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25.07.2022 | 06:20

Rock Tech Lithium, Edison Lithium, Standard Lithium – Nachfrage bei Lithium steigt schneller als das Angebot

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Bildquelle: pixabay.com

Auf einem Industrieworkshop mit dem Thema Preis- und Lieferrisiken bei Lithium, der von der Deutschen Rohstoffagentur durchgeführt wurde, wurde schnell klar, dass Lithium vor einem Engpass steht. Die Nachfrage im Jahr 2030 dürfte zwischen 316.000 und 558.000 Tonnen Lithium liegen. Zum Vergleich: 2020 wurden lediglich 82.000 Tonnen produziert. Das Ziel von 15 Mio. Elektroautos auf Deutschlands Straßen ist damit gefährdet. Das Handelsblatt verwies zuletzt auf Berechnungen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, die deutlich zeigen, dass nicht genug Lithium vorhanden sein wird. Wir sehen uns daher drei Unternehmen aus dem Lithium-Sektor an, die von der hohen Nachfrage profitieren werden.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: Edison Lithium Corp | CA28103Q1090 , STANDARD LITHIUM LTD | CA8536061010 , ROCK TECH LITHIUM | CA77273P2017

Inhaltsverzeichnis:


    Rock Tech Lithium – es läuft alles nach Plan

    Rock Tech Lithium zielt mit seinen Plänen darauf ab, den europäischen Automobilherstellern dabei zu helfen, ihre Lieferketten zu optimieren. Das Unternehmen will in Deutschland den ersten Konverter zur Produktion von hochwertigem Lithiumhydroxid bauen. Die Pläne für den Standort Guben stehen bereit. Dort soll in Zukunft Lithium für etwa 500.000 Elektrofahrzeuge produziert werden. Bis 2030 sind vier weitere Konverter geplant, mit denen 30% des europäischen Marktanteils abgedeckt werden könnten. Dabei soll auch die Nachhaltigkeit nicht zu kurz kommen. Man versucht eine Null-Abfall-Produktion zu erreichen und will einen geschlossenen Materialkreislauf für Lithium und wertvolle Nebenprodukte anbieten. Das Unternehmen entwickelt zudem seine eigene Lithium Mine in Ontario, Kanada.

    In den vergangenen Wochen konnte das Unternehmen etliche positive Nachrichten vermelden. Den Anfang machte eine Absichtserklärung zur Kooperation mit Transamine SA. Gemeinsam will man eine Lieferkette für Spodumenkonzentrat entwickeln, was für die Konverter benötigt wird. Mit ThyssenKrupp Materials Trading (TKMT) will man eine strategische Partnerschaft eingehen. TKMT liefert Spodumenkonzentrat und wird gleichzeitig Abnehmer für Lithiumhydroxid. Am 13. Juli wurde eine Rahmenvereinbarung mit einem global operierenden Autohersteller aus Deutschland bekanntgegeben. Der Abnahmevertrag läuft über 5 Jahre und bietet die Option zur Verlängerung. Das ist ein Meilenstein für das Unternehmen.

    Mit einem Abnahmevertrag lässt sich die Finanzierung des Konverters deutlich einfacher durchbringen. Zusätzlich winken Förderungen für das Cleantech Unternehmen. Gelingt der Produktionsstart 2024, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die anderen Konverter gebaut werden. Die Analysten von Montega haben in ihrer jüngsten Studie ein Kursziel von 10,50 Kanadischen Dollar (CAD) ausgegeben und die Aktie auf Kaufen gestuft. Aktuell zahlt man für einen Anteilsschein lediglich 4,80 CAD.

    Edison Lithium – Spin-Out der Kobalt Assets

    Der kanadische Explorer Edison Lithium hatte bis Mai gleich zwei für die Umsetzung der Verkehrswende wichtige Rohstoffe in seinem Portfolio. Da ist zum einen ein Kobalt-Vorkommen in Kanada mit Graden bis zu 4%. Zum anderen zwei aussichtsreiche Lithiumsolevorkommen in Argentinien mit einer Gesamtfläche von mehr als 148.000 Hektar. Am 19. Mai gab das Unternehmen den Spin-Out des Kobalt Assets in eine Tochtergesellschaft bekannt. Aktionäre von Edison Lithium erhalten im Gegenzug für jede gehaltene Edison Aktie eine Aktie der neuen Gesellschaft. Die neue Gesellschaft soll ebenfalls an der Börse gelistet und mittels einer Privatplatzierung zusätzlich 3 Mio. CAD eingenommen werden. Noch muss dieser Spin-Out genehmigt werden.

