Menü schließen




08.06.2022 | 04:44

Split-Fantasie: Amazon, Aspermont, Alibaba, Tencent – Nach dem Ausverkauf ist vor der Rallye!

  • Technologie
  • China
  • E-Commerce
Bildquelle: pixabay.com

In Haussebewegungen werden Aktien immer teurer und teurer. Private Kleinanleger können sich dann eine Amazon-Aktie bei 3.000 USD einfach nicht mehr leisten und bleiben als Investoren fern. US-Technologiewerte wenden daher oft den 'Split' als Trick an. Im Fall von Amazon erhält der Anleger in diesen Tagen zu einer gehaltenen Aktie weitere 19 Stück ins Depot gebucht. Rein rechnerisch verbilligt sich das Unternehmen dadurch zwar nicht, aber optisch wird der Wert um 95% günstiger angezeigt als zuletzt vor dem Split. Meistens steigt die Aktie wieder sehr schnell, denn jetzt können wieder kleinere Tranchen an der Börse abgewickelt werden. Aber es ist nicht immer so. Wir blicken in diesem Zusammenhang auf weitere Tech-Titel mit mehr als 100% Potenzial.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: ALIBABA GR.HLDG SP.ADR 8 | US01609W1027 , AMAZON.COM INC. DL-_01 | US0231351067 , TENCENT HDGS ADR/1DL-0001 | US88032Q1094 , ASPERMONT LTD | AU000000ASP3

Inhaltsverzeichnis:


    Amazon – Vor dem Split ist nach dem Split?

    Der Split ist vollzogen, nun ist der e-Commerce-Riese an der Börse optisch deutlich günstiger. Eine Aktie kostete nach dem Split im Verhältnis 1:20 aktuell 122,3 USD, was vor allem viele Privatanleger freut. Die Aktie konnte im Vorfeld des Splits bereits ganze 12% zulegen, während der NDX weiter korrigierte.

    Aktiensplits sind bei Unternehmen beliebt, deren Aktienwert nominal vergleichsweise hoch angesiedelt ist. Um ein einzelnes Papier attraktiver auch für Privatanleger zu machen, vollzog Amazon wieder eine Neuordnung seiner Aktienzahl, bereits zum vierten Mal. In diesem Jahr ist der Schluck aus der Pulle mit 1:20 aber riesig, im Jahr 1998 wurde ein Split im Verhältnis 1:2 durchgeführt, im Januar 1999 dann im Verhältnis 1:3 und im gleichen Jahr nochmal 1:3. Die Marktkapitalisierung hat sich in den letzten Jahren auf 1,5 Billionen USD entwickelt, nach der großen Korrektur sind es immer noch 1,25 Billionen USD. Amazon gehört zu den fünf teuersten Werten der Welt.

    Die Analysten sehen für den E-Commerce- und Cloud-Giganten nach wie vor jede Menge Potenzial, das Wachstum soll jedoch eher aus der Cloud-Ecke kommen. Bei geschätzten Umsatzerlösen von 525 Mrd. USD in 2022 soll ein Ergebnis von 9,6 Mrd. USD zu Buche stehen. Das KGV ist also immer noch jenseits der 50, aber das Kurs-Umsatz-Verhältnis hat sich auf 2,5 ermäßigt. Von 51 Analysten votieren 49 positiv und nur zwei Häuser sind auf der Verkaufsseite. Die AMZN-Aktie bleibt ein NDX-Klassiker und als Weltmarktführer wohl auch dauerhaft mit hoher Bewertung.

    Aspermont Ltd. – Raus aus dem Corona-Winterschlaf

    Aspermont Ltd. aus Perth ist ein Medien- und Fintech-Unternehmen in einem. Die Corona-Pandemie hat beim australischen Anbieter von Informationsdienstleistungen rund um die Rohstoff-Industrie zwar Wachstum zugelassen, durch den Wegfall von Live-Events war das Ganze aber in der Intensität noch limitiert. Der „Corona“-Winterschlaf ist nun aber beendet, es geht wieder los mit den Veranstaltungen und auch die Investitionen in die elektronischen Plattformen werden fortgesetzt.

