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19.12.2022 | 05:30

Power Nickel, Rock Tech Lithium, BYD - Wettlauf um die Sicherung kritischer Rohstoffe

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Bildquelle: pixabay.com

Seitdem sich die großen Automobilhersteller dazu entschlossen haben, ihre Autos mit Elektroantrieb auszustatten, ist die Nachfrage nach entsprechenden Rohstoffen in die Höhe geschnellt. Die Folge sind stark gestiegene Preise. Einige der wichtigsten Rohstoffe, die für die Herstellung von Elektroautos benötigt werden, sind beispielsweise Lithium, Kobalt und Nickel. Der weltgrößte Nickelproduzent Indonesien hat auf dem G20-Gipfel in Bali den Kanadiern vorgeschlagen, eine Organisation, ähnlich der OPEC für Nickel, aufzubauen. Solche Vorstöße sind ein Zeichen, dass der Kampf um die wichtigen EV-Rohstoffe zunimmt. Wir sehen uns daher heute ein Nickel- und ein Lithium-Unternehmen an und schauen, wie sich der Batterie- und Elektroautohersteller BYD positioniert.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: Power Nickel Inc. | CA7393011092 , ROCK TECH LITHIUM | CA77273P2017 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296

Inhaltsverzeichnis:


    Power Nickel – Bohrergebnisse stehen an

    Power Nickel ist ein kanadisches Bergbauunternehmen, das sich auf sein NISK Projekt in der Nähe der James Bay in Quebec fokussiert. Die Liegenschaft beherbergt vor allem Nickel, aber auch andere Batteriemetalle wie Kupfer, Kobalt, Palladium oder Platin, und weist eine Streichlänge von 20km auf. Die Infrastruktur in dem Gebiet ist gut, man kann beispielsweise auf kostengünstigen und emissionsarmen Strom durch Wasserkraft zurückgreifen. Das Unternehmen will das NISK Projekt zu einer TIER1-Mine entwickeln. Seit dem 30. August gibt es eine offizielle Mineralressourcenschätzung nach NI 43-101. Die geschätzten angezeigten Ressourcen belaufen sich auf 2,6 Millionen Tonnen mit einem Gehalt von 1,20% Nickel-Äquivalent (NiEq), basierend auf Cut-off-Gehalten von 0,33% NiEq für Tagebauressourcen und 0,91% NiEq für Untertage-Ressourcen. Die abgeleiteten Ressourcen belaufen sich auf 1,4 Millionen Tonnen mit einem Gehalt von 1,29% NiEq.

    Seit dem 22. September läuft das Bohrprogramm bei dem 5.000m geplant waren. Die ersten zwei Ergebnisse aus den Bohrungen liegen seit dem 28. November vor und zeigen hochgradige Nickel (Ni), Kupfer (Cu) und Kobalt (Co) Sulfide sowie eine Platin und Palladium Mineralisierung. Der größte Fund weist auf 25,86m 1,17% Ni, 0,80% Cu, 0,08% Co sowie 0,23 ppm Platin und 1,46 ppm Palladium auf. In der Spitze lag der Nickel Anteil bei 1,97%. Durch die Bohrungen, bei denen die Ergebnisse von 9 Bohrlöchern noch ausstehen, konnte die Mineralisierung um weitere 150m in der Tiefe und nach Osten hin in der Zone Nisk Main erweitert werden. Aufgrund der guten Ergebnisse wurde eine weitere Finanzierung durchgeführt und so können im 1. Quartal 2023 weitere 10.000m gebohrt werden.

    Bohrungen und Ergebnisse. Quelle: Power Nickel

    Im Vergleich mit der Konkurrenz ist das Unternehmen aktuell deutlich unterbewertet. Doch es gibt noch ein Extra für Aktionäre. Vor der Umfirmierung zu Power Nickel hieß das Unternehmen Chilean Metals und ist mit 80% an Consolidation Gold & Copper beteiligt, die wiederum eine 100-prozentige Beteiligung am Projekt Golden Ivan im Goldenen Dreieck von British Columbia und an drei Projekten in der chilenischen Atacama-Region hält. Hier könnte in Zukunft ein Spin-Off durchgeführt werden sobald der Gold- und Kupfermarkt wieder anzieht. Dieses Asset bewertet der Markt aktuell mit 0. Zusätzlich erhält das Unternehmen 3% vom Bruttogewinn der Copaquire Mine, wenn Teck Resources die Mine in Betrieb nimmt. Aktuell ist die Aktie für 0,195 CAD zu haben und kommt damit auf eine Marktkapitalisierung von 23,4 Mio. CAD.

