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27.04.2021 | 04:59

Samsung SDI, Rock Tech Lithium, Nikola – Die Zukunft fährt elektrisch und diese Aktien fahren mit

  • Elektromobilität
  • Lithium
Bildquelle: pixabay.com

Die Zukunft fährt elektrisch. Batterieelektrisch, um genau zu sein. War vor einigen Jahren noch die Rede vom Kampf der Systeme, also Diesel vs. Wasserstoff, Batterie vs. Brennstoffzelle, so scheint dieser mittlerweile entschieden: der batterieelektrische Antrieb hat – zumindest vorerst – das Rennen gemacht. Allerdings darf eine Sache nicht unterschätzt werden: Wollten alle Menschen nur noch batterieelektrisch Auto fahren, muss ein massiver Ausbau der Elektro-Infrastruktur mit Schnellademöglichkeiten erfolgen. Und nicht unterschätzt werden darf momentan auch das Problem der Rohstoffversorgung. So steckt in den aktuellen Batteriegenerationen noch haufenweise seltene Erden und Metalle, wie Lithium, Kobalt, Lanthan etc. Im Folgenden präsentieren wir drei Unternehmen, die von den aktuellen e-Mobility Trends massiv profitieren dürften. Also schnallen Sie sich an!

Lesezeit: ca. 5 Minuten. Autor: Carsten Mainitz
ISIN: CA77273P2017 , US7960542030 , US6541101050


Samsung SDI – Als weltweite Nummer fünf in der Batterieproduktion gut positioniert

WKN: 923086 ISIN: US7960542030 Symbol: XSDG
Die Tochter des weltgrößten Elektronikherstellers Samsung ist der weltweit fünftgrößte Hersteller von Autobatterien. Das 1970 gegründete Unternehmen ist ein Pionier der Lithium-Ionen Technologie. In Europa ist das Unternehmen mit einem Batteriewerk in Ungarn vertreten, von wo aus die Konzerne BMW und Volkswagen mit Batterien versorgt werden.

Das Unternehmen kündigte erst im Februar dieses Jahres an, die Produktionskapazität im ungarischen Göd nahe Budapest von 30 GWh auf 40 GWh p.a. mittels einer Investitionsspritze von rund 740 Mio. Euro auszuweiten. Der Ausbau soll zum Teil über Kredite, zum Teil über eine Kapitalerhöhung bei der ungarischen Tochter SDI Hungary Zrt. finanziert werden. Außerdem gelangten Pläne an die Öffentlichkeit, dass Samsung SDI den Bau eines zweiten Werks in Ungarn in Erwägung ziehe. Allerdings wurden dazu keine weiteren Details genannt. Jedenfalls sieht es so aus, als wolle der Batteriegigant seinen guten Platz im Wettbewerbsfeld erhalten und seine Marktposition in Europa weiter festigen.

Aufgrund des sich abzeichnenden Nachfrageanstiegs sehen wir das Unternehmen aktuell in einer sehr guten Ausgangslage. Was noch für die Aktie spricht ist ihre aktuelle Bewertung: zuletzt hatte das Papier auf einen Kurs von 670.000 KRW nachgegeben. Analysten sehen den fairen Preis allerdings im Mittel bei 858.484 KRW. Das Papier hat damit ein Kurspotenzial von rund 30%. Damit ist für uns jetzt genau der richtige Zeitpunkt zum Einstieg.

Rock Tech Lithium – Mit Investitionen in Deutschland an die Spitze der Mobilitätsoffensive

WKN: A1XF0V ISIN: CA77273P2017 Symbol: RJIB
Das kanadische Unternehmen Rock Tech Lithium und sein deutscher Aufsichtsratsvorsitzender Dirk Harbecke planen, ein großes Problem von Batterieherstellern weltweit zu adressieren und damit massiv von der Mobilitätswende hin zum e-Antrieb zu profitieren: Die Versorgung mit Lithium, einem Rohstoff, der aktuell in Form von Lithium-Hydroxid in so ziemlich jedem produzierten Akkumulator steckt. Derzeit erfolgt die Lithiumproduktion zu über 80% in China. Aufgrund der Spannungen im Welthandel war Lithium in der Vergangenheit damit oft Spielball der Politik, was zu stark schwankenden Preisen führte. Rock Tech plant nun, die Lithium-Versorgung in Europa durch die Förderung in eigenen Minen in der kanadischen Provinz Ontario und die Veredlung zu Lithium-Hydroxid an einem ostdeutschen Standort in Sachsen-Anhalt sicherzustellen. Bei der Standortwahl spielen sowohl die geografische Nähe zu Teslas Giga-Factory im brandenburgischen Grünheide sowie zur neuen Kathodenfabrik der BASF im ebenfalls brandenburgischen Schwarzheide als auch die hohe in Aussicht gestellte Standortförderung durch das Land Sachsen-Anhalt eine große Rolle.

