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26.01.2022 | 04:44

Siemens Energy, Nordex, Noram Lithium, Standard Lithium – Nach dem Crash, neuer Hype voraus?

  • Lithium
  • Klimaschutz
  • Technologie
Bildquelle: pixabay.com

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Um gemeinsam die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, ist auch eine Senkung der CO2-Emissionen im Verkehrssektor erforderlich. Ein wichtiger Beitrag generiert sich durch den Wandel zur E-Mobilität. Hersteller in Europa und Asien treten dem Branchenprimus Tesla mit hohen zweistelligen Milliardenbeträgen für Forschung und Entwicklung entgegen. Mit 350.000 verkauften Stromern in Deutschland war 2021 ein neues Rekordjahr für die Branche. 2022 sollen es laut Expertenschätzungen 450.000 sein, hinzukommen die Hybride. Für die grünen Pläne der Ampel-Regierung braucht es allerdings 1,6 Millionen Stromer pro Jahr. Wo lauern die Chancen für klimaorientierte Anleger?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: Noram Lithium Corp | CA65542K1030 , STANDARD LITHIUM LTD | CA8536061010 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0

Inhaltsverzeichnis:


    Der Klimaschutz und die knappen Metalle

    Für die Umsetzung von Klimaschutz-Projekten müssen viele alte Installationen durch neue Apparaturen ausgetauscht werden. Alte Dieselaggregate weichen Stromgeneratoren mit Solarbetrieb oder Brennstoffzellen auf Wasserstoffbasis. Kupfer und Lithium sind in solchen Transformationen in den letzten fünf Jahren extrem wichtig geworden, genauso selten sind sie mittlerweile. Die Preise der Metalle haben sich sukzessive nach oben entwickelt und tragen zur Verteuerung der Klimawende bei. Der Verbraucher wird in Deutschland mittlerweile mit hohen CO2-Abgaben belegt, wenn er noch alte Technologien benutzt. Einige Unternehmen profitieren aber von der Knappheit.

    Standard Lithium – Heftiger Ausverkauf trotz guter Meldungen

    Zuerst war es ein Shortseller, dann die Korrektur im Lithium-Bereich. Der Explorer Standard Lithium (SLI) aus Arkansas kommt nicht zur Ruhe. Allerdings sitzt er auf einem aussichtsreichen Soleproduktionsgebiet der nächsten Generation. Das Projekt ist bereits für umfangreiche Soleförderungs- und Verarbeitungsaktivitäten zugelassen und hat im dritten Quartal 2021 überraschend gute Testläufe absolviert.

    Die „SiFT“-Lithiumkarbonat-Anlage ist am Standort „El Dorado“ installiert und erfolgreich in Betrieb genommen worden. Sie eignet sich nach ersten Testläufen hervorragend zur Herstellung von Lithiumkarbonat in Batteriequalität. Denn das Lithiumkarbonat wurde in einer einzigen Kristallisationsstufe hergestellt, im Gegensatz zu mehreren Stufen, die in einem typischen Prozess herkömmlicher Bauart nötig waren. Die Kristalle wurden laut Mitteilung zweimal mit heißem deionisiertem Wasser gewaschen, um Lithiumcarbonat in Batteriequalität mit 99,83 % Reinheit zu erhalten. Der Abschluss dieser Arbeitsphase ist für Standard Lithium ein wichtiger Meilenstein im Markteintritt, der nun schon im Jahr 2022 erfolgen könnte.

    Ob Blue Orca Capital seine bekannte Shortposition nun geschlossen hat, ist nicht ganz transparent. Fakt ist aber, dass die SLI-Aktie nun fast 60% vom Top verloren hat und somit für Trader wieder interessant geworden ist. In der aktuellen Welle erreichte der Kurs im Tief 6,98 CAD – das Jahreshoch lag im Oktober bei 15,92 CAD. Bleiben Sie während des noch laufenden Abverkaufs daher auf der Lauer.

    Noram Lithium – Zukünftig kommt mehr Lithium aus Nevada

    Der Bergbaukonzern Rio Tinto warnt, dass zukünftig lediglich 15% des Angebotsdefizits an batterietauglichem Lithiumkarbonat aus bestehenden Projekten gewonnen werden kann. Von diesen Rahmenbedingungen werden Lithium-Produzenten und Explorer nachhaltig profitieren. Noram Lithium Inc. (NRM) ist als Junior-Explorer mit Sitz in Kanada am Start, es sicherte sich schon ein interessantes Projekt in Nevada. Der US-Bundesstaat ist nicht nur für Glücksspiel bekannt, sondern hat eine lange Bergbauhistorie und glänzt mit einer minenfreundlichen Politik. Auch die Infrastruktur mit gut zugänglichen Straßen und günstigem Strom könnte besser nicht sein.

    Noram besitzt seit 2021 das Lithiumprojekt namens „Zeus“ in Clayton Valley. Bereits im August 2021 wurde die Ressourcenschätzung nach kanadischem Standard NI 43-101 aktualisiert. Im Ergebnis verfügt die Lagerstätte über eine geschätzte und vermutete Menge von 3,89 Mio. Tonnen LCE, dies ist die gängige Maßeinheit für das Lithiumkarbonat-Äquivalent. Mit 40 Jahren Minenlaufzeit und einer internen Verzinsung (IRR) von 31% sind die Planzahlen hervorragend.

    Wie im Fall Noram verfügt die USA über viele eigene Lithium-Vorkommen, die nun mit entsprechendem politischen Druck realisiert werden, um die Abhängigkeit der heimischen Automobilindustrie von ausländischen Zulieferungen zu senken. Noram Lithium verfolgt die langfristige Strategie, sich als ein multinationales Lithiumunternehmen aufzustellen, das auf die Produktion und den Verkauf von Lithium in den Märkten Europas, Nordamerikas und Asiens spezialisiert ist. Das Timing für die Unternehmung könnte nicht besser sein.

    Laut Fortune Business Insights soll der globale Lithium-Markt bis Ende 2027 ein Volumen von 8,24 Mrd. USD erreichen - das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 9,2% im Zeitraum 2020 bis 2027. Nach Einschätzung der Credit Suisse könnte sich die Lithium-Nachfrage bis 2025 gegenüber dem Niveau von 2020 sogar verdreifachen. In der aktuellen Korrektur des Lithium-Sektors geriet der Wert in leichte Turbulenzen, die Marktkapitalisierung hielt sich aber bei 42 Mio. EUR. Das Projekt in Nevada ist insgesamt sehr vielversprechend, legen Sie sich daher risikobewusst ein paar Stücke für eine langfristige Lithium-Longstrategie zu.

    Siemens Energy versus Nordex – Wer passt besser zur Energiewende?

    Siemens Energy und Nordex erlebten jüngst einen heftigen Ausverkauf. Beide Werte liegen im 12-monatsvergleich mit 48 bzw. 45% im Abseits. Jetzt ist ein geschärfter Blick von Nöten, um den Wert mit den besseren Chancen auszuloten. Wir blicken auf die Fundamentaldaten.

    Siemens Energy gehört zu den weltweit führenden Unternehmen der Energietechnologie. Geschätzt ein Sechstel der weltweiten Stromerzeugung basiert auf Technologien von Siemens Energy. Zu Jahresbeginn hagelte es eine saftige Gewinnwarnung, denn als Folge der schlechten Zahlen seiner Windkrafttochter Siemens Gamesa haben die Münchener ihren Ausblick nach unten angepasst. Der Umsatz könnte im laufenden Jahr bis zu 2% zurückgehen. Siemens Gamesa erzielte im ersten Quartal einen Umsatz in Höhe von 1,8 Mrd. EUR. Das EBIT vor Sonderfaktoren war mit 309 Mio. EUR im Minusbereich. Für 2022 passte das Tochterunternehmen seine Prognosen nach unten an. Bezüglich des Umsatzes erwartet Siemens Gamesa für das laufende Jahr einen Rückgang von 2 bis 9%. Das EBIT wich 35 Mio. EUR von den Analystenschätzungen ab. Einen Hoffnungsschimmer gibt es: Der Bereich Gas und Power erzielte trotz eines geringen Umsatzrückgangs von 4,3 auf 4,1 Mrd. EUR einen Gewinn von 259 Mio. EUR, das lag deutlich über Erwartungen von 159 Mio. EUR. Wegen seiner Aufstellung im Bereich saubere Gaskraftwerke und der Windkraftsparte sollte Siemens Energy ein Freund der Ampel-Koalition sein und mittelfristig profitieren können.

    Nordex hatte in 2021 viel Auf und Ab hinter sich. Nach einer starken Kurskorrektur wegen der Ankündigung einer größeren Kapitalerhöhung fiel der Wert zur Jahresmitte bis auf 12,73 EUR zurück, dort landete die Aktie nun auch in der aktuellen Korrektur wieder. Bei dem Windturbinenbauer gibt es dennoch viele neue Aufträge zu vermelden, die Geschäfte laufen gut. Mit Blick auf die Bewertung bezahlt man nur 40% der Umsätze, jedoch liegt der Buchwert je Aktie wegen der Verschuldung bei niedrigen 8,50 EUR. Die Jahreszahlen gibt es am 29. März, eine Indikation werden die Märkte aber bestimmt schon vorher vorgelegt bekommen. Nordex ist ein reinrassiges Windanlagen-Play und somit positiv vom Klimaschutz-Programm betroffen.

    Sowohl Siemens Energy als auch Nordex notieren auf einem 12-Monatstief. Charttechnisch sind beide Werte angeschlagen. Auf Analystenseite sind für Siemens Energy 12 von 13 Einschätzungen positiv, bei Nordex sind es analog 2 von 4. Die jeweiligen Kursziele liegen teilweise 100% über der aktuellen Notiz. Ein Beweis, dass die Experten in ihrer Berechnung wohl noch mit anderen Zinsen und Wachstumsraten gerechnet haben. Es lohnt sich beide Werte auf der Watchlist zu führen.


    Keine guten Zeiten für Wachstumswerte. Das Damoklesschwert „Steigende Zinsen & Inflation“ hängt über den Charts. Dennoch lohnt es sich, gute Titel im Auge zu behalten. Standard Lithium, Siemens Energy und Nordex sind klare Klimaschutz-Gewinner. Noram Lithium hat ein super Projekt und schickt sich an, ein wichtiger ein Lithium-Produzent zu werden.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Nordex, Aspermont, TeamViewer AG – Neue Chancen für Wachstumsaktien

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    Die Elektromobilität gilt als Schlüsseltechnologie bei der Transformation des Verkehrssektors. Allein 2021 hat sich die Zahl der Neuzulassungen als auch der Marktanteil der mit Batterie betriebenen Fahrzeuge mehr als verdoppelt. Dabei spielt neben der Ladeinfrastruktur die Effizienz eine entscheidende Rolle für die Verbreitung der E-Automobile. Ein Hindernis für das rasante Wachstum dürfte aufgrund der hohen Nachfrage zudem der Mangel am existenziellen Rohstoff Lithium für die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien werden. Mit einer neuartigen Technologie steht gerade ein deutsches Unternehmen vor dem Start einer Revolution. Denn der Hauptbestandteil der neuartigen Batterie ist normales Kochsalz, das in extrem großen Mengen zur Verfügung steht und regional stark diversifiziert produziert wird.

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    Kommentar von Fabian Lorenz vom 14.09.2022 | 05:05

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    Bei den Verkaufszahlen hat BYD den Branchen-Star Tesla bereits überholt. Doch die Aktie konnte aufgrund der Teilverkäufe von Großaktionär Berkshire Hathaway davon nicht profitieren. Nach dem Kursrutsch scheint sie sich jetzt wieder zu fangen. Analysten sind bullish und sehen unter anderem bei der Auslandsexpansion große Chancen für den chinesischen E-Autobauer. Chancen sehen Experten bei Varta derzeit kaum und der Chart ist angeschlagen. Zuletzt hat ein Analyst das Kursziel auf 65 EUR reduziert. Der Newsflow macht derzeit wenig Hoffnung. Ganz anders bei Infinity Stone Ventures. Der Spezialist für kritische Rohstoffe in Kanada profitiert vom politischen Umfeld und erweitert seine Lithium-Gebiete. Im Herbst ist mit weiteren Neuigkeiten zu rechnen.

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