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25.03.2024 | 06:00

Super Micro Computer fliegt, wann ziehen Saturn Oil + Gas und Bayer nach?

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Bildquelle: pixabay.com

In der rasch voranschreitenden Welt der Technologie stiehlt die Künstliche Intelligenz (KI) momentan allen die Show, indem sie mit ihrem Boom an den Börsen klassische Branchen in den Schatten stellt. Derzeit gut am Beispiel von Super Micro Computer erkennbar. Während Investoren sich den aussichtsreichen KI-Pionieren zuwenden, ringen andere Sektoren darum, mit dieser wachstumsstarken Industrie gleichzuziehen. Selbst Unternehmen, die ordentlich Geld verdienen, kommen aktuell nicht so recht von der Stelle. Ob dort einmal der Deckel wegfliegt versuchen wir in diesem Artikel anhand von Saturn Oil & Gas sowie Bayer näher zu beleuchten.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: SUPER MICRO COMPUT.DL-_01 | US86800U1043 , Saturn Oil + Gas Inc. | CA80412L8832 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017

Inhaltsverzeichnis:


    Super Micro Computer – verschnauft nach der Rally

    Super Micro Computer, ein führender Anbieter in der Server-Herstellerbranche, profitiert stark vom anhaltenden Wachstum im KI-Sektor. Mit einer raschen Entwicklung und einer Aktienperformance, die kürzlich die 1.000 USD Marke überschritt, wird das Unternehmen von Analysten hoch bewertet, darunter eine Empfehlung der Bank of America mit einem Ziel von 1.280 USD. Die hoch anpassungsfähige modulare Architektur von Super Micro, ein wesentlicher Faktor für deren Wettbewerbsvorteil, ermöglicht es dem Unternehmen, schnell auf neue Technologietrends zu reagieren und diese an Kunden zu liefern.

    Partnerschaften mit Schlüsselakteuren wie Nvidia, Intel und AMD verstärken die Position von Super Micro in einem Markt, der durch Expansionsvorhersagen von 39 Mrd. USD auf 200 Mrd. USD bis 2027 gekennzeichnet ist. Während die hohe Volatilität des Aktienmarktes nicht außer Acht gelassen werden kann, ebenso wenig wie eine kürzlich erfolgte Kapitalerhöhung, die zu einem vorübergehenden Kursrückgang führte, bleibt die Aussicht für Super Micro positiv. Durch die strategische Nutzung des Kapitals für Forschung und Entwicklung sowie die Ausweitung der Produktionskapazitäten wird die führende Marktposition des Unternehmens gestärkt.

    Im letzten Quartal des Geschäftsjahres 2024 stieg der Nettoumsatz des Unternehmens um beeindruckende 103 % auf 3,66 Mrd. USD und verdoppelte sich damit gegenüber dem Vorjahreswert von 1,8 Mrd. USD. Parallel dazu stieg der Bruttogewinn um 67 % von 337 Mio. USD auf 564 Mio. USD. Es ist jedoch anzumerken, dass die Bruttomarge von 18,7 % auf 15,4 % gesunken ist. Der verwässerte Gewinn je Aktie lag bei 5,10 USD. Die Prognose wurde auf 14,3 bis 14,7 Mrd. USD Umsatz nach oben korrigiert. Die Aktie, die am 8. März ihr Hoch bei 1.229 USD markierte, ist im Zuge der Kapitalerhöhung und Gewinnmitnahmen zwischenzeitlich bis auf 855 USD gefallen. Derzeit handelt der Wert bei rund 965 USD.

    Saturn Oil & Gas – Zahlen zum 4. Quartal vorgelegt

    Bei Saturn Oil & Gas ist der Knoten noch nicht geplatzt. Das Unternehmen ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und hat seinen derzeitigen Schwerpunkt auf die Schuldenreduktion gelegt. Hier gibt es mehrere Faktoren, die sich langfristig positiv auf den Ölpreis auswirken sollten. Da sind zum einen die Ölmultis, die nicht mehr in die Erschließung neuer Ölquellen investieren. Dadurch wird das Angebot im Laufe der Zeit abnehmen. Zum anderen ist das strikte Verbrenner-Verbot in der EU vom Tisch. Das dürfte auch mit dafür verantwortlich sein, dass der Preis für Crude Oil zuletzt wieder auf über 80 USD gestiegen ist. Das sind gute Nachrichten für Saturn, denn das Unternehmen rechnet mit einem Durchschnittspreis von 75 USD je Barrel Öl.

    Am 12. März gab das Unternehmen seine Zahlen zum 4. Quartal 2023 bekannt, in dem eine Rekordproduktion von Rohöl und Erdgas erreicht wurde, wobei durchschnittlich 26.891 boe/d (Barrel Öläquivalent pro Tag) erreicht wurden. Davon waren 82 % Öl und der Rest NGLs (flüssiges Erdgas). Dies stellt einen Anstieg von 115 % im Vergleich zum Vorjahr dar. Das bereinigte EBITDA belief sich auf 100,1 Mio. CAD, was einem Anstieg von 61 % entspricht. Ebenso wurde ein Rekordquartalswert für den bereinigten Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit von 80,2 Mio. CAD erzielt, auch hier beträgt das Plus satte 58 %. Die Investitionen betrugen 57,2 Mio. CAD mit denen insgesamt 19 horizontale Bohrlöcher niedergebracht wurden.

