Menü schließen




29.12.2022 | 05:25

Nio, Altech Advanced Materials, Altech Chemicals, Rheinmetall – Weiter voll im Trend

  • Elektromobilität
  • Batterie
  • Rüstung
Bildquelle: pixabay.com

Die vorherrschenden Themen aus dem vergangenen Jahr werden auch in 2023 im Trend liegen. Durch die Strategie der Politik, Frieden durch schwere Waffen zu erreichen, dürften sich die Auftragslage der Rüstungsunternehmen noch verbessern. Zudem sollten die Elektroautobauer die Absatzzahlen aus dem zu Ende gehenden Geschäftsjahr 2022 weiter toppen. Im Hinblick auf die Effizienz der für die Elektromobilität essenziellen Batterie kämpfen in diesem Zusammenhang weltweit mehrere Unternehmen um die Krone. Dabei besitzt ein deutsches Unternehmen gleich zwei heiße Eisen im Feuer.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: NIO INC.A S.ADR DL-_00025 | US62914V1061 , ALTECH CHEMICALS LTD | AU000000ATC9 , ALTECH ADV.MAT. NA O.N. | DE000A2LQUJ6 , RHEINMETALL AG | DE0007030009

Inhaltsverzeichnis:


    Altech Advanced Materials – Wettlauf um den Super-Akku

    Der Umstieg vom Verbrennungsmotor zum Elektroautomobil ist von der Politik bereits seit Längerem abgesegnet. Wichtigster Bestandteil des Autos der Zukunft ist die benötigte Batterie. Seit Jahren läuft ein erbitterter Kampf, wer die effizienteste und langlebigste Energiequelle entwickelt. Weit oben in diesem Rennen befindet sich die in Heidelberg ansässige Altech Advanced Materials, die gleich mit zwei Innovationen in Zukunft deutliche Duftmarken setzen könnte.

    Dabei befindet sich Altech Advanced Materials in einem gigantischen Wachstumsmarkt. Der globale Markt für Batteriespeichersysteme wird voraussichtlich von 4,4 Mrd. USD im Jahr 2022 auf 15,1 Mrd. USD im Jahr 2027 steigen. Auf längere Sicht wird ein Wachstum von 20 GW im Jahr 2020 auf über 3.000 GW im Jahr 2050 erwartet. Die Vorteile der in einem Joint Venture mit dem Fraunhofer-Institut für keramische Technologien und Systeme IKTS liegenden Innovation sind dabei beeindruckend. Im Vergleich der zum aktuellen Standard geltenden Lithium-Ionen-Batterie sind die CERENERGY-Batterien nicht brennbar und deshalb feuer- und explosionssicher. Die Batterietechnologie benötigt lediglich Kochsalz und eine geringe Menge an Nickel, jedoch weder das bereits jetzt knappe Lithium, noch Kobalt, Graphit oder Kupfer. Zudem liegen die Produktionskosten der CERENERGY-Batterien laut dem Fraunhofer-Institut rund 40% unter derer der Lithium-Ionen-Batterien.

    Die Herstellung der Wunderbatterie soll zukünftig in Sachsen, genauer in Schwarze Pumpe erfolgen. Das Ziel der ersten Linie ist eine Jahresleistung von 100 MWh.
    Neben CERENERGY forschen die Heidelberger mit dem australischen Partnerunternehmen Altech Chemicals Ltd. an einer neuartigen Nanobeschichtung aus hochreinem Aluminiumoxid und einer Anreicherung von Silizium, die die Leistungsfähigkeit einer Batterie um 15% steigert sowie die Lebensdauer um 30% verlängert. Zudem zeigten weitere Forschungen, dass mit der Aufstockung des Silizium-Anteils bei Silumina Anodes eine Verdopplung der Leistungsfähigkeit erreicht werden kann.

