Menü schließen




24.02.2022 | 05:10

Rio Tinto, Triumph Gold, Nestlé – Konflikte und Inflation

  • Inflation
  • Gold
Bildquelle: pixabay.com

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte lagen im Januar 2022 in Deutschland 25% höher als im Vorjahreszeitraum. Dies bedeutet laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) den höchsten Anstieg seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949. Verantwortlich für den sprunghaften Anstieg sind hauptsächlich die stark steigenden Energiepreise. Besonders hoch waren die Preisanstiege gegenüber dem Vorjahr auch bei Sekundärrohstoffen wie Papier und Pappe (+72,7%), Butter (+61,1%) sowie Verpackungsmitteln aus Holz (+65,7%). Nun spitzt sich die Lage in der Ukraine weiter zu, was die Kosten für Strom und Energie noch einmal befeuern dürfte.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: NESTLE NAM. SF-_10 | CH0038863350 , RIO TINTO LTD | AU000000RIO1 , TRIUMPH GOLD CORP. | CA8968121043

Inhaltsverzeichnis:


    Nestlé – Weitergabe an die Verbraucher

    Die Inflationsraten steigen und steigen, und durch die Meldungen der vergangenen Tage in Bezug auf den Ukraine-Konflikt darf man sich bereits jetzt auf weiter anziehende Energiepreise einstellen. Die gesprengten Lieferketen verbunden mit Materialengpässen in diversen Branchen, dazu die explodierenden Stromkosten, hätten schon lange eine restriktivere Geldpolitik seitens der EZB zur Folge haben müssen. Nun stecken Lagarde & Co mit dem drohenden Krieg in Europa jedoch in einer Zwickmühle, den erhofften Aufschwung nach der Corona-Pandemie durch mögliche Zinserhöhungen nicht komplett abzuwürgen. Wie jedoch immer in einer Nahrungskette. Die gestiegenen Produktions- und Fertigungskosten werden auf die Schwächsten weiterverteilt, in diesem Falle die Endverbraucher. Wer es jetzt noch nicht bemerkt hat, dürfte spätestens im Laufe des Jahres spüren, dass der Geldbeutel bereits einige Tage vor dem Erhalt des nächsten Gehaltsschecks leer ist.

    Der weltgrößte Lebensmittelkonzern Nestlé erhöhte bereits die Preise für seine Produkte und reagierte somit auf die steigende Kosteninflation. Nestlé-CEO Schneider im Rahmen einer Präsentation zu den Geschäftszahlen: „Inzwischen gibt es fast keinen Ort im Unternehmen, der von der Inflation ausgenommen ist." Begonnen habe es beim Transport und bei der Verpackung. „Die Preise in der Containerschifffahrt sind geradezu in den Himmel geschossen." Und für diese Preissteigerungen könne man sich nur schwer absichern. Und Schneider rechnet damit, dass es in diesem Jahr so weitergeht: "Die Input-Kosten werden dieses Jahr noch höher sein als letztes Jahr", sagte er.

    Im Anschluss an die vorgelegten Jahreszahlen zeigten sich mehrere Analysten positiv. Neben Goldman Sachs, UBS zogen auch die Analysten von Berenberg das „buy“-Rating. So habe der Nahrungsmittelhersteller mit seinen Zahlen zum Wachstum aus eigener Kraft und den Margen die Erwartungen übertroffen und beim Ausblick wie erwartet abgeschnitten.

    Triumph Gold – Positive Ergebnisse

    In Anbetracht von explodierenden Inflationsraten, steigenden Verschuldungsgraden und einer Niedrigzinspolitik hatten bereits im vergangenen Jahr Experten den Goldpreis zu neuen Höhen laufen sehen. Doch bisher bleibt der Basiswert immer noch im Bereich von 1.900 USD, selbst aufgrund der aufkeimenden Kriegsängste fehlte immer noch die letzte Dynamik, um zumindest über den Widerstand bei 1.916,32 USD auszubrechen. Selbst ein nochmaliger Rücksetzer beim Edelmetall wäre als Chance zu sehen, um langfristig der Geldentwertung zu entkommen und dabei mit Investments in den Goldsektor profitieren zu können.

    Goldminenaktien sind auf aktuellem Niveau bereits attraktiv bewertet und bieten langfristig aussichtsreiche Renditechancen. Triumph Gold ist hier als interessante Investmentmöglichkeit aus der Reihe der Explorationsunternehmen zu nennen. Seinen Fokus legt Triumph Gold auf die Entwicklung des Projekts Freegold Mountain im kanadischen Yukon mit Hilfe multi-disziplinärer Explorations- und Bewertungstechnologien. Das 100% im Besitz befindliche Projekt ist mit einer erstklassigen Infrastruktur ausgestattet und beherbergt drei Mineralvorkommen gemäß National Instrument 43-101, Nucleus, Revenue und Tinta Hill. Überdies besitzt das Explorations-Unternehmen 100% der Kupfer-Gold-Grundstücke Big Creek und Tad/Toro, in der Nähe des Freegold Mountain-Projekts.

