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20.06.2022 | 06:00

Varta, Altech Advanced Materials, BYD – Zukunftsakku für E-Autos im Fokus

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Bildquelle: pixabay.com

Der Abschied vom Verbrennermotor ist beschlossene Sache. In Zukunft sollen PKW elektrisch angetrieben werden. Entscheidend für den Erfolg ist dabei der Akku. Elon Musk hat schon vor Jahren gesagt: „Der Akku ist unser größter Engpass“. Das ist auch heute noch so, denn sie beschränken noch immer die Reichweite und die Ladezeiten sind nach wie vor hoch. Wem es gelingt, einen besseren Akku mit weniger Gewicht zu produzieren, längerer Haltbarkeit und schnelleren Ladevorgängen, der kann sich damit deutlich von der Konkurrenz absetzen. Wir sehen uns heute drei Unternehmen an, die sich mit der Entwicklung des E-Auto Akkus der Zukunft auseinandersetzen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: ALTECH ADV.MAT. NA O.N. | DE000A2LQUJ6 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55

Inhaltsverzeichnis:


    Varta – Hauptversammlung voraus

    Bereits 2021 hat die Varta AG ihre V4Drive-Zelle vorgestellt, die den Konzern im Bereich E-Mobility nach vorne bringen soll. Die Rundzelle zeichnet sich durch eine schnelle Ladefähigkeit aus, ist jedoch noch nicht als reine Antriebsbatterie gedacht. Bisher testet Porsche den Akku auf seine Tauglichkeit. Der Wermutstropfen für die Investoren: bis die Serienproduktion startet, dauert es wohl noch bis 2024. In Zukunft soll die Technologie dieser Zelle auf ein größeres Format übertragen werden. Dann soll auch der Antrieb von Elektroautos mit einem Verbund von den Rundzellen möglich werden.

    Am 21. Juni steht die Hauptversammlung bevor und schon vergangene Woche wurde die Rede von CEO Herbert Schein veröffentlicht. Er hebt dabei das Rekordjahr 2021 hervor, sowie die gesteigerte Profitabilität. Im Gegensatz zu vielen Unternehmen gab es keine Produktionsschwierigkeiten durch die Corona Auswirkungen, doch das traf eben nicht auf die Kunden von Varta zu. Somit wurde das Unternehmen indirekt doch getroffen. Trotzdem will man weiterwachsen und das in beiden Segmenten. Im Bereich Household Batteries konnte man Marktanteile gewinnen und im Segment Lithium-Ion Solutions & Microbatteries sieht man in Zukunft große Wachstumspotentiale.

    Im Herbst will der Konzern mit dem Bau seiner ersten GWh-Fabrik beginnen, sofern die Genehmigungen der Länder eintreffen. Man will die Synergien zwischen CoinPower und V4Drive nutzen. Bis 2030 soll die Produktionskapazität im Lithium-Ionen Segment im zweistelligen Gwh-Bereich liegen. Etwas überraschend hat Michael Tojner am 9. und 13. Juni Aktien im Wert von rund 22 Mio. EUR veräußert. Im Anschluss stieg der Kurs wieder bis auf aktuell 87,10 EUR. Kurse oberhalb von 89 EUR würden einen ersten kleinen Aufwärtstrend ausbilden. Um den Abwärtstrend zu brechen, benötigt das Papier Kurse oberhalb von 100 EUR.

    Altech Advanced Materials – die Weichen für die Zukunft gestellt

    Das deutsche Unternehmen Altech Advanced Materials (AAM) produziert keine Batterien, hat sich aber trotzdem die Optimierung der Lithium-Ionen-Akkus auf die Fahnen geschrieben. Heutzutage verlieren die verbauten Akkus beim ersten Laden bereits an Kapazität. Diese Verluste gehen mit jedem Ladezyklus weiter, was auf eine Bindung der Lithium-Ionen an Graphit Partikel zurückzuführen ist. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass eine Aluminiumoxidbeschichtung des Graphits diese Probleme vermeiden kann. AAM hat eine Lösung für diesen Beschichtungsprozess gefunden, was die Leistung der Akkus hinsichtlich Lebensdauer, Leistung, Ladefähigkeit und Sicherheit deutlich optimiert. Insgesamt wird ein Akku so 10 bis 15% leistungsfähiger.

