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07.12.2022 | 05:45

TotalEnergies, Saturn Oil + Gas, Shell – Energie Aktien als Booster fürs Depot

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Bildquelle: pixabay.com

Nun ist es da, das Öl-Embargo gegen Russland. Schon vorher war der Ölpreis volatil und mit den neuen Sanktionen könnte es noch einmal chaotischer werden. Die Internationale Energieagentur befürchtet, dass Russland die Ölförderung deutlich reduzieren könnte. Das würde das Angebot auf dem Markt schlagartig und merklich sinken lassen und der Ölpreis würde anziehen. Kommt es weltweit zu einer Rezession, würde das die Nachfrage verringern, aber durch die stetig steigende Bevölkerung wächst der Bedarf an Öl trotzdem weiter. Immerhin leben seit November 8 Mrd. Menschen auf unserem Planeten. Die Lieferung von Öl wird auch in den kommenden Jahren wichtig bleiben. Wir sehen uns daher drei Unternehmen aus der Branche an.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: TOTALENERGIES SE | FR0000120271 , Saturn Oil + Gas Inc. | CA80412L8832 , Shell PLC | GB00BP6MXD84

Inhaltsverzeichnis:


    TotalEnergies – Verschuldung radikal reduziert

    Die Energy Information Administration geht davon aus, dass der Ölverbrauch im kommenden Jahr um 2 Mio. Barrel pro Tag steigen könnte. Außerdem könnte China mit Lockerung der Corona Maßnahmen seine Wirtschaft wieder in Gang bringen. Beides Nachrichten, die den Ölmultis wie der französischen TotalEnergies zu Gute kommen. Die derzeitige Energiekrise schafft ein günstiges Umfeld für den Erfolg von TotalEnergies. Das Unternehmen hat im 3. Quartal einen beträchtlichen Cashflow von 17,8 Mrd. USD aus dem operativen Geschäft erwirtschaftet. In den ersten 9 Monaten lag man bei 41,7 Mrd. USD. Am Jahresende sollen etwa 56 Mrd. USD stehen, was in etwa 39 Mrd. USD freier Cashflow sein dürfte.

    Dieser freie Cashflow kann auf verschiedene Weise verwendet werden. Akquisitionen, Dividenden und Aktienrückkäufe sowie der Schuldenabbau sind mögliche Verwendungszwecke. Im vergangenen Jahr hatte TotalEnergies noch eine Nettoverschuldung von 24,3 Mrd. USD. Nach drei Quartalen des laufenden Jahres ist diese Zahl auf 5,0 Mrd. USD gesunken. Dies entspricht einem Verschuldungsgrad von 0,07. Die Konkurrenz Chevron und Exxon Mobil können da nicht mithalten und liegen teilweise doppelt so hoch. Das Unternehmen schüttet derzeit 0,69 EUR pro Aktie und Quartal als Dividende aus, was bei den aktuellen Kursen eine Dividendenrendite von rund 4,8% ergibt. In den letzten beiden Quartalen wurden 2 Mrd. USD in Aktienrückkäufe investiert.

    Insgesamt kommt TotalEnergies auf eine freie Cashflow-Rendite von etwa 26%. Die Analysten werden nach dem Anstieg der Aktie seit Ende September langsam etwas vorsichtiger. 3 Analysten raten zum Kauf, 5 zum Halten und einer zum Verkaufen. Die Kursziele reichen von 59 USD bis 94 USD. Im Schnitt liegt das Kursziel bei 71,81 USD. Derzeit ist die Aktie für 57,35 EUR zu haben. Schaut man sich die Bewertung an, so handelt die Aktie lediglich beim rund 4-fachen des freien Cashflows, was als günstig anzusehen ist.

    Saturn Oil & Gas – Gewinnsprung im dritten Quartal

    Ein Blick in die neueste Unternehmenspräsentation von Saturn Oil & Gas zeigt, dass schon Anfang Dezember das Ziel von 12.500 Barrel täglicher Produktion erreicht ist. Damit ist die Produktion seit dem ersten Quartal 2021 um 5.365% gestiegen. Mit dazu beigetragen hat die Viking Akquisition, die im Juli abgeschlossen wurde. Dabei erwarb das Unternehmen für 260 Mio. CAD eine Produktion von 4.000 Barrel pro Tag. Mit dieser Transaktion stieg nicht nur die Produktion um 50%, sondern auch der Umsatz um 53% und das bereinigte EBITDA um 179% innerhalb von einem Quartal. Daran hatte das Management einen großen Anteil, die von den 4.000 Barrel 2.782 für 102,65 USD für 2022 abgesichert haben. Für 2023 sind 2.882 Barrel zu 92,02 USD gehedged. Spätestens im 3. Quartal 2024 ist das Unternehmen schuldenfrei.

    Im 3. Quartal 2022 wurde ein Rekord bei der durchschnittlichen Produktion von 10.965 Barrel pro Tag aufgestellt. Die Erdöl- und Erdgasverkäufe erreichten mit 105,7 Mio. CAD ebenfalls Rekordwerte. Das bereinigte EBITDA lag bei 50,3 Mio. CAD. Der bereinigte Cashflow für die drei Monate, die am 30. September 2022 endeten, betrug 39,8 Mio. CAD, was 0,69 CAD je Aktie entspricht. Hochgerechnet auf das Jahr sind das 2,76 CAD. Wie kann der Aktienkurs lediglich bei 2,52 CAD stehen? Zum einen führt der deutliche Preisverfall bei Öl zu Verkaufsdruck, zum anderen nutzen Investoren aus dem letzten Bought Deal hohe Aktienkurse, um ihre Aktien zu verkaufen und die Warrants zu behalten. Aktuell gibt es 59,8 Mio. Aktien und 42,8 Mio. ausstehende Warrants und Optionen.

    Bohrarbeiten Quelle: Saturn Oil & Gas

    Bis zum 7. Juli 2023 ergeben sich für die Aktie zwei Szenarien. Bei der ersten Möglichkeit bleibt der Aktienkurs unter 3,20 CAD bis zu diesem Zeitpunkt, dann verfallen 27 Mio. Warrants. Der Anteil der Altaktionäre am Unternehmen vergrößert sich und der Aktienkurs müsste im Anschluss zulegen. Bei Variante 2 liegt der Aktienkurs über den 3,20 CAD und die Warrants werden ausgeübt. In diesem Fall erhält das Unternehmen 86,4 Mio. CAD und kann die Schulden voraussichtlich schon 2023 größtenteils tilgen. Sofern es keine weiteren Akquisitionen gibt winkt dann eine hohe Dividende. Egal welches Szenario eintritt, es wird positiv für die Aktionäre sein. Wer sich ein genaueres Bild vom Unternehmen machen möchte sollte sich den Vortrag von CEO John Jeffrey auf dem 5. International Investment Forum am 7. Dezember um 18 Uhr nicht entgehen lassen. Dort hat man die Möglichkeit, seine Fragen direkt an den CEO zu richten.

    Shell – Gewinne sprudeln

    Für Anleger, die von der Energiewende profitieren wollen, ist Shell eine attraktive Option. Mit dem Ziel, bis 2050 netto emissionsfrei zu sein, bietet Shell neben den traditionellen Brennstoffen auch erneuerbare Energiequellen wie Sonne, Wind, Wasserstoff, Biokraftstoffe und Erdwärme an. Angesichts der Möglichkeit, dass eine russische Ölpreisobergrenze die Ölpreise in die Höhe treibt, ist der starke freie Cashflow von Shell in Höhe von fast 30 Mrd. USD seit Jahresbeginn ein großer Vorteil. Etwa 68% des freien Cashflows wurden in diesem Jahr an die Aktionäre ausgeschüttet, wovon etwa 50% für den Rückkauf von Aktien verwendet werden, und 50% als Dividende direkt an die Aktionäre ausgeschüttet wurden.

    Trotz einem turbulenten wirtschaftlichen Umfeld mit niedrigeren Rohölpreisen und höheren Gaspreisen im Vergleich zum zweiten Quartal 2022, konnte das Unternehmen einen bereinigten Gewinn von 9,5 Mrd. USD im dritten Quartal 2022 und mit einem bereinigten EBITDA von 21,5 Mrd. USD ausweisen. Darüber hinaus wurde investiert in die Übernahme von Sprng Energy, der Beteiligung an der LNG-Erweiterung North Field South in Katar und der Übernahme von Shell Midstream Partners in den USA. Damit stärkt der Konzern sein Portfolio im Rahmen der Energiewende. Die Dividende liegt bei rund 0,24 EUR je Aktie.

    Außerdem sollen im 4. Quartal Aktien im Wert von 4 Mrd. USD zurückgekauft werden. Das macht die Bewertung der Aktie noch attraktiver. Aktuell kostet eine Aktie 27,18 EUR. Damit liegt die Dividendenrendite bei rund 3,5%. Die Bewertung des Unternehmens ist als günstig anzusehen. Am 1. Januar 2023 tritt der langjährige Ben van Beurden zurück und macht Platz für Wael Sawan, der seit 2021 die Sparte der Erneuerbaren Energien betreut. Man darf gespannt sein, ob der neue CEO für frischen Wind sorgt und wie seine Ziele aussehen.


    Während die zwei Ölmultis TotalEnergies und Shell ordentliche Dividenden zahlen, Aktienrückkaufprogramme durchführen und versuchen, grün zu werden, indem sie weniger in die Ölproduktion investieren, ist es bei Saturn Oil & Gas anders. Das Unternehmen versucht noch zu wachsen und hat die Produktion innerhalb von gut anderthalb Jahren stark ausgebaut. Dabei hat man konsequent auf ESG-Kriterien geachtet. In absehbarer Zeit sind die Schulden abgetragen und spätestens dann wird die Aktie anspringen. Auf dem aktuellen Niveau ist die Aktie von Saturn von allen drei Kandidaten am stärksten unterbewertet.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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