    Die Marktkapitalisierung von Altech Advanced Materials beträgt aktuell 27,06 Mio. EUR. Sollte eine der beiden Innovationen den Weg in den Massenmarkt finden, dürfte diese Bewertung schnell der Vergangenheit angehören. Interessant ist auch eine nähere Betrachtung der Altech Chemicals mit einem Börsenwert in Höhe von 66,42 Mio. EUR. Schließlich besitzt das Unternehmen aus Down Under beim Silumina Anodes-Projekt einen Anteil von 75% und beim CERENERGY- Joint Venture mit 56,25% die absolute Mehrheit.

    Die Jahresperformance der Elektroautobauer ist trotz der wachsenden Absatzzahlen deutlich negativ. Quelle: Refinitiv

    Nio – Prognose kassiert

    Besondere Herausforderungen bei den Lieferungen und der Produktion sowie anhaltende Probleme in der Lieferkette veranlasste das Management des chinesischen Herstellers von Elektroautos dazu, seine Liefererwartungen für das vierte Quartal 2022 zu senken. Trotz eines Rekordabsatzes von über 31.000 E-Fahrzeugen im dritten Quartal hatte Nio mit anhaltenden Unterbrechungen der Lieferkette zu kämpfen, die durch Chinas „Null-Covid"-Beschränkungen verursacht wurden. Das Unternehmen fügt hinzu, dass es nun mit 38.500 bis 39.500 Auslieferungen im vierten Quartal rechnet und damit unter der vorherigen Prognose von 43.000 bis 48.000 liegt. Im Vergleich zum vierten Quartal 2021 läge die Steigerung der Auslieferungen selbst bei einem Worst Case-Szenario immer noch bei rund 50%.

    Trotz der Prognosekappung bleibt die US-Investmentbank Morgan Stanley positiv für den chinesischen Autobauer. Die Analysten stuften die Aktie weiterhin auf „overweight“ mit einem Kursziel von 16,10 USD.

    Aus charttechnischer Sicht hingegen bleibt die Lage weiterhin bedrohlich. Bei einem nachhaltigen Rutsch unter die Unterstützung bei 9,67 USD droht erneut das Jahrestief bei 8,38 USD. Im Gesamtjahr verlor der Titel bereits rund 68% an Wert.

    Rheinmetall – Größter Einzelauftrag ex-Rüstung

    Der Haus- und Hoflieferant der deutschen Bundeswehr hat sich neben dem Rüstungsbereich auch im Automobilgeschäft einen Namen gemacht. Diesmal kam eine dicke Order jedoch aus einem ganz anderen Sektor. Das Volumen beträgt 770 Mio. EUR und handelt sich um den größten Einzelauftrag, den der nichtmilitärische Bereich Rheinmetalls außerhalb des klassischen Automobilgeschäfts bisher erhalten habe.

    Der industrielle Kunde habe ein Kältemittelverdichter-Modell mit Gleichspannungselektronik bestellt, für das ein langfristiger Liefervertrag abgeschlossen worden sei, teilten die Düsseldorfer mit. Der Verdichter-Typ ähnele in seinem Aufbau jenen, die auch in Kraftfahrzeugen verwendet würden.

    Mit 193,25 EUR notiert der Rüstungskonzern knapp unter seinem Ende Juni ausgebildeten Abwärtstrend. Sollte die Marke von 200,50 EUR geknackt werden, dürfte das Unternehmen einen erneuten Anlauf auf sein Allzeithoch bei 227,90 EUR unternehmen. Rückenwind bekommt die Aktie derzeit von Seiten der Indikatoren. So stehen sowohl RSI als auch MACD kurz vor der Generierung neuer Kaufsignale.


    Die Trends 2022 dürften auch im neuen Jahr weiter an Fahrt gewinnen. Dabei wirken die Elektroautobauer charttechnisch angeschlagen. Rheinmetall dagegen könnte zu neuen Höhen emporschießen. Langfristig könnte die Technologie von Altech Advanced Materials ein Gamechanger am Batteriemarkt werden.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Armin Schulz vom 12.06.2024 | 06:00

    Volkswagen ändert Strategie! Können Power Nickel und Rheinmetall davon profitieren?

