruck in der deutschen Energiewirtschaft hinterlassen. Dieser Fokus passt sehr gut in nachhaltige Portfolios mit moderner Ausrichtung.
    BASF und ThyssenKrupp haben in den letzten 3 Monaten einen regelrechten Ausverkauf erlebt.

    Innerhalb eines Jahres fielen beide Titel um 40%. Die aktuellen Kurse notieren mit 41,20 bzw. 5,10 EUR schon weit unter ihrem Buchwert. Selten bekommt man zukunftsorientierte Standardwerte so günstig angeboten. Wichtig ist das Datum 21.07.2022: An diesem Tag soll die Pipeline Nordstream1 wieder Gas nach Deutschland liefern. Bis dahin sollte man wohl noch abwarten, aber wer optimistisch denkt, hält die Augen offen für einen ausgewogenen Langfristkauf.

    Hohe Volatilität und fallende Aktienkurse stellen den langfristigen Anleger auf eine Geduldsprobe. Wann verkaufen, wann kaufen, immer das alte Spiel. Wir suchen nach interessanten Aktien und beschreiben die Chancen und Risiken. BASF, ThyssenKrupp und Viva Gold sind langfristig gut aufgestellt und von ihren Höchstständen bereits jetzt weit entfernt.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Der Strom der Zukunft wird einzig durch Wind und Sonne gewonnen, zudem überschwemmen nur noch mit Batterie betriebene Elektroautos die Autobahnen. Das fossile Zeitalter hat endlich ausgedient und ist durch die Erneuerbaren Energien ein für alle Mal ersetzt worden. Diese Worte könnten sowohl aus dem Parteiprogramm der Grünen, als auch aus einem Märchenbuch der Gebrüder Grimm entstammen. Denn die Realität sieht anders aus. Noch immer dominieren mit rund 80% fossile Brennstoffe den weltweiten Energiemix, während Photovoltaik- und Windkraftanlagen weiter an der 5%-Hürde scheitern. Damit steht die Menschheit eher am Anfang als am Ende eines neuen Öl-Superzyklus.

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