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2021-12-29 05:10

Steinhoff, Troilus Gold, Agnico Eagle – Der Endspurt läuft

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Bildquelle: pixabay.com

Nachdem der DAX vor den Weihnachtsfeiertagen kaum zu halten war, setzt er auch in den letzten Tagen des alten Börsenjahres zum Endspurt an. Die Hoffnung der Anleger auf mildere Verläufe der hochansteckenden Omikron-Variante schieben das Börsenbarometer nah an die psychologisch wichtige Marke von 16.000 Punkten. Wie geht es im nächsten Jahr weiter? Viele Marktteilnehmer sehen bereits eine stärkere Korrektur bevorstehen, andere gehen durch das weiterhin billige Geld von neuen Höchstständen aus. Die Geister scheiden sich auch bei den Edelmetallen.

Lesezeit: ca. Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: TROILUS GOLD CORP. NEW | CA8968871068 , STEINHOFF INT.HLDG.EO-_50 | NL0011375019 , AGNICO EAGLE MINES LTD. | CA0084741085

Inhaltsverzeichnis:


    Agnico Eagle – Der Favorit der Analysten

    Die Zinsen befinden sich weiterhin auf historisch niedrigem Niveau. Historisch sind auch die horrend wachsenden Staatsverschuldungen und die weiter steigenden Inflationsdaten. Diese drei Kennzahlen lassen jeden Goldbullen aufhorchen, sind diese doch der Grundstein für neue Höchststände über 2.000 USD je Unze für das Jahr 2022. Ein wegbrechendes Finanzsystem sehen derweil die Crash-Propheten, wie in deren Community bereits Kurse zwischen 5.000 USD und sogar Notierungen im fünfstelligen Bereich herumgereicht werden.

    Langfristig positiv für das Edelmetall gestimmt sind auch die Charttechniker. Bevor eine langfristige Hausse eintreten dürfte, die Kurse jenseits der 2.400 USD je Unze mit sich bringen dürfte, sehen vor allem die Anhänger der Elliot-Wellen-Methode eine nochmalige Abwärtswelle im Bereich zwischen 1.500 USD und 1.620 USD.

    Auch in der Analystengemeinde herrscht Uneinigkeit. So sieht die Credit Suisse den Goldpreis im Jahre 2022 bei 1.850 USD je Unze. In einem aktuellen Bericht, der auf der US-Internetseite www.kitco.com bereitgestellt wurde, äußerte sich Fahad Tariq, Edelmetallanalyst bei der Schweizer Großbank optimistisch für das gelbe Metall, auch wenn die US-Notenbank eine Anhebung der Zinssätze vorbereitet. Der Experte geht jedoch nicht davon aus, dass sich der Goldpreis langfristig über dem Niveau vor der Pandemie halten wird. Laut Tariq rechnet die Credit Suisse mit einem durchschnittlichen Goldpreis von rund 1.850 USD pro Unze. Bis 2023 rechnet die Bank mit einem Rückgang des Goldpreises auf 1.600 USD und sieht die langfristigen Preise bei etwa 1.400 USD pro Unze.

    Selbst bei einem Goldpreis im Bereich von 1.850 USD sieht der Analyst in Minenaktien weiterhin eine attraktive Anlage. "Trotz des Rückgangs des Goldpreises von einem Rekordwert von über 2.000 USD je Unze im August 2020 auf rund 1.770 USD je Unze bleibt der Goldsektor grundsätzlich solide mit starken Bilanzen", äußert sich der Analyst. Die Credit Suisse hält Agnico Eagle für ihren Top-Pick im Bergbausektor. Nach der Fusion mit Kirkland Lake wurde das Unternehmen zum drittgrößten Goldproduzenten der Welt. "Wir sehen Agnico Eagle nach der Fusion als den hochwertigsten Goldproduzenten mit den niedrigsten Kosten und Spielraum für eine deutlich höhere Dividende." Zu den weiteren Top-Picks im Minensektor gehören laut Credit Suisse Barrick Gold, Endeavour Mining, Kinross, Newmont, Triple Flag Precious Metals und Yamana.

