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30.03.2021 | 05:10

Saturn Oil + Gas, BP, BYD: Kann Wasserstoff das Öl ersetzen?

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Bildquelle: pixabay.com

Ein frommer Wunsch geht immer wieder durch die politischen Entscheidungszentralen der Welt. Wie bekommen wir den Planeten sauber(er)? Das Pariser Klimaschutzabkommen trat am 4. November 2016 in Kraft, genau 30 Tage nachdem bereits 55 Staaten eine Ratifizierung in den eigenen Parlamenten durchgewunken hatten. In den Beschlussvorlagen hatten 163 Staaten ihre Klimaschutzpläne ausgearbeitet, für die Bundesrepublik Deutschland ist dies der Klimaschutzplan 2050 mit einer langen Liste politisch umstrittener Einzelmaßnahmen. Kernstück bleibt weiterhin die finanzneutrale CO2-Lenkungsabgabe, auch der Flugverkehr von und nach Staaten des Europäischen Wirtschaftsraumes wird in die Pflicht genommen. Donald Trump sah es als einer seiner ersten Handlungen an - „NEIN“ zu sagen. Nun dreht Joe Biden das Rad wieder in die richtige Richtung - hoffentlich!

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: André Will-Laudien


Saturn Oil & Gas – Über 60 USD fühlt man sich sehr wohl

WKN: A2DJV8 ISIN: CA80412L1076 Symbol: SMK
Wenn man über die Klimaziele debattiert, so kommt man immer wieder an den Punkt, die richtigen Weichen für die Mobilität der Massen richtig zu stellen. Denn es ist eben erheblich, ob die Fortbewegung auf diesem Planeten in Zukunft immer noch überwiegend fossil oder durch erneuerbare Energien bewerkstelligt wird. E-Mobilität und Wasserstoff sind dabei zwei Technologien, die direkt an den erneuerbaren Ernergiequellen andocken, da ihre Relevanz nur bei breiter Verfügbarkeit von grüner Energie gegeben ist.

Bei der kanadischen Saturn Oil & Gas Corporation denkt schon lange über eine nachhaltige Zukunft nach, denn man ist derzeit einer der effizientesten WTI-Produzenten in Nordamerika. Zwar wird Saturn als Fracking-Ölförderer niemals ein strahlend grünes Unternehmen werden, wer aber seinen Ölgewinnungsprozess so sauber wie möglich organisiert und auch noch sinnvolle logistische Konzepte entwickelt, steht im Vergleich deutlich besser da, als viele andere bekannten Protagonisten der Branche. Insgesamt klappt es natürlich nur, wenn sich die Branche für nachhaltige Standards stark macht.

Der Strategieberater Jean-Pierre Colin jedenfalls denkt in alle Richtungen, wie aus einem kleinen effizienten Unternehmen etwas Größeres entstehen kann. WTI-Preise über 60 USD spielen Saturn in die Karten, denn man produziert das Barrel heute zu 12 USD. Operativ läuft es gut, daher richten wir unseren Blick über den Tellerrand. Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Expansion? Jetzt, denn die Branche erwartet noch niedrigere Schlagzahlen in Nachfrage und Absatz. Dies aber auch nur, weil die COVID-Pandemie nicht weichen möchte und unverändert negative Signale in die Wirtschaft sendet. Wenn es allerdings im Spätsommer wieder losgeht, legen alle wieder einen Gang zu und auch der Ölpreis wird weiter ansteigen können. Dann sind mögliche Übernahme-Targets aber wieder zu teuer.

Es ist also Zeit für den Blick nach vorne, die der aktuelle Aktienkurs von 0,13 CAD und ein Börsenwert von 20 Mio. EUR keinesfalls wiederspiegeln. Der optimale Einstiegszeitpunkt ist jetzt.

British Petroleum (BP) – Ölförderer sucht grünen Anstrich

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BP geht seit der Deepwater Horizon Katastrophe lieber grüne Wege, denn man möchte bis 2050 klimaneutral sein. Weniger CO2-Emissionen und mehr nachhaltige Kraftstoffe, das ist perspektivisch das Ziel des gemeinsamen Projekts von BP und Ørsted. In einem ersten Schritt soll ein 50 Megawatt (MW) Elektrolyseur entstehen, der mit Strom aus einem Offshore-Windpark von Ørsted beliefert werden könnte. Damit könnte in Lingen ab 2024 grüner Wasserstoff produziert werden und einen Teil der fossilen Wasserstofferzeugung in der BP-Raffinerie ersetzen, der zur Produktion von nachhaltigeren Kraftstoffen genutzt wird.