    Das Hauptaugenmerk des Managements liegt auf dem Lithium Projekt Antofalla, das 107.000 Hektar groß ist und in einem bekannten Lithiumbecken liegt. Nur 20km entfernt befindet sich die Produktionsstätte des großen Lithiumproduzenten Livent. Auch andere Lithiumunternehmen befinden sich in der Umgebung. Das Projekt weist historische Bohrergebnisse auf. Insgesamt wurden 56 Bohrungen niedergebracht und dabei eine Ressource von 83 Mio. Tonnen Kali mit einem Erzgehalt von 6.400 mg/l und 2,22 Mio. Tonnen Lithium mit einem Gehalt von 350 mg/l aufgedeckt. Der Gesamtfund entspricht 11,8 Mio. Tonnen Lithiumkarbonatäquivalent. Hier kann voraussichtlich am schnellsten wirtschaftlicher Erfolg herbeigeführt werden.

    Das Projekt Pipanaco ist 41.000 Hektar groß, ist nur 50km von der Stadt Catamarca entfernt und steht noch am Anfang der Exploration. Das Unternehmen bietet Anlegern aktuell die Möglichkeit, sowohl in Kobalt als auch Lithium zu investieren. Damit hat man zwei Eisen im Feuer wenn das Angebotsdefizit in beiden Bereichen stärker zum Vorschein kommt. Wenn der Lithium Markt wieder stärker in den Fokus rückt, werden auch die kleineren Titel davon profitieren. Die Marktkapitalisierung beträgt momentan 9,8 Mio. CAD. Die Aktie notiert bei 0,085 CAD.

    Standard Lithium – im Aufwind nach Musk Aussagen

    Der letzte Rückschlag bei den Lithium Aktien ist auf die Goldman Sachs Studie zurückzuführen, die davon ausgeht, dass es kein Angebotsdefizit bei Lithium geben wird. Die Annahmen, die dieser Studie zugrunde liegen, gehen aber von einem idealen Szenario bei der Produktion sowie von einer sinkenden Nachfrage seitens der Batterieproduzenten aus. Trotzdem wurden die Aktien der gesamten Branche in die Tiefe gerissen. Auftrieb gab zuletzt die Aussage von Elon Musk, dass Lithium Veredelung zu Lithiumhydroxid und –karbonat eine Lizenz zum Gelddrucken sei. Es geht dabei allerdings nicht um den Abbau, sondern die Verarbeitung. Trotzdem machte die Aktie daraufhin größere Sprünge bis sie am Freitag von 7,81 CAD bis auf 6,47 abverkauft wurde.

    Das kanadische Unternehmen besitzt zwei interessante Projekte in Arkansas. Hauptfokus liegt auf der Erschließung des Joint-Venture Projektes mit Lanxess. Dort wurden rund 3,1 Mio. Tonnen Lithiumkarbonatäquivalent ausgewiesen. Am 2. Mai gab das Unternehmen den Beginn einer vorläufigen Machbarkeitsstudie bekannt. Spätestens im August will man die Aufträge für die Front End Engineering Design- und endgültigen Machbarkeitsstudien der Lithiumkarbonat-Anlage vergeben. Verlaufen diese Studien erfolgreich, kann sich Lanxess bis zu 49% an der Projektgesellschaft beteiligen und auch das Lithiumcarbonat mit einem Abschlag erwerben. Ein guter Deal für Lanxess, er sorgt aber auch bei Standard Lithium für mehr Planungssicherheit.

    Das Unternehmen ist mit dem Einstieg des Koch Konzerns finanziell gut aufgestellt. Auch die Organe, wie beispielsweise CEO Robert Mintak, investieren weiter in das Unternehmen und haben ihre Stimmenanteile um etwa 940.000 Aktien ausgebaut. Um den Abwärtstrend in der Aktie zu brechen, sind Schlusskurse oberhalb von 8,32 CAD nötig. Durch den jüngsten Rücksetzer liegt die Markkapitalisierung bei rund 1 Mrd. CAD. Der Kapitalwert der Lithiumprojekte liegt aber bei rund 3 Mrd. USD. Hier ist also noch Luft nach oben.


    Lithium, das weiße Gold, wird weiter volatil bleiben. Die Nachfrage wird aufgrund der voranschreitenden Elektromobilität weiter steigen. Rock Tech Lithium ist auf einem guten Weg, ein Produzent zu werden und bildet dabei die komplette Wertschöpfungskette ab, bis hin zum Recycling. Edison Lithium steht noch am Anfang, ist aber im hochgradigen berühmten Lithium-Dreieck in Südamerika vertreten. Standard Lithium kommt in die heiße Phase. Bei einer positiven Machbarkeitsstudie könnte es schnell gehen.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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