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19.10.2021 | 04:44

Rock Tech Lithium, Barsele Minerals, Standard Lithium, Orocobre – Jetzt geht die Jagd los!

  • Lithium
  • E-Mobilität
  • Metalle
Bildquelle: pixabay.com

Die Lithium-Herde hat sich mit der Bundestagswahl gewaltig in Bewegung gesetzt. Bei einer Rot-Grün-Gelb-Koalition wettet der Markt auf eine schnelle und konsequente Vorgehensweise in der Umsetzung der Klimaziele 2030. Dies beinhaltet die Förderung moderner Technologien von E-Mobilität über Erneuerbare Energien bis hin zum Ausbau der noch in den Kinderschuhen steckenden Wasserstoff-Technologie. Am meisten Schub erwarten sich die Protagonisten von der Subvention elektrisch betriebener Fahrzeuge. In der deutschen Industrie verursachte dies vor 18 Monaten noch Bauchschmerzen, doch nun entsteht in Brandenburg der erste Lithium-Konverter. Wir blicken auf die heißen Börsenkandidaten.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: André Will-Laudien
ISIN: BARSELE MINERALS | CA0688921083 , STANDARD LITHIUM LTD | CA8536061010 , ROCK TECH LITHIUM | CA77273P2017 , OROCOBRE LTD | AU000000ORE0


Rock Tech Lithium – Der erste Aufschlag in Deutschland

Mit so etwas wird Chairman Dirk Harbecke auch nicht gerechnet haben. Vor einigen Tagen gab Rock Tech Lithium den Bau einer Produktionsstätte für Lithiumhydroxid bekannt. Der etwas schläfrig anmutende RCK-Kurs seit Sommer hat sogleich einen riesigen Satz um ziemlich genau 100% nach oben gemacht. Explizit: Der Kurs sprang von 4,20 auf 8,40 CAD in der letzten Handelswoche.

Das neue Werk soll im brandenburgischen Guben und damit nur etwa 60 km von der Tesla-Gigafactory in Grünheide entfernt entstehen. Angepeilt ist eine jährliche Lithiumhydroxid-Produktion von 24.000t, dies reicht für rund 500.000 Traktionsbatterien für Elektrofahrzeuge.Derzeit wird Lithium zum größten Teil noch in Raffinerien im asiatischen Raum produziert. Rock Tech Lithium will mittels der geplanten Konverter-Fabrik im Industriepark Guben-Süd jedoch nun selbst Lithiumhydroxid aufbereiten. Der Ausgangsrohstoff für das Lithiumhydroxid wird aus einer Fördermine im kanadischen Ontario gewonnen. Das Gesamtinvestitionsvolumen beziffert Rock Tech auf bis zu 470 Mio. EUR. Die Fabrik soll im Jahr 2024 den Betrieb aufnehmen.

Das deutsche Research Haus Montega hat seine Empfehlung für die Aktie der Kanadier erst vergangene Woche aktualisiert. Deren Votum lautet weiterhin „Kaufen“ und das Kursziel wurde leicht von 10 auf 9,50 CAD gesenkt, bei 9,00 CAD landete die Aktie bereits letzte Woche. Rock Tech plant, ein zentraler Player in der Wertschöpfungskette der Batterietechnologie in Brandenburg zu werden, die Aktie bildet dieses Zukunfts-Szenario sehr gut ab, ist aber auch schnell gelaufen. Kaufen Sie erst in einer stärkeren Konsolidierung weiter zu.

Barsele Minerals – Das Schwedenprojekt wartet auf Neuigkeiten

Schweden steht für Fortschritt und Technik. Für das eigene Land hat die Regierung sehr ambitionierte Klimaziele. Bereits im März 2009 stellte die Regierung ihre Ziele für 2020 vor. Nach diesen Verlautbarungen wollte das Land bis 2020 komplett von fossilen Energieträgern unabhängig sein und seinen CO2-Ausstoß gegenüber dem Vergleichsjahr 1990 um 40% senken. Tolle Vorgaben, aber wie viele andere europäische Staaten hinkt auch Schweden seinen ambitionierten Zielen hinterher.

