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29.04.2022 | 06:00

wallstreet:online, Deutsche Bank, Commerzbank – Welche Finanzaktien gehören ins Depot?

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Bildquelle: pixabay.com

Die steigende Inflation sorgt für Druck bei den Zentralbanken. Will man die Inflation bekämpfen, müssen die Zinsen steigen. Während die Zinswende in den USA eingeleitet wurde, will Europa noch nicht handeln. Bleiben die Zinsen in Europa auf dem aktuellen Stand, sollte jeder sein Geld anlegen, um die Inflation zumindest teilweise abzufedern. Steigen die Zinsen, werden die Banken davon profitieren. Gerade die beiden großen deutschen Banken haben unter der Niedrigzinspolitik gelitten. Wir schauen uns heute drei Finanzwerte an und analysieren welche Werte ins Depot gehören.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: WALLSTREET:ONLINE INH ON | DE000A2GS609 , DEUTSCHE BANK AG NA O.N. | DE0005140008 , COMMERZBANK AG | DE000CBK1001

Inhaltsverzeichnis:


    wallstreet:online – Smartbroker 2.0 in den Startlöchern

    Die Inflation wird uns noch eine Weile begleiten, denn selbst wenn eine Zinserhöhung von der Europäischen Zentralbank beschlossen werden sollte, so wird die Steigerung moderat ausfallen. Wer sein Geld vor der Inflation schützen will, muss es also anlegen. Eine Option sind Aktien und hier bietet wallstreet:online (w:o) mit seinem Full-Service Neobroker Smartbroker in Kombination mit den größten verlagsunabhängigen Finanzportalen im DACH-Gebiet einen guten Einstieg. Nach verwaltetem Vermögen liegt Smartbroker schon heute an der Spitze in Deutschland. Am 27. April gab das Unternehmen bekannt, dass der Squeeze-Out, der bereits im Januar beschlossen wurde, am 26. April abgeschlossen wurde und w:o nun 100% an der Smartbroker Betreibergesellschaft hält.

    Das rasante Wachstum von Smartbroker bescherte dem Konzern ein Rekordjahr 2021. Der Umsatz kletterte um 82% auf 51,4 Mio. EUR. Das vorläufige EBITDA liegt bei 18,5 Mio. EUR. Zieht man die Kosten für die Kundengewinnung ab, verbleiben 4,4 Mio. EUR. Für 2022 soll der Umsatz zwischen 62 und 67 Mio. EUR liegen, was einer Steigerung von 25% entspricht. Mittlerweile hat Smartbroker mehr 200.000 Kunden und allein in den ersten beiden Monaten dieses Jahres wurden mehr als 13.000 neue Depots eröffnet. Um das Wachstum hoch zu halten ist für die zweite Jahreshälfte der Launch von Smartbroker 2.0 geplant. Durch die neue Cloud-Plattform sollen viele neue Features integriert werden. In Zukunft können auch Kryptowährungen gehandelt werden, auch via der neuen App. Außerdem ist die engere Verzahnung zwischen Broker und Börsenportalen geplant, genauso wie der Aufbau einer Content- und Daten-Plattform.

    Eine genauere Analyse des Unternehmens finden Sie auf researchanalyst.com. Auch wenn die Zeichen auf Wachstum stehen, so geriet die Aktie im Juni letzten Jahres unter Druck. Von 29,70 EUR ging es bis auf 14,30 EUR Anfang März nach unten. Von dort setzte ein Rebound ein bis auf 18,20 EUR und seitdem hat sich eine Seitwärtsphase ausgebildet zwischen 16,32 EUR und 18,20 EUR. Die Analysten von GBC rechnen aufgrund der Smartbroker Cloud Plattform mit einem erhöhten Wachstum sowie größerer Ertragskraft. Das Rating wurde auf Kaufen gesetzt mit einem Kursziel von 38,60 EUR.