    Doch AAM ist bereits einen Schritt weiter. Die nächste Generation von Akkus wird Graphit-Silizium-Anoden enthalten, denn Silizium besitzt die 10-fache Kapazität von Graphit. Da hier die gleichen Probleme wie bei Graphit vorherrschen, wurde das Altech-Keramik-Beschichtungsverfahren entwickelt und weltweit zum Patent angemeldet. Am 7. Juni vermeldete AAM, dass die Altech Gruppe erweiterten Patentschutz beantragt hat, basierend auf der Patentanmeldung aus Mai 2021. Aktuell arbeitet das Unternehmen an einer Kommerzialisierung des Anodenmaterials unter der Marke Silumina AnodeT. Dazu wird in einem Industriegebiet in Spreewald noch in diesem Jahr ein Pilotwerk gebaut, um den potentiellen Kunden erstes Silumina Anodenmaterial zur Verfügung zu stellen.

    Die Hauptanlage soll laut Wirtschaftlichkeitsstudie 10.000 Tonnen Material pro Jahr produzieren können. Die Gesamtkosten liegen bei etwa 95 Mio. USD und das EBITDA soll bei jährlich 63 Mio. USD liegen. Damit würde sich die Investition innerhalb von drei Jahren amortisiert haben. Die benötigten Rohstoffe kommen von den Partnern SGL Carbon (Graphit) und Ferroglobe (Silizium). Das Marktpotential wird auf bis zu 10 Mrd. EUR jährlich geschätzt. Neben dem erfahrenen Management fällt auch der hochkarätig besetzte Aufsichtsrat auf. Dort sind beispielsweise Werner Klatten und Nikolaus Graf Lambsdorf Mitglied. Die Aktie des Unternehmens, die lange um 1 EUR herum pendelte, ist erstmals Mitte April bis auf 1,49 EUR ausgebrochen. Zuletzt zahlte man 1,48 EUR für einen Anteilsschein und es sieht so aus, als könnte die Aktie kurzfristig nach oben ausbrechen.

    BYD – die Gerüchte um Tesla sind bestätigt

    BYD ist als Batteriehersteller gestartet und hat sich dann später als Automobilhersteller etabliert. Die Expertise in Bezug auf Batterien hat sich für den chinesischen Konzern ausgezahlt. Die entwickelte Blade-Batterie, ein Lithium-Eisenphosphatakku, gilt als führend im Bereich des Elektroantriebs bei PKW. Durch die effiziente Gestaltung der Akkupacks ist es den Chinesen gelungen, die Konkurrenz im Hinblick auf die Reichweite um bis zu 20% outzuperformen. Das ist einer der Gründe warum die Blade-Batterie immer wieder mit Tesla in Verbindung gebracht wurde.

    Die Gerüchte die sich seit über einem Jahr halten, haben sich nun bestätigt, denn der Chef der Forschung bei BYD bestätigte in einem Interview, dass der Konzern in Zukunft auch Tesla mit den Blade-Batterien beliefern wird. Damit hat man dem bisherigen Lieferanten CATL, immerhin weltgrößter Akkuproduzent, ein Schnippchen geschlagen. Weitere Details zum Vertrag gab es allerdings nicht. Egal wieviel Akkus Tesla anfragen wird, BYD wird liefern können, denn man hat in Shaoxing eine neue Fabrik eröffnet die eine Produktionskapazität von 15 GWh umfassen soll.

    Mit den guten Nachrichten im Rücken konnte sich die Aktie dem Abwärtssog der Märkte weitestgehend entziehen. Das Comeback der Aktie startete Mitte Mai und endete erst am 10. Juni. In dieser Zeit konnte die Aktie um gut 108% von 18,35 EUR bis auf 38,22 EUR zulegen. Momentan zahlt man 34,29 EUR für einen Anteilsschein. Der Konzern, an dem auch Warren Buffet schon lange beteiligt ist, ist für die Zukunft gut gerüstet. Zumindest solange es keine besseren Akkus von einem anderen Hersteller gibt.


    Der Akku ist das entscheidende Element eines Elektroautos. Wem hier ein Durchbruch gelingt, der wird sich vor Aufträgen kaum retten können. Varta ist finanziell gut aufgestellt und kann den Akku für die E-Mobilität in Ruhe entwickeln. Altech Advanced Materials will gar keine Akkus produzieren. Die patentierten Beschichtungsverfahren produzieren Batteriematerial, welches man als Drop-In-Technologie an alle Hersteller verkaufen kann. Damit ist das Geschäftsmodell gut skalierbar. BYDs Blade Batterien scheinen momentan das Maß aller Dinge zu sein, ansonsten hätte sich Tesla nicht zum Verbau der Akkus entschieden.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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