Menü schließen




09.09.2021 | 05:58

Zwischen Gewinnwarnung und Super-Zyklus: SMA Solar, Standard Lithium, Almonty Industries

  • Rohstoffe
  • Wolfram
  • lithium
  • Solar
Bildquelle: pixabay.com

Nicht nur Halbleiter, auch zahlreiche industrielle Rohstoffe sind knapp. Und die Situation verschärft sich. Bei Lithium soll sich die Nachfrage in wenigen Jahren verfünffachen. Aber auch Wolfram ist gefragt und China ein unzuverlässiger Quasi-Monopolist. Die Folge: Bei knappen Rohstoffen steigen die Preise. Darunter leiden immer mehr Unternehmen, wie die deutsche SMA Solar. Der Wechselrichterhersteller musste die Prognose kappen und prompt reduzieren Analysten ihre Kursziele. Auf der anderen Seite profitieren wiederum Unternehmen von der Situation. Zu ihnen gehört der Highflyer Standard Lithium. Positive Branchen- und Unternehmensnews verleihen der Aktie Auftrieb. Vor spannenden Monaten steht auch der Förderer eines wichtigen Rohstoffes: Almonty Industries.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: SMA SOLAR TECHNOL.AG | DE000A0DJ6J9 , STANDARD LITHIUM LTD | CA8536061010 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , DAIMLER AG NA O.N. | DE0007100000

Inhaltsverzeichnis:


    Almonty: Bald wichtigster Wolfram-Produzent außerhalb Chinas?

    Wolfram ist wenig beachtet, aber umso wichtiger. Allein in den vergangenen Monaten ist der Preis um über 50% gestiegen. Das Metall ist schwer wie Gold, so hart wie Diamant und hitzebeständiger als Eisen. Da überrascht es nicht, dass Wolfram für die heutige Hightech-Industrie unverzichtbar ist: Von der Energie- und Lichttechnik über Raumfahrt bis hin zur Telekommunikations- und Medizintechnik – alle brauchen den seltenen Rohstoff. Almonty Industries (ISIN: CA0203981034) liefert ihn. Das Unternehmen mit Sitz in Kanada ist auf den Abbau, die Verarbeitung und den Versand von Wolframkonzentrat spezialisiert. Derzeit stammt es aus zwei Minen in Portugal und Spanien. Daneben investiert Almonty kräftig in die Erschließung neuer Minen. Diese befinden sich im südkoreanischen Sangdong sowie im Nordwesten Spaniens (Valtreixal).

    Produktionsstart der Sangdong-Mine soll bereits Mitte 2022 sein und bisher liegt das Unternehmen nach eigenen Angaben im Zeitplan. Sie wurde im September 2015 durch den Erwerb einer 100%igen Beteiligung an Woulfe Mining Corp. in die Almonty-Gruppe integriert. Die für die finale Erschließung nötigen Finanzmittel hat sich Almonty inzwischen gesichert. Neben der Ausgabe neuer Aktien und der Platzierung eines Darlehens wurde ein Liefervertrag mit der österreichischen Plansee-Gruppe geschlossen. Plansee ist neben der Deutsche Rohstoff AG, die 12,2% an Almonty Industries hält, inzwischen auch einer der Großaktionäre des Unternehmens.

    Wichtig für Anleger: Das Projekt in Sangdong wird voraussichtlich die größte Wolframmine außerhalb Chinas sein. Da die weltweite Wolframproduktion aktuell zu rund 85% aus China stammt, ist absehbar, dass Almonty in wenigen Jahren für etwa 30% der nicht-chinesischen Wolframproduktion stehen wird. Damit kommt Almonty strategische Bedeutung zu und macht das Unternehmen zum Übernahmekandidaten. Daher könnte es mit der Konsolidierung der Aktie bald vorbei sein.

    Standard Lithium: Bedarf vor Verfünffachung

    Um eine schwache Nachfrage müssen sich auch Lithium-Produzenten auf absehbare Zeit wohl keine Sorgen machen. Gefühlt täglich stellen Autohersteller neue Elektro-Modelle vor. Jüngstes Beispiel ist Daimlers neuer EQE. Mit dem Siegeszug der E-Mobilität dürfte die Nachfrage nach Lithium, dem wesentlichen Bestandteil der benötigen Batterien, in den kommenden Jahren kräftig steigen. Die Beratungsgesellschaft Boston Consulting Group geht davon aus, dass sich der Bedarf an Lithium bis 2030 fast verfünffachen wird. Gute Nachrichten für Standard Lithium (ISIN CA8536061010). In den vergangenen Tagen konnte die Aktie bereits um gute 20% zulegen. Damit scheint die Korrektur beendet. Gute Nachrichten kommen auch vom Unternehmen direkt. Die Installation der Lithiumcarbonat-Anlage "SiFT" ist abgeschlossen, alle wichtigen Verbindungen zur bestehenden Anlage sind hergestellt und die Anlage wurde in Betrieb genommen. Damit kann die Lithium-Extraction beginnen.

