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07.09.2022 | 05:20

Rohstoff-Aktien K+S, Barrick Gold, Manuka Resources: Goldpreis bei 50.000 Dollar?

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Bildquelle: pixabay.com

Der Preis für die Feinunze Gold steigt auf 50.000 USD. Dieses Szenario ist wohl der Traum für jeden Gold-Bullen und auch Unternehmen wie Barrick Gold und Manuka Resources. Dieses Preisziel ausgerufen hat John Butler. Der Head of Treasury von TallyMoney und Autor von The Golden Revolution hat in einem Interview das Szenario zum Erreichen dieses Preisziels beschrieben. Voraussetzung sei, dass die Welt zu einem Währungssystem auf Goldstandard übergeht. Und dies sei nicht so unwahrscheinlich, wie man vielleicht meint, denn die wirtschaftliche Vorherrschaft der USA nehme seit Jahren ab und die BRICS-Staaten würden angeblich bereits an einer Reservewährung arbeiten. Auch K+S steht derzeit unter Druck. Kursziele von Analysten gehen deutlich auseinander.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: Manuka Resources Limited | AU0000090292 , BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084 , NEWMONT CORP. DL 1_60 | US6516391066 , K+S AG NA O.N. | DE000KSAG888

Inhaltsverzeichnis:


    Goldpreis zu niedrig, um die Märkte zu bereinigen

    Im Interview mit dem Internetportal kitco.com hat John Butler den Weg zu seinem 50.000 USD Preis für Gold beschrieben. Butler: "Heute ist der Goldpreis zu niedrig, um die Märkte zu bereinigen, weil die Vermögenswerte gegenüber Gold überbewertet sind. Meinen Berechnungen zufolge wäre ein Preis von etwa 50.000 USD pro Unze angemessen, wenn man zu einem goldgedeckten internationalen Währungssystem zurückkehren würde.

    Butler meint, dass der Wechsel des Welt-Währungssystems zu einem Goldstandard unvermeidlich ist, wenn die USA ihre wirtschaftliche Vorherrschaft verlieren und die Welt multipolar wird. Auf diesem Weg sei man bereits. "Am Ende des Zweiten Weltkriegs machte die US-Wirtschaft etwa die Hälfte der gesamten Weltwirtschaft aus. Heute sind es nur noch 20%. Wenn man diesen Trend extrapoliert, wird er letztlich das Gleichgewicht bestimmen, unabhängig davon, ob die USA ihre militärische Überlegenheit behalten oder nicht", so Butler weiter.

    Zentralbanken bei der Inflationsbekämpfung weitaus machtloser, als sie dachten

    Der Goldpreis sollte auch von einer Zinswende profitieren. Diese findet nach Meinung von Butler bereits statt. Demnach leitet die FED die Zinswende gerade ein – trotz einer Inflation von über 8%. Denn die FED habe erkannt, dass die US-Wirtschaft nicht in der Lage sei, sich bei diesen Zinssteigerungen positiv zu entwickeln. Wenn die Zinswende da sei, würden die Märkte wieder realisieren, dass die Zentralbanken bei der Inflationsbekämpfung weitaus machtloser seien, als sie dachten. Dann wäre Gold bereit, auf einen neuen Höchststand zu steigen.

    Butler nennt auch eine weitere Gefahr für den USD: So würden die BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) angeblich an einer neuen Reservewährung, die auf einem Korb von Währungen basiert, arbeiten. Dieses Gerücht würde es zwar schon längere Zeit geben, doch angesichts der aktuellen geopolitischen Lage – insbesondere dem Krieg Russlands gegen die Ukraine sowie die Spannungen zwischen China und Taiwan – würde es Fortschritte bei dem Projekt geben.

    Manuka nach Übernahme zu günstig?