    CEO und Gründer Alex Kent ist optimistisch: „Die Wiederaufnahme von Live-Veranstaltungen hat in diesem Quartal zu einem außergewöhnlichen Wachstum (72 %) in unserem Dienstleistungsgeschäft beigetragen. Wir erwarten ähnliche Auswirkungen im vierten Quartal, wenn noch mehr Live-Veranstaltungen stattfinden und unsere technischen Entwicklungen weiter voranschreiten.“

    Je stärker Aspermont die Digitalisierung vorantreibt, desto präsenter sind die Dienstleistungen am Markt. Der vollständig digitalisierte B2B-Ansatz garantiert Aspermont schon heute den exklusiven Zugang in die Führungs- und Entscheiderebenen der Rohstoffunternehmen, die durch die starke Netzwerkarbeit an die Finanzwelt andocken können. So kommt es durch Roadshows, Finanzierungen und Kapitalvermittlungen auch zu Einnahmen aus Investmentbanking-Tätigkeiten. Für die noch jungen, wachsenden Unternehmen sind das wichtige Zugänge, die man sich über regelmäßige Abo- und Mitgliedsgebühren sichern kann.

    Auf der operativen Seite kommt Aspermont derzeit schnell voran, denn jede neue Aktivität erhöht die operative Gewinn-Marge. Durch die nun etablierte digitale Zeichnungsstrecke „Blu Horseshoe“ können Investoren sehr einfach, schnell und kostengünstig an Platzierungen teilnehmen und müssen nicht mehr die langen Wege über den Bankberater gehen. Der Aspermont-Aktienkurs hat bei 0,018 australischen Dollar gedreht und tendiert seit einigen Tagen nach oben. Auf Tradegate kann der Wert für 0,014 EUR erworben werden, die operative Gewinnserie dürfte sich weiter fortsetzen.

    Alibaba Group und Tencent – Raus aus dem Trauerloch?

    Die chinesischen Tech-Riesen Alibaba Group und Tencent sind in 2021/2022 ordentlich unter die Räder gekommen. Beide Werte korrigierten von ihren Höchstständen zwischen 50 und 75%. Nun scheint sich aber das Klima langsam zu verbessern, denn der chinesische Regulator ist wohl mit den getroffenen Maßnahmen zur Transparenzverbesserung zufrieden. Auch die amerikanische SEC hat die letzten Änderungen in der Bilanzierung für die ADR-gehandelten Werte akzeptiert.

    Nun wäre aus Anlegersicht interessant, ob ehemalige institutionelle Anleger wie der ARK Innovation Fund auch mal wieder zugreifen würden. Denn der Weg aus dem Tal der Tränen erfordert doch noch größere Umsätze und einen positiven Bias zu chinesischen Werten. Auch sollten Anleger den endenden Lockdown in China beobachten. In Shanghai soll nun das Leben für 25 Millionen Einwohner wiederbeginnen, mit geöffneten Geschäften, Schulen und Fabriken, kündigte Shanghais stellvertretender Bürgermeister Zong Ming an. Der chinesische Markt steigt bereits seit Mitte Mai.

    Alibaba konnte sich zuletzt stark von der 80 EUR nach oben bewegen und kostet nun 93,5 EUR, bei Tencent wurde die 40 EUR-Marke mehrmals erfolgreich getestet. Beide Werte wachsen mit mehr als 20% pro Jahr. Alibaba hat so mit den letzten gut gemeldeten Zahlen nur noch ein KGV von 14 aufzuweisen, bei Tencent liegt dies bei 18. Aus dem langfristigen Blickwinkel sind beide Aktien jetzt schon sehr günstig. Wann die große Korrektur der Tech-Werte vorüber ist, lässt sich angesichts explodierender Zinsen jedoch nicht seriös vorhersagen.


    Die Technologie-Baisse erhält jeden Tag neue Züge. Einmal denkt man die Korrektur wäre vorbei und schon im nächsten Moment dreht der Index wieder um 2,5% nach unten. Abzulesen ist diese Schwankungsintensität am Volatilitätsindikator VIX – dieser indiziert mehr als 26% Schwankung pro Jahr. Normalerweise steht dieser Indikator bei etwa 12 bis 15. Bleiben sie daher vorsichtig.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) derzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen hält bzw. halten und auf deren Kursentwicklungen spekulieren. Sie beabsichtigen insofern Aktien oder andere Finanzinstrumente der Unternehmen zu veräußern bzw. zu erwerben (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
    Es besteht insofern ein konkreter Interessenkonflikt bei der Berichterstattung zu den Unternehmen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
    Es besteht auch aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Stefan Feulner vom 21.05.2024 | 05:10

    Lynas, Almonty Industries, General Motors - Eskaliert der Handelskrieg?

