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30.10.2020 | 05:50

Sartorius, Intel, Royal Helium: So investieren Anleger in die Zukunft

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Bildquelle: pixabay.com

Die Krise spaltet die Wirtschaft: Einerseits gibt es Branchen, die werden in einen Wandel gezwungen oder verschwinden vom Markt. Andererseits gibt es auch Krisen-Gewinner: Aktien aus dem Gesundheitswesen profitieren vom steigenden Bedarf an Gesundheits- oder Laborprodukten. Chiphersteller freuen sich über volle Auftragsbücher und sind Nutznießer der wachsenden Digitalisierung. Der Megatrend der vergangenen Jahre hat durch die Pandemie noch einmal zusätzlich Fahrt aufgenommen.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp
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Sartorius: Was folgt nach 120% Rendite?

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Die Aktie des Göttinger Unternehmens Sartorius wurde bereits schnell als Profiteur der Pandemie genannt. Tatsächlich sieht der Kursverlauf der vergangenen Jahre sehr eindrucksvoll aus: Wie am Schnürchen kletterte die Aktie nach oben. Sartorius stellt Einwegprodukte für die Produktion von Medikamenten und weiteren Laborbedarf her. In einer Zeit, in der wöchentlich Millionen Menschen auf eine Covid-19-Infektion getestet werden und der Wettlauf um einen Impfstoff in eine heiße Phase geht, erscheint die Aktie attraktiv.

Auch das Unternehmen ist optimistisch und steigerte zuletzt seine Prognose. Zwar ist Sartorius ambitioniert bewertet, doch ist zusätzliches Geschäft durch die Pandemie sehr wahrscheinlich. Auf Sicht von einem Jahr kletterte die Aktie um knapp 120%. Zwar gibt es die Dividende nur in homöopathischen Dosen, doch ist das für Anleger nicht wichtig. Die Aktie ist ein solider Wachstumswert in einer vielversprechenden Branche – aber eben auch schon etwas teuer.

Intel: Chip-Gigant kommt nicht in die Gänge

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Überhaupt nicht teuer ist dagegen die Aktie von Intel und bietet aktuell einen Einstieg im Bereich eines niedrigen zweistelligen Kurs-Gewinn-Verhältnisses. Chips von Intel stecken in vielen Desktop-PCs oder auch Laptops. Auch in vielen anderen Bereichen mischt der Chip-Gigant mit und gilt indirekt auch als attraktives Investment im Freizeit-Bereich – Gaming ist längst ein Milliarden-Markt und die schnellsten Chips kommen nicht selten aus dem Hause Intel. Auch Themen wie das Internet der Dinge deckt der Chiphersteller ab.

Im Laufe des Jahres gab es Gerüchte, wonach Intel bei der Herstellung von Chips künftig auf Lohnhersteller aus Taiwan setzen könnte. Diese Pläne wurden aber wieder verworfen – zu wichtig ist es Kunden, dass hochwertige Chips auch wirklich von Intel stammen. Die Prozessoren haben zu Recht den Ruf qualitativ hochwertig zu sein und kosten nicht selten auch etwas mehr als beispielsweise Konkurrenzprodukte von AMD. Dass die Digitalisierung allein als Schlagwort nicht mehr ausreicht, um Investoren anzulocken, zeigt der Kursverlauf – die Aktie von Intel verlor während der vergangenen zwölf Monate 26,2%. Trotz niedriger Bewertung und einer soliden Dividendenrendite deutlich über 2% zeigt die Aktie aktuell keine Dynamik.

Royal Helium: Investment in Boom-Branchen mal anders

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Über Dynamik können sich Aktionäre des kanadischen Unternehmens Royal Helium nicht beschweren – der Wert zeigt sich seit Monaten volatil. Das Unternehmen sucht im Süden der kanadischen Provinz Saskatchewan nach dem Edelgas Helium. Das Gas wird als Treibgas oder Packgas eingesetzt und kommt zudem auch in der Medizin und bei der Chipherstellung zum Einsatz. Darüber hinaus bekannt ist die Eigenschaft als Traggas für Ballons und Luftschiffe. Royal Helium agiert in einem traditionellen Fördergebiet für das Gas und verspricht sich von dessen Produktion langfristiges Wachstum.

Wie die Analysten von Cormarck Securities melden, könnte im Zuge der wachsenden Nachfrage nach Helium in den kommenden Jahren ein Angebotsdefizit entstehen, das immer größer wird. In den USA stammt rund ein Drittel der Heliumnachfrage aus dem medizinischen Sektor. Das Edelgas kommt in Magnetresonanztomographen zum Einsatz. Weitere wichtige Einsatzbereiche in den USA sind Traggas (17%), Laborinstrumente (14%) oder die Chipfertigung (5%). Insgesamt unterscheiden die Analysten mehr als acht Einsatzbereiche.

Angesichts der Marktperspektive rund um Helium sehen die Analysten von Cormarck Securities für die Aktie ein Kursziel von 0,80 CAD – das sind rund einhundert Prozent über dem aktuellen Kurs. Angesichts der Marktkapitalisierung von nur rund 12,8 Mio. EUR muss die Aktie als äußerst spekulativ gelten. Allerdings sind rasante Kurssteigerungen gerade bei derartigen Smallcaps möglich. Während Aktien wie Sartorius bereits teuer sind und Titel wie Intel keine Fahrt aufnehmen, könnte Royal Helium für spekulative Investoren eine Überlegung wert sein – schließlich profitiert auch der Heliummarkt von den Boom-Branchen Gesundheitswesen und Halbleiter.


Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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