    • Volkswagen
    • Power Nickel
    • Rheinmetall
    • Elektrofahrzeuge
    • Verbrennermotor
    • Strategiewechsel
    • Nickel
    • Gold
    • Silber
    • Kupfer
    • Platin
    • Palladium
    • Rüstungsindustrie
    • Rüstung
    • Automotive

    In einer zunehmend volatilen globalen Wirtschaft stehen Unternehmen vor beispiellosen Herausforderungen und Chancen. Auch wenn Volkswagen, Power Nickel und Rheinmetall auf den ersten Blick unterschiedliche Branchen verkörpern, so sind die Unternehmen doch oft miteinander verknüpft. Jetzt wo Volkswagen als Automobilriese und zentraler Akteur im Mobilitätssektor plötzlich seine Strategie anpasst, sollte man sich die Auswirkungen auf andere Unternehmen genauer ansehen. Wir klären Sie über Volkswagens Anpassungen auf und erklären, wo es Schnittmengen zu Power Nickel und Rheinmetall gibt.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Juliane Zielonka vom 31.05.2024 | 05:10

    Globex Mining, Samsung Electronics, BYD: Rohstoff-Rally und Innovationen aus Asien

    • BYD
    • Elektromobilität
    • Rohstoffe
    • Gold
    • Telekommunikation

    Die zunehmende Nachfrage an generativer KI, Unterhaltungselektronik und Innovationen in Automotive steigern die Nachfrage nach Rohstoffen ungemein. Für Explorer wie Globex Mining sind das goldene Zeiten. Das kanadische Unternehmen hat ein so breit aufgestelltes Rohstoff-Portfolio, dass es als Mineraliengrundstücksbank gesehen werden kann. Für Investoren bedeutet das reduziertes Risiko dank hoher Streuung. Samsung Electronics hat momentan einige Herausforderungen zu meistern. Nicht nur, dass sie in der Chipherstellung von NVIDIA überholt wurden, auch die Belegschaft begehrt auf. In Südkorea wäre das der allererste Streik in der Geschichte des Unternehmens. Denn obwohl der Markenwert global hoch angesehen ist, scheint der Haussegen doch mächtig schief zu hängen in Suwon. Innovationen werden in Asien produziert. Autobauer wie BYD, Geely und Toyota setzen auf die nächste Evolutionsstufe in der Entwicklung von Elektromobilität. Die EU hingegen wirkt hilflos, mit Strafzöllen wollen sie den Wettbewerb aushebeln. Ob das gelingt?

    Zum Kommentar

    Kommentar von Juliane Zielonka vom 30.05.2024 | 05:00

    dynaCERT, Mercedes-Benz, Amazon - German Engineering: technologische Transformationen im Fokus

    • Wasserstoff
    • dynaCERT
    • Automotive
    • Elektromobilität
    • KI

    Entrepreneure wie die Gründer von dynaCERT erschaffen Lösungen für eine saubere Umwelt. Mit einer Brückentechnologie auf Wasserstoffbasis speziell für Dieselmotoren können Emissionen reduziert werden, bei gleichbleibender Effizienz. Nun erhält das Management-Team Verstärkung aus Deutschland durch einen Spitzenmann mit Top-Erfahrung in Wachstumsstrategien. Kluge Köpfe werden überall dringend gebraucht. Bei Mercedes-Benz scheint man sich zu sehr auf die Strahlkraft der eigenen Marke und einem beliebten Modell zu verlassen. Anders lässt sich die Elektrifizierung dieser Offroad-Design-Ikone kaum erklären. Eine deutsch-amerikanische Beziehung der besonderen Art gehen SAP und Amazon Web Services ein. Mit ihrem Joint Venture bringen sie generative KI in Unternehmen und erhöhen so die Produktivität. Drei Lösungen von drei Unternehmen, mit deutscher Expertise im Fokus.

    Zum Kommentar