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19.11.2021 | 06:10

Valneva, Cardiol Therapeutics, Novavax – Kommt die Corona Notbremse?

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Bildquelle: pixabay.com

Das Robert-Koch-Institut meldete am Donnerstag 65.371 Neuinfektionen, ein trauriger Rekord. In Berlin beraten momentan die Politiker über das weitere Vorgehen. Die kostenlosen Tests abzuschaffen, um so den Druck auf die Ungeimpften zu erhöhen, hat sich im Nachhinein als falsch erwiesen. Dass Booster-Impfungen nötig sein könnten, wurde bei der Schließung der Impfzentren ebenfalls nicht bedacht. Nun diskutiert bereits das erste Bundesland über einen nächsten Lockdown. Steigen die Zahlen weiter, wird in Berlin über kurz oder lang die Notbremse gezogen werden müssen. In Teilen von Österreich ist es bereits Realität. Wir sehen uns drei mögliche Gewinner eines Lockdowns an.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Armin Schulz
ISIN: VALNEVA SE EO -_15 | FR0004056851 , CARDIOL THERAPEUTICS | CA14161Y2006 , NOVAVAX INC. DL-_01 | US6700024010


Valneva – Erste Aufträge, aber Zulassung steht noch aus

Valneva setzt auf einen Totimpfstoff gegen Corona. Der Markt ist da, denn noch immer sind in Deutschland 25% nicht geimpft. Sicherlich zum Teil, weil sie das neue mRNA-Verfahren momentan ablehnen, da es dazu noch keine Langzeitstudien gibt. Der Ansatz des Totimpfstoffs ist hingegen seit Jahrzehnten erprobt und hat meistens auch nur geringe Nebenwirkungen. Der Impfstoff VLA2001 befindet sich in der klinischen Phase 3 Studie und konnte im Vergleich mit Astrazeneca bessere Ergebnisse in Hinsicht auf Antikörper und Verträglichkeit erzielen.

Am 18. November legte das Unternehmen seine Zahlen zum dritten Quartal vor. Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten auf 69,8 Mio. EUR, was einem Plus von 19% entspricht. Insgesamt verfügt Valneva über 247,9 Mio. EUR an Cash, was die Forschung und Entwicklung vorläufig sichert. Der Umsatz wird nach der Meldung vom 10. November im kommenden Jahr deutlich steigen. Die EU hat sich 60 Mio. Dosen des Impfstoffs gesichert, 27 Mio. sollen schon 2022 geliefert werden. Voraussetzung dafür ist, dass das Mittel von der EMA zugelassen wird.

Neben dem Corona Impfstoff hat das Unternehmen weitere interessante Präparate in der Pipeline, wie beispielsweise eine Borreliose-Impfung. Die Marktkapitalisierung ist mit 2,2 Mrd. EUR aktuell am niedrigsten im Verglich mit allen anderen Impfstoffherstellern. Schon aus diesem Grund sollte man sich die Aktie genauer anschauen, die aktuell bei 21,66 EUR notiert. Charttechnisch hat der Wert die Kapitalerhöhung über 102 Mio. EUR schon verdaut und schickt sich an, das Jahreshoch von 25,20 EUR zu testen.

Cardiol Therapeutics – Kapitalerhöhung durchgeführt

Cardiol Therapeutics (Cardiol) fokussiert sich auf die Entwicklung von entzündungshemmenden Therapien von Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch hochreines Cannabidiol. Aufgrund von Corona kommt es vermehrt zu Herzproblemen, und mit Aufflammen der vierten Corona Welle wird es wieder mehr Patienten geben. Die US-Zulassungsbehörde FDA hat die Behandlung von hospitalisierten Covid-19 Patienten mit CardiolRX, dem Hauptprodukt von Cardiol, im Rahmen einer klinischen Studie genehmigt.

Das Unternehmen konnte zuletzt innerhalb von einem Tag eine Kapitalerhöhung über 50,2 Mio. USD gegen Ausgabe von 16,35 Mio. Aktien zu 3,07 USD abschließen. Zusätzlich gab es einen halben Warrant mit einem Ausübungspreis von 3,75 USD. Mit dem Geld kann Cardiol die Phase 2 Studie von CardiolRX in Bezug auf akute Myokarditis und Regeneration des Herzmuskels, zu Ende führen. Am 25. Oktober bekam das Unternehmen grünes Licht von Health Canada, auch dort mit der Phase 2 Studie fortzufahren. Außerdem kann die LANCER-Studie zur Vorbeugung von Herzproblemen bei Covid-19 Patienten auf Brasilien, Mexiko und Kanada ausgeweitet werden.

Da das Unternehmen Ende Juni noch über gut 26 Mio. USD Cash verfügte, kam die Kapitalerhöhung (KE) etwas überraschend und riss den Kurs der Aktie in die Tiefe. Aktuell notiert die Aktie bei 2,27 USD und damit 0,80 USD unter dem Preis den die Kapitalgeber Anfang November gezahlt haben. Das gleiche Muster konnte man auch im Mai bei der letzten KE beobachten, bevor der Kurs dann von 2 auf fast 5 USD anstieg. Wollen die Geldgeber Ende des Jahres ein Plus bei ihrem Investment sehen, muss der Kurs wieder über 3,07 USD. Hier gibt es also möglicherweise kurzfristig viel Potential.

Novavax – Zulassung in vielen Ländern beantragt

Vor der Corona-Pandemie war Novavax ein Pennystock. Das Unternehmen hatte sich vorher schon an Impfstoffen versucht, aber noch kein Präparat zur Zulassung gebracht. Es änderte sich alles, als man versuchte, einen Totimpfstoff für Corona zu entwickeln. Der Vorteil von Novavax könnte wie bei Valneva darin liegen, dass man die Impfskeptiker dazu bewegen kann sich impfen zu lassen, da die Methode der Totimpfstoffe als erprobt gilt. Das Unternehmen hat am 17. November die Zulassung für Europa und die Philippinen beantragt.

Die Daten aus der klinischen Phase 3 Studie können sich sehen lassen. Der Impfstoff gilt als sicher und wurde an 14.039 Personen erprobt. Über ein Viertel der Probanden waren über 65 Jahre alt, was immer noch die am meisten gefährdete Gruppe bei einer Corona Erkrankung darstellt. Fast 45% aller Testteilnehmer hatten zumindest eine relevante Vorerkrankung. Infektionen konnten nach Herstellerangaben um 89,7% verhindert werden. Insgesamt gab es fünf schwere Verläufe, die alle in der Placebo Gruppe auftraten. Auch die Nebenwirkungen waren mit 0,5% relativ niedrig.

Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 14 Mrd. USD. Die Aktie notiert aktuell bei 191,10 USD und hatte Anfang Februar ihren Höchststand bei 331,68 USD. Gelingt die Zulassung in Europa und den anderen Staaten, in denen sie beantragt wurde, kann die Aktie sicherlich nochmal zulegen. Steigende Corona-Zahlen helfen dem Unternehmen, da der Druck wächst auch die Ungeimpften von der Impfung zu überzeugen. Mit den Totimpfstoffen wäre das möglich.


Alle drei Unternehmen profitieren von steigenden Corona-Zahlen. Valneva liegt in den letzten Zügen der Phase 3 Studie. Die Marktbewertung ist noch moderat, wenn man es mit Novavax vergleicht. Cardiol Therapeutics kann aufgrund der Kapitalerhöhung in Ruhe forschen und entwickeln. Die Ausweitung der LANCER-Studie lässt positive Ergebnisse vermuten. Novavax hat die Zulassung in der EU beantragt. Gelingt dies, wäre dies der erste Totimpfstoff-Hersteller zu Covid-19, der in der EU zugelassen wird.


Der Autor

Armin Schulz

Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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