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31.08.2022 | 06:00

TUI, Viva Gold, Steinhoff – ausgebombte Aktien mit Verdopplungspotential

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Bildquelle: pixabay.com

Der 26. August war mal wieder ein schwarzer Freitag an den Börsen. Sämtliche Indizes mussten herbe Verluste einstecken. Grund war die Rede von US-Notenbank Chef Jerome Powell, in der er die Absicht der FED erklärte, die Zinsen zur Inflationsbekämpfung weiter steigen zu lassen. Das wiederum setzt die EZB unter Druck, denn die Stärke des US-Dollars sorgt zwar für steigende Exportzahlen, gleichzeitig wird aber innerhalb der EU alles teurer, was in USD bezahlt werden muss. So kam beispielsweise der Goldpreis am Freitag ebenfalls sofort unter Druck. Ein guter Zeitpunkt, sich die Aktien aus der zweiten Reihe anzuschauen, die in letzter Zeit stark unter Druck waren und daher günstig sind. Wir sehen uns die Stärken und Schwächen von drei interessanten Kandidaten an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: STEINHOFF INT.HLDG.EO-_50 | NL0011375019 , TUI AG NA O.N. | DE000TUAG000 , VIVA GOLD CORP. | CA92852M1077

Inhaltsverzeichnis:


    TUI – starkes drittes Quartal

    Die TUI ist in einem Geschäftsfeld tätig, das mit dem Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie sein Business praktisch über Nacht verloren hat. Zwei Jahre lang erzielte der Konzern kaum Umsätze. In diesem Sommer sollte alles anders werden und tatsächlich sahen die Zahlen des dritten Quartals wesentlich besser aus als noch vor einem Jahr. Die Umsätze stiegen um über 582% auf rund 4,4 Mrd. EUR. Das EBIT stieg deutlich an, von -630,5 Mio. EUR 2021 ging es auf -42,5 Mio. EUR nach oben. Obwohl es aufwärts geht, ist der Konzern noch nicht über den Berg.

    Die Frage ist, wie es weitergeht. An den Prognosen für das laufende Jahr wollte das Management nicht rütteln und man geht davon aus, dass das bereinigte EBIT des Geschäftsjahres signifikant positiv sein wird. Trotzdem bleiben Unsicherheiten. Wie geht es mit den Corona Maßnahmen im Herbst weiter? Steigt die Inflation, werden die Menschen gezwungen zu sparen. Dazu könnte auch der Verzicht der Urlaubsreise gehören. Gleichzeitig steigen die Energiekosten weltweit, was zu deutlichen Kostensteigerungen für Urlaubsreisen führen könnte. Ob im kommenden Jahr die Probleme an den Flughäfen behoben sind muss man ebenfalls abwarten. Hier hat das Unternehmen keinen Einfluss.

    Bleibt der Lockdown im Herbst diesen Jahres aus, wären das gute Nachrichten für den Konzern. Dann könnte man den Schwung aus dem Sommer mitnehmen. Wird das operative Geschäft nicht wieder ausgebremst, ist eine Verdopplung des Aktienkurses durchaus möglich. Die Aktie hat bereits einen leichten Aufwärtstrend ausbilden können und solange es keine Schlusskurse unterhalb von 1,47 EUR gibt, bleibt dieser Trend intakt. Gleichzeitig hat man einen doppelten Boden ausgebildet. Von hier aus könnte ein Test der 1,87 EUR anstehen. Momentan zahlt man für einen Anteilsschein 1,55 EUR.

    Viva Gold – Ergebnisse aus dem Mai Bohrprogramm

    Steigende Zinsen und die Stärke des US-Dollars setzen den Goldpreis unter Druck. Stand der Goldpreis Mitte April noch bei über 2.000 USD, fiel er im Anschluss zeitweise bis auf 1.700 USD zurück. Am vergangenen Freitag kam der Goldpreis wie beschrieben erneut ins Rutschen, konnte aber die wichtige Marke von 1.740 USD verteidigen und notierte bei 1745,90 USD. Die Konsolidierung beim Goldpreis hat auch die Aktie des kanadischen Goldexplorers Viva Gold getroffen. Zuletzt wurde das Tief bei 0,08 CAD von Dezember 2021 getestet und verteidigt. Folgt nun ein Test des Hochs bei 0,155 CAD, winkt fast ein Verdoppler.