Ein noch kleines Rohstoffunternehmen ist Barsele Minerals mit Sitz in Kanada und einem sehr interessanten schwedischen Projekt. Es befindet sich in der Bergbauregion Västerbottens Län in Nordschweden, 600 km nördlich von Stockholm und umfasst 33.500 Hektar Fläche im Fennoskandischen Schild. Das Barsele-Projekt ist am westlichen Ende des proterozoischen "Skellefte-Trends" beheimatet, einem produktiven Gürtel mit vulkanogenen Massivsulfid-Lagerstätten, der sich mit der "Gold-Linie" in Nordschweden überschneidet. Sowohl polymetallische Lagerstätten als auch intrusiv beherbergte Goldabschnitte sind in dieser Region vorhanden.

Die Kanadier waren bis vor wenigen Monaten quasi eine reine Beteiligungsgesellschaft und somit wenig bekannt unter den Rohstoff-Spezialisten. Barsele hatte bislang eine Beteiligung von 45% an dem Barsele-Projekt in Nordschweden. Im Mai veröffentlichte man eine Absichtserklärung, die man mit Agnico Eagle geschlossen hat. Demnach wird Barsele Minerals das gleichnamige Goldprojekt komplett übernehmen und Agnico Eagles Anteil von 55% erwerben. Da die Konditionen zum Kauf bereits feststehen und Barsele in aller Ruhe die Exploration weiter vorantreiben kann, galt die Vereinbarung nicht zuletzt wegen der hohen Qualität des Projektes als guter Deal für Barsele.

Anfang September verkündeten beide Vertragspartner, dass man die Frist für den Kauf des Projekts bis Ende Oktober verlängern will. Nun wartet die Börse auf News. Das schürt im aktuellen Umfeld etwas Unruhe und belastet den Kurs. Die Aktie bewegte sich von 0,70 auf etwa 0,50 CAD zurück. Da der Deal aber weiterhin als beschlossen gilt, kommt der niedrigere Einstiegskurs nicht zur Unzeit. Dynamische Anleger nutzen die Gunst der Stunde.

Standard Lithium versus Orocobre – Durch die Decke und weg

Ein weiterer Shooting-Star der letzten Tage ist eindeutig Standard Lithium. In Kooperation mit der deutschen Lanxess arbeitet man intensiv an einer Lithium-Lagerstätte in Arkansas. Obwohl der Newsflow zur Aktie gar nicht so ausgeprägt ist, explodierte der Kurs in den letzten zwei Monaten regelrecht nach oben. Auch die Meldung von Rock Tech Lithium schob den Kurs weitere 30% auf über 13 CAD an. Per Jahresanfang liegt die Aktie nun über 600% im Plus. Der etablierte und fusionierte Produzent Orocobre kann „nur“ eine Kursentwicklung von plus 260% vorweisen. Wie geht es hier weiter?

Vor allem die Entwicklungsunternehmen laufen derzeit in Sachen Performance den etablierten Produzenten wie z.B. Orocobre den Rang ab. Das verwundert nicht, denn die Produzenten müssen hohe Preise bei den Übernahmen zahlen. Die jüngste Akquisition von Neo Lithium ist ein Beispiel dafür. Zijin Mining legt knapp 1 Mrd. CAD für den Konzern mit dem 3Q-Projekt in Argentinien auf den Tisch.

Einer der wenigen verbliebenen potenziellen Übernahmekandidaten auf dem Kurszettel ist Standard Lithium. Die jüngste Vormachbarkeitsstudie zum SWA Projekt in den USA klingt sehr vielversprechend. 30.000t Lithium Hydroxid könnten dort über einen Zeitraum von 20 Jahren produziert werden. Ein solches Projekt würde einen guten Lithiumproduzenten abgeben, aber dafür müssten eben erst gut 900 Mio. USD investiert werden. Der Hype ist aktuell groß bei Lithiumaktien, verpassen sie nach mehreren 100% Gewinn nicht, auch mal den Verkaufsbutton zu drücken. Der charttechnische Stop für Standard Lithium wäre 11,80 CAD.


Der Hype im Metallsektor geht weiter. Gerade bei Batteriemetallen wie Lithium, Kobalt und Graphit gehen die Preise durch die Decke. Rock Tech und Standard Lithium haben sich in 2021 bereits vervielfacht, die kleine Barsele Minerals kann mit ihrem Deal in Schweden noch richtig Spaß machen.


Der Autor

André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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