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08.03.2021 | 05:10

Rein in die Fallen Angels! Barrick Gold, Varta, Osino Resources

  • Gold
Bildquelle: pixabay.com

Über 6 Monate dauert die Gold-Korrektur nun an. Vom Hoch bei 2.075 USD im August 2020 ging es in Wellen nach unten, bis letzte Woche mit 1.687 USD ein zyklischer Tiefpunkt erreicht wurde. Auslöser waren die von US-Notenbankchef Powell zelebrierten Inflationswarnungen, die den US-Rentenmarkt in den Keller schickten. Die 30-jährige US-Anleihe (Long T-Bond) hat seit Oktober 2020 nun ganze 10 Punkte im Kurs verloren, die Rendite steht aktuell bei 2,31%. Die Inflationsglocken läuten bei Renditen über 2,50% - damit ist der Abstand zur Signallinie nicht mehr allzu groß. Sollte das Inflationsgespenst zurückkehren, dürften die Edelmetalle zum Sprung ansetzen.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: André Will-Laudien


Barrick Gold – Keine schlechten Zahlen für 2020

WKN: 870450 ISIN: CA0679011084 Symbol: ABR
Barrick Gold ist nach Newmont Mining der zweitgrößte Goldminenkonzern der Welt. Im Februar veröffentlichte man die Q4- und FY 2020-Ergebnisse, die besser sind als der Markt sie aufgenommen hat. Barrick meldete eine Goldproduktion von 4,76 Mio. Unzen, was einem Rückgang von 13% im Jahresvergleich entspricht. Dieser Rückgang ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass die Mine Porgera auf Care & Maintenance-Status gesetzt wurde und Barrick pro Jahr über 200.000 Unzen an Produktion aus dem Super Pit-Verkauf einbüßt.

Glücklicherweise machten die viel höheren Metallpreise in 2020 die verlorenen Unzen leicht wieder wett, so dass Barrick durch Tilgungen aus dem Cashflow eine Nettoverschuldung von Null erreichte. Gleichzeitig kam es zu einer signifikanten Margenausweitung, was den Gewinn je Aktie um 115 % nach oben katapultierte. Der Buchwert erreicht nun gut 13 USD, das Buchwert-Ratio steht bei 1,5 und das bei einer Umsatzrendite von 41,9%. Mit Blick auf das Gesamtjahr 2021 hat Barrick eine Sonderdividende von 0,42 USD vorgeschlagen, das KGV hat sich bezogen auf die 2021er-Gewinnschätzungen von 19 auf 14 reduziert. So günstig war Barrick selten bewertet.

Barrick Gold ist somit bestens positioniert, den kommenden Gold-Turnaround mit Kursgewinnen zu begleiten. Die Aktie stieg in der letzten Woche schon mal um ganze 5,2% auf 16,63 €, trotz fallendem Goldpreis. Wir empfehlen den sofortigen Wiedereinstieg.

Varta AG – Das war ein herber Absturz

WKN: A0TGJ5 ISIN: DE000A0TGJ55 Symbol: VAR1
Die Varta-Aktie erlebte in 2021 ihr erstes Waterloo. Zuerst sprangen die Reddit-Jünger in den Wert als gebe es morgen keine Aktien mehr und trieben den Kurs auf 180 EUR nach oben, dann folgte der Abverkauf innerhalb von 4 Wochen und der Batterie-Titel sank wie ein Stein auf 105 EUR ab. Nun steht der Kurs unter Dezember-Niveau und im laufenden Jahr beträgt das Minus immerhin schon 10%.

Varta blickt auf das erfolgreichste Geschäftsjahr in seiner 135-jährigen Unternehmensgeschichte zurück. Der Umsatz ist in 2020 um ca. 14% auf 870 Mio. EUR gewachsen, das bereinigte EBITDA stieg um ca. 145% auf 239 Mio. EUR. Im Juni soll eine Sonderdividende von 2,50 EUR an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Über die operative Entwicklung bei Varta und die Aussichten des Batterieherstellers kann man gut philosophieren. Noch bleibt die Strategie im alten Fahrwasser, die von der Börse erhoffte Dynamisierung in Richtung e-Mobilität ist bislang kaum spürbar.