    Deutsche Bank – gute Zahlen, aber die Ukraine Krise sorgt für Unsicherheit

    Steigen die Zinsen, ist das gut für Banken. Das hat man bereits nach der Zinserhöhung in den USA gesehen, als die Aktien der deutschen Großbanken stiegen. Vom Tief Anfang März ging es in der Spitze um 48% nach oben. Zusätzlich klettern die Zinsen bei Immobilienkrediten ohne das Zutun der EZB und auch bei den Staatsanleihen zeigt die Kurve nach oben. Das Umfeld für die Deutsche Bank hellt sich also langsam auf nachdem es jahrelang ziemlich düster ausgesehen hat. Das Unternehmen hat seine Transformation mittlerweile größtenteils abgeschlossen. Es wurden Filialen geschlossen, Stellen abgebaut und Kosten gespart um sich für die Zukunft besser aufzustellen.

    Schaut man auf die Zahlen zum ersten Quartal, die der Konzern am 27. April vorlegte, so scheint der Turnaround nachhaltig zu sein. Es war das beste Quartal der vergangenen Jahre und die Erwartungen der Analysten hinsichtlich des Nettogewinns und der Erträge wurde übertroffen. Während der Ertrag um 1% auf rund 7,3 Mrd. EUR zulegte gab es beim Gewinn einen 18% Anstieg auf rund 1,2 Mrd. EUR. Finanzvorstand James von Moltke zeigte sich zufrieden: „In einem herausfordernden Umfeld sind wir in allen Kerngeschäftsfeldern gewachsen, sowohl bei den Erträgen als auch beim Gewinn.“. Was bei den Anlegern nicht so gut ankam waren die Kosten, die höher als erwartet waren, und die Risiken aus Geschäften mit Bezug zu Russland.

    Die Aktie ging mit 9,44 EUR tiefrot aus dem Xetra-Handel. Damit hat der Wert einen Großteil der Gewinne aus der März Rallye wieder abgegeben. Aktuell notiert die Aktie bei 9,84 EUR. Mit einem Gewinn von 0,55 EUR je Aktie im ersten Quartal haben die Frankfurter einen guten Start hingelegt. Bleibt es in den kommenden drei Quartalen konstant ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 5 als sehr günstig einzuschätzen. Bleibt die Inflation, ist die EZB irgendwann gezwungen die Zinsen anzuheben, was sich positiv auf die Geschäfte der Deutschen Bank auswirken wird.

    Commerzbank – ist sehr zinssensitiv

    Die Commerzbank ist sehr zinssensitiv, da das Kreditgeschäft einen großen Teil des Kerngeschäfts ausmacht. Steigen die Zinsen um 1% macht das ein Plus von etwa 625 Mio. EUR aus. Sobald die Zinsen im Euroraum steigen, sollte man einen Blick auf die Commerzbank werfen. Am 27. April hat wie oben bereits beschrieben die Deutsche Bank ihre Zahlen vorgelegt, die Commerzbank hingegen veröffentlichte ihrerseits gute Zahlen schon am Vorabend und schlug dem Konkurrenten damit ein Schnippchen. Auch die Commerzbank konnte die Analysten positiv mit ihren Zahlen überraschen, doch hier ging die Aktie ebenfalls auf Tauchstation.

    Die Erträge kletterten um 12% auf gut 2,7 Mrd. EUR im Vergleich zum ersten Quartal 2021. Das operative Ergebnis lag mit 544 Mio. EUR deutlich über der Analystenschätzung von 282 Mio. EUR und 6 Mio. EUR höher als im Vorjahresvergleich. Die Risiken in Russland und mit Russland-Bezug belaufen sich auf insgesamt 1,9 Mrd. EUR. Daher war die Risikovorsorge mit 464 Mio. EUR dreimal so hoch wie im vergangenen Jahr. Konzernchef Manfred Knof ordnete die Zahlen wie folgt ein: „Wir sind gut in das neue Geschäftsjahr gestartet. Dank eines starken Kundengeschäfts haben wir unseren operativen Gewinn gesteigert, obwohl die wirtschaftlichen Folgen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine unser Risikoergebnis belastet haben.“.

