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20.09.2023 | 04:55

TUI, Desert Gold, Rheinmetall – Steigt die nächste Aufwärtswelle?

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Bildquelle: pixabay.com

Heute gilt es! Einmal mehr spielt die Federal Reserve Bank das Zünglein an der Waage. Gibt es eine weitere Zinsanhebung, oder, wie es der Konsens erwartet, pausiert die US-Notenbank bis auf weiteres. Neben dem eigentlichen Zinsschritt reagieren die Märkte zudem auf die Aussagen der FED-Mitglieder, in welche Richtung diese in den nächsten Monaten tendieren. Nicht wenige erwarten ein Ende der strikten Geldpolitik und sehen das hohe Zinsniveau aufgrund der Zunahme der Risiken einer Rezession ins Wanken zu geraten.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , TUI AG NA O.N. | DE000TUAG505

Inhaltsverzeichnis:


    TUI AG – Abwärtsspirale gestoppt

    Mit dem Jahrestief von 5,22 EUR notierte die TUI-Aktie sogar unter dem Niveau der letzten großen Kapitalmaßnahme bei 5,55 EUR, die dem hochverschuldeten Reisekonzern rund 1,8 Mrd. EUR an Bruttoerlösen bescherte. Mit der Bestätigung des positiven Geschäftsverlaufs sowie der Jahresprognose scheint die Abwärtswelle zumindest kurzfristig gestoppt. Nächstes Ziel wäre der seit Januar 2023 etablierte Abwärtstrend bei aktuell 6,56 EUR. Ob dieses Niveau nachhaltig durchbrochen werden kann und ob auch das Jahr 2024 aufgrund des aktuellen Kaufkraftverlustes und der Konsumzurückhaltung der Bundesbürger zu Rekordbuchungen führt, darf zumindest angezweifelt werden.

    Zwar lagen die Sommerbuchungen der Hannoveraner noch 4 % hinter dem Vor-Corona-Niveau, zum vergangenen Jahr vermeldete TUI jedoch eine Steigerung um 5 %. Die Gewinnprognosen für das per Ende September endende Geschäftsjahr von 409 Mio. EUR beim bereinigten Ebit sollen jedoch deutlich übertroffen werden. Neben den steigenden Buchungszahlen sorgten auch die angehobenen Preise für ein überdurchschnittliches Ergebnis. Im Vergleich zum Sommer 2022 gaben die TUI-Kunden durchschnittlich 8 % mehr aus, zum Jahr 2019 wurde der Geldbeutel um 27 % tiefer geöffnet.
    „Die positive Buchungsdynamik hält an und ich bin sehr optimistisch für die bevorstehende Winter- und Sommersaison", sagte Vorstandschef Ebel. Das Programm für den Winter 2023/24 sei zwar noch in einer frühen Buchungsphase, allerdings lägen die Buchungen schon 15 % höher als vor einem Jahr.

    Desert Gold Ventures – Bestens positioniert

    Gestiegen ist in den vergangenen Tagen auch der Goldpreis. Nach einer weiteren Korrekturwelle testete das gelbe Metall noch einmal erfolgreich die psychologisch wichtige Marke von 1.900 USD je Feinunze, drehte dann jedoch nach oben und konnte sogar den seit Mai 2023 ausgebildeten kurzfristigen Abwärtstrend sowie die steigende 200-Tagelinie überwinden. Der nächste Widerstand liegt bei 1.951 USD. Sollte die FED bei der heutigen Entscheidung eine Zinspause einlegen und Kommentare hinsichtlich einer endenden strikten Geldpolitik verlauten lassen, könnte der Goldpreis die Marke von 2.000 USD anvisieren.

    Ein nachhaltig steigender Basispreis wäre ein Segen für die in den vergangenen Jahren arg gebeutelten Goldminenaktien. Vor allem kleinere Explorationsunternehmen wie die in Mali nach Gold schürfende Desert Gold Ventures verloren überproportional. Kostete eine Aktie im August 2020 noch 0,30 CAD, bekommt man akutell eine Desert-Aktie für 0,045 CAD. Der Börsenwert liegt aktuell nahe an der Marke von 10 Mio. CAD.