    Troilus Gold – Top-Pick aus der zweiten Reihe

    Auf die Liste der Credit Suisse hat es das Goldexplorationsunternehmen Troilus Gold noch nicht ganz geschafft, dennoch sind mehrere Analystenhäuser von den zuletzt erzielten Ergebnissen begeistert. Laurentian Bank Securities vergab ein „buy“-Rating mit einem Kursziel von 3,30 CAD, die Analysten von Stifel sehen ebenfalls einen Kaufkandidaten mit einem Ziel von 4,00 CAD. Bereits seit längerem befindet sich Troilus auf der Liste als Top-Pick bei Cormark Securities mit einem Kurs von 4,50 CAD. Bei einem Börsenkurs von 0,75 CAD bietet sich somit laut den Experten ein Kurspotential von mindestens 300%.

    Spätestens dann, wenn CEO Justin Reid die für 2022 angekündigte Ressourcenschätzung sowie die Ergebnisse einer Vormachbarkeitsstudie verkündet, dürften dem Kurs Flügel wachsen. Die Marktkapitalisierung der Kanadier, die Ende 2023 zum Goldproduzenten aufsteigen wollen, liegt bei überschaubaren 101,59 Mio. EUR. Neben der Troilus-Mine wird die 2017 übernommene Infrastruktur auf rund 246 Mio. EUR geschätzt, was alleine mehr als die doppelte Marktkapitalisierung aufweist. Zudem erweitert Troilus Gold die Bohrungen um monatlich weitere 12.000m.

    Die letzte Wertstudie, die 2020 bestätigt wurde, brachten mit 8,1 Millionen Unzen Gold Äquivalent, rund 85% Gold und 15% Kupfer mit einer Gesamtbewertung von ca. 1,33 Mrd. EUR hervor. Damals lag der Goldpreis bei rund 1.750 USD je Unze.

    Steinhoff – Da geht die Post ab

    Kein Halten gibt es am Jahresende bei der Aktie des deutsch-südafrikanischen Handelskonzerns Steinhoff. Nach Tiefstkursen um die 10 Cents-Marke Ende November, konnte sich das Papier annähernd verdreifachen. Der Grund liegt darin, dass das notleidende Unternehmen die letzten Kläger zufriedenstellen konnte.

    Nach dem Erfolg hinsichtlich der Einigung mit den früheren Tekkie-Town-Eignern sowie Trevo Capital, fehlte jetzt nur noch die Zustimmung der Anleihegläubiger, die auf einen Teil der Haftungsmasse verzichten mussten. Diese haben nun zum Wohle des Weiterexistierens des Steinhoff-Konzerns zugestimmt. Der Western Cape High Court wird nun am 24. Januar die Argumente für die Anerkennung des Hauptvergleichs anhören. Nur wenn das Gericht dem Vergleich zustimmt, werden auch die neuen Vergleiche für Tekkie Town und Trevo in Kraft treten. Dies dürfte jedoch nur eine Formalie darstellen.

    Somit dürfte der Vergleich endgültig abgeschlossen werden. Dagegen wird Steinhoff weiterhin mit der hohen Schuldenlast zu kämpfen haben. Nach den starken Kursgewinnen und den guten Meldungen, sind Gewinnmitnahmen möglicherweise keine schlechte Idee.


    Wie geht es im Jahre 2022 weiter? Sowohl beim Aktienmarkt als auch bei den Edelmetallen scheiden sich die Geister. Die Analysten der Credit Suisse sehen Minenaktien trotz eines erwarteten Preises um 1.850 USD weiterhin als attraktives Investment. Neben Agnico Eagle und Barrick Gold sind mehrere Häuser bullisch für das Explorationsunternehmen Troilus Gold. Bei Steinhoff sind Gewinnmitnahmen nicht die schlechteste Wahl.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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