Die Produktion soll 2023 beginnen. Dazu plant das in Vancouver beheimatete Unternehmen im ersten Schritt den Bau einer ersten Konverteranlage mit einer Produktionskapazität von 24.000 Tonnen Lithium-Hydroxid p.a., was einer Menge für rund 500.000 Autobatterien entspricht. Der Umsatz wird im Fall einer störungsfreien Produktion bei etwa 250 Mio. EUR liegen, beim aktuellen Lithium-Preis von 10.000 EUR pro Tonne Lithium-Carbonat liegt der erwartete Gewinn bei 40 Mio. EUR, bei einer Marktkapitalisierung des Unternehmens von aktuell gerade einmal 160 Mio. EUR. Natürlich kommt es hier noch zu Verwässerungseffekten. Rock Tech befindet sich auf einem sehr guten Weg: aktuell hat das Unternehmen ein metallurgisches Testprogramm zur Umwandlung seiner Lithium-Vorkommen in industriell nutzbares Lithium-Hydroxid gestartet, das später in seiner Konverteranlage in Deutschland zum Einsatz kommen soll. Endgültige Ergebnisse Lithium-Hydroxidproben werden für Mai erwartet.

Wir finden die Story passt sehr gut in die Zeit. Die angelaufene Mobilitätswende wird sich nicht zurückdrehen lassen. So geben immer mehr Autohersteller an, aus der Produktion von Verbrennern auszusteigen. Der mittlerweile zum chinesischen Geely-Konzern gehörende schwedische Hersteller Volvo wird bereits ab 2025 keine Verbrennermotoren mehr anbieten. Und auch der Daimler-Konzern hat das Ende des Otto-Motors bereits eingeläutet. Auch im Bereich des Warenverkehrs werden sich zunehmend batterieelektrische Antriebe durchsetzen. Gerade der Langstrecken-LKW-Verkehr ist aufgrund seiner gleichförmigen Batteriebelastung für diese Technologie prädestiniert. Die Lithiumnachfrage wird in Zukunft also weiter stark zunehmen. Risikofreudige Anleger nutzen das aktuelle Kursniveau zum Einstieg in das auch in Frankfurt gehandelte Unternehmen und freuen sich, wenn nach Veröffentlichung der Testergebnisse im Mai Bewegung in die Aktie kommt.

Nikola – Kooperation mit TravelCenters of America zum Aufbau eines Wasserstoff-Tankstellennetzes

WKN: A2P4A9 ISIN: US6541101050 Symbol: 8NI
Nikola-Aktionäre sind es gewohnt zu leiden. Nach dem Report von Hindenburg-Research zu diversen Falschmeldungen des ehemaligen CEOs Trevor Milton im September 2020 und dem folgenden Kurseinbruch markieren die Aktien jede Woche neue Tiefststände. Dabei hat das Unternehmen seitdem viele Schritte unternommen, um dem Kapitalmarkt eine durchaus machbare Zukunft von Nikola zu präsentieren. Allerdings war auch die jüngere Vergangenheit von einigen Rückschlägen gezeichnet. So scheiterte die Kooperationsvereinbarung mit GM inkl. geplanter Überkreuzbeteiligung, die Bestellung von 5.000 Müllfahrzeugen wurde storniert und Nikola selbst musste die geplante Anzahl auszuliefernder FE-Trucks von ursprünglich 600 Einheiten auf 100 Einheiten reduzieren sowie die Einstellung seines SUV-Projekts Badger bekanntgeben.

Das alles in Verbindung mit einem Jahresverlust 2020 von 383 Mio. USD lies den Kurs auf unter 10 USD sinken. Doch gegen Ende letzter Woche gab es dann endlich wieder ein Lebenszeichen: Nikola konnte die Unterzeichnung einer Kooperation mit dem amerikanischen Tank- und Raststellenbetreiber TravelCenters of America vermelden. Im Großraum Los Angeles und Central Valley in Südkalifornien sollen zunächst zwei Tankplätze für die Versorgung von Lastkraftwagen mit Wasserstoff umgerüstet werden. Die Inbetriebnahme ist für Q1/2023 geplant. Dabei soll die Infrastruktur ausdrücklich nicht auf Nikola-Trucks begrenzt, sondern auch für andere Hersteller, die den Einstieg in Wasserstoffantriebe für Nutzfahrzeuge planen, wie Toyota, Hyundai oder GM, offen sein. Die guten Nachrichten ließen den Kurs auf aktuell 12 USD ansteigen. Entscheidend für die Aktie wird sein, wie erfolgreich Nikola seine geplanten nächsten Schritte wird umsetzen können. So möchte das Unternehmen bereits gegen Ende dieses Jahres seine rein batteriebetriebene Fahrzeugreihe Elektro-Tre in den Verkauf bringen. Dazu benötigt das Unternehmen allerdings rund 100 Mio. USD Kapital, um seine Produktionsstätte in Arizona fertigzustellen.

Es wird sich zeigen, ob es dem aktuell mit 4,5 Mrd. USD bewerteten Unternehmen gelingen wird, das Geld aufzutreiben. Sollte Nikola das nicht gelingen, sieht die Zukunft düster aus. Sollte die Auslieferung der Fahrzeuge zum Jahresende allerdings wie geplant anlaufen und auch der Ausbau des Tankstellennetzes wie geplant vonstattengehen, dürften Anleger wieder mehr Vertrauen in das Unternehmen gewinnen. Nikola ist also ein Fall für risikofreudige Anleger. Grundsätzlich ist die Story gut. Das zeigen die Pläne der etablierten Hersteller wie Toyota oder auch Traton, die alle selbst die technologische Richtung von Nikola einschlagen wollen.


Der Autor

Carsten Mainitz

Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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