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09.11.2021 | 05:21

Nordex, Gazprom, Saturn Oil + Gas: Steigender Ölpreis und Gaspreis treiben

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Bildquelle: pixabay.com

Noch bis zum 12. November treffen sich führende Politiker und Unternehmer in Glasgow zur Klimakonferenz. Mehr als „heiße Luft“ gab es bisher jedoch nicht zu berichten. Nicht nur Klimaaktivisten sind enttäuscht. Selbst der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller kritisierte die Zwischenergebnisse: "Die sich abzeichnenden Beschlüsse reichen nicht aus, das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen", sagte der CSU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Auch zum Ausbau der Erneuerbaren Energien gibt es wenig Neuigkeiten. Da überrascht es nicht, dass der Ölpreis wieder anzieht. Mit einem Anstieg auf 83,78 USD hat der Preis für die Sorte Brent die Korrektur beendet. Auch beim Gaspreis ist keine Entspannung in Sicht. Davon profitieren die Aktien von Gazprom und Saturn Oil & Gas. Aber auch Nordex macht durch neue Aufträge auf sich aufmerksam.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Fabian Lorenz
ISIN: Saturn Oil + Gas Inc. | CA80412L8832 , GAZPROM ADR SP./2 RL 5L 5 | US3682872078 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554


Saturn Oil & Gas – „Aktie kann sich verdoppeln bzw. verdreifachen.“

Eines hat die Klimakonferenz bisher klar gemacht: An fossilen Energieträgern wird auch in den kommenden Jahren bzw. Jahrzehnten kein Weg vorbeiführen. Dies gilt insbesondere für Öl. Gleichzeitig wird das Angebot für das 'Schwarze Gold' immer knapper, da Investoren und Öl-Konzerne sich zunehmend auf Erneuerbare Energien konzentrieren. Die teure Exploration neuer großer fossiler Vorkommen wird gescheut. Umso interessanter werden Unternehmen, die über ausreichende Fördermengen verfügen.

Zu ihnen gehört Saturn Oil & Gas. Die Kanadier haben sich im vergangenen Jahr – als der Ölpreis am Boden lag – attraktive Gebiete gesichert, um die Produktion auf 7.000 Barrel pro Tag zu verzwanzigfachen und zu einem der führenden Produzenten aufzusteigen. Ein unabhängiger Gutachter hat die Reserven von 43,3 Millionen Barrel Öläquivalent (BOE) bestätigt. Dies entspricht einem Wert von 435,7 Mio. CAD. Saturn hatte die Assets im Juni 2021 für netto 76,8 Mio. CAD final erworben. Die nötige Neubewertung der Aktie hat begonnen, ist aber bei dem aktuellen Kurs von 4 CAD noch längst nicht abgeschlossen. Beispielsweise haben die Analysten von Baecon Securities in ihrer Erststudie ein Kursziel von 10,15 CAD ausgerufen. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis die „massiven“ Bewertungsabschläge der Saturn-Aktie gegenüber der Peergroup aufgelöst werden. Sobald das Unternehmen zeige, dass die geplanten Produktionsziele in der Praxis umgesetzt werden, könne sich die Aktie verdoppeln bzw. verdreifachen.

Und Saturn beginnt jetzt zu liefern: In der vergangenen Woche wurden aktuelle Bohrergebnisse der Liegenschaft Loverna veröffentlicht. Alle drei Loverna-Bohrlöcher haben die Förderung von Leichtöl im Oktober 2021 begonnen und die Mengen stimmen mit den internen Produktionsplanungen überein. Entsprechend zufrieden zeigte sich Justin Kaufmann, Senior Vice-President von Saturn Oil & Gas: "Es wurde in einem Abschnitt ausgeführt, in dem bisher noch nicht nach der Viking-Öl Formation gesucht wurde und liefert die größte Produktion der drei ausgeführten Bohrlöcher. Dies ist ein weiterer Beweis für unser geologisches Modell in dem Gebiet, unterstützt die Erschließung von fünf zusammenhängenden Landabschnitten von Saturn und reduziert das Risiko für bis zu zehn neue ERH-Bohrstellen". Damit sollte das Investorenvertrauen zunehmen und sich der Bewertungsabschlag reduzieren.

Gazprom: Gaspreis von Putin und Nord Stream 2 abhängig

Die Großhandelspreise für Erdgas sind in 2021 so stark gestiegen wie nie zuvor. Die ersten kleinen Versorger in Deutschland sind bereits in die Insolvenz gegangen. Entlastung kann eigentlich nur aus Russland kommen. Von Gazprom, um genau zu sein. Deutschland ist in der EU der größte Gazprom-Kunde. Rund 46 Milliarden Kubikmeter Gas kaufte Deutschland 2020 von Russland. Dies entspricht rund einem Drittel des gesamten bundesweiten Verbrauchs. Vor knapp zwei Wochen hatte Russlands Präsident Wladimir Putin unter dem Druck steigender Preise und schlecht gefüllter Speicher den staatlichen Gasriesen Gazprom angewiesen, die Reserven in Deutschland und Österreich aufzufüllen. Jetzt endlich sollen Taten folgen. So hat eine Sprecherin Putins bekräftigt, dass Gazprom nach dem 8. November noch mehr als die Pflichtmengen liefern werde. Dies sollte dafür sorgen, dass die Gewinne bei Gazprom weiter sprudeln werden.

Nordex: Nervosität vor den Zahlen

Die steigenden Öl- und Gaspreise erhöhen natürlich auch den Druck auf den Ausbau Erneuerbarer Energien. Davon sollte der deutsche Windkraftanlagenbauer Nordex eigentlich profitieren. Das Unternehmen hatte zuletzt auch mehrere neue Aufträge gemeldet. Doch Investoren konnte Nordex damit nicht begeistern. Sie bemängeln die schwachen Margen. In der vergangenen Woche hat die Aktie auch mehr als 16% verloren. Gestern ging es dann wieder um 5% nach oben. Dies zeigt, wie groß die Nervosität vor den Quartalszahlen ist. Diese wird Nordex am 15. November veröffentlichen. Nach den schwachen Zahlen von Wettbewerber Vestas wollen Anleger nicht auf dem falschen Fuß erwischt werden. Dass Nordex mit Verwerfungen an den Rohstoffmärkten und Lieferkettenproblemen zu kämpfen hat, ist bekannt. Die Frage ist nur, wie groß die Probleme sind und welche Auswirkungen sie auf den Ertrag haben. Insbesondere aufgrund der sowieso schon geringen Margen.


Die Klimakonferenz hat der Energiewende bisher keinen zusätzlich Antrieb gegeben. Ohne Öl und Gas wird es auch künftig nicht gehen. Davon profitiert der Gasriese Gazprom genauso wie Saturn Oil & Gas. Sie beginnt zu liefern und damit sollte sich auch die Neubewertung der Aktie weiter fortsetzen. Bei Nordex greifen wohl nur wirklich Mutige zu.


Der Autor

Fabian Lorenz

Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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