    Am 12. Mai gibt es die endgültigen Zahlen und man kann nur hoffen, dass sich die Ukraine Krise beruhigt. Die Aktie ging am 27. April mit 5,948 EUR aus dem Xetra-Handel. Aktuell notiert die Aktie bei 6,142 EUR. Die Commerzbank muss erst einmal den ausgebildeten Abwärtstrend brechen und dann muss man auf die Katalysatoren Zinserhöhung oder Beruhigung des Ukraine Konflikts warten. In beiden Fällen kommt es dem Konzern zugute. Eine Dividende wird die Commerzbank in diesem Jahr nicht ausschütten.


    Gute Zahlen bei den Großbanken in Deutschland, aber die Risiken der Russlandgeschäfte ziehen die Aktien in die Tiefe. Löst sich der Ukraine Konflikt oder gibt es eine Zinserhöhung seitens der EZB, wird das den Banken Auftrieb geben. Auftrieb hat wallstreet:online bereits, denn die Menschen müssen aufgrund der Inflation ihr Geld anlegen. Aktien sind da das einfachste Mittel. Die 13.000 Depoteröffnungen zeigen, dass Bedarf da ist. Mit Smartbroker 2.0 kann das Wachstum noch einmal Fahrt aufnehmen und so den Aktienkurs beflügeln.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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    Kommentar von Armin Schulz vom 13.04.2022 | 05:30

    Deutsche Bank, Hong Lai Huat, Vonovia – Immobilienmarkt bleibt heiß

    • Deutsche Bank
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    Das statistische Bundesamt teilte am 8. April mit: Baupreise steigen im Februar im Vorjahresvergleich um 14,3%. Für zukünftige Bauherren ein Albtraum. Hinzu kommen Lieferkettenprobleme und fehlende Handwerker. Der Ukraine Konflikt hat außerdem die Energiepreise in die Höhe schnellen lassen, was für einen zusätzlichen Preisanstieg sorgen wird. Herstellung, Transport alles wird teurer. Im März lag die Inflation in Deutschland bei 7,3% und damit so hoch wie seit über 40 Jahren nicht mehr. Um die Spirale zu durchbrechen müsste die EZB die Zinsen erhöhen. Das war ursprünglich für das 3. Quartal angedacht, doch der Druck wächst mit der immer schneller steigenden Inflation. Steigende Zinsen wären gut für die Banken. Eine Entspannung auf dem Immobilienmarkt ist derzeit nicht in Sicht.

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    Kommentar von André Will-Laudien vom 07.04.2022 | 04:44

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    • Finanzen
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    Der zehnjährige Hypotheken-Zins bildet die aktuelle Inflation perfekt nach. Leider muss man sagen, denn Häuslebauer haben es wohl verpasst, wenn sie sich den historischen Niedrig-Zins aus 2021 nicht mehr sichern konnten. Im gesamten letzten Jahr schwankten die Konditionen zwischen 0,60 und 0,95%, momentan befindet sich sogar eine 2 vor dem Komma. Bei einer Kreditsumme von 500.000 EUR kommen pro Jahr locker 5.000 EUR Zinsen obendrauf, gerechnet auf die gesamte Laufzeit verteuert sich die Immobilien-Investition um mehr als 50.000 EUR. Und dass bei Preisen, die sich allein in den letzten 7 Jahren in den Metropolen schlichtweg verdoppelt hatten. Wer nun Geld auf der hohen Kante hat, verkonsumiert es oder versucht sein Glück an der Börse. Banken und Broker sind jetzt wieder en vogue!

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    Kommentar von Juliane Zielonka vom 02.03.2022 | 05:21

    Defense Metals, Shell, Lukoil - Rohstoff-Investments ohne Kontaktschuld

    • Frieden
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    Bisher schien China ein Platzhirsch unter den Seltene Erden zu sein. Doch die Position im Russland-Ukraine Konflikt ist unklar. Umso wertvoller scheint es daher, Länder zu entdecken, die ebenfalls Seltene Erden fördern, etwa Kanada. Dieser Tage wird ganz genau geschaut, wer auf welcher Seite steht. So hat diese Woche Shell Verbindungen zu Gazprom gekappt. Doch beim russischen Energieriesen Lukoil will einer nicht von seinem Posten lassen - und gefährdet damit umgehend sein ganzes Land...

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