Menü schließen




06.02.2023 | 05:10

Rheinmetall, Hensoldt, BAE Systems – Noch lange nicht Schluss

  • Rüstungsindustrie
  • Waffen
  • Trend
Bildquelle: Apaton Finance GmbH

Am 24. Februar jährt sich der Angriff Russlands auf die Ukraine, ein Ende des Krieges in Osteuropa ist bei Weitem noch nicht in Sicht, im Gegenteil. Durch die Panzerlieferungen vieler NATO-Staaten sowie der möglichen, zukünftigen Entsendung von Kampfjets und Langstreckenraketen droht der Konflikt weiter zu eskalieren. Nutznießer dieses Aufrüstens, das in den nächsten Jahren noch deutlich zunehmen dürfte, sind die internationalen Rüstungs- und Waffenkonzerne. Viele der Unternehmen stehen vor entscheidenden Marken.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: BAE SYSTEMS PLC LS-_025 | GB0002634946 , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , HENSOLDT AG INH O.N. | DE000HAG0005

Inhaltsverzeichnis:


    Rheinmetall AG – Neue Rekorde in Sicht

    Rheinmetall hat erneut mehrere Auftragserfolge über 57 Mio. EUR im Bereich der Artilleriemunition erzielt. Ein internationaler Kunde bestellte bei dem südafrikanischen Tochterunternehmen Rheinmetall Denel Munition Treibladungen im Wert von rund 40 Mio. EUR und ein NATO-Staat beauftragte den Rüstungskonzern mit der Lieferung von 155mm-Munition im Wert von 17 Mio. EUR. Alle Produkte stammen aus der Produktlinie Assegai, die bei allen NATO-STANAG-kompatiblen Artilleriesystemen anwendbar sind.

    Schon 2019 konnte Rheinmetall in Südafrika mit der Assegai-Familie und weiteren seiner Artillerie-Produkte neue Reichweitenrekorde aufstellen. Mit dem Systemansatz vom Zünder über das Geschoss bis zu den Treibladungen erreichten verschiedene Systeme hohe Reichweiten bis zu 76 km. Zudem arbeitet Rheinmetall Denel Munition an weiteren Zukunftstechnologien für die Artillerie, wie dem Verbessern des Raketenantriebs der konventionellen 155mm-Assegai-Geschosse oder einer kompletten Neuentwicklung, mit der Reichweite von über 155 km erzielt werden sollen.

    Auch bei der Aktie der Rheinmetall könnten in Kürze neue Rekorde vermeldet werden. Nach dem Vermelden der Ausgabe von Anleihen über insgesamt 1 Mrd. EUR fiel die Aktie kurzfristig zurück in den Bereich von 210 EUR. Nach der Veröffentlichung von mehreren Abschlüssen notiert das Papier jedoch erneut kurz vor seinem Allzeithoch bei 227,50 EUR. Ein Überschreiten der Marke von 232,00 EUR würde als nächstes Ziel den Aufwärtstrend bei 246,80 EUR zur Folge haben.

    Die Kursentwicklung der Rüstungsunternehmen Rheinmetall, Hensoldt und BAE Systems seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine. Quelle: Refinitiv Eikon, Stand: 05.02.2023

    BAE Systems – Bei Milliardenauftrag im Boot

    Der Rüstungskonzern BAE Systems, nach Umsatz 2021 der siebtgrößte der Welt, beschäftigt rund 90.500 Mitarbeiter in mehr als 40 Ländern. Die Briten entwickeln, produzieren und unterhalten Militär- und Sicherheitsausrüstungen für Regierungen auf der ganzen Welt und sind auf die Entwicklung und Herstellung von Schiffen, Flugzeugen, Fahrzeugen, Waffen, U-Booten, Munition und elektronischen Systemen spezialisiert. BAE Systems kooperiert auch mit anderen Unternehmen, um innovative Lösungen für komplexe militärische Herausforderungen zu erarbeiten. Zu ihren Produkten gehören bewaffnete Kampfflugzeuge wie der Eurofighter Typhoon sowie Schiffe wie die Type 26 Global Combat Ship.