Der Blick auf die Analystenschätzungen zeigt folgendes Bild: Beim Umsatz dürfte Varta im laufenden Jahr rund 15% Prozent zulegen, das Ergebnis soll dabei überproportional wachsen. Für das bereinigte EBITDA könnte zum Jahresende ein Plus von mehr als 25% zu Buche stehen. Der Gewinn je Aktie dürfte bereinigt sogar um rund 40 Prozent steigen. Für einen Weltmarktführer im Bereich Hörgeräte- und Kopfhörerbatterien gute Aussichten, die aber auf dem aktuellen Niveau mit einem KGV von 29 bereits im Kurs eingepreist sein dürften. Warten Sie daher noch tiefere Kurse zwischen 80 bis 100 EUR für ein Rückkauf ab. Wir hatten in der Vergangenheit auf die vorliegende Überbewertung hingewiesen.

Osino Resources – Goldkorrektur zum Einstieg nutzen

WKN: A2NB4J ISIN: CA68828L1004 Symbol: RSR1
Der kanadische Gold-Explorer Osino Resources Corp. meldet sich mit Neuigkeiten aus Namibia. Das Unternehmen hat ein Update zu den Ressourcen- und Explorationsbohrungen auf dem Goldprojekt Twin Hills veröffentlicht. Das Twin Hills Projekt befindet sich im nördlich-zentralen Namibia, wo Osino eine große Liegenschaft von rund 7.000 Quadratkilometern bewirtschaftet. Das großflächige, sedimentgebundene Goldsystem wurde von Osino im Jahr 2019 entdeckt und wird nun im Schnellverfahren erschlossen.

Der östliche Teil der Mineralisierung bei Clouds wird in die Ressourcenschätzung bei Twin Hills einfließen, die bis zum Ende des ersten Quartals 2021 abgeschlossen sein soll. Die jetzige Auswertung lieferte zwei hochgradige Abschnitte bei Clouds und ist der erste Hinweis auf das Potenzial für weitere hochgradige Zonen. Die Abschnitte von 8 Metern zeigten 12,70 g/t Gold, auf 4 Metern mit 13,71 g/t und auf 12 Metern mit 5,24 g/t. Das sind die hochgradigsten Abschnitte, die bisher auf dem Projekt Twin Hills gebohrt wurden nun geht es darum, ihre Ausrichtung und Ausdehnung zu bestimmen.

Diese Ergebnisse beweisen, dass das Mineralisierungssystem Twin Hills das vermutete Gold in hochgradigen Bahnen trägt und es ist wahrscheinlich, dass innerhalb des aktuellen Bohr-Gebiets und in den umliegenden Explorationszielen noch mehr zu finden ist. Ein aggressives Brownfields-Explorationsbohrprogramm von 25.000m begann Ende Januar und wird voraussichtlich bis Mai abgeschlossen sein. Das Unternehmen gibt darüber hinaus bekannt, dass Tony da Silva zum neuen Chief Financial Officer (CFO) des Unternehmens ernannt wurde. Er verfügt über 20 Jahre Erfahrung im Bereich Audit und Finanzen, seit 2017 war er als Finanzdirektor einer Tochtergesellschaft von Osino tätig.

Bei der Osino-Aktie ging es kürzlich von 1,00 auf 1,27 CAD nach oben, in der Goldkorrektur letzte Woche dann wieder um 10% nach unten. Wer die Schwankungen geschickt ausnutzt, kommt bei der liquiden Aktie bei jedem Kurs zum Zuge. Mitte des Jahres sollte man aber definitiv eine ansehnliche Position aufgebaut haben, denn die guten Meldungen häufen sich.


Der Autor

André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

Mehr zum Autor


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André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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