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29.06.2021 | 05:08

Siemens Energy, QMines, Auto1 Group – Aufgepasst: in die besten Börsenneulinge investieren!

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Bildquelle: pixabay.com

Das sogenannte IPO-Underpricing bemisst den Unterschied zwischen dem Preis, den die Zeichner für Neuemissionen zahlen müssen, d.h. dem Emissionspreis, und den dann gehandelten Preisen an der Börse. Dieses Phänomen wurde erstmals vor rund 50 Jahren anhand von Studien thematisiert. In Summe existiert weltweit ein IPO-Underpricing. Je nach Marktphase, Land und Marktkapitalisierungsgröße kann dieser Effekt aber sehr unterschiedlich aussehen. Es ist deswegen falsch abzuleiten, dass jedes IPO ein Erfolg ist. Wir trennen die Spreu vom Weizen. Welche Aktie ist ein klarer Kauf?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: QMines | AU0000141533 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , DE000A2LQ884

Inhaltsverzeichnis:


    Siemens Energy – Analysten sehen 40% Aufwärtspotenzial

    Siemens Energy entstand durch Abspaltung von der Siemens AG im vergangenen Jahr. Seit dem IPO am 28. September 2020 besitzt die Muttergesellschaft noch 35,1% und der Siemens Pension-Trust e.V. noch 9,9% am Spin-off. Der erste gehandelte Kurs lag bei 22,01 EUR, aktuell notieren die Anteilsscheine bei rund 25,50 EUR. Damit ist der DAX-Konzern mit 18,6 Mrd. EUR bewertet. Seit dem Börsengang handelten die Anteilsscheine in einer Bandbreite von 18,37 EUR bis 34,49 EUR.

    Siemens Energy ist weltweit nahezu entlang der gesamten Energie-Wertschöpfungskette tätig und beschäftigt rund 91.000 Mitarbeiter. Zum Produktspektrum zählen Gasturbinen, Dampfturbinen, Generatoren, Transformatoren und Kompressoren. Mit einem Anteil von 67% an Siemens Gamesa Renewable Energy gehört Siemens Energy zudem zu den weltweiten Marktführern im Bereich der erneuerbaren Energien. Siemens Gamesa ist einer der größten Windkraftproduzenten der Welt und konnte kürzlich einen Gewinnsprung ausweisen.

    Die Liste der strategischen Initiativen und Kooperationen von Siemens Energy ist immens lang und enthält Namen wie Salzgitter, RWE, Uniper oder den japanischen Mitsubishi-Konzern. Noch schreibt der Konzern rote Zahlen. Aber bereits im nächsten Geschäftsjahr wird die Gesellschaft laut Analystenkonsens einen Umsatz in Höhe von 30,2 Mrd. EUR erwirtschaften und Gewinn erzielen. Das 2022er KGV beträgt aktuell 32. Dies ist ein hoher Wert, der jedoch in den Folgejahren merklich sinken wird. Die Experten prognostizieren für das kommende Geschäftsjahr eine Netto-Cash-Position von 3 Mrd. EUR. Im Durchschnitt bescheinigen Analysten dem Titel ein Upside von gut 40% auf 36 EUR.

    QMINES LIMITED – im Vergleich deutlich unterbewertet

    Anfang Mai vollzog QMines das Börsendebut an der ASX zu einem Kurs von 0,30 AUD je Anteilsschein. QMines ist ein in Australien ansässiges Explorationsunternehmen. Das Vorzeigeprojekt ist Mount Chalmers, eine hochgradige historische Kupfer- und Goldmine. Das Projekt verfügt über eine bestehende Ressource und eine Reihe von Explorationszielen mit hoher Priorität, die ein erhebliches Wachstumspotenzial bieten. Das Unternehmen hat ein aggressives Explorationsprogramm geplant, das darauf abzielt, eine Reihe dieser Ziele zu testen, die bestehende Ressource zu vergrößern und den Wert für die Aktionäre zu steigern. Zudem besitzt die Gesellschaft drei weitere Projekte.

    Ende Mai veröffentlichte die Gesellschaft sehr gute Bohrergebnisse auf dem Hauptprojekt Mount Chalmers. Insgesamt wurden erste Test-Bohrungen über knapp 1.600m durchgeführt. Dabei wurden Höchstwerte von 13,4% Kupfer, 6,1 g/t Gold und 31 g/t Silber festgestellt. Weitere Bohrungen über 3.000m wurden begonnen. Die Aktie sprang daraufhin deutlich an, liegt derzeit mit 0,34 AUD aber wieder in Sichtweite des IPO-Preises von 0,30 AUD. Die guten Bohrergebnisse erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die offiziellen Ressourcenschätzungen mittelfristig deutlich höher ausfallen werden. Mit einer Marktkapitalisierung von 38 Mio. AUD ist die Aktie angesichts des Potenzials nicht teuer. Analysten billigen dem Wert eine nennenswerte Unterbewertung gegenüber den Mittbewerbern zu und bescheinigen den Anteilsscheinen ein Kurspotenzial von rund 50%!

    AUTO1 GROUP SE – mehr PS auf die Straße bringen

    Ende Februar betrat die führende europäische digitale Automobilplattform für den Online-Kauf und -Verkauf von Gebrauchtwagen das Parkett. Die AUTO1 Group bietet über die etablierten Plattformen wirkaufendeinauto.de, AUTO1.com und Autohero Verbrauchern und professionellen Autohändlern in ganz Kontinentaleuropa eine schnelle und einfache Möglichkeit, Gebrauchtwagen ohne zeitaufwendige Preisverhandlungen zu verkaufen und zu kaufen. Die Gruppe ist in mehr als 30 Ländern mit mehr als 80 Marken und in allen Preiskategorien vertreten. Analysten prognostizieren für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatz in Höhe von 4,1 Mrd. EUR, der 2022 auf 5,7 Mrd. EUR ansteigen soll. Sowohl 2021 als auch 2022 wird der Konzern noch rote Zahlen schreiben. Analysten hält das aber nicht davon ab, der Aktie im Durchschnitt ein Aufwärtspotenzial von gut 50% auf 54,50 EUR zuzubilligen.

    Kürzlich gab die Gesellschaft eine innovative Erweiterung des Finanzierungsmix´ bekannt mit der Emission einer digitalen Anleihe als Security Token Offering (STO). Es handelt sich dabei nach Angaben der Gesellschaft um das erste STO im deutschen Autosektor. Das Angebot hat ein Maximalvolumen von 4 Mio. EUR bei einjähriger Laufzeit und einem Zins von 5% p.a. Die digitale Anleihe kann nur von professionellen Investoren mit einer Mindestzeichnungssumme von 200.000 EUR bezogen werden. Mit diesem Instrument stellt der Konzern Fahrzeughändlern Liquidität bereit, indem diese den Einkauf von Autos bis zum Weiterverkauf an den Endkunden finanzieren können. Alles wird dabei digital abgebildet. Aktuell notiert die Aktie bei rund 35 EUR, die Marktkapitalisierung beträgt 7,4 Mrd. EUR. Der erste gehandelte Kurs lag bei knapp 46 EUR. Zwischenfazit: Danke an die empirische Kapitalmarktforschung – Ausnahmen bestätigen die Regel!


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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