    Vom Naval Information Warfare Systems Command (NAVWAR) haben die Briten einen Auftrag für das Programm Consolidated Afloat Networks and Enterprise Services (CANES) erhalten. Der Gesamtwert des 10-Jahres-Vertrags über unbestimmte Lieferung und unbestimmte Menge (IDIQ) beträgt 4,1 Mrd. USD. Dabei ist BAE Systems ist eines von acht Unternehmen, die sich um die Arbeit am Vertrag bewerben und wird für die Beschaffung und Produktion von Netzwerkgeräten, Ersatzteilen, Laborausrüstung, Erstsoftware, Softwareerneuerung und Wartungsdiensten für Oberflächen-, Land- und Unterwasserplattformen verantwortlich sein. BAE Systems unterstützt das CANES-Programm seit acht Jahren durch die Beschaffung, Montage, Prüfung und Lieferung von CANES-Produktionseinheiten für Schiffe mit großer Deckfläche in Summerville, South Carolina.

    Mit 845,20 GBP notiert die Aktie von BAE Systems knapp 4% unter ihrem Allzeithoch.

    Hensoldt – Leuchtturmprojekt mit starken Partnern

    Die Hensoldt AG ist ein börsennotierter Rüstungskonzern mit Sitz in Taufkirchen. Er entstand 2017 aus ehemaligen Geschäftsbereichen von Airbus Defence and Space für Sensortechnologie in den Bereichen Verteidigung, Sicherheit, Luft- und Raumfahrt. Mit mehr als 6.400 Mitarbeitern erzielte das Unternehmen 2021 einen Umsatz von 1,5 Mrd. EUR und baut sein Cyber-Portfolio kontinuierlich aus, um verschiedenste Bedrohungen mithilfe innovativer Ansätze wie Datenmanagement, Robotik und Cybersicherheit zu bekämpfen.

    So schloss das Rüstungsunternehmen eine Kooperationsvereinbarung mit dem Fraunhofer-Institut FHR, um den Technologiedemonstrator GESTRA in das serienreife und operationell einsatzfähige System Custodian zu überführen. GESTRA ermöglicht mit einem weltumspannenden Netzwerk von Radaranlagen die Erfassung und Nachverfolgung von Weltraumschrott, um die Raumfahrt vor Gefahren zu schützen.

    Dafür hat HENSOLDT die notwendigen Lizenzen von der Fraunhofer-Gesellschaft erworben. Das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR hat im Auftrag der Deutschen Raumfahrtagentur einen Prototyp entwickelt, der auf einem Standortübungsplatz nahe Koblenz in Betrieb ist. Das DLR hat zudem die Verwertung der Technologie durch einen geeigneten Industriepartner angestrebt, woraufhin Fraunhofer die Rechte an den Ulmer Radarspezialisten HENSOLDT Sensors GmbH vergeben hat.

    Deutsche Bank Research hat das Kursziel kürzlich von 25,50 EUR auf 27,00 EUR angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Aktuell notiert die Hensoldt-Aktie mit 26,95 EUR nahe am Kursziel der Analysten. Charttechnisch wäre jedoch mit einem Überwinden des Jahreshochs bei 27,30 EUR der Weg Richtung Allzeit-Hoch bei 30,25 EUR frei.


    Die westlichen NATO-Länder rüsten weiter auf, ein Ende des Krieges in der Ukraine ist nicht abzusehen. Zudem nehmen die geopolitischen Spannungen weltweit zu. Rüstungsaktien wie Rheinmetall, Hensoldt oder BAE Systems profitieren von der Zeitenwende und stehen durch die Bank vor dem Erzielen neuer Allzeithochs.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH behält sich im Übrigen vor, künftig entgeltliche Auftragsbeziehungen mit dem Unternehmen oder mit Dritten in Bezug auf Berichte zu dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird einzugehen. Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Armin Schulz vom 21.02.2024 | 06:00

    Barrick Gold, Desert Gold, Renk – überall goldene Zeiten?