    Das Ziel von 50.000 USD erscheint natürlich sehr ambitioniert. Doch von einem steigenden Goldpreis – egal wie stark - würden die Aktien von Edelmetallproduzenten überproportional profitieren. Da wäre beispielsweise Manuka Ressources. Der Gold- und Silberproduzent hat erst kürzlich eine spannende Übernahme gemeldet, die aber vom Markt offenbar noch nicht richtig wahrgenommen wurde. So wird der größte Silberproduzent Australiens derzeit „nur“ mit rund 45 Mio. AUD bewertet. Dabei haben die Australier mit Trans Tasman Resources Limited eine Tier-1 Ressource übernommen. Denn jetzt gehört ihnen das Projekt South Taranaki Bight. In diesem sollen sich über 3,8 Mrd. t Eisensand, Vanadium und Titan befinden. Die Produktion soll bereits im Jahr 2025 starten. Dann rechnet Manuka mit einem jährlichen Gewinn von rund 375 Mio. USD. Zudem verfügen die Australier im rohstoffreichen Cobar Basin bereits über zwei produzierende Minen mit Explorationszonen von insgesamt 1.150 qkm. Das Wonawinta-Projekt verfügt über eine Ressource von 52 Mio. Unzen Silber und 236.000t Blei. In wenigen Wochen soll die Ressourcenschätzung aktualisiert werden. Das zweite Asset ist die hochgradige Mt Bobby Goldmine. Derzeit arbeitet Manuka an der Erweiterung der Mine, um die Lebenszeit zu verlängern. Bisher wurden in der Tagebau-Mine 500.000 Unzen Gold bei einer Ausbeute von rund 15g Gold je Tonne produziert. Ein genaueres Bild vom Unternehmen und dem Management können sich interessiere Anleger am 27. September machen. Dann wird Manuka auf der virtuellen Investorenkonferenz International Investment Forum präsentieren. Hier geht es zur kostenlosen Anmeldung (Link).

    Barrick erlöst 60 Mio. USD

    Natürlich würden auch die Branchengrößen wie Newmont und Barrick Gold von einem Anstieg des Goldpreises profitieren, wenn auch nicht in dem Maße wie die kleinen Produzenten und Explorer. Zuletzt hatte Barrick ein Royalty-Portfolio an Maverix Metals Inc. verkauft. Die Transaktion hat ein Volumen von 60 Mio. USD und soll bis Ende September abgeschlossen werden. Das Portfolio besteht aus 22 Royalty-Verträgen aus Minen in Nordamerika, Südamerika, Australien und Afrika. Barrick erhält 50 Mio. USD in Cash und die übrigen 10 Mio. USD erfolgsabhängig.

    K+S: Kursziel 20 EUR oder 37 EUR?

    Neben den Goldaktien war im laufenden Jahr auch das Wertpapier von K+S nichts für schwache Nerven. Mit steigenden Agrarrohstoff- und Düngemittelpreisen zu Beginn des Angriffskriegs von Russland auf die Ukraine hatte sich die Aktie auf über 35 EUR innerhalb weniger Monate verdoppelt. Ab Mitte April ging es dann jedoch wieder innerhalb von nur drei Monaten bis auf 20 EUR nach unten. Der Grund: Insbesondere die Angst vor einem Gaslieferstopp Russlands. Denn K+S benötigt für die Produktion große Mengen an Gas. Inzwischen scheint die Aktie einen Boden zwischen 22 und 23 EUR gefunden zu haben. Potenzial nach oben sieht zumindest die UBS nicht. Die Analysten haben ihre Einstufung „Neutral“ bestätigt. Ihr Kursziel liegt mit 20 EUR leicht unter dem aktuellen Niveau. Optimistischer war zuletzt die DZ Bank. Die Analysten empfehlen die K+S-Aktie zum Kauf und trauen ihr einen Kurs von 37 EUR zu.


    Investments in Rohstoffaktien sind in diesem Jahr nichts für schwache Nerven. Barrick und Manuka scheinen auf dem aktuellen Niveau alles andere als teuer zu sein. Dies gilt auch für K+S, allerdings könnte es für das Unternehmen in einem Winter ohne Gas schwierig werden.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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