    Viva Gold exploriert und entwickelt sein Tonopah Gold Projekt, das sich innerhalb des Walker Lane Gold Trends in West-Nevada befindet. Das Grundstück, das zu 100% Viva Gold gehört, liegt nahe der Round Mountain Mine von Kinross. Die aktuelle Mineralressourcenschätzung geht von 394.000 Unzen Gold gemessen und angezeigt aus. Abgeleitet kommen noch einmal 206.000 Unzen dazu. Seit dem Kauf konnte das Unternehmen jedes Jahr die Mineralressource vergrößern. In diesem Jahr startete das Bohrprogramm am 10. Mai und am 22. August legte das Unternehmen die Ergebnisse vor. Insgesamt wurden sechs Bohrlöcher mit einer Gesamtlänge von 1.307m niedergebracht. In vier der sechs Bohrlöcher wurde Gold und Silber gefunden. In der Spitze lag der Goldwert bei 19,9 g/t und Silber bei 25,4 g/t.

    Neben den Funden wurden geotechnische Informationen gesammelt, die bei der Minenplanung helfen. Im September soll ein 3.000m langes RC-Bohrprogramm beginnen. Eine vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie (PEA) mit einem angenommenen Goldpreis von 1.400 USD ist positiv ausgefallen und liegt bereits vor. Wird die Mine gebaut und der Goldpreis läge bei 1.700 USD, hätte sich die Investition innerhalb von zwei Jahren amortisiert. Der nächste Schritt ist die Erstellung einer Vormachbarkeitsstudie. Die kommenden Bohrungen sollen die Informationen sammeln, um die geotechnische Studie, die in der Vormachbarkeitsstudie enthalten sein muss, zu erstellen. Die aktuelle Marktkapitalisierung beträgt lediglich 8,2 Mio. CAD. Geht man von einem Wert von 100 USD je Unze aus, müsste der Wert des Unternehmens bei rund 51 Mio. CAD liegen. Hier sieht man das Potential.

    Steinhoff – operativ läuft es gut, nur die Schulden drücken

    Steinhoff hat einen echten Krimi hingelegt beim Sanierungskampf. In buchstäblich letzter Sekunde konnte eine Einigung mit den Gläubigern erzielt werden. Hinzu kamen schwere Zeiten für den Einzelhandel aufgrund von Corona. Doch der Konzern befindet sich auf einem guten Weg. Zumindest operativ, denn die Schulden von etwa 10 Mrd. EUR drücken immer noch. Pro Jahr werden 10% Zinsen, sprich 1 Mrd. EUR fällig. Daher arbeitet das Management daran die Schulden umzustrukturieren. Bei der Vielzahl an Gläubigern gestaltet sich das auch aufgrund des steigenden Zinsumfeldes schwierig.

    Das operative Geschäft hat sich in dem am 30. Juni endenden Quartal hervorragend entwickelt. Der Umsatz kletterte um 12% auf rund 7,8 Mrd. EUR. Die US-Beteiligung Mattress Firm konnte den Umsatz ebenfalls um 10% auf rund 2,9 Mrd. EUR steigern. Wie hoch die Marge beim Konzern aktuell ist, war aus dem Bericht nicht ersichtlich. Man kann aber festhalten, dass alle Geschäftsbereiche zulegen konnten, allen voran Pepco mit einem Plus von 18%.

    Wie geht es weiter? Die Aktionäre waren enttäuscht, dass es keine positiven Nachrichten zur Restrukturierung der Schulden gab. Gelingt es nicht sich mit den Gläubigern zu einigen, müsste man wohl in Aktien zahlen, was für die bestehenden Aktionäre eine enorme Verwässerung bedeuten würde. Hat das Management aber erneut Erfolg und erzielt einen Durchbruch, dann dürfte sich die Aktie mindestens verdoppeln. Seit Mai tendiert die Aktie seitwärts. Aktuell steht der Wert bei 0,1416 EUR. Hier sollte man vor einem Investment auf die passende Nachricht warten, die den Kurs anschiebt.


    Jede der Aktien hat das Potential sich zu verdoppeln. Doch jeder Titel benötigt spezielle Impulse, um aus den Startlöchern zu kommen. Bei der TUI benötigt man normale Zeiten ohne Lockdowns. Dann dürfte der Turnaround gelingen. Viva Gold ist fundamental betrachtet unterbewertet. Ein steigender Goldpreis könnte für einen Anschub sorgen. Steinhoff dagegen ächzt unter den Schulden. Erst wenn hier eine Lösung gefunden wird, kann die Aktie steigen.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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