    • Handelskrieg
    • China
    • Kritische Rohstoffe

    Die Aktienmärkte befinden sich weiterhin auf Rekordjagd. Der Dow Jones Industrial erklomm zum ersten Mal in seiner Geschichte die Marke von 40.000 Punkten, der DAX steht ebenfalls vor dem Bruch der 19.000er Schallmauer. So weit so gut, könnte man sagen. Doch im Hintergrund braut sich in Bezug auf den Handelskrieg zwischen den USA und China etwas zusammen, was zukünftig enorm auf die Margen der Unternehmen drücken könnte. Dadurch dürften vor allem kritische Rohstoffe vor dem Beginn eines starken Aufwärtsimpulses stehen.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 21.05.2024 | 04:45

    Blackout voraus! Künstliche Intelligenz wird zum Stromproblem: Plug Power, Nel ASA und Carbon Done Right Developments

    • Internet
    • E-Commerce
    • Wasserstoff
    • Alternative Energien
    • CO2-Zertifikate

    OpenAI hat eine neue ChatGPT-Version vorgestellt, die menschlicher kommuniziert als jede KI zuvor. Und auch Google baut seine Suchmaschine um und beantwortet Anfragen künftig mit KI-generierten Zusammenfassungen. Der Boom mit solchen Tools könnte laut Experten bald zu einer Netzüberlastung oder gar einem Blackout führen. Denn KI-Anwendungen verbrauchen in Rechenzentren ungeheuer viel Strom. Bis zu Faktor 10 unterscheidet sich der Energiehunger einer KI-generierten Frage von einer normalen Eingabe in einer Suchmaschine. Damit gerät die Energiewende in Gefahr, denn mit der vollständigen Elektrifizierung muss immer mehr Strom für Elektroautos, Wärmepumpen und strombasierte Industrielösungen her, der nach Wunsch der Politik aus erneuerbaren Energiequellen kommen soll. Die Internationale Energieagentur prognostiziert aber, dass die Stromnachfrage bis 2050 um 80 bis 150 % steigt. Die Börse bewertet Energieunternehmen ideologiebefreit nach ihrem Renditepotenzial. Wo liegen die Chancen für Anleger?

    Zum Kommentar

    Kommentar von Juliane Zielonka vom 18.04.2024 | 05:20

    Volkswagen, Altech Advanced Materials und BYD - wer von Chinas EV-Aufstieg profitieren kann

    • China
    • Batterietechnologie
    • Silizium
    • Volkswagen
    • BYD
    • Elektromobilität

    Chinesische Unternehmen wie BYD profitieren von staatlichen Förderungen und vom landeseigenen Zugang zu Rohstoffen. In nur drei Jahren stiegen BYDs Subventionen von 220 Mio. EUR auf 2,1 Mrd. EUR. Diese Summen tragen dazu bei, dass BYD den chinesischen Markt für Elektrofahrzeuge dominiert und zunehmend in den europäischen Markt vordringt. Auch Volkswagen kann sich dem Sog Chinas nicht entziehen. Im Rahmen seiner “In China für China” Strategie baut Volkswagen sein Kooperationsnetzwerk mit chinesischen Partnern aus. Das Ziel: eine erhebliche Kostensenkung bei der Entwicklung von EV-Technologie. Für Unternehmen wie Altech Advanced Materials bietet eine enge Zusammenarbeit mit chinesischen Marktführern wie BYD und Volkswagen die Möglichkeit, innovative Batterie-Technologien zu kommerzialisieren, die den Anforderungen des sich wandelnden Marktes gerecht werden. Eine dieser Innovationen made in Germany von Altech Advanced Materials erhöht die Langlebigkeit von EV-Batterien um 30 %. Die Details im Überblick.

    Zum Kommentar