Eine Erhöhung der Elektrolysekapazität in weiteren Schritten kann dafür sorgen, dass die gesamte heute noch erdgas-basierte Wasserstoffproduktion sogar treibhausgasneutral betrieben wird. Perspektivisch ist sogar die Produktion wichtiger synthetischer, klimaneutraler Flugkraftstoffe und eine direkte umweltfreundliche Nutzung von Wasserstoff im Straßen- und Schiffsverkehr möglich. Voraussetzung dafür ist eine Leistungssteigerung der Elektrolyse auf deutlich über 500 MW, was momentan noch technologisch entwickelt werden muss. Das Projekt hat damit das mittelfristige Potenzial, Erzeugung und industrielle Abnahme von grünem Wasserstoff mit der Nutzung von Transportsystemen über mehrere Schritte zu verbinden.

Vor diesem Hintergrund haben beide Unternehmen gemeinsam einen Förderantrag im Rahmen des IPCEI-Programms beim Bundeswirtschaftsministerium gestellt. Das Projekt Lingen Green Hydrogen ist ein gutes Beispiel für den zu fordernden Ringschluss, denn dort soll die derzeitige Erzeugung des fossilen Wasserstoffs durch grünen Wasserstoff aus Offshore-Windkraft ersetzt werden. Raffinerien verbrauchen derzeit etwa ein Drittel des gesamten produzierten grauen Wasserstoffs in Europa und haben deshalb ein erhebliches Potenzial für die Dekarbonisierung.

Die BP-Aktie hat sich bei 3,50 EUR eingependelt, das Tief lag bei 2,08 EUR in 2020 – vom Alltime-High ist man noch 100% entfernt.

BYD – jetzt wird es spannend!

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Wir hatten ihnen zuletzt an dieser Stelle einen weiteren Abstieg der BYD-Aktie vorhergesagt. Dieser ist nun eingetreten und es wird extrem spannend, wie nun die Quartalszahlen heute vom Markt aufgenommen werden. Nach den relativ guten Februar-Absatzzahlen, sind die Schätzungen für den Technologie-Konzern aus China allerdings recht hoch.

Die durchschnittlichen Prognosen der Analysten belaufen sich für das jüngste Jahresviertel durchschnittlich auf ein EPS von 0,297 CNY je Aktie. Ein Jahr zuvor hatte bei BYD noch ein Gewinn pro Aktie von 0,025 CNY in den Büchern gestanden. Der Umsatz soll bei 34,90 Mrd. CNY liegen - das würde einem Zuwachs von 12,8% gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprechen. Für das Gesamtjahr liegen die mittleren Schätzungen bei einem Gewinn je Aktie von 1,66 CNY nach 0,50 CNY in 2019, beim Jahresumsatz wird durchschnittlich 147,22 Mrd. CNY nach 121,78 Mrd. CNY erwartet.

Man erkennt, die Erwartungen sind beim Gewinn sehr hoch, könnte aber doch sein, dass die E-Auto Auslieferungen noch keinen großen Gewinnsprung erlauben, da die Händler zur COVID-Pandemie sicherlich bessere Argumente hatten, was insgesamt die Marge im Konzern drücken sollte. Aber lassen wir uns überraschen. Goldman Sachs jedenfalls hat schon vor den Zahlen seinen Daumen nach oben gehalten, nach deren Einschätzung könnte sich die weltweite Nachfrage nach Batterien für Elektroautos in den nächsten 20 Jahren um etwa das 30-Fache erhöhen. Nun gut, von dem aktuell niedrigen Niveau ist das keine waghalsige Schätzung, zudem wird schon fast jeden Tag eine neue Gigafabrik angekündigt.

Die BYD-Aktie ist jedenfalls seit unserer letzten Besprechung weiter gefallen und stand gestern bei nur noch 18,60 EUR – charttechnisch könnte die Korrektur durchaus noch bis 15,00 EUR laufen, dann sollte man auch zugreifen.


Der Autor

André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

Mehr zum Autor


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André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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