    Rock Tech Lithium – nächstes Ziel Finanzierung

    Rock Tech Lithium will 2025 einen Lithium-Konverter in Guben, Brandenburg bauen. Dies wäre der erste Lithiumkonverter in Europa und würde die Lieferketten für die Automobilindustrie sichern. Nicht der Abbau von Lithium ist der Flaschenhals, sondern die Veredelung. Hier wird es laut unterschiedlicher Studien in den kommenden Jahren zu einem Engpass kommen. Die Lithium Raffinerie in Guben soll die erste von 5 in Europa sein. Da die Planung und der Bau einer solchen Anlage sehr komplex ist gibt es wenige Anbieter. Am 16. November konnte das Unternehmen den letzten Teilantrag des Genehmigungsverfahrens einreichen. Im 2. Quartal 2025 soll das erste Lithiumhydroxid aus dem Werk kommen.

    Neben dem Konverter treibt Rock Tech Lithium sein Lithium Mining Projekt namens Georgia Lake, das in Ontario liegt und 1.042 Hektar groß ist, voran. Am 15. November gab das Unternehmen die Ergebnisse der Vormachbarkeitsstudie bekannt. Die Lebensdauer der Mine beträgt 9 Jahre und kann die ersten 4 Jahre im Tagebau betrieben werden. Der geschätzte Kapitalwert wird auf 223 Mio. USD geschätzt bei einem Zinssatz von 8%. Insgesamt sollen pro Jahr 100.000t Spodumenkonzentrat produziert werden. Die Investition wird sich in 2,9 Jahren amortisiert haben. Zusammen mit dem Konverter bildet das Unternehmen dann die gesamte Wertschöpfungskette ab.

    Trotz des bindenden Abnahmevertrags mit Mercedes über 5 Jahre, der am 20. Oktober veröffentlicht wurde, kommt die Aktie nicht aus ihrem Abwärtstrend heraus. Aufgrund der Inflation und der damit einhergehenden Verteuerung wird sowohl die Mine als auch der Konverter mehr kosten als ursprünglich geplant. Der Markt fürchtet, dass die Finanzierung schwierig werden könnte. Bis Ende März soll alles in trockenen Tüchern sein. Es wird ein Mix aus Subventionen, Fremd- und Eigenkapital. Ein möglicher Weg wäre auch einen Teil des Konverters zu verkaufen. Steht der erste Konverter sind die kommenden 4 Konverter deutlich einfacher zu finanzieren. Die Aktie notiert aktuell bei 2,57 CAD.

    BYD – Batteriefabrik in den USA?

    BYD, der chinesische Hersteller von Elektrofahrzeugen, hat sich der Elektromobilität verschrieben und verfügt dank seiner umfassenden Erfahrung als Batteriehersteller über ein tiefes Verständnis des Sektors. Mit seiner bewährten Strategie, einen großen Teil der Wertschöpfungskette abzudecken, hat BYD ein nachhaltiges Wachstum bei der Produktion von Elektrofahrzeugen erzielt und kürzlich Tesla auf diesem Markt überholt. Am zweiten Dezember veröffentlichte BYD seine Verkaufszahlen für November, die mit 230.427 verkauften NEVs ein beeindruckendes Wachstum von 152,61% gegenüber dem Vorjahr und 5,8% gegenüber dem Vormonat aufwiesen.

    Der Konzern denkt über den Bau einer Batteriefabrik in den USA nach, um in Zukunft auch dort Elektroautos verkaufen zu dürfen. Nur, wenn die Batterie eines Elektroautos aus den USA stammt, darf ein Elektrofahrzeug in den Vereinigten Staaten von Amerika verkauft werden. BYD hat zuletzt auch immer wieder in Unternehmen investiert, um sich Rohstoffe für das schnelle Wachstum zu sichern. Ab 2023 will man eine Premiummarke etablieren und damit Tesla noch größere Konkurrenz machen.

    Währenddessen verkauft Warren Buffet weiter Anteile am Unternehmen. Zuletzt verkaufte Berkshire Hathaway erneut 1,3 Mio. Aktien und hat seinen Anteil mittlerweile auf unter 15% reduziert. Auch wenn sich der Aktienkurs ein wenig erholen konnte, so beeinflussen die Verkäufe doch den Markt. Am vergangenen Freitag ging die Aktie mit 24,94 EUR aus dem Handel. Verkauft Buffet weiter über die Börse wird die Aktie unter Druck bleiben.


    Die Wende hin zur Elektromobilität hat zu einem sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach bestimmten Rohstoffen geführt. Die Nachfrage wird in den kommenden Jahren hoch bleiben. Gut für Power Nickel, das gleich mehrere Batteriemetalle auf seiner Liegenschaft hat. Hier sollte man die kommenden Bohrergebnisse im Blick haben. Rock Tech Lithium dagegen fokussiert sich voll auf Lithium. Operativ geht es voran. Wenn die Finanzierung steht sollte die Aktie wieder anspringen. BYD legt ein rasantes Wachstum hin und versucht den Nachschub für die Produktion zu sichern. Lediglich die Buffet Verkäufe bereiten Kopfzerbrechen.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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