    Kürzlich warteten die Kanadier mit erfreulichen Ergebnissen vom Bohrprogramm über 755,90m in zwei Bohrlöchern bei der Lagerstätte Nucleus beim Projekt Freegold Mountain auf. Die Höhepunkte beinhalten 4,50m mit 2,00 g/t Gold und 1,57 g/t Silber innerhalb von 46,28m mit 0,54 g/t Gold und 0,53 g/t Silber in N21-02 in der Oxid-Zone, die eine Goldgewinnungsrate von 83% ergaben. Der CEO von Triumph Gold, Brian May, zeigte sich erfreut über die Ergebnisse, die eine große Oxid-Goldmineralisierung bei der Lagerstätte Nucleus bestätigen: „Die Ergebnisse der Cyanidlöslichkeit, die auf die Eignung für Abbaumethoden mittels Haufenlaugung hinweisen, sind äußerst vielversprechend. Wir freuen uns darauf, weitere Oxid-Goldzonen bei Freegold Mountain zu definieren." Der Börsenwert von Triumph Gold liegt aktuell bei 9,63 Mio. EUR. Die Aktie, die auch in Frankfurt notiert ist, korrigierte auf bis zu 0,10 EUR und arbeitet im Moment an der Bodenbildung.

    Rio Tinto – Rekordergebnisse

    Des einen Freud, des anderen Leid. Die stark gestiegenen Rohstoffpreise verschafften dem Bergbaukonzern Rio Tinto Rekordergebnisse. „Die Erholung der Weltwirtschaft und der Industrieproduktion führte zu einer deutlichen Preissteigerung bei unseren wichtigsten Rohstoffen, die wir nutzen konnten, um ein Rekordergebnis mit einem freien Cashflow von 17,7 Mrd. USD und einem bereinigten Gewinn von 21,4 Mrd. USD zu erreichen. Dies ermöglicht es uns, unsere bisher höchste Gesamtdividende auf Jahressicht von 10,40 USD je Aktie zu zahlen", sagte Jakob Stausholm, CEO von Rio Tinto.

    Dabei stieg der konsolidierte Umsatz um 42% auf 63,49 Mrd. USD und der Nettogewinn kletterte auf 21,09 Mrd. USD von 9,77 Mrd. USD im Vorjahreszeitraum. Hauptverantwortlich für die enorm starken Zuwächse waren die Anstiege beim Eisenerz. Daneben profitierte Rio Tinto auch von gestiegenen Preisen der Metalle Kupfer und Aluminium. Die kanadische Bank RBC hat Rio Tinto nach Jahreszahlen auf "Sector Perform" mit einem Kursziel von 5.200 Pence, umgerechnet 62,31 EUR belassen. Die Resultate des Bergbaukonzerns lägen im Rahmen der Erwartungen bis knapp darunter.


    Die Erzeugerpreise stiegen auf den höchsten Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949. Die Geldentwertung schreitet durch die hohen Energie- und Rohstoffpreise weiter voran. Nestlé gibt diese an die Verbraucher weiter, Rio Tinto profitiert von steigenden Preisen. Ein Investment in Gold wie bei Triumph Gold dürfte langfristig die Geldentwertung absichern.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Juliane Zielonka vom 29.09.2022 | 05:52

    Barsele Minerals, K+S AG, BYD Aktie - Schweden liegt vorne

    • Gold
    • Edelmetalle
    • Erneuerbare Energien
    • Düngemittel

    Durch die Explosionen in den Ostsee-Pipelines Nordstream 1 und 2 ist ein Umstieg auf andere Energiequellen speziell für die Deutsche Industrie unausweichlich. Düngemittelproduzent K+S mit Sitz in Kassel ist davon betroffen. Anders verhält es sich mit Barsele Minerals. Das kanadiche Unternehmen untersucht im sonnigen Schweden große Goldareale und will in Zukunft bis zu 3,5 Mio. Unzen des Edelmetalls fördern. Elektroauto und -batteriebauer BYD hingegen besitzt im Heimatland China genügend Ressourcen und setzt an zum Sprung in den Europäischen Markt. Welche Aktien jetzt der Krise trotzen, erfahren Sie hier.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Fabian Lorenz vom 15.09.2022 | 05:05

    Nordex, Rheinmetall, Barsele Minerals: Drei Aktien mit Turnaround-Potenzial

    • Rüstungsindustrie
    • Erneuerbare Energien
    • Gold
    • Rohstoffe
    • barrickgold
    • agnicoeagle

    Drei Aktien haben Turnaround-Potenzial. Zugegeben, im aktuellen Umfeld – u.a. Inflation, steigende Zinsen, Krieg in der Ukraine – fällt das Investieren nicht leicht. Doch gerade schwierige Zeiten bieten große Chancen. Beispiel Rheinmetall: Die Aktie hat um über 30% korrigiert, dabei stimmen die Zukunftsperspektiven und auch Analysten sehen über 70% Kurspotenzial. Nordex hat viele hausgemachte Probleme, aber auch hier stimmt das Branchenumfeld durch weltweite Investitionspakete für Erneuerbare Energien. Bei Barsele Minerals belastet der Goldpreis, doch inzwischen liegt die Marktkapitalisierung deutlich unter dem Wert des Assets und die jüngste Kapitalerhöhung war deutlich überzeichnet.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Stefan Feulner vom 14.09.2022 | 05:10

    Rheinmetall, Defense Metals, MP Materials – Der Trend bleibt bestehen

    • Inflation
    • Rohstoffe
    • Seltene Erden

    Und wieder einmal wird die kürzlich gestartete Aufwärtsbewegung an den Börsen durch neue Inflationsdaten aus den USA jäh beendet. Die Verbraucherpreise stiegen im vergangenen Monat um 8,3%, die Kernrate um 6,3%. Damit lagen die Werte erneut über den Schätzungen der Ökonomen, was weitere Zinserhöhungen mehr als wahrscheinlich macht. Die höheren Zinsen sind eine weitere Belastung für die Wirtschaft. Hinzu kommen durch die hohe Nachfrage weiter anziehende Preise bei dringend benötigten Rohstoffen.

    Zum Kommentar