    SMA Solar: Prognose-Schock und Analystenreaktion

    Was Rohstoff-Produzenten freut, tut mehr und mehr verarbeitenden Unternehmen richtig weh. Am Montag hatte SMA Solar (ISIN: DE000A0DJ6J9) Anleger mit einer Gewinnwarnung geschockt. Der Hersteller von Wechselrichtern für die Solarindustrie rechnet für das Gesamtjahr 2021 nur noch mit einem Umsatz von 980 Mio. EUR bis 1,03 Mrd. EUR (zuvor 1,075 Mrd. EUR bis 1,175 Mrd. EUR). Das EBITDA soll zwischen 50 Mio. EUR und 65 Mio. EUR (zuvor 75 Mio. EUR bis 95 Mio. EUR) liegen. Grund für die deutliche Reduzierung sei eine „gegenwärtig die gesamte Elektronik-Industrie treffende Unterversorgung mit elektronischen Bauteilen“. Im Anschluss an die Meldung hat die Investmentbank Jefferies das Kursziel für SMA-Aktie von 43 auf 40 EUR reduziert. Die Empfehlung bleibt bei "Hold". Deutlicher reduziert hat das Bankhaus Metzler das Kursziel. Allerdings von ursprünglich 79,10 EUR auf 58,00 EUR. Da dies immernoch deutlich über dem aktuellen Kurs der SMA-Aktie liegt, lautet das Kursziel weiterhin kaufen. Die langfristigen Wachstumsaussichten seien weiterhin positiv, dennoch sei die Entwicklung ein Rückschlag nach drei Jahren der erfolgreichen Umstrukturierung.


    Des einen Leid, des anderen Freud. So lässt dich die aktuelle Situation am Rohstoffmarkt zusammenfassen. Während SMA Solar die Prognose reduzieren muss, stehen Standard Lithium und Almonty möglicherweise erst am Anfang eines Super-Zyklus.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH behält sich im Übrigen vor, künftig entgeltliche Auftragsbeziehungen mit dem Unternehmen oder mit Dritten in Bezug auf Berichte zu dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird einzugehen. Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Fabian Lorenz vom 29.06.2022 | 05:55

    Kaufen oder verkaufen? Nel, Zalando, Aspermont im Analystencheck

    • Wasserstoff
    • Technologie
    • Fintech
    • Onlinehandel
    • Rohstoffe

    Nach den starken Verlusten der vergangenen Monate, scheint derzeit eine Gegenbewegung zu starten. Ob eine echte Sommerrallye daraus wird, bleibt abzuwarten. Kaufen oder verkaufen ist die Frage. Bei Nel ASA sehen Analysten über 50% Kurspotenzial. Auch wenn der Wettbewerb aus China und Indien zunehmen. Auch Aspermont erscheine auf dem aktuellen Kursniveau interessant. Die jüngsten Quartalszahlen seien positiv ausgefallen und die Positionierung des SmallCap im boomenden Rohstoffsektor sei aussichtsreich. Bei Zalando reagieren Analysten auf die Gewinnwarnung. Die Kursziele werden deutlich reduziert. Dennoch raten einige zum Kauf des Online-Modehändlers, aber nicht alle.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 27.06.2022 | 04:44

    Hier steckt die Lösung: BASF, Nordex, Barsele Minerals – Energiedesaster quer durch Europa

    • Energie
    • Chemie
    • Rohstoffe
    • Alternative Energien

    Die Energieversorgung in Europa ist aus Eigenleistung nicht zu bewerkstelligen, viele Komponenten aus dem Energiemix werden seit Jahren importiert. Deutschland ist aber einer der Spitzenreiter im Bereich alternativer Energien. In den ersten vier Monaten des Jahres 2022 wurden hierzulande 174 TWh Strom erzeugt. Der Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung lag bei hohen 52%. Mit produzierten 90 TWh sind Sonne, Wind & Co. die wichtigsten Quellen. Bei den für die Industrie wichtigen fossilen Primärenergieträgern sieht die Rechnung eher bedrückend aus. Nach der Beendigung des Steinkohleabbaus seit 2019, ist der Industriestandort Deutschland bei Erdöl und Erdgas zu 95% auf Importe aus dem Ausland angewiesen, davon kamen bislang 40% aus Russland. Aus dem aktuellen Blickwinkel ein Desaster. Auf welche Aktien sollten sie jetzt achten?

    Zum Kommentar

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 22.06.2022 | 06:08

    Erin Ventures, Plug Power, Ballard Power – Unbekannte Verbindungen mit Überraschungspotenzial!

    • Energiewende
    • Wasserstoff
    • grüner Wasserstoff
    • Rohstoffe
    • Kritische Rohstoffe
    • Bor

    Brennstoffzellen besitzen viele Anwendungsbereiche. Im Schwerlastverkehr, der Intralogistik oder bei stationären Kraftwerken kann die Technologie ihre Vorteile überlegen ausspielen. Laut Expertenschätzungen wird die Anzahl der Brennstoffzellen in den nächsten Jahren stark zunehmen. Wichtig ist die Gewinnung des Wasserstoffs aus Erneuerbaren Energien - grüner Wasserstoff. Im Zuge der Mobilitätswende werden Elektroantriebe und Batterien ebenso eine wichtige Rolle spielen. Auch relativ unbekannte Rohstoffe gewinnen zunehmend mehr an Bedeutung.

    Zum Kommentar