    • Barrick Gold
    • Barrick
    • Desert Gold
    • Renk
    • Gold
    • Kupfer
    • Goldmine
    • Mali
    • Rüstungsindustrie
    • Rüstung
    • Erneuerbare Energien

    Die Welt ist voller wirtschaftlicher Unsicherheit und geopolitischen Spannungen. Das sind ideale Voraussetzungen für Gold, das noch immer als sicherer Hafen gilt. Es gibt mittlerweile einige Faktoren, die auf einen anhaltenden Aufschwung der Goldpreise hindeuten. Dazu gehört zum einen das verstärkte Engagement der Zentralbanken, die ihre Reserven in einem Maße aufstocken, wie es seit Jahrzehnten nicht zu beobachten war. Zum anderen die Diskussion innerhalb der BRICS-Staaten über die Einführung einer neuen Währung, die mit Gold hinterlegt als Gegengewicht zum dominanten US-Dollar gedacht ist. Wir sehen uns daher zwei Goldunternehmen an und beleuchten mit Renk einen Vertreter aus der Rüstungsindustrie, die aktuell auch goldene Zeiten erlebt.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Mario Hose vom 19.02.2024 | 12:06

    Rheinmetall, RENK Group, HENSOLDT, Almonty Industries: Neuordnung der Rüstung verspricht Gewinne

    • Rüstungsindustrie
    • Wolfram
    • Verteidigung

    Am vergangenen Wochenende fand die 60. Münchner Sicherheitskonferenz im Hotel Bayrischer Hof statt. Regierungsvertreter und Sicherheitsexperten aus vielen Teilen der Welt waren zu Gast und haben sich über die geopolitische Lage rund um den Globus ausgetauscht. Im Fokus der Gespräche standen die Entwicklungen in der Ukraine, Israel und Taiwan. Bei den NATO-Mitgliedsstaaten dominierten die Rüstungsthemen. Die europäischen Mitgliedsstaaten müssen die Verantwortung für ihre Verteidigungsaufgaben selbst koordinieren, da die USA sich zukünftig mehr im asiatischen Raum engagieren möchte. Es ist daher kaum verwunderlich, dass die Rüstungsunternehmen Rheinmetall, RENK Group und HENSOLDT zum Wochenstart bei Tradegate zu den am häufigsten gehandelten Aktien zählen. Aber auch der Wolfram-Produzent Almonty Industries kann um mehr als 8 % zulegen, denn das härteste Metall der Erde wird u.a. bei der Rüstung benötigt. Vor dem Hintergrund, dass derzeit rund 85 % des weltweiten Angebotes aus China und Russland kommen und somit die Lieferkette bedenklich für Rüstungsprogramme der NATO-Mitgliedsländer sind, gewinnt das Unternehmen weltweit als Bezugsquelle an Bedeutung. Almonty Industries bereitet derzeit die Inbetriebnahme einer Wolframmine in Südkorea vor, um zukünftig 30 % des Marktanteils außerhalb dieser beiden Länder gewinnen zu können.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 19.02.2024 | 06:00

    Defense Metals, BYD, Rheinmetall – keine Hightech-Technologie ohne diesen Rohstoff

    • Defense Metals
    • BYD
    • Rheinmetall
    • Seltene Erden
    • Seltenenerdoxid
    • Seltenenerdkarbonat
    • kritischer Rohstoff
    • Elektromobilität
    • Elektroauto
    • Elektrofahrzeug
    • Feststoffbatterie
    • Rüstung
    • Rüstungsindustrie

    In unserer heutigen, technologiegetriebenen Welt sind Seltene Erden zu unabdingbaren Bausteinen moderner Hightech-Anwendungen avanciert. Von leistungsfähigen Elektroautos, die eine umweltbewusste Mobilität versprechen, bis hin zur hochentwickelten Ausrüstung in der Rüstungsindustrie, deren Bedeutung in Zeiten geopolitischer Spannungen zunimmt – Seltene Erden sind überall. Diese Elemente, oft unsichtbar und doch entscheidend, ermöglichen erst die Funktionsweise und Effizienz der Geräte und Systeme, die in unserem Alltag beispielsweise in Smartphones zum Einsatz kommen. Seltene Erden sind zu einem stillen Rückgrat der technologischen Innovation und der Sicherheitspolitik geworden, deren Verfügbarkeit und Kontrolle über wirtschaftlichen Erfolg und strategische Überlegenheit mitentscheiden können.

    Zum Kommentar