    Wenn man die Position des 440 km² umfassenden SMSZ-Projekts betrachtet, welches zu den größten unerschlossenen Gebieten in Westafrika zählt und in der namensgebenden Senegal-Mali-Scherzone liegt, wird das enorme Potential deutlich. In unmittelbarer Nähe befinden sich bereits aktive Minen von Unternehmen wie Barrick Gold, Endeavour Mining und B2Gold. Die Sadioka-Mine von Allied Gold liegt sogar direkt neben dem Gebiet, das von Desert Gold Ventures untersucht wird.
    In der näheren Umgebung sind bisher über 23 Goldzonen identifiziert worden, die weiterhin erkundet und auf ihre Wirtschaftlichkeit hin überprüft werden. Schon im Februar 2023 hat das kanadische Unternehmen Desert Gold 445 Bohrungen mit einer Gesamtlänge von 2.067 m durchgeführt. Derzeit plant das Unternehmen ein umfangreiches Bohrprogramm von etwa 30.000 m. Im Anschluss daran ist eine überarbeitete Ressourcenschätzung geplant. Die momentanen Schätzungen weisen angezeigte Mineralressourcen von 310.300 Unzen und abgeleitete Mineralressourcen von 769.200 Unzen Gold aus.

    Rheinmetall on fire

    Vor Wochen sah die Lage beim Chart der Rheinmetall-Aktie noch kritisch aus. Ein Fall unter die Marke von 232,80 EUR hätte dem Kurs weiteres Abwärtspotenzial beschert. Doch einmal mehr konnten die Düsseldorfer das Ruder herumreißen. Aktuell liegt der Kurs mit 262 EUR nur geringfügig unter dem seit April etablierten kurzfristigen Abwärtstrend bei 269,60 EUR. Ein Überwinden würde den direkten Weg zum Allzeithoch bei 273 EUR bedeuten.

    Die Analysten der Privatbank Berenberg zumindest trauen der Aktie ein Niveau von 300 EUR zu. Das Votum lautet „Kaufen“. So seien sie Verteidigungsbudgets der Staaten seit dem Beginn des Ukrainekrieges gestiegen. Dadurch sollten die Rüstungsunternehmen eine jährliche Steigerung ihrer Erlöse von 5 % erfahren, bei Rheinmetall dürfte diese aufgrund der kurzfristigeren Geschäftszyklen sogar noch höher ausfallen.

    Rückenwind bekommt der Kurs zudem von einem durchlaufend positiven News Flow. So bekundete die Lufthansa AG ihre Absicht, sich an einem Gemeinschaftsprojekt mit dem Rüstungsunternehmen Rheinmetall zur Herstellung und Instandhaltung von Bauteilen des Lockheed-Kampfflugzeugs F-35 zu beteiligen. Dieser Schritt markiert für den Luftfahrtkonzern eine strategische Neuausrichtung, wie Carsten Spohr, der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa, am Donnerstagabend in Frankfurt betonte. In Zeiten, in denen militärische Konflikte zunehmen, steige der Bedarf an technologischer Expertise, um die Verteidigungsfähigkeiten globaler Streitkräfte zu optimieren. Spohr äußerte zudem das Interesse der Lufthansa, sich an einem bedeutenden Hubschrauberprojekt zu beteiligen, das die Bundeswehr derzeit mit Boeing für einen schweren Transporthubschrauber diskutiert.


    Die Fed-Entscheidung am Abend wirft ihre Schatten voraus. Im Falle einer Zinspause dürften Goldwerte wie Desert Gold Ventures profitieren. TUI wiederum profitierte von steigenden Buchungszahlen und Preiserhöhungen, der Rüstungskonzern Rheinmetall von wachsenden Rüstungsbudgets der Staaten.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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