    Zum Jahresende 2023 betrug die Nettoverschuldung 460,5 Mio. CAD. Das entspricht dem 1,4-fachen des annualisierten bereinigten Cashflow des 4. Quartals. Im laufenden Jahr will das Unternehmen 180 Mio. CAD tilgen und hat trotzdem ein beträchtliches Investitionsprogramm geplant. Das Budget liegt bei rund 145,6 Mio. CAD, womit bis zu 61 weitere Bohrlöcher niedergebracht werden sollen. Um all das zu stemmen, hat das Unternehmen eine Privatplatzierung in Höhe von 50 Mio. CAD abgeschlossen, wobei die Großaktionäre wie beispielsweise GMT Captial Corp. mitgezogen haben. Wer mehr wissen möchte, sollte sich die Studie auf researchanalyst.com oder die Unternehmenspräsentation vom International Investment Forum ansehen. Die Aktie konnte zuletzt die wichtige Marke bei 2,50 CAD durchbrechen und notiert bei 2,53 CAD. Damit ist man aber noch weit von den Kurszielen der Analysten entfernt, die im Schnitt bei 5,15 CAD liegen.

    Bayer – noch keine Lösung in Sicht

    Die Bayer AG hat kürzlich ihre Jahresergebnisse veröffentlicht, die ein gemischtes Bild zeichnen und die Anleger unentschlossen zurücklassen. Nach einem harten Jahr, in dem die Aktie stark gefallen ist, bietet der neueste Bericht wenig Hoffnung auf Besserung. Im Geschäftsjahr 2023 fielen die Umsätze auf 47,637 Mrd. EUR, was einem Rückgang von 6,1 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Ebenso stark ging es mit dem EBIT bergab, das von rund 7 Mrd. EUR im Jahr 2022 auf 612 Mio. EUR im Jahr 2023 sank, ein Sturz um 91,3 %. Dies führte zu einem Nettoverlust von 2,99 Euro pro Aktie im Vergleich zu einem Gewinn von 4,22 Euro pro Aktie im Vorjahr.

    Für das Geschäftsjahr 2024 erwartet Bayer ein 4 % bis 9 % niedrigeres EBITDA bei einem Umsatz von 47-49 Mrd. EUR. Die Dividende wurde radikal auf 0,11 EUR je Aktie gekürzt. So will das Management die Schulden abbauen, die Ende 2023 bei rund 34,5 Mrd. EUR lagen. Im laufenden Jahr soll dieser Wert um mindestens 1 Mrd. EUR reduziert werden. Im besten Fall um 2 Mrd. EUR. Das Unternehmen steht aktuell nicht nur aufgrund der finanziellen Herausforderungen unter Druck, sondern auch wegen anhaltender Rechtsstreitigkeiten. Trotz einiger jüngster Erfolge in Gerichtsprozessen ist keine nachhaltige Lösung für die entstandenen und noch ausstehenden Klagen in Sicht. Neue rechtliche Ansätze sollen dabei helfen, diese Risiken zu verringern.

    Diese sind aber juristische Winkelzüge, um Schadensersatzforderungen zu umgehen. Hier wartet man wahrscheinlich die Resultate anderer Unternehmen ab, die diesen Weg bereits gegangen sind. Eine Kapitalerhöhung soll es laut dem CEO nicht geben und auch eine Aufspaltung ist aktuell kein Thema. Positiv waren zuletzt die Fortschritte bei präzisionsonkologischen Therapien und Partnerschaften zur Verbesserung diagnostischer Tests, die Anzeichen für potenzielles zukünftiges Wachstum darstellen. Noch fehlt der Aktie der entscheidende Impuls um das Ruder herumzureißen. Die Aktie handelt derzeit um 26,71 EUR.


    Einer Performance wie die von Super Micro Computer sieht man selten. Das Unternehmen hat die Gunst der Stunde genutzt und eine Kapitalerhöhung auf den Weg gebracht, die sich für die Zukunft positiv auswirken dürfte. Saturn Oil & Gas verdient viel Geld und ist stark gewachsen. In diesem Jahr sollen die Schulden noch einmal deutlich reduziert werden. Damit steigt der Wert der Aktie. Ölpreise über 75 USD sorgen für zusätzlichen Schub. Bei Bayer lagen die Hoffnungen auf dem Kapitalmarkttag. Doch konkrete neue Strategien konnte CEO Anderson nicht präsentieren. Die Dividende wurde zusammengestrichen und bis es eine Lösung in der Causa Glyphosat gibt, dürfte es die Aktie weiter schwer haben.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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