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20.09.2021 | 05:10

Valneva, Cardiol Therapeutics, BioNTech – Wiederkehrende Geschäfte

  • Corona
Bildquelle: pixabay.com

Das Impftempo stockt. Rund vier Millionen von insgesamt 24 Millionen Menschen im Alter über 60 Jahre sind immer noch ungeimpft. Die Politik um Gesundheitsminister Jens Spahn startete nun eine Aktionswoche für das Impfen, um mehr Menschen für die Immunisierung gegen das Coronavirus gewinnen zu können. Der Anteil der Geimpften in Deutschland ist derzeit noch zu niedrig, um eine neue Corona-Welle und eine damit möglicherweise einhergehende Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Derweil arbeiten die Impfstoff-Produzenten bereits an der Zulassung von Auffrischungsimpfungen. Die Gewinne dürften noch lange sprudeln.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: CARDIOL THERAPEUTICS | CA14161Y2006 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , VALNEVA SE EO -_15 | FR0004056851

Inhaltsverzeichnis:


    Cardiol Therapeutics – Meilenstein

    Durchgehend positive News begleiten aktuell das neu an der Nasdaq gelistete Biotech-Unternehmen Cardiol Therapeutics. Und seit dem Auftreten des SARS-CoV-2-Virus ist die Forschungsarbeit der Kanadier wichtiger denn je. Cardiol Therapeutics legt den Fokus auf die Produktion pharmazeutischer Cannabidiol (CBD)-Produkte und die Entwicklung innovativer Therapien für Herzerkrankungen, einschließlich akuter Herzmuskelentzündung und anderer Ursachen von Herzversagen. Im Zusammenhang mit Impfungen traten im Nachgang der Impfungen mit mRNA-Vakzinen besonders bei jüngeren Menschen Entzündungen am Herzmuskel und Herzbeutel auf.

    Das Blockbuster-Produkt CardiolRx, eine hochreine und konzentrierte orale Cannabidiol-Formulierung, erhielt nun kürzlich von der FDA die Freigabe des IND-Antrags (Investigational New Drug) für eine klinische Phase-II-Studie bei akuter Myokarditis. Die Studie soll dabei 100 Patienten in klinischen Zentren in den Vereinigten Staaten und Europa einschließen. Für das Unternehmen stellt die IND-Genehmigung einen weiteren wichtigen Meilenstein zur Behandlung neuer Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit entzündlichen Herzkrankheiten dar. Die Ergebnisse der Phase-II-Studie sollen bereits im ersten Quartal 2023 bekanntgegeben werden. Sollte die Studie reibungslos durchlaufen werden, dürften die Bewertungen, aktuell liegt die Marktkapitalisierung bei 159,16 Mio. EUR, explodieren.

    Die Nasdaq-Notierung dürfte bereits jetzt eine größere Aufmerksamkeit der Aktie zur Folge haben. Der Kurs notiert an der Heimatbörse in Toronto bei 5,40 CAD. Die Analysten von GBC Research vergeben bereits jetzt ein Kursziel von 17,49 CAD.

    Valneva – Kampf um die Kunden

    Gute Verträglichkeit, wenige, zumindest bekannte Nebenwirkungen und durchgeführte Langzeitstudien, zeigen die Vorteile eines klassischen Totimpfstoffes gegenüber neuartigen mRNA-Gentherapeutika auf. Mit diesen Vorzügen wollte Valneva mit seinem Vakzin VLA2001, das sich in der dritten Studien-Phase befindet, auf den Markt kommen und weitere Impfskeptiker vor den Ofen locken. Hier will Valneva im Oktober weitere klinische Testdaten veröffentlichen.

    Jedoch erhielten die Franzosen mit dem Rückzug ihres einzigen Kunden, der britischen Regierung, einen herben Dämpfer. Nun ruht die Hoffnung auf Gesprächen mit der Europäischen Union. Die EU zeigt im Gegensatz zu den Briten weiteres Interesse an dem Vakzin. Auf dem Niveau im Bereich um 11 EUR scheint die Horrormeldung nun langsam verdaut zu werden.

    Interessierten Anlegern, die sich, sollte auch die EU ihr Interesse an dem Totimpfstoff verlieren, dem Risiko bewusst sind, bietet sich auf diesem Niveau eine Einstiegsmöglichkeit. Bei Gewinnung eines Kunden, der Börsenwert liegt aktuell bei 1,05 Mrd. EUR, bietet sich hier eine Vervielfachungschance.

    BioNTech – Der Konkurrenz voraus

    Die Spatzen pfiffen es schon von den Dächern. Das Vakzin Comirnaty des deutschen Unternehmens BioNTech und des US-Partners Pfizer konnte beim Beratungsausschuss der Zulassungsbehörde einen Teilerfolg verbuchen und sich, zumindest für kurze Zeit, vom größten Konkurrenten Moderna absetzen. Dieser verkündete nach einem Beratungstermin zum Thema Auffrischungsimpfungen, dass der Antrag, Booster-Impfungen für alle Personen ab 16 Jahren zu empfehlen, nicht empfohlen wird.

    Dagegen steht Booster-Impfungen für Menschen ab dem 65.Lebensjahr sowie Personen mit Vorerkrankungen nichts im Wege. Diese sollen in einem Abstand von sechs Monaten nach der letzten Impfung eine Auffrischungsimpfung mit Comirnaty erhalten können. Ebenso wird eine Auffrischung für Tätige aus dem Gesundheitswesen sowie anderen Berufen mit einem erhöhten Kontaktrisiko gesehen. Eine endgültige Entscheidung will die FDA nun zeitnah treffen. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Zulassungsbehörde der Ansicht des Beraterausschusses folgen wird.

    Zwar korrigierte die Aktie im Handel nach der Veröffentlichung der Meldung um rund 3%, ein Ausbruch über den seit Anfang August ausgebildeten Seitwärtstrend bei rund 375 USD scheint aufgrund des weiterhin positiv zu erwartenden News Flow wahrscheinlich.


    Das Thema Impfen wird die Gesellschaft und den Kapitalmarkt noch lange beschäftigen. Während BioNTech seinen Siegeszug weiterfahren dürfte, ist Valneva ein Hopp- oder Topspiel. Cardiol Therapeutics bietet langfristig hohes Potenzial im Bereich der Herzerkrankungen.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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