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29.11.2021 | 05:08

Saturn Oil + Gas, BP, Gazprom – Kaufen wenn die Kanonen donnern?

  • Öl
  • Gas
Bildquelle: pixabay.com

Die möglichen Auswirkungen einer neuen Corona-Variante haben Ende letzter Woche zu deutlichen Rückgängen an den Börsen geführt. Der deutsche Leitindex hat innerhalb von nur zwei Wochen rund 1.000 Punkte eingebüßt. Besonders hart traf es in den vergangenen Tagen Öl- und Gaswerte. Der Ölpreis verlor zuletzt an einem einzigen Tag 11 bis 12%. Damit preist die Entwicklung u.a. Reisebeschränkungen und Lockdowns sowie ein Abkühlen der Konjunktur ein. Das Anzapften der strategischen Ölreserven, welches US-Präsident Biden kürzlich bekannt gab, spielt in der Gesamtschau in Bezug auf Angebot und Nachfrage allenfalls eine psychologische Rolle. Viel spannender ist, was die OPEC demnächst zu ihren Förderplänen sagen wird. Wo bieten sich jetzt Chancen?

Lesezeit: ca. 2 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: Saturn Oil + Gas Inc. | CA80412L8832 , BP PLC DL-_25 | GB0007980591 , GAZPROM ADR SP./2 RL 5L 5 | US3682872078

Inhaltsverzeichnis:


    Saturn Oil + Gas – Rekordergebnisse

    Auch die Aktien des kanadischen Öl- und Gasproduzenten Saturn Oil + Gas konnten sich nicht der Panikwelle an den Börsen nicht entziehen. Schwächere Kurse sind eine gute Gelegenheit für den Auf- oder Ausbau von Positionen. Denn die Geschäfte der Kanadier laufen erstklassig. Zuletzt konnte die Gesellschaft Rekordergebnisse vermelden.

    So konnte der Produzent im ersten vollständigen Quartal nach der Übernahme der Oxbow-Assets den operativen Cashflow in Q3 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als den Faktor 13 steigern und 13,9 Mio. CAD verbuchen. Das entspricht einem Cashflow von 0,55 CAD je Aktie. Von dem freien Cash-Flow in Höhe von 9,5 Mio. CAD wurde knapp die Hälfte in drei erfolgreiche Bohrungen investiert. Zudem setzte die Gesellschaft die Entschuldung fort. Auf der Fremdkapitalseite befanden sich zum Stichtag 71,8 Mio. CAD. Die Aktie notiert momentan bei 3,11 CAD, damit beträgt der Börsenwert 78 Mio. CAD.

    Zudem kündigte der CEO der Gesellschaft, John Jeffrey, an, die Entschuldung des Unternehmens weiter konsequent voranzutreiben und die Verschuldung bis Ende 2022 etwa um 50% senken zu wollen. Andere Teile des freien Cash-Flows sollen in neue Bohrungen investiert werden. Saturn erzielte im dritten Quartal eine durchschnittliche Produktion von 6.970 boe pro Tag. Ein Jahr zuvor waren es lediglich 499 boe/Tag. Nach Unternehmensangaben liegt der Output aktuell bei etwa 7.050 boe täglich. Angesichts der starken operativen Daten ist die Aktie unserer Ansicht nach momentan unterbewertet.

    BP – Weitere Aktienrückkäufe beschlossen

    Die Anteilsscheine von BP gaben in den letzten Tagen weniger stak nach als die Rohölpreise. Die anziehende Nachfrage nach Öl und höhere Preise führten im dritten Quartal, lässt man einen milliardenschweren Einmaleffekt außer Acht, zu sehr ordentlichen Zahlen. Bereinigt um Sondereffekte wie Bewertungsveränderungen von Ölbeständen erzielte BP von Juli bis September einen Gewinn in Höhe von 3,32 Mrd. USD nach lediglich 86 Mio. USD im Vorjahr. Die Quartalsdividende blieb mit 5,46 US-Cent je Anteilsschein auf gleichem Niveau. Der Konzern kündigte an, weitere 1,25 Mrd. USD für Aktienrückkäufe auszugeben.

    Der Titel ist aus fundamentaler Sicht günstig bewertet. Das 2022er KGV liegt bei moderaten 6, die Dividendenrendite bei gut 5%. Analysten trauen der Aktie durchschnittlich ein Aufwärtspotenzial von 26% zu. Der Börsenwert von BP liegt derzeit bei umgerechnet 84 Mrd. USD.

    Gazprom – KGV von 3!

    Neben dem fallenden Ölpreis belasten die Aktie weiterhin die Schwierigkeiten um die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2. Der politische Widerstand aus Ländern wie den USA, Polen oder der Ukraine war in den letzten Jahren unüberhörbar. Die Bundesnetzagentur hat ihr Zertifizierungsverfahren unterbrochen und verlangt nun, dass die Betreibergesellschaft nach deutschem Gesellschaftsrecht organisiert wird.

    Nun will der russische Staatskonzern in Deutschland eine Gesellschaft gründen, zudem sollen Vorstand und Aufsichtsrat erweitert werden. Dann kann der Zertifizierungsprozess wieder gestartet werden. Aber auch auf EU-Ebene müssen noch ein paar Hürden genommen werden. Die Unternehmensbewertung ist ausgesprochen niedrig. Die Anteilsscheine sind lediglich mit einem 2022er KGV von 3 bewertet. Aktionären winkt zudem eine Dividendenrendite von satten 16%! Analysten trauen dem Titel im Durchschnitt ein Aufwärtspotenzial von 35% zu. Darin ist schon ein großer Abschlag für das Länderrisiko berücksichtigt.


    Alle vorgestellten Öl- und Gasaktien sind günstig bewertet. Nochmalige Kurrücksetzer bieten günstige Einstiegsgelegenheiten. Neben den Blue Chips wie BP oder Gazprom gilt dies insbesondere für Saturn Oil & Gas. Die Kanadier verfügen unserer Ansicht nach über